Amnestie

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Beschreibung

Danny, eigentlich Dhananjaya Rajaratnam und ursprünglich aus Sri Lanka, ist der Status als Flüchtling in Australien verwehrt worden. Nun wohnt er als Illegaler im Lagerraum eines Supermarkts in Sydney und schlägt sich seit drei Jahren als Putzkraft durch. Er ist nahe dran, ein beinahe normales Leben führen zu können. Aber dann erfährt er, dass eine seiner Kundinnen ermordet wurde.
Details vom Tatort lassen ihn vermuten, der Liebhaber der Frau, ein Arzt und ebenfalls ein Kunde, könnte in den Mord verstrickt sein. Die beiden hatten die Angewohnheit, Danny bei ihren Rendezvous wie ein Maskottchen in der Nähe haben zu wollen. Er zögert, die Polizei zu informieren, denn als entdeckter illegaler Einwanderer würde Danny auf eine abgelegene Insel vor Australien deportiert. Dann bestellt der verdächtige Arzt Danny wieder zu sich... «Amnestie» ist ein typischer, vom Schauplatz her aber ungewöhnlicher Adiga-Roman: die spannende, heftige Erzählung von besonderer heutiger Dringlichkeit über ein moralisches Dilemma und Machtverhältnisse, Liebe und Gewalt.

Aravind Adiga, geboren 1974 in Madras, wuchs zeitweise in Sydney, Australien, auf, studierte Englische Literatur an der Columbia University und am Magdalen College in Oxford. Er arbeitete als Korrespondent für die Zeitschrift «Time» und für die «Financial Times». Er lebt in Mumbai, Indien.

Ulrike Wasel und Klaus Timmermann arbeiten seit Jahrzehnten als Übersetzer in Düsseldorf.

Details

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

17.09.2020

Verlag

C. H. Beck

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Erscheinungsdatum

17.09.2020

Verlag

C. H. Beck

Seitenzahl

286 (Printausgabe)

Dateigröße

2547 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzer

  • Klaus Timmermann
  • Ulrike Wasel

Sprache

Deutsch

EAN

9783406755521

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Eindringlicher Roman von aktueller Dringlichkeit

Lesendes Federvieh aus München am 18.10.2020

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Da ihm der Status als Flüchtling in Australien verwehrt wurde, wohnt der Sri Lanker Danny Rajaratnam als Illegaler im Lagerraum eines Supermarktes in Sydney und hält sich seit drei Jahren als Putzkraft über Wasser. Er führt ein beinahe normales Leben mit regelmäßigem Einkommen und einer liebenswürdigen Freundin, doch als er vom Tod einer seiner ehemaligen Kundinnen erfährt, gerät der mühsam aufgebaute Schein ins Wanken. Denn Details vom Tatort wecken in ihm den Verdacht, der Liebhaber von Radha Thomas könnte etwas mit dem Mord zu tun haben. Das eigenwillige Paar hatte stets die Angewohnheit Danny als Glücksbringer auf ihren Rendezvous und Streifzügen durch die Nacht mitzunehmen. Obwohl sich Dannys Zweifel mit jedem Anruf des mutmaßlichen Täters verstärken, zögert er die Polizei zu informieren, da er als illegaler Einwanderer auf eine abgelegene Insel vor Australien und anschließend zurück nach Sri Lanka deportiert werden würde. Das Thema der Migration war selten so aktuell wie in der heutigen Zeit und doch vergisst man über die medial berichteten Flüchtlingströme die bereits seit Jahrzehnten bestehende Problematik der fehlenden Rechtsstaatlichkeit und teils menschenunwürdigen Lebensbedingungen im ozeanischen Raum. Aravind Adiga wagt mit "Amnestie" in Gestalt des hochintelligenten ursprünglich aus Sri Lanka stammenden Danny Rajaratnam einen scharfzüngigen, pointierten Einblick in die begrenzten Möglichkeiten und ständigen Herausforderungen illegaler Einwanderer in Australien. Danny selbst bezeichnet sich mit dem Staubsauger auf dem Rücken als Astronaut, die anderen Migranten sehen ihn als braunen Mann, seine Kunden nennen ihn den Legendären Putzmann, während Radha Thomas ihm zu Lebzeiten den Spitznamen Nelson Mandela verpasste. Doch selbst seine goldenen Aussie-Strähnchen, die nahezu akzentfreie Sprache sowie seine eingehende Analyse des typisch australischen Verhaltens können nicht darüber hinwegtäuschen, dass er jederzeit auffliegen und deportiert werden kann. Es ist gleichermaßen erschreckend wir frustrierend zu verfolgen, wie solch ein vielseitig interessierter, weltgewandter und intelligenter junger Mann aufgrund seines Status als Illegaler infolge der strengen gesetzlichen Einwanderungskriterien seiner Zukunftsaussichten beraubt wird. Sprachlich herausragend findet man sich in einem Sammelsurium aus idyllisch schönen wie schmerzlich harten Erinnerungen an Dannys Vergangenheit in Sri Lanka, seinen ersten Geh- und schnellen Anpassungsversuchen in Australien und seinem jetzigen moralischen Dilemma zwischen Gerechtigkeit und Abschiebung wider. Obgleich mir bei seinen zwischenzeitlich arg ausschweifenden Gedankengängen teils die Spannung zu kurz kam, konnte man Dannys inneren Zwiespalt sehr gut nachvollziehen – mit einem Bein in Australien, mit dem anderen bereits in Sri Lanka. "Amnestie" ist ein eindringlicher Roman von aktueller Dringlichkeit über illegale Einwanderung, moralische Dilemmata und ungleiche Machtverhältnisse durchsetzt von sprachlicher Weisheit.

Eindringlicher Roman von aktueller Dringlichkeit

Lesendes Federvieh aus München am 18.10.2020
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Da ihm der Status als Flüchtling in Australien verwehrt wurde, wohnt der Sri Lanker Danny Rajaratnam als Illegaler im Lagerraum eines Supermarktes in Sydney und hält sich seit drei Jahren als Putzkraft über Wasser. Er führt ein beinahe normales Leben mit regelmäßigem Einkommen und einer liebenswürdigen Freundin, doch als er vom Tod einer seiner ehemaligen Kundinnen erfährt, gerät der mühsam aufgebaute Schein ins Wanken. Denn Details vom Tatort wecken in ihm den Verdacht, der Liebhaber von Radha Thomas könnte etwas mit dem Mord zu tun haben. Das eigenwillige Paar hatte stets die Angewohnheit Danny als Glücksbringer auf ihren Rendezvous und Streifzügen durch die Nacht mitzunehmen. Obwohl sich Dannys Zweifel mit jedem Anruf des mutmaßlichen Täters verstärken, zögert er die Polizei zu informieren, da er als illegaler Einwanderer auf eine abgelegene Insel vor Australien und anschließend zurück nach Sri Lanka deportiert werden würde. Das Thema der Migration war selten so aktuell wie in der heutigen Zeit und doch vergisst man über die medial berichteten Flüchtlingströme die bereits seit Jahrzehnten bestehende Problematik der fehlenden Rechtsstaatlichkeit und teils menschenunwürdigen Lebensbedingungen im ozeanischen Raum. Aravind Adiga wagt mit "Amnestie" in Gestalt des hochintelligenten ursprünglich aus Sri Lanka stammenden Danny Rajaratnam einen scharfzüngigen, pointierten Einblick in die begrenzten Möglichkeiten und ständigen Herausforderungen illegaler Einwanderer in Australien. Danny selbst bezeichnet sich mit dem Staubsauger auf dem Rücken als Astronaut, die anderen Migranten sehen ihn als braunen Mann, seine Kunden nennen ihn den Legendären Putzmann, während Radha Thomas ihm zu Lebzeiten den Spitznamen Nelson Mandela verpasste. Doch selbst seine goldenen Aussie-Strähnchen, die nahezu akzentfreie Sprache sowie seine eingehende Analyse des typisch australischen Verhaltens können nicht darüber hinwegtäuschen, dass er jederzeit auffliegen und deportiert werden kann. Es ist gleichermaßen erschreckend wir frustrierend zu verfolgen, wie solch ein vielseitig interessierter, weltgewandter und intelligenter junger Mann aufgrund seines Status als Illegaler infolge der strengen gesetzlichen Einwanderungskriterien seiner Zukunftsaussichten beraubt wird. Sprachlich herausragend findet man sich in einem Sammelsurium aus idyllisch schönen wie schmerzlich harten Erinnerungen an Dannys Vergangenheit in Sri Lanka, seinen ersten Geh- und schnellen Anpassungsversuchen in Australien und seinem jetzigen moralischen Dilemma zwischen Gerechtigkeit und Abschiebung wider. Obgleich mir bei seinen zwischenzeitlich arg ausschweifenden Gedankengängen teils die Spannung zu kurz kam, konnte man Dannys inneren Zwiespalt sehr gut nachvollziehen – mit einem Bein in Australien, mit dem anderen bereits in Sri Lanka. "Amnestie" ist ein eindringlicher Roman von aktueller Dringlichkeit über illegale Einwanderung, moralische Dilemmata und ungleiche Machtverhältnisse durchsetzt von sprachlicher Weisheit.

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