Frauen-Freundschaft, Feminismus und die besondere Kraft der Fotografie: Einfühlsam und mitreißend erzählt Stephanie Butland die Geschichte von drei ungewöhnlichen Frauen von 1968 bis heute In jedem Foto steckt ein Leben - niemand weiß das besser als die ehemalige Star-Fotografin Veronica Moon. Deshalb hatte sie als junge Frau mit dem Fotografieren begonnen. Und deshalb hat sie vor Jahren damit aufgehört. Doch nun wird eine Ausstellung über ihr Lebenswerk für die Fotografin zu einer Reise in die Vergangenheit: von jenen wilden Tagen 1968, als sie in der Feministin Leonie Barratt eine Freundin fürs Leben findet, bis zu Leonies tragischem Tod, über den Veronica bis heute schweigt. Die Ausstellung leitet ausgerechnet Leonies Nichte Erica, die so vieles von Veronica wissen möchte. Ist endlich die Zeit gekommen, ihr Schweigen zu brechen und die Vergangenheit loszulassen? »Die Frau auf dem Foto« porträtiert drei ganz unterschiedliche Frauen und eine innige Freundschaft, die mehr als einmal auf die Probe gestellt wird. Ganz nebenbei ist Stephanie Butlands Roman auch eine Geschichte des Feminismus - und eine Hommage an die besondere Kraft der Fotografie. »Dieses Buch ist brillant recherchiert, regt zum Nachdenken an und berührt das Herz. Ohne Zweifel Stephanie Butlands bester Roman bisher.« Lancashire Evening Post
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
5 Bewertungen
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
Drei unterschiedliche, berührende Frauenschicksale geben der Frauenbewegung eine Stimme- aufschlussreich, kraftvoll und spannend geschildert
Bewertung aus Köln am 09.04.2021
Bewertungsnummer: 1477330
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Veronica "Vee" Moon ist eine berühmte Pressefotografin, die den Höhepunkt ihrer Karriere von den 1970er- bis Anfang der 1980er-Jahre feierte. 1968, als sie noch verlobt und als Hochzeitsfotografin aktiv war, lernte sie die Journalistin und Feministin Leonie Barratt kennen. Die beiden freunden sich an, sie leben sogar einige Jahre gemeinsam in einer Wohnung, Vee bewundert Leonie und ist gar ein bisschen verliebt in sie. Durch Leonie schließt sie sich ebenfalls der Frauen-Befreiungsfront an und wird Teil einer Bewegung, die davon träumt, die Welt zu verändern.
Im April 2018 plant die studierte Historikerin und Kuratorin Erica, die Nichte von Leonie, die auf dem Dachboden ihrer Mutter eine Kiste von Leonie mit Fotos und Andenken von Vee gefunden hatte, eine Retrospektive über Veronica Moon. Sie möchte ihr Lebenswerk ausstellen und trifft sich mehrere Wochen vor der Ausstellung, um diese zusammen mit Vee vorzubereiten und auch Vee erstmalig kennenzulernen. Die ältere Dame, die seit Jahren die Öffentlichkeit gemieden hat, ist zunächst zurückhaltend, erzählt aber dann die Geschichten zu den Fotos und öffnet damit Erica die Augen, sich mehr für ihre Rechte als Frau einzusetzen. Nur über die Umstände des Todes von Leonie macht sie ein Geheimnis und möchte nicht darüber sprechen.
"Die Frau auf dem Foto" ist ein Roman, der anhand der fiktiven Biografien der Fotografin Veronica Moon und der Journalistin und Buchautorin Leonie Barratt die Geschichte der Frauenbewegung ab Ende der 1960er-Jahre darstellt. Er handelt auf zwei Zeitebenen und erzählt in der Vergangenheit die Lebensgeschichten von Vee und Leonie. Die Gegenwart dreht sich um die Vorbereitung der Foto-Ausstellung und Erica als nächste Generation von Frauen, für die sich während der vergangenen 50 Jahre erschreckend wenig verändert hat. Aus feministischer Sicht herrscht noch lange keine Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, Frauen werden in die Mutterrolle gedrängt, schlechter bezahlt und auf ihr äußeres Erscheinungsbild reduziert.
Der Roman ist abwechslungsreich gestaltet, um reale Ereignisse mit der Geschichte zu verknüpfen und den Kampf der Frauen für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit anschaulich darzustellen. Die beiden Erzählstränge werden durch Leonies Kolumne "Dear John" - Briefe einer Feministin, einen Abriss geschichtlicher Ereignisse zu der betreffenden Zeit in Großbritannien, durch Beschreibungen der Fotos der Ausstellung, die überwiegend den Protest der Feministinnen darstellen sowie durch Ausschnitte aus Vees Lehrbuch über Fotografie unterbrochen. Dies stört den Lesefluss jedoch in keiner Weise, sondern macht die Geschichte noch bildhafter und authentischer.
Die Charaktere sind vielschichtig, nicht immer sympathisch, wirken damit aber besonders lebensecht. Selbst wenn man ihre Entscheidungen nicht immer gutheißen mag, kann man sie aus ihrer Perspektive nachvollziehen.
Durch die Umstände von Leonies Tod, über den Vee nicht sprechen kann, und die Frage, warum sie letztlich die Fotografie aufgeben, sich öffentlich zurückgezogen und nicht weiter für eine Gleichberechtigung der Geschlechter gekämpft hat, wird neben der streitbaren Thematik zudem Spannung erzeugt.
Der Roman schildert drei unterschiedliche, berührende Frauenschicksale und gibt der Frauenbewegung damit eine Stimme. Neben allen Erfolgen demonstriert er jedoch auch, dass das Ziel der Frauenbewegung und der Kampf gegen die Diskriminierung der Hälfte der Weltbevölkerung noch lange nicht erreicht ist.
Mitreißender Roman über drei Frauenschicksale
Tara aus Ratingen am 09.04.2021
Bewertungsnummer: 1478570
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„Die Frau auf dem Foto“ ist der dritte Roman der britischen Autorin Stephanie Butland.
Die Handlung um Veronica Moon – genannt Vee – und Leonie Barratt beginnt 1968. Als Vee die Journalistin und Frauenrechtlerin Leonie kennenlernt ist sie eine bekannte Fotografin. Die beiden Frauen freunden sich an, teilen sich sogar ein Wohnung und kämpfen gemeinsam für die Rechte der Frauen und wollen die Welt verändern.
2018 plant die Historikerin Erica - die Nichte von Leonie - nach einem Dachbodenfund mit Erinnerungen von Leonie eine Ausstellung, mit einem Foto von Vee. Zuvor möchte sie diese kennenlernen. Obwohl sich Vee aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, trifft sie sich mit Erica und beginnt über die zurückliegende Zeit und ihren Kampf für Gleichberechtigung und Emanzipation zu erzählen. Lediglich über die Umstände von Leonies Tod schweigt sie.
Mit Vee, Leonie und Erica hat die Autorin drei starke und äußerst unterschiedliche Protagonistinnen geschaffen. Jede von ihnen hat ihren eigenen Schaffensbereich, ist anders aufgewachsen, aber in ihrem Einsatz für die Gleichberechtigung und dem Wunsch nach der Anerkennung für die Frauen gleichen sie sich sehr.
Durch die Gespräche zwischen Erica und Veronica erfährt man viel aus der Zeit um 1968 und dabei ist zu spüren, dass es Vee sehr schwer fällt und dass es sie mitnimmt, sich an diese bewegende und aufwühlende Zeit zu erinnern.
Die Handlung wechselt immer wieder zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Während sich in der Vergangenheit alles um das Leben der Fotografin und der Journalistin dreht, geht es in der Gegenart um die Vorbereitungen für die Ausstellung. Der Perspektivwechsel, sowie Auszüge aus Leonies Kolumne und Ausschnitte aus Vees Lehrbuch über Fotografie machen das Lesen abwechslungsreich und spannend. Gleichzeitig wird dabei deutlich, dass sich in den letzten 50 Jahren zwar einiges verändert hat, was aber einfach erschreckend wenig ist. Gleichberechtigung fehlt in vielen Bereichen und Frauen werden noch immer viel zu sehr auf ihr Äußeres reduziert.
Stephanie Butland beschreibt in ihrem fiktivem Roman die Realität. Ihre Protagonistinnen wirken authentisch und ihre Ziele stehen stellvertretend für ganze Generationen von Frauen, die noch lange nicht am Ziel angekommen sind.
Mein Fazit: Ein großartiger lesenswerter Roman, der berührt und unterhält.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.