Über viele Jahrzehnte war die Bekämpfung des organisierten Verbrechens in Italien von Männern dominiert. Doch seit den 1970ern hat eine neue Generation von Frauen begonnen, gegen die Mafia Widerstand zu leisten.So vertraute Piera Aiello, Augenzeugin bei der Ermordung ihres Mannes, ihr Wissen den Staatsanwälten an und engagiert sich bis heute als Parlamentarierin für einen besseren Schutz der Kronzeugen. Fotografin Letizia Battaglia dokumentiert als Chronistin der Mafia ihre Taten, wie etwa die Ermordung des Bruders des heutigen Staatspräsidenten. Die Journalistin Allessia Candito, mehrfach durch die kalabrische Mafia bedroht, deckt die Verbindungen zwischen Kirche und Mafia auf. Und Laura Garavini setzt mit ihrer Gründung einer Anti-Mafia-Bewegung in Deutschland den Kampf gegen die Mafia auch im deutschsprachigen Raum fort. Mathilde Schwabeneders Porträt dieser Frauenzeichnet ein verstörendes und eindrucksvolles Bild eines Kampfes gegen eine Macht, bei dem ein Sieg aussichtslos scheint ¿ trotzdem kämpfen diese Frauen weiter.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Bewertung
aus Celle
5/5
02.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Interessante, bedrückende und berührende Berichte
Ein Cover das so geheimnisvoll ist und doch perfekt zum Buch passt. Die Frauen, die in diesem Buch ihre Berichte teilen, sprechen über einen Kampf gegen die Mafia.
Die Berichte, die in diesem Buch zusammen gefasst sind, berühren und lassen den Leser nicht mehr los. Es werden neun Reportagen von verschiedenen Frauen geteilt. Alle kämpfen gegen die Mafia, dies auf unterschiedliche Weise und sie hatten bisher in unterschiedlichen Arten mit der Mafia zu tun.
Ich dachte das irgendwann Langeweile aufkommt, weil sich auch bei neun Berichten bestimmt etwas wiederholt. Das ist aber nicht der Fall. Jeder Bericht ist spannend und informativ. Man lernt wahnsinnig viel über diese geheime Organisation und ein Kampf der oft genug wie David gegen Goliath erscheint. Diese Frauen haben viel aufgegeben oder riskiert um sich gegen die italienische Mafia zu stellen.
Ich vergebe absolut verdiente 5 Sterne und bin immer noch tief beeindruckt.
Amber
aus Celle
5/5
29.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Cover das so geheimnisvoll…
Ein Cover das so geheimnisvoll ist und doch perfekt zum Buch passt. Die Frauen, die in diesem Buch ihre Berichte teilen, sprechen über einen Kampf gegen die Mafia. Zuerst dachte ich 23 Euro für nicht einmal 200 Seiten. Ist das Buch dies wert? Ja, das ist es! Die Berichte, die in diesem Buch zusammen gefasst sind, berühren und lassen den Leser nicht mehr los. Es werden neun Reportagen von verschiedenen Frauen geteilt. Alle kämpfen gegen die Mafia, dies auf unterschiedliche Weise und sie hatten bisher in unterschiedlichen Arten mit der Mafia zu tun. Ich dachte das irgendwann Langeweile aufkommt, weil sich auch bei neun Berichten bestimmt etwas wiederholt. Das ist aber nicht der Fall. Jeder Bericht ist spannend und informativ. Man lernt wahnsinnig viel über diese geheime Organisation und ein Kampf der oft genug wie David gegen Goliath erscheint. Diese Frauen haben viel aufgegeben oder riskiert um sich gegen die italienische Mafia zu stellen. Ich vergebe absolut verdiente 5 Sterne und bin immer noch tief beeindruckt.
Bewertung
5/5
26.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Frauen lehnen sich gegen die Mafia auf - und riskieren alles
In mehreren Portraits werden unterschiedliche Perspektiven von Frauen beleuchtet, die sich im Widerstand gegen die Mafia befinden. Dabei konzentriert sich das Buch eher auf die italienische/sizilianische Mafia, wobei man nicht außer Acht lassen sollte, dass diese nur eine von vielen Organisationen sind.
Höchst bemerkens- und bewundernswerte Frauen erzählen ihre Geschichte und Berührungspunkte mit der Mafia. Die Erzählungen sind sehr berührend, erschütternd und düster - aber auch motivierend und inspirierend. Das Vorgehen der Mafia wiederholt und deckt sich und basiert meist auf Angst und Terror. Genauso werden Ansätze dargestellt, wie man dem entgegenwirken kann und wo man dabei ansetzen sollte - nämlich in der Aufklärung, Bildung und Kultur.
Das Buch hat mich sehr ergriffen, zum Nachdenken angeregt und ich habe nur den größten Respekt vor den Frauen! Sie lassen sich nicht unterkriegen und kämpfen für eine bessere Welt!
rewareni
aus wien
5/5
15.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mutige Frauen
Die österreichische Journalistin Mathilde Schwabeneder, die viele Jahre die ORF- Außenstelle als Korrespondentin in Italien, dem Vatikan und Malta geleitet hat, zeigt in ihrem Roman ,, Sie packen aus – Frauen im Kampf gegen die Mafia`` anhand von 9 Geschichten einen beeindruckenden Einblick in das mutige, aber auch gefährliche Leben von Frauen, die es gewagt haben sich gegen Cosa Nostra, Camorra und `Ndrangheta aufzulehnen.
Die Autorin hat bei ihren Recherchen viele mutige Frauen begleitet, die ihr Ziel oft auch unter Einsatz ihres Lebens und mit viel Engagement verfolgen. Die Anti- Mafia – Bewegung, die lange Zeit in den Händen der Männer gelegen ist, wird nun immer mehr auch von Frauen geleitet. Aus verschiedenen Blickwinkeln, sei es aus der Sicht einer Bürgermeisterin, einer Anwältin oder einer Camorra Jägerin, lernt der Leser das gefährliche Leben dieser mutigen Frauen kennen. Das erschütternde dabei ist oft, wie verwurzelt in Traditionen dabei die Mafia lebt und wie schwer es, vor allem für Frauen dabei sein kann, aus diesen brutalen Familien auszubrechen. Wenn man liest, wie immer wieder die Jugend manipuliert wird und diese gar keine wirkliche Chance haben ein freies und ehrliches Leben zu führen, dann merkt man als Leser, wie wichtig es ist, dass nicht nur von außen gegen die Mafia gekämpft wird, sondern auch von innen, wo es viele Mütter bereits gibt, die ihre Kinder schützen wollen und dabei auch ihr Leben verlieren.
Die Autorin wird in den Geschichten immer wieder Zeugin davon, wie aufopfernd diese selbstlosen Frauen kämpfen, wie sie oft selbst auf eine eigene Familie verzichten, damit diese nicht Opfer von Gewaltverbrechen werden können. Man erfährt vieles, das im Geheimen passiert, wo oft nur der Zufall Regie führt um eine skrupellose Machenschaft aufzudecken. Viele Dinge passieren so unscheinbar, dass kaum jemand auf die Idee kommen könnte, dass bisher angesehene Bürger der Gesellschaft hinter einem Verbrechen stehen könnten.
Ein toller Tatsachenroman, wo man nicht nur der Autorin gratulieren muss, die sich an dieses heikle und nicht ungefährliche Thema heran gewagt hat, sondern vor allem auch den Frauen, wo viele lieber im Hintergrund agieren möchten, aber alle das gleiche Ziel haben, nämlich die Machenschaften der Mafia zu unterbinden und den Menschen eine friedliche und angstfreie Zukunft bieten zu können.
Sikal
5/5
28.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mutige Frauenporträts
„Die Camorra ist wie das Wasser. Sie dringt in die kleinsten Poren ein, ohne entdeckt zu werden.“
Die Journalistin Mathilde Schwabeneder-Hain arbeitet seit 2007 als Auslandskorrespondenten in Rom und gibt uns mit ihrem neuesten Buch „Sie packen aus – Frauen im Kampf gegen die Mafia“ einen aufschlussreichen Einblick in das organisierte Verbrechen.
Man trifft u.a. auf eine Kronzeugin, eine Fotografin, eine Staatsanwältin, eine Bürgermeisterin, eine Journalistin, die alle eines zum Ziel haben: der Mafia Schaden zuzufügen und auf der Seite des Gesetzes zu stehen. Interessant wie hier geschildert wird, dass die Clans auch die Staaten außerhalb Italiens unterwandern und dort Einfluss nehmen.
Vor diesen Frauen muss man den Hut ziehen. „Nicola hat einen Unfall gehabt.“ – Mit diesem Satz verständigt beispielsweise Piera Aiello ihre Schwiegermutter, um zu erzählen, dass sich vor ihren Augen gerade ein Drama ereignet hat. Doch Piera widersetzt sich dem Clan-Denken und vertraut sich der Justiz an. Ebenfalls lesen wir von der Camorra-Jägerin Nunzia Brancati, die als Juristin nicht nur die „Baby-Gangs“ verfolgt – Jugendliche, die bereits mit 10 oder 12 Jahren in die Fußstapfen ihrer großen Vorbilder treten und einen getöteten Anführer wie einen Heiligen verehren. Ihr ist auch bereits ein großer Coup gelungen und ihre Arbeit wird immer weitergehen und sie vor immer neue Herausforderungen stellen. Grausam liest sich die Geschichte von Rosalyn und Elsa, die den Mut hatten, anonym ihre Geschichten zu erzählen und vielleicht dadurch andere schützen, die mit den Methoden der Clans konfrontiert werden.
Die Autorin schreibt sachlich, klar und nicht zu ausschweifend. Die kurzen Porträts geben einen guten Überblick über die einzelnen Gesellschaftsschichten, die Berufsgruppen und auch Generationen. Und sie alle haben eines gemeinsam: Der Gedanke an die Clans ist ihnen zutiefst zuwider und sie sehnen sich nach einer Heimat, in der ein ganz normales Leben möglich ist.
„Wir haben die Aufgabe, bis zum Schluss zu kämpfen, um so das Beste für die Gesellschaft zu erreichen.“
Ein aufschlussreiches Buch über den Kampf gegen das organisierte Verbrechen, der hier von Frauen geführt wird. Gerne vergebe ich 5 wohlverdiente Sterne.
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