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Besetzte Gebiete Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.04.2021

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

20,8/13,4/4,3 cm

Gewicht

519 g

Farbe

Avocado

Auflage

3. Auflage

Originaltitel

Bezette gebieden

Übersetzt von

Rainer Kersten

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00106-8

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

»Extrem gut geschrieben.« ("taz am Wochenende")
»Kann es einen sympathischeren Romanhelden als diesen Mann mit dem rudimentären Vornamen geben? Wohl kaum. [...] Mit Kadoke werde es weitergehen, versichert Arnon Grünberg. Zum Glück.« ("Badische Zeitung")
»›Besetzte Gebiete‹ ist ein großartig erzählter Roman, in dem das Lachhafte und die Tragik des Lebens Hand in Hand gehen, ein Pageturner, der nachhaltiger nicht sein könnte. Absolute Lese-Empfehlung.« ("Tageblatt, Luxemburg")
»Wer Zionismus, Psychotherapie, Medienvoyeurismus und Sterbehilfe unter einen Hut bringt und daraus mit leichter Hand und scharfem Geist einen hinreißenden, aberwitzigen Roman destilliert, muss ein literarischer Hochseilartist sein. Manege frei für den schwindelfreien Niederländer.« ("Kleine Zeitung")
»Hochaktuelle Sujets wie MeToo, die destruktive Wirkung partizipativer Medien, die Scheinheiligkeit des Literaturbetriebs und auch die eigene Holocaust Geschichte Grünbergs werden hier so unaufdringlich und versiert verhandelt, wie ich es selten gelesen habe.« ("Die Zeit, Newsletter Was wir lesen")
»[Ein Buch,] das einen ergreifenden Appell an Humor und Toleranz darstellt. [...] Der Roman [nimmt] eine derart rasante, ins Kriminalistische spielende Entwicklung, dass man ihn nicht mehr aus der Hand legen kann.« ("Der Tagesspiegel")
»In welcher Balance Grünberg aberwitzige Komik, Verzweiflung und die tiefen Fragen hält, ist meisterhaft, und sein Humor, so Guy Helminger, dabei ›nie einer, der sich über etwas hinweg amüsiert‹.« ("Kölnische Rundschau")
»[›Besetzte Gebiete‹] geht mit Humor und Tiefgang den existenziellen Fragen des Lebens nach und übt schonungslose Gesellschaftskritik.« ("Tachles")
»Selten habe ich bei einer Lektüre so oft auflachen müssen, doch war es ein Lachen, an dem ich mich zu verschlucken drohte. Denn Grünberg leitet einen durch die Vergeblichkeit des Seins, ohne darüber je die Komik zu verlieren. [...] Das zu lesen ist das Beste, was einem zurzeit widerfahren kann.« ("Tages-Anzeiger, Schweiz")
»Bitterschwarz, hochkomisch und vielschichtig erzählt.« ("Der Evangelische Buchberater")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.04.2021

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

20,8/13,4/4,3 cm

Gewicht

519 g

Farbe

Avocado

Auflage

3. Auflage

Originaltitel

Bezette gebieden

Übersetzt von

Rainer Kersten

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00106-8

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

Email: produktsicherheit@kiwi-verlag.de

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satirische Autobiografie Ich…

Juti aus HD am 31.08.2021

Bewertungsnummer: 2750661

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

satirische Autobiografie Ich weiß nicht, ob es das genannte Genre gibt, aber der niederländische Autor nimmt alles aufs Korn, was ihm in seinem Leben begegnet. Ich kann dieses an Wendungen reiche Buch nicht bewerten, ohne auf den Inhalt einzugehen und bitte alle, die sich mehr Spannung bewahren wollen, nicht weiterzulesen. Das Buch beginnt mit einer Patientin eines Psychiaters, die sich erst das Leben nehmen wollte, jetzt aber nur wütend auf ihren Therapeuten Kadoke ist. Kadoke hatte sie zur Pflege seiner Mutter, die ursprünglich sein Vater war und wieder zum Vater wird eingesetzt, damit sie eine Lebensaufgabe hat. Auch der Vater möchte totgemacht werden. Damit thematisiert Grunberg mit Euthanasie und Geschlechtsumwandlung gleich zwei Themen, die in den liberalen Niederlanden niemanden aufregen und damit den Gedanken grüner Gesellschaftsschichten in Deutschland entspechen. Kern der ersten Kapitel des Romans ist aber, dass Kadoke wegen seiner „alternativen Therapie“ nicht mehr als Psychiater arbeiten darf, weil seine Patientin eine Schriftsteller gefunden hat, der ihre Geschichte unter dem Pseudonym „Walvisch“ aufgeschrieben hat und Kadoke eine Vergewaltigung seiner Patientin unterstellt. Seine Patientin nennt dann in einer Talkshow Kadokes richtigen Namen. Kadoke verliert seine Zulassung, weil er seine Unschuld nicht beweisen kann und wird antisemitisch beschimpft. Anstatt als gefallener Psychiater in Amsterdam zu bleiben, wandert Kadoke zu einer entfernten Cousine nach Israel aus, mit der kurz vorher auf dem heimischen Sofa Sex hatte, wo er als agnostischer Jude unter radikale jüdische Siedler gerät. Immerhin bezeichnet er sich als Verlobter seiner Cousine Anat und wird als Wunder gefeiert, weil Anats Freundinnen stets für einen Mann gebetet haben, damit sie viele Kinder kriegen kann. Da die beiden schon älter sind, hat Anats Mutter, die im Warten auf den Messias auf jegliche Reinigung der Wohnung verzichtet, im Gebet mit ihrem im Koma liegenden Rabbi die Erleuchtung bekommen, dass sie die Potenz des zukünftigen Ehemanns ihrer Tochter überprüfen muss, damit ihre Tochter nicht wie bei ihrem ersten Ehemann mit einem impotenten zusammen lebt. Kadokes Sex mit Anat unter Aufsicht der Mutter funktioniert zunächst nicht, da er Erektionsprobleme hat. Als der Leser schon denkt, die Ehe scheitert, nimmt die Mutter das „schreckliche Ding“ in den Mund und sucht mit der Taschenlampe in Anat, ob sie auch Samen bekommen hat. Doch anstatt nun als Deckhengst ein normales bürgerliches Leben zu führen, wählt Kadoke eine neue Affäre, diesmal zu einem Mann, damit auch noch die bisexuellen Werte nicht zu kurz kommen. Das Ende einer Satire wird, wie fast üblich, dermaßen übertrieben, dass ich es nicht mehr schildern möchte. Etwas Spannung soll ja doch erhalten bleiben. Ein nichtjüdischer Autor bekäme vermutlich Ärger, die Siedlungspolitik Israels so drastisch darzustellen, aber ich kann mir tatsächlich das Leben orthodoxer Juden so vorstellen. Weil Kadoke aber teilweise um der Geschichte willen unklug handelt und weil das Ende mir nicht gefällt, gibt es 4 Sterne. Mir hätte besser gefallen, wenn Anat einfach schwanger geworden wäre, aber das wäre für Grunberg wohl zu langweilig.

satirische Autobiografie Ich…

Juti aus HD am 31.08.2021
Bewertungsnummer: 2750661
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

satirische Autobiografie Ich weiß nicht, ob es das genannte Genre gibt, aber der niederländische Autor nimmt alles aufs Korn, was ihm in seinem Leben begegnet. Ich kann dieses an Wendungen reiche Buch nicht bewerten, ohne auf den Inhalt einzugehen und bitte alle, die sich mehr Spannung bewahren wollen, nicht weiterzulesen. Das Buch beginnt mit einer Patientin eines Psychiaters, die sich erst das Leben nehmen wollte, jetzt aber nur wütend auf ihren Therapeuten Kadoke ist. Kadoke hatte sie zur Pflege seiner Mutter, die ursprünglich sein Vater war und wieder zum Vater wird eingesetzt, damit sie eine Lebensaufgabe hat. Auch der Vater möchte totgemacht werden. Damit thematisiert Grunberg mit Euthanasie und Geschlechtsumwandlung gleich zwei Themen, die in den liberalen Niederlanden niemanden aufregen und damit den Gedanken grüner Gesellschaftsschichten in Deutschland entspechen. Kern der ersten Kapitel des Romans ist aber, dass Kadoke wegen seiner „alternativen Therapie“ nicht mehr als Psychiater arbeiten darf, weil seine Patientin eine Schriftsteller gefunden hat, der ihre Geschichte unter dem Pseudonym „Walvisch“ aufgeschrieben hat und Kadoke eine Vergewaltigung seiner Patientin unterstellt. Seine Patientin nennt dann in einer Talkshow Kadokes richtigen Namen. Kadoke verliert seine Zulassung, weil er seine Unschuld nicht beweisen kann und wird antisemitisch beschimpft. Anstatt als gefallener Psychiater in Amsterdam zu bleiben, wandert Kadoke zu einer entfernten Cousine nach Israel aus, mit der kurz vorher auf dem heimischen Sofa Sex hatte, wo er als agnostischer Jude unter radikale jüdische Siedler gerät. Immerhin bezeichnet er sich als Verlobter seiner Cousine Anat und wird als Wunder gefeiert, weil Anats Freundinnen stets für einen Mann gebetet haben, damit sie viele Kinder kriegen kann. Da die beiden schon älter sind, hat Anats Mutter, die im Warten auf den Messias auf jegliche Reinigung der Wohnung verzichtet, im Gebet mit ihrem im Koma liegenden Rabbi die Erleuchtung bekommen, dass sie die Potenz des zukünftigen Ehemanns ihrer Tochter überprüfen muss, damit ihre Tochter nicht wie bei ihrem ersten Ehemann mit einem impotenten zusammen lebt. Kadokes Sex mit Anat unter Aufsicht der Mutter funktioniert zunächst nicht, da er Erektionsprobleme hat. Als der Leser schon denkt, die Ehe scheitert, nimmt die Mutter das „schreckliche Ding“ in den Mund und sucht mit der Taschenlampe in Anat, ob sie auch Samen bekommen hat. Doch anstatt nun als Deckhengst ein normales bürgerliches Leben zu führen, wählt Kadoke eine neue Affäre, diesmal zu einem Mann, damit auch noch die bisexuellen Werte nicht zu kurz kommen. Das Ende einer Satire wird, wie fast üblich, dermaßen übertrieben, dass ich es nicht mehr schildern möchte. Etwas Spannung soll ja doch erhalten bleiben. Ein nichtjüdischer Autor bekäme vermutlich Ärger, die Siedlungspolitik Israels so drastisch darzustellen, aber ich kann mir tatsächlich das Leben orthodoxer Juden so vorstellen. Weil Kadoke aber teilweise um der Geschichte willen unklug handelt und weil das Ende mir nicht gefällt, gibt es 4 Sterne. Mir hätte besser gefallen, wenn Anat einfach schwanger geworden wäre, aber das wäre für Grunberg wohl zu langweilig.

Ein säkularer Jude im Westjordanland

Xirxe aus Hannover am 08.06.2021

Bewertungsnummer: 1505024

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kadoke ist Psychiater in Amsterdam, der nach einer sehr unkonventionellen Behandlung einer Patientin seine Approbation verliert. Doch nicht nur das: Es gibt einen Medienskandal, der durch einen nicht sehr geglückten Auftritt Kadokes in einer TV-Show noch verstärkt wird und ihn antisemitischen Beschimpfungen aussetzt. Er steht vor den Trümmern seiner Existenz und beschließt, gemeinsam mit seinem schwer pflegebedürftigen Vater nach Israel auszuwandern. Anlass dafür war der wenige Monate zurückliegende Besuch der orthodoxen Ururgroßcousine Anat, die überzeugte Siedlerin im Westjordanland ist und ihn mehrfach zu einem Besuch zu überreden versuchte. So landet der atheistische Anti-Zionist in einer orthodoxen Siedlung im Westjordanland und versucht, ein neues Leben zu beginnen. Was nun beginnt, ist eine Aneinanderreihung von skurrilen Begebenheiten und grotesken Dialogen, die sich Monty Python nicht schöner hätten ausdenken können ;-) Wie der ungläubige Kadoke von den orthodoxen Bewohnerinnen der Siedlung als ein von Gott Gesandter gefeiert wird oder seine künftige Schwiegermutter strickend dem vorehelichen Sex beiwohnt, um sicher zu gehen, dass er in der Lage ist, genügend Judenkinder zu zeugen – man könnte glauben, der Gipfel des Absurden wäre erreicht, um jedoch einige Seiten später eines Besseren belehrt zu werden. Oder das Gespräch zwischen Vater und Sohn: „,Lieber Vater, habe ich deinen Segen, und hat sie den auch?’“ Vater wirft Kadokes Künftiger einen kurzen Blick zu, dann sagt er zu seinem Sohn: ,Hättest du dir nicht besser einen Hund nehmen können?’ ,Einen Hund?’ ,Ein Haustier. Wenn Leute in deinem Alter sich einsam fühlen, können sie sich doch auch ein Haustier anschaffen?’ ,Was sagt er?‘, fragt Anat. ,Er will wissen, warum ich mir keinen Hund zugelegt habe, aber ich mag keine Hunde.’ ,Was sollen wir mit einem Hund? Ich will ein Kind. Darum heiraten wir, um Kinder zu bekommen. Keinen Hund.’“ Seite 248 Trotz des komödiantischen Tonfalls berührt der Roman eine Vielzahl von ernsthaften Themen, die man in dieser Menge nicht erwartet hätte: Rassismus, Antisemitismus, MeToo-Skandal, Fake News, Fundamentalismus, Medienshitstorm – vermutlich habe ich noch was vergessen. Und dennoch ist die Geschichte damit nicht überfrachtet, denn alles greift ineinander, weil alles ein Teil des Lebens von Kadoke ist. Ein skurriler, schräger, amüsanter Roman mit einem eher farblosen Antihelden, der einem doch ans Herz wächst. Und von dem man (ich ) wissen will, wie es mit ihm weitergeht.

Ein säkularer Jude im Westjordanland

Xirxe aus Hannover am 08.06.2021
Bewertungsnummer: 1505024
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kadoke ist Psychiater in Amsterdam, der nach einer sehr unkonventionellen Behandlung einer Patientin seine Approbation verliert. Doch nicht nur das: Es gibt einen Medienskandal, der durch einen nicht sehr geglückten Auftritt Kadokes in einer TV-Show noch verstärkt wird und ihn antisemitischen Beschimpfungen aussetzt. Er steht vor den Trümmern seiner Existenz und beschließt, gemeinsam mit seinem schwer pflegebedürftigen Vater nach Israel auszuwandern. Anlass dafür war der wenige Monate zurückliegende Besuch der orthodoxen Ururgroßcousine Anat, die überzeugte Siedlerin im Westjordanland ist und ihn mehrfach zu einem Besuch zu überreden versuchte. So landet der atheistische Anti-Zionist in einer orthodoxen Siedlung im Westjordanland und versucht, ein neues Leben zu beginnen. Was nun beginnt, ist eine Aneinanderreihung von skurrilen Begebenheiten und grotesken Dialogen, die sich Monty Python nicht schöner hätten ausdenken können ;-) Wie der ungläubige Kadoke von den orthodoxen Bewohnerinnen der Siedlung als ein von Gott Gesandter gefeiert wird oder seine künftige Schwiegermutter strickend dem vorehelichen Sex beiwohnt, um sicher zu gehen, dass er in der Lage ist, genügend Judenkinder zu zeugen – man könnte glauben, der Gipfel des Absurden wäre erreicht, um jedoch einige Seiten später eines Besseren belehrt zu werden. Oder das Gespräch zwischen Vater und Sohn: „,Lieber Vater, habe ich deinen Segen, und hat sie den auch?’“ Vater wirft Kadokes Künftiger einen kurzen Blick zu, dann sagt er zu seinem Sohn: ,Hättest du dir nicht besser einen Hund nehmen können?’ ,Einen Hund?’ ,Ein Haustier. Wenn Leute in deinem Alter sich einsam fühlen, können sie sich doch auch ein Haustier anschaffen?’ ,Was sagt er?‘, fragt Anat. ,Er will wissen, warum ich mir keinen Hund zugelegt habe, aber ich mag keine Hunde.’ ,Was sollen wir mit einem Hund? Ich will ein Kind. Darum heiraten wir, um Kinder zu bekommen. Keinen Hund.’“ Seite 248 Trotz des komödiantischen Tonfalls berührt der Roman eine Vielzahl von ernsthaften Themen, die man in dieser Menge nicht erwartet hätte: Rassismus, Antisemitismus, MeToo-Skandal, Fake News, Fundamentalismus, Medienshitstorm – vermutlich habe ich noch was vergessen. Und dennoch ist die Geschichte damit nicht überfrachtet, denn alles greift ineinander, weil alles ein Teil des Lebens von Kadoke ist. Ein skurriler, schräger, amüsanter Roman mit einem eher farblosen Antihelden, der einem doch ans Herz wächst. Und von dem man (ich ) wissen will, wie es mit ihm weitergeht.

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