Rezension
Wagnerism ist monumentale Musikgeschichte, bestens recherchiert und geradezu enzyklopädisch aufbereitet. Man staunt über die enorme Breite und den Willen zur Vollumfänglichkeit, merkt dem Autor die Begeisterung über und Faszination für die vielen Wagner-Jünger an. Aber man spürt eben auch, dass noch viel mehr zu sagen wäre; dass die Geschichte des Wagnerianers so viel komplexer ist, als Nietzsche sie wahrnahm (und zu seiner Zeit wahrnehmen konnte). ("Zeit Online")
Ausgerechnet im Spiegel seiner Rezipienten wird der Komponist auf 900 Seiten so lebendig wie in fast keinem anderen Buch. Dieses Meisterwerk der Kulturgeschichtsschreibung verweigert sich allen Klischees und Vereinfachungen, lässt vielmehr die Widersprüche und Besonderheiten von Richard Wagners Werk und Wirkung für sich sprechen. ("Kleine Zeitung")
Ross’ Buch lehrt in seiner Breite vor allem eines: Vorsichtig zu sein gegenüber jeder widerspruchsfreien Auslegung dieses Werkes und seines Schöpfers, es wäre zu lesen als ein Plädoyer für die Vieldeutigkeit des Kunstwerks. ("Berliner Zeitung")
Nichts ist schwarz und weiß in diesem 800-seitigen Wälzer. Und es sind gerade die ausgeleuchteten Brüche, die dieses massenkompatible Werk zu Wagner ausmachen. ("ORF")
Die „Schatten“, die ex post auf Wagner und sein Werk projiziert wurden, möchte Ross weder kleinreden noch wegdiskutieren. Er stellt ihnen jedoch in einer monumentalen Studie die Glanzlichter einer seit bald zwei Jahrhunderten ununterbrochen brodelnden Auseinandersetzung mit (und um) Wagner entgegen. In seiner Breite und Vielfalt, aber ebenso in seiner Widersprüchlichkeit hat dieser Diskurs wenige Entsprechungen in der Kulturgeschichte. Auf annähernd tausend eng bedruckten Seiten summiert sich seine in zwölf Jahren zusammengetragene Enzyklopädie der Wagner-Lesarten. Keine einzige davon möchte man missen. Es bleibt ein klares Bild mit Hunderten feingezeichneter Details und Facetten. In einer Zeit, die ein fatales Bedürfnis nach einfachen Antworten wiederentdeckt, ist dieses Buch das eindringlichste Plädoyer gegen jegliche Schwarz-Weiss-Malerei, gerade bei diesem Jahrhundertkomponisten. ("Neue Zürcher Zeitung")
Alex Ross entwirft in seinem Buch „Die Welt nach Wagner“ ein fesselndes Panorama der frühen Moderne. Ross lässt keinen Hinweis liegen, und was das Schöne an seinem (von Gloria Buschor und Günter Kotzor vorbildlich übersetzten) Buch ist: Er wertet nicht. Er beschreibt. Und breitet all die kleinen Mosaiksteinchen, die er mit enormen Fleiß gesammelt hat, vor uns auf dem Tisch aus. ("Opernwelt")
Dem Musikkritiker des New Yorker gelingt ein weltumspannendes Panorama, das die Enge einer musikwissenschaftlichen Studie weit hinter sich lässt und Wagners Wirkungsmacht auf die Kultur- und Geistesgeschichte mit allen ihren Irrtümern und Vereinnahmungen sichtbar macht. „Die Welt nach Wagner“ ist weit mehr als nur eine süchtig machende Fundgrube, ideal, um sich damit in Corona-Zeiten lange zu vergraben. Es ist eine epochale Betrachtung über eine der widersprüchlichsten Figuren der Kulturgeschichte, deren Autor eine Formel findet, die alle diese Widersprüche zwar nicht versöhnt, aber produktiv fasst […]. Dringender Kaufbefehl! ("Deutsche Bühne")
Zu den Qualitäten von Ross’ Buch gehört, dass der Autor weit über den Rand der vergangenen Jahrhundertmitte hinausblickt. Alex Ross’ Weltumfahrung mit und nach Wagner ist gewaltig, kaum eine Gegend bleibt da ohne Licht. Das hat in dieser Reichhaltigkeit bisher noch keine andere einschlägige Expedition geleistet, in solcher Lesbarkeit schon gar nicht. Noch ein Wagner-Buch? Ja, dieses. ("Augsburger Allgemeine Zeitung")
Ross erzählt das kenntnisreich, profund und gut lesbar, durchsetzt mit präzisen Analysen von Wagners Werk. Und wann soll man sich so einen 900- Seiten-Wälzer vornehmen, wenn nicht an den langen ruhigen Abenden, die vor uns liegen? ("Neue Osnabrücker Zeitung")
Was sich der amerikanische Musikkritiker Alex Ross auch immer an Buchprojekten vornimmt – er macht es mit einer Begeisterung, die sich im Umfang seiner musikalischen Exkursionen widerspiegelt und die sofort auch den Leser packt. ("Rondo")