Eine junge Frau wacht in einem Hotelzimmer in Las Vegas auf. Leere Flaschen auf dem Tisch, die Kleidung auf dem Boden, kalter Rauch hängt im Raum. Die Katzenköpfe auf ihren Socken schreien und miauen so laut, dass ihr Kopf schmerzt. Sie ist vor zwei Wochen hierhergekommen, gemeinsam mit ihrem Freund Tom, doch der ist jetzt verschwunden. Langsam versucht sie die vergangenen Tage zu rekonstruieren, doch die Erinnerung spielt verrückt. Immer wieder überlagern sich Traum und Wirklichkeit. Eine Kamera scheint der einzige Hinweis darauf zu sein, was wirklich passiert ist.Petra Piuk und Barbara Filips sind mit einem Roulettespiel nach Las Vegas gefahren und haben ihre Recherche dem Zufall übergeben. Entstanden ist ein vielstimmiges Porträt der Stadt, das aber auch Novelle ist, Textmontage, Bildgeschichte, aber vor allem: ein atemloser Trip ins Innerste der Glücksspielmetropole.„SCHAU IN DEN SPIEGEL, flüstert der Clown in dein Ohr, du drehst deinen Kopf rasch zur Seite, siehst den Clown nicht, schneller Atem, SCHAU IN DEN SPIEGEL, flüstert er, NEIN, du schüttelst den Kopf, NEIN!"
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
15.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Absolute Empfehlung.
Petra Piuk gelingt es in „Wenn rot kommt“ die LeserInnen in eine Welt zu entführen, voll mit Wahnvorstellungen, Fiktionen und surrealen Situationen. Nie ist man sich sicher, ob die gegenwärtige Szene real ist oder nur aus der Einbildung der Protagonistin entspringt. Das Verschwimmen von Realität und Vorstellung, welches sich für mich in keinem einzigen der Kapitel erschloss, macht dieses Buch spannend. Spannend wird die Lektüre auch durch die Möglichkeit, entweder Kapitel für Kapitel zu lesen, oder der Roulettekugel zu folgen und eine beliebige Reihenfolge zu wählen. So und so, es fesselt allemal. Die speziellen Bilder der Fotografin Barbara Filips unterstützen den Text in grandioser Art und Weise.
Und, wer meint, er kennt den Schreibstil von Petra Piuk aus „Lucy“ oder „Toni und Moni“, der hat nur teilweise recht. Auslassungen, starke Szenen, teilweise an der Grenze des Ertragbaren, sind die Klammer über den Büchern, die Individualität und die Unterschiedlichkeit der Protagonisten und der Schauplätze macht aus jedem einzelnen Buch ein Unikat!
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