Penelope ist ein schüchternes und einsames Mädchen. Ihre neue Klassenkameradin Delilah ist genau das Gegenteil. Ihre Freiheit, Liebe und Anziehungskraft zieht alle in ihren Bann. Um sie herum bildet sich ein neuer Freundeskreis aus Außenseitern und aus dem Rahmen Fallenden, zu dem auch Penelope gehört.Doch auf einen langen Herbst voller Liebe und Freundschaft folgt ein klirrender Winter und der Freundeskreis beginnt zu zerbrechen. Penelope wird vor eine Entscheidung gestellt: Hält sie zu ihrer neuen Freundin Delilah oder wählt sie die Sicherheit der Freundschaft und ihre Beziehung zu Jonas?Sandra Weihs verführt die Leser mit ihrer bildhaften und poetischen Sprache in eine Welt des grenzenlosen Liebens, Verlierens und Träumens und besticht doch mit einer unschätzbaren sprachlichen Klarheit.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
https://lieslos.blog/
5/5
14.07.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein literarischer Genuss!
„Delilah“ ist eine Perle voller Überraschung, Tiefgründigkeit, Metaphorik und Poesie.
Schon rein äußerlich ist dieses schmale Bändchen mit den rotbackigen Äpfeln, dem Symbol der Verführung, eine Pracht.
Penelope sitzt in ihrem Jugendzimmer und erinnert sich an ihr letztes Schuljahr im Gymnasium.
Ein Jahr, das von der Freundschaft mit Delilah, einem 6-köpfigen „Freundschaftsgespinst“ und der ersten Liebe geprägt wurde.
Zu Beginn treffen wir auf zwei sehr gegensätzliche jugendliche Freundinnen im Abschlussjahr des Gymnasiums:
Die neue Mitschülerin Delilah und die Ich-Erzählerin Penelope.
Delilah ist ein unabhängiger, unbeschwerter und selbstbewusster Anführertyp und Penelope ist ein wohl behütetes, schüchternes und selbstunsicheres Mädchen, das sich als langweilig empfindet, Schutz sucht und sich gern anlehnt.
Die beiden schlendern durch den Vorort und pausierten auf einem Findling neben dem Fluss.
Und hier, auf dem Findling am Fluss, erzählt Delilah ihrer Freundin, die von ihr manchmal „kleines Entlein“ (S. 10) genannt wird, die Geschichte ihres Namens.
Im weiteren Verlauf der Geschichte erinnert sich Penelope an die Zeit mit der charismatischen, unabhängigen und schönen Delilah.
Wir lesen vom ersten Schultag im letzten Schuljahr auf dem Gymnasium.
Bereits in den ersten Augenblicken entstand ein besonderes Band zwischen den beiden Mädchen.
Wir erfahren vom ersten Ausflug mit Delilah, die die Fähigkeit hat, die Einzelgänger und Außenseiter der Klasse zu eine Gruppe zu vereinen und Freundschaften zu stiften.
Freundschaften zwischen Jan, Penelope, Tanja, Markus und Delilah selbst als imposantes Zentrum.
Wir lesen vom gemeinsamen Äpfelpflücken im Garten von Penelopes Eltern und von einer Mathematikstunde, in der der Lehrer eine Mitschülerin aufs Übelste beleidigt und erniedrigt.
Delilah kümmert sich nur um die reifen und schönen Äpfel und
Delilah verteidigt die gedemütigte Mitschülerin.
Eines Tages stößt Jonas, ein Freund von Jan, zu der Gruppe um Delilah. Als er eine Skizze von ihr anfertigen will, gerät sie in Rage und preist stattdessen Penelope als Modell an.
Penelope wird mehr als Jonas‘ Modell.
Von da an vollziehen sich Veränderungen im Kreis der sechs Freunde und v. a. mit Delilah:
„Mit jedem Tag wuchsen wir stärker zusammen, doch Delilah entfernte sich.“ (S. 46).
Die Geschichte umspannt ein Jahr, das mit einer Begegnung beginnt, die befreiend wirkt und allerlei Entwicklungen und Veränderungen in Gang setzt.
…und am Ende steht die schmerzliche Ambivalenz.
Dieses Werk zu lesen lohnt sich.
Die poetische Sprache mit ihren anschaulichen und eindrücklichen Bildern und Metaphern lädt dazu ein, sich hineinfallen zu lassen und zu genießen.
Die Geschichte selbst animiert zum Nachdenken.
Ganz von selbst und ausgelöst durch die nachvollziehbare Darstellung komplexer Gefühlswelten, kristallisieren sich Gedanken heraus, die sich auf das eigene Leben beziehen.
Es geht dabei vor allem um Fragen rund um Freiheit und Sicherheit sowie Abhängigkeit und Unabhängigkeit.
Die 1983 geborene Sandra Weihs verwöhnt den Leser mit präzisen, glaubhaften und tiefgründigen Charakterzeichnungen.
Die Proragonisten der Geschichte erwachen in all ihrer Vielschichtigkeit zum Leben.
Sie sind individuell und haben Ecken und Kanten, auch wenn sie im Großen und Ganzen Repräsentanten von Charakteren darstellen.
„Delilah“ bekommt einen dauerhaften Platz in meinem Bücherregal.
Es ist ein Büchlein, zu dem ich gern ein zweites Mal greifen werde.
M.B
5/5
14.06.2026
eBook (ePUB 3)
Entscheidung
Sandra Weihs' Roman fasziniert durch die eindringliche Darstellung der inneren Konflikte von Penelope, einem schüchternen und einsamen Mädchen, das sich in einer neuen Freundesgruppe wiederfindet. Die dynamische Beziehung zu ihrer Klassenkameradin Delilah, die mit ihrer Anziehungskraft und Unbeschwertheit alle um sich herum in ihren Bann zieht, bietet eine spannende Grundlage für die Erkundung von Freundschaft, Loyalität und den Herausforderungen des Heranwachsens. Die bildhafte und poetische Sprache der Autorin schafft eine lebendige Atmosphäre, die den Leser in die emotionale Welt der Protagonistin eintauchen lässt und sie dazu anregt, über die Bedeutung echter Freundschaft nachzudenken.
Die kontrastierende Entwicklung der Geschichte, die von einem vielversprechenden Herbst voller Liebe und Freundschaft zu einem kalten Winter übergeht, verdeutlicht die Herausforderungen, denen die Charaktere gegenüberstehen. Penelopes Entscheidung zwischen der Loyalität zu Delilah und der Sicherheit ihrer Beziehung zu Jonas wird zu einem zentralen Thema, das die Leser mit Spannung verfolgt. Weihs gelingt es, mit sprachlicher Klarheit und emotionaler Tiefe zu überzeugen, wodurch der Roman sowohl berührt als auch zum Nachdenken anregt. Es ist ein fesselndes Werk über Verlust, Liebe und die Suche nach Identität im turbulenten Umfeld der Jugend.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
26.08.2026
eBook (ePUB 3)
»Das war ein schönes Jahr. Es hätte länger dauern dürfen.«
Als erwachsene Frau erinnert sich Penelope an ihre erste (heimliche) Liebe Delilah, mit der sie ein viel zu kurzes Jahr verbrachte. Penelope war damals einsam und schüchtern, als kurz vor der Matura Delilah in ihre Klasse kam:
„An ihrem ersten Tag im letzten Schuljahr im Gymnasium wurde ich erkoren von dieser Schönheit und geehrt durch ihren Platz neben meinem. Der gelassene Gang die Schulbänke entlang auf mich zu. »Hallo, ich bin Delilah.« Das sagte sie, als sie sich setzte. Und als sie saß: ‚Was für ein seltenes Bild du abgibst. Du brauchst dich nicht verstecken!‘
Das waren ihre ersten Worte an mich. Nie werde ich sie vergessen. Aber das war alles damals und das Damals war zu kurz, auch wenn es sich lange anfühlte zu jener Zeit. Es war ein Jahr, das ewig hätte dauern dürfen.“
Delilah ist ganz anders als Penelope, ein furchtloser Freigeist.
„‘Das Leben ist ein Schauspiel, es kommt darauf an, wie gut du bluffen kannst‘, sagte Delilah mir irgendwann in diesem zeitlosen Damals.
Ich verstand das nicht, war ich doch das Kind meiner Eltern und in eine Welt geboren, die durch die Namensgebung meiner Eltern bestimmt war. Diese Welt war mein Zuhause, das Haus, der Garten, die Schule, das Ich – mein Nest – es gab doch keine Wahl. Ich hatte nicht entschieden, wer ich war, hatte auch keine Rolle gewählt. Das Leben war doch kein Schauspiel, kein Theater, es war ein Weg, der so sicher sein sollte wie möglich, vorherbestimmt durch die Namensgebung meiner Familie.
Wenn Delilah jede Tat als Schauspiel bezeichnete, jede Wahrheit als Bluff, wie konnte man sich ihrer sicher sein? Diese Frau, konturlos und transparent, tat, als trage sie kein Ich in sich. Und wenn kein Ich vorhanden war, dann auch keine Absicht, keine Treue und Verlässlichkeit, keine Person. Sie meinte, sie nähme sich als Variable wahr in einer Gleichung, deren Ergebnis immer eine irrationale Zahl darstelle – eine ins Unendliche reichende nähere Bestimmung, die nie vollständig sein würde.
Uneindeutigkeit war ihre Maxime.“
Um Penelope und Delilah herum bildet sich ein Freundeskreis, bilden sich Pärchen. Würde dieser Sommer doch nie enden! Doch als Delilah etwas Schlimmes widerfährt, muss Penelope sich entscheiden: steht sie zu ihre Delilah oder zu ihrem Freund Jonas?
„Delilah“ von Sandra Weihs ist ein zwar sehr kurzer, melancholischer und vor allem sprachlich beeindruckender Coming-of-Age-Roman über die erste große Liebe und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Vielen Dank an den Czernin Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.