Murakamis Meisterwerk - erstmals direkt aus dem Japanischen übersetzt!
Ein unzufriedener Mann von dreißig Jahren, gerade ohne Arbeit und von seiner tüchtigen Frau zur Selbsterforschung ermutigt, so einer ist Murakamis Held Toru Okada in diesem schillernden Roman. Wenn er fliegen kann, dann eher wie ein Spielzeugvogel, von wer weiß wem aufgezogen. Vor diesem Herrn Aufziehvogel tun sich plötzlich Wirklichkeiten auf, von denen er bisher nichts ahnte. Erotische, ökonomische und politische. Unbekannte dringen zu ihm vor: eine kesse, intelligente Sechzehnjährige, eine Wahrsagerin, ein alter Offizier, und alle schleppen sie ihre seltsamen Geschichten in Torus stilles Haus - Geschichten, die sich als insgeheim miteinander verbunden erweisen. Selbst über die eigene Ehe, über seine scheinbar so treue Frau drängen sich dem Helden schwindelerregende Vermutungen auf. Unter dem Alltagsleben der Großstadtgesellschaft wirken noch andere Kräfte: geheime, abgründige Begierden, die Historie des japanisch-chinesischen Krieges; oder gar so etwas Altmodisches wie das Schicksal.
In diesem meisterhaften Roman erkundet Haruki Murakami die Seele des globalisierten Menschen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
AnnaLovesBooks23
5/5
26.08.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Neues liebstes Murakami-Buch. Seltsam, tief, wunderschön und voller Figuren, die mir ans Herz gewachsen sind.
Ich glaube, Die Chroniken des Aufziehvogels wird eines dieser Bücher sein, die noch lange in mir weiterarbeiten. Ich habe das Hörbuch beendet und trotzdem fühlt es sich nicht ganz so an, als wäre die Geschichte wirklich vorbei. Genau das mag ich an Murakami.
Schon nach den ersten Stunden war ich tief in dieser Geschichte. Je weiter ich gehört habe, desto mehr haben sich die einzelnen Erzählstränge miteinander verbunden und gleichzeitig wurde alles immer rätselhafter. Realität, Traum und etwas, das vielleicht noch eine ganz andere Ebene ist, vermischen sich immer mehr. Oft saß ich da und dachte: Was passiert hier gerade eigentlich? Und genau dieses Gefühl habe ich geliebt.
Auch das Hörbuch selbst muss ich unbedingt erwähnen. David Nathan hat gelesen und ich fand seine Stimme unglaublich passend zu dieser Geschichte. Es war so angenehm, ihm zuzuhören, dass ich immer tiefer in das Buch hineingezogen wurde. Ich habe sogar schneller als in normaler Geschwindigkeit gehört, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Gleichzeitig muss man bei diesem Hörbuch aufmerksam bleiben, denn bei den vielen Figuren und Zusammenhängen kann man sonst schnell etwas verpassen.
Was mich an diesem Buch aber am meisten begeistert hat, sind die Figuren. Wir lernen so viele unterschiedliche Menschen kennen und bekommen immer wieder einen Teil ihrer Geschichte erzählt. Manche wirken zunächst völlig unabhängig voneinander und irgendwann verbinden sich ihre Wege. Genau dieses langsame Zusammensetzen hat mir unglaublich viel Freude gemacht.
Ich habe wirklich jede Figur gerne begleitet. Nicht unbedingt, weil ich jede mochte, sondern weil jede etwas Eigenes hatte. Selbst Figuren, die ich als Menschen überhaupt nicht mochte, fand ich großartig geschrieben. Murakami hat es geschafft, dass mir eigentlich alle Charaktere auf irgendeine Weise ans Herz gewachsen sind. Besonders die Geschichten des Leutnants haben mich immer wieder gepackt. Seine Erlebnisse im Krieg waren für mich eine sehr greifbare Ebene in diesem ansonsten so surrealen Buch. Aber auch May, Creta, Muskat, Zimt, Kumiko und all die anderen Figuren habe ich unglaublich gerne begleitet.
Und dann ist da natürlich dieser magische Realismus, den ich an Murakami so liebe. Ein Brunnen, ein geheimnisvoller Raum, Träume, die plötzlich nicht mehr nur wie Träume wirken, Figuren, bei denen man sich fragt, ob sie wirklich existieren. Immer wieder verschwimmt die Grenze zwischen dem, was real sein könnte, und dem, was vielleicht aus Torus Innerem kommt.
Besonders der Brunnen hat mich während des gesamten Buches beschäftigt. Für mich wurde er immer mehr zu einem Übergang zwischen Torus äußerer und innerer Welt. Zu einem Ort, an dem er sich mit Verlust, Angst, Trauer, Einsamkeit und Dingen auseinandersetzt, die tief in ihm liegen. Auch bei den Figuren hatte ich irgendwann das Gefühl, dass sie vielleicht mehr bedeuten, als das, was man auf den ersten Blick sieht. Vielleicht stehen sie für bestimmte Erfahrungen oder Gefühle. Vielleicht sind sie aber auch einfach genau die Figuren, als die wir sie kennenlernen. Vielleicht ist beides richtig.
Und genau diese Freiheit liebe ich an Murakami.
Er gibt einem nicht für alles eine Erklärung. Er beantwortet einige Fragen, lässt andere offen und verbindet zwischendurch Handlungsstränge, bei denen man plötzlich dieses wunderbare Aha-Gefühl hat. Gleichzeitig entstehen wieder neue Fragen. Ich mag es, dass ich nicht das Gefühl bekomme, das Buch entschlüsseln zu müssen. Ich darf mir mein eigenes Bild machen.
Das Ende ist für mich deshalb auch rund, obwohl es wahrscheinlich das offenste Ende eines Murakami-Buches ist, das ich bisher gelesen habe. Es bleiben Fragen. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Eher das Gefühl, dass dieses Buch noch ein Stück bei mir bleiben wird.
Und genau das ist für mich eine der größten Stärken von Murakami. Seine Bücher hören für mich nicht einfach mit der letzten Seite auf. Sie arbeiten weiter.
Die Chroniken des Aufziehvogels hat es tatsächlich geschafft, Sputnik Sweetheart von meinem ersten Platz meiner Murakami-Bücher zu verdrängen.
Ich habe mich in dieser seltsamen, verwinkelten und wunderschönen Geschichte verloren und möchte sie genau so in Erinnerung behalten.
Bewertung
5/5
19.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der wohl beste Murakami-Roman aller Zeiten
Haruki Murakami hat viele hervorragende Romane geschrieben und eigentlich hätte er schon längst den Literaturnobelpreis verdient.
Früher wurden dessen Bücher aus dem Englischen in andere Sprachen übersetzt. So auch geschehen mit Murakamis Klassiker "Mister Aufziehvogel" anno 1998.
Mittlerweile wurde der Roman des Schriftstellers neu und direkt aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt, was dem Geschriebenen eine flüssigere Sprache und mehr Dynamik verleiht. Dies fällt insbesondere dann auf, wenn man die alte mit der neuen Übersetzung passagenweise vergleicht.
Deshalb macht es auch Sinn, dass der Titel der Neuübersetzung abgeändert wurde, da es sich tatsächlich um ein teilweise neues Buch handelt. Aber auch die 250 zusätzlichen Seiten rechtfertigen dies.
Zur Handlung:
Erst verschwindet die Katze, dann die Ehefrau. Immer mehr sickert das Surreale, nicht Greifbare in das Leben des Toru Okada ein, dem zusehends seltsame Menschen begegnen. Nichts ist, wie es scheint und hinter der Fassade des Alltags lassen sich magisch-mystische Zusammenhänge erahnen. Alles scheint von einer höheren Kraft gelenkt zu sein. Es wird zusehends kafkaesker und schichtet psychedelisch ineinander verschachtelte Zeitebenen übereinander.
Ein phantastischer, anspruchsvoller Lesegenuss, bei dem man auch einiges aus der japanischen Geschichte lernt.
Ein Meisterwerk und wohl Murakamis bester Roman überhaupt.
Bewertung
5/5
03.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Muss für alle, die es mögen,...
Ein Muss für alle, die es mögen, wenn die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen - gemischt mit einer Prise Humor und bitterem Ernst und nichts für schwache Nerven.
Bewertung
5/5
05.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderschönes Buch, mit besonderem...
Ein wunderschönes Buch, mit besonderem Inhalt- in ganz typischer Murakami Manier.
Bewertung
aus Wien
5/5
09.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Nikolo hats gebracht!
Dieses Werkes von Murakami ist nun endlich auch auf deutsch erschienen. Damit habe ich meinem Mann, der alle Werke dieses Autors gelesen hat, eine große Freude bereitet. Gerade rechtzeitig zum Nikolo erschienen. Perfekt!
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