Atlanta 1950: Auch nach zwei Jahren Dienstzeit wird die Arbeit der ersten schwarzen Polizisten Atlantas täglich von Rassismus bestimmt. Die Cops Lucius Boggs und Tommy Smith haben kaum Befugnisse, und um Ermittlungen durchzuführen, sind sie auf die Hilfe weißer Polizisten angewiesen, die ihre Arbeit aber zumeist durch Schikanen und Willkür behindern. Als schwarze Familien – darunter die von Smiths Schwester – in ein ehemals rein weißes Viertel ziehen, beginnen die Rassenkonflikte in der sich rasant verändernden Stadt zu brodeln. Ein unkontrolliertes Ausbrechen der Gewalt scheint jederzeit möglich. Ausgerechnet in dieser aufgeheizten Atmosphäre werden Boggs und Smith durch eine Festnahme auf die Revierkämpfe zweier Schmugglerbanden aufmerksam. Ihre Ermittlungen führen sie nicht nur zu weißen Drahtziehern, sondern auch ins eigene Umfeld. Bald sind beide persönlich so tief in den Fall verstrickt, dass nicht weniger als ihre moralische Integrität auf dem Spiel steht. Ein hochspannender, vielschichtiger Kriminalroman und zugleich das atmosphärisch dichte Gesellschaftsporträt eines gespaltenen Landes, das den Rassismus nie überwunden hat.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Elke
aus Vaihingen an der Enz
5/5
09.04.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Akribisch recherchierter Kriminalroman
Auch wenn mittlerweile zwei Jahre vergangen sind hat sich kaum etwas an den Arbeitsbedingungen der zwei Handvoll afroamerikanischen Polizisten geändert, die in Atlantas Darktown Dienst tun. Untergebracht in Kellerräumen, praktisch ohne Equipment und natürlich ohne Befugnisse. Ein politischer Schachzug, der Wählerstimmen generieren soll. Von ihrer eigenen Bevölkerungsgruppe misstrauisch beäugt, von den weißen Polizisten nicht als ihresgleichen akzeptiert und bei jeder sich bietenden Gelegenheit aggressiv angegangen. Nicht weiter verwunderlich, ist doch der Großteil der Truppe in rassistischen Gruppen organisiert. Aber es gibt Ausnahmen, auch wenn diese sehr dünn gesät sind. Zum einen ist da McInnis, der Vorgesetzte von Lucius Boggs und Tommy Smith, der sie im Rahmen der Vorschriften und seiner Möglichkeiten unterstützt, zum anderen Danny Rakestraw, ein weißer Cop mit moralischem Kompass und pseudoliberaler Haltung. Wobei diese aber sehr ins Wanken gerät, als schwarze Familien in der Nachbarschaft einziehen und damit den Wert seiner Immobilie mindern.
1950 ist die Prohibition zwar längst Geschichte, aber es gibt noch immer genügend Schwarzbrenner, die mit ihrem Stoff ein gutes Geschäft machen. Und wo größere Mengen Geld im Spiel sind, kann man sicher sein, dass es genügend korrupte Cops gibt, die für’s Wegsehen die Hand aufhalten. Nicht so Boggs und Smith, für die sich der nicht autorisierte Einsatz bei einer Übergabe von Schwarzgebranntem zur Katastrophe auswachsen könnte. Ein Schuss fällt, der Schnapsschmuggler wird getötet, und die beiden Cops stehen plötzlich im Kreuzfeuer, ist es ihnen doch untersagt, ihre Waffen einzusetzen, was sie auch befolgt haben. Aber offenbar gibt es Kräfte aus den eigenen Reihen, die sie aus dem Weg haben wollen.
Thomas Mullens „Weisses Feuer“ ist eine akribisch recherchierte, beeindruckende Mischung aus Kriminalroman und historisch verbürgten Fakten zur Geschichte Atlantas. Er schildert eindringlich den Alltagsrassismus im amerikanischen Süden, die Verachtung, die Diskriminierung, der die ersten afroamerikanischen Polizisten tagtäglich ausgesetzt waren, thematisiert aber auch den Filz innerhalb von Polizei und Verwaltung sowie die allgegenwärtige Korruption in beiden Institutionen. Der Krimiaspekt tritt hier zwar öfter in den Hintergrund, was aber keinesfalls der Spannung abträglich ist. Lesen!
Bewertung
5/5
13.03.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwei Jahre nach Darktown
Auch im zweiten Band gelingt es Mullen das "dunkle Flair" einer Zeit der Rassentrennung aufleben zu lassen in der es langsam zu Verschiebungen kommt. Durch die Verhinderung einer Schmuggelaktion lösen Boggs und Smith unbewußt eine Kettenreaktion in aus, deren Kreise weiße wie farbige Bewohner Atlantas mit einschliessen. Durch seine Sprache hebt sich "Weisses Feuer" deutlich von der Masse anderer Krimis ab und gibt ein eindrucksvolles Bild der 50er Jahre im Süden der USA wieder. Uneingeschränkte Leseempfehlung!
Edith Berger
aus Graz
5/5
06.01.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
sehr spannend, sehr gut / intelligentes Thrillervergnügen
Atlanta 1950. Seit 2 Jahren schon sind Lucius Boggs und Tommy Smith mit ihren Kollegen im Einsatz. Die Arbeitsbedingungen haben sich nicht wesentlich verbessert. Ihre weißen Kollegen schikanieren sie, wann immer es ihnen passt. Von Zusammenarbeit ist keine Rede. Ganz im Gegenteil. Viele ihrer weißen Kollegen sind Mitglieder im Ku Klux Klan. Gut vernetzt sind beinahe alle. Die Stimmung ist aufgeheizt. Verbittert krallen sich Atlantas weiße Einwohner an ihre Privilegien. Als Boggs und Smith auf den Revierkampf zweier Schmugglerbanden aufmerksam werden, bringen sie ihre Ermittlungen in Lebensgefahr.
"Sensationell gut. Wenn man erst anfängt zu lesen, gibt es kein zurück mehr" schreibt die Huffington Post. Ich sehe das genauso.
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5/5
07.06.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nach "Darktown" ist auch dieser...
Nach "Darktown" ist auch dieser Band wieder eine gelungene Kriminalgeschichte. Umschattet vom Rassenhass in den 50er Jahren in Atlanta, kämpfen die farbigen Polizisten wieder für Recht und Ordnung in ihren Vierteln. Eine fesselnde Mischung aus Fakten und Fiktion. Top Empfehlung!
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