Dein Leben gehört dir, nicht einer App! Tobias Elsäßer über Freiheit, Freundschaft, Liebe und Selbstbestimmung in Zeiten von Social Media
Was würdest du tun, wenn es eine App gäbe, die deine Zukunft vorausberechnen kann? Du fütterst sie mit deinen Daten, gewährst Zugang zu deinen Social-Media-Kanälen - und erfährst, wie dein Leben verlaufen wird. Jonas weigert sich, das Ergebnis zu akzeptieren. Er ist gerade mit der Schule fertig und kann es kaum erwarten, sein eigenes Leben zu beginnen. Als das Programm ihm vorhersagt, dass er dieselben Fehler wie sein verhasster Vater machen wird, beschließt er, das Schicksal zu durchkreuzen: Sei unberechenbar! Mit der wildfremden Sun trampt er nach Norden und sucht das Abenteuer. Von dem kämpferischen Mädchen lernt er, das Leben selber in die Hand zu nehmen. Aber Sun verfolgt einen eigenen Plan.
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Erwachsenwerden im digitalen Zeitalter
Bewertung aus Görlitz am 10.11.2020
Bewertungsnummer: 1400605
Bewertet: eBook (ePUB)
Im Rahmen einer Schulaufgabe stößt Jonas auf eine App, die in der Lage ist, Zukunftsprognosen mittels verschiedener, gesammelter Daten aus dem Social Media aufzustellen. Jonas, der gerade sein Abitur geschafft hat, lässt sich auch seine Zukunft von der App vorhersagen und ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden. So begibt er sich auf einen Road-Trip, um der App neue, unerwartete Daten liefern zu können, damit er bei der nächsten Anwendung der App eine neue Prognose erhalten wird. Dabei stellt er verschiedene Regeln auf, um größtmögliche Veränderungen erreichen zu können...
Das Thema der sozialen Medien bzw. der heutigen Digitalisierung, wie es schon der Klapptext vermuten lässt, zieht sich wie erwartet durch die Geschichte mal mehr, mal weniger präsent durch. Doch die Fokussierung der beschriebenen App wird von vielen anderen Themen überlagert, mit denen Jugendliche und junge Erwachsene in ihrem Leben konfrontiert sind: Freundschaft, Liebe, Drogen, Loslösung von der Vergangenheit bzw. den Eltern, Selbstfindung, Abenteuer erleben und vor allem die Suche einer Antwort auf die Frage „Wer bin ich und wer möchte ich sein (in einer digitalen Welt)?“. Auf der einen Seite werden viele „Problemfelder“ angeschnitten, die durchaus relevant sind, aber die stark an der Oberfläche bleiben. Auf der anderen Seite tritt auch keine Tiefgründigkeit bezüglich der App („der Maschine“) auf. So ist es eine lockere Geschichte, bei der es an der nötigen Tiefgründigkeit und somit an einer Anregung zum tieferen Nachdenken mangelt. Durchaus ist es nachvollziehbar, dass durch diese Schreibweise und Aufbereitung, die Schnelllebigkeit des Internet widergespiegelt wird. Für mein subjektives Lesevergnügen ist es aber nicht zufriedenstellend.
Ich mag die beiden Protagonisten und finde vor allem an einigen Stellen Suns Sichtweisen insofern anregend, dass sie kurzzeitig Denkimpulse beim Leser bzw. der Leserin auslösen. Auch mag ich Jonas, der sich auf dieses Abenteuer einlässt und, wenn auch durch eine App angeregt, nach und nach lernt, auf sich und sein Gefühl zu hören und sich mehr von Social Media abgrenzt. Bis zuletzt ist mir aber die Beziehung zwischen Jonas und seiner ehemaligen Lehrerin Anne unklar – irgendwo wird eine emotionale Abhängigkeit beschrieben, die aber eher wie „daher geholt“ und daher sehr aufgesetzt wirkt. Es passt nicht in die Geschichte und scheint mir eher wie eine unnötige Nebenhandlung.
Ich schätze für die Zielgruppe der ca. 12 bis 17-jährigen Jungen und Mädchen ist diese Geschichte durchaus geeignet, vor allem wegen ihrer Vielfältigkeit und „Schnelllebigkeit“. Es lässt sich schnell lesen und dürfte demnach die Aufmerksamkeit der jungen Leser*innen gerecht werden.
Ein einnehmendes Buch, in dem die Spannung prickelt
Skyline Of Books am 02.12.2020
Bewertungsnummer: 1409963
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ein einnehmendes Buch, in dem die Spannung prickelt
Klappentext
„Was würdest du tun, wenn es eine App gäbe, die deine Zukunft vorausberechnen kann? Du fütterst sie mit deinen Daten, gewährst Zugang zu deinen Social-Media-Kanälen – und erfährst, wie dein Leben verlaufen wird. Jonas weigert sich, das Ergebnis zu akzeptieren. Er ist gerade mit der Schule fertig und kann es kaum erwarten, sein eigenes Leben zu beginnen. Als das Programm ihm vorhersagt, dass er dieselben Fehler wie sein verhasster Vater machen wird, beschließt er, das Schicksal zu durchkreuzen: Sei unberechenbar! Mit der wildfremden Sun trampt er nach Norden und sucht das Abenteuer. Von dem kämpferischen Mädchen lernt er, das Leben selber in die Hand zu nehmen. Aber Sun verfolgt einen eigenen Plan.“
Gestaltung
Mit dem pastellgrünen Hintergrund und der Landschaft, die im Hintergrund verschwimmt, wirkt das Cover sehr idyllisch, aber auch ein wenig geheimnisvoll, da von der Seite Nebel über das Bild zu schwappen scheint. Im Vordergrund sticht durch den großen Anteil Himmel die Zeichnung des Jungenkopfes aus filigranen, schwarzen Linien sehr hervor. Ich finde gerade diese Zeichnung sehr faszinierend, da sie aus vielen Dreiecken besteht und so geometrisch-mathematisch wirkt, aber trotzdem ein plastisch aussehendes Gesicht erschaffen wird.
Meine Meinung
Besonders interessiert hat mich an dem Buch die Andeutung bezüglich eines Charakters, die man im Klappentext lesen kann. In „Play“ geht es um Jonas, der nach der Schule sein ganzes Leben noch vor sich hat. Als eine App ihm seine Zukunft berechnet und voraussagt, er würde dieselben Fehler machen wie sein Vater, beschließt Jonas kurzerhand unberechenbar zu sein. Er trampt mit einem fremden Mädchen namens Sun nach Norden, um Abenteuer zu erleben. Doch Sun verfolgt ganz eigene Ziele…
Die App, die in „Play“ der Auslöser der Geschichte ist, fand ich ziemlich interessant, denn sie kann durch Einblicke in die Social Media Aktivitäten die Zukunft der Menschen berechnen. Würde es eine solche App geben, würde ich sie benutzen wollen? Nachdem ich die Geschichte von Jonas gelesen habe, bin ich froh, dass es eine solche App nicht gibt. Dieses Konzept des Buches hat mir sehr gut gefallen, denn die App übt ihren Reiz aus, aber dadurch, was sie in Jonas und auch Sun auslöst, sieht man Folgen, mit denen man als Leser zunächst nicht gerechnet haben mag.
Besondere Spannung kam für mich auch durch die Andeutung bezüglich Sun aus dem Klappentext auf, denn ich hatte diese immer im Hinterkopf und wurde dann immer mehr und mehr von der Geschichte gefesselt. Sowohl Jonas als auch Sun wollen für die App unberechenbar sein und ihre Zukunft beeinflussen. Dafür Reisen sie per Anhalter in den Norden und dass diese Reise gefährlich werden würde, hätte ich tatsächlich nicht gedacht. Mit fortschreitenden Seiten zieht das Buch den Leser immer weiter in die Geschichte hinein, weil Dinge passieren, die emotional mitreißen, überraschen und eine kribbelige Anspannung erzeugen. Vor allem dann, wenn Gesetze gebrochen werden…
Sun fand ich etwas schwer zu durchschauen und ich brauchte etwas, bis ich mit ihr warm wurde, da ich das Gefühl hatte, als distanziere sie etwas von mir als Leser. Aber im Grunde versucht sie alles, um nicht „durchschnittlich“ zu sein und mit der Erkenntnis konnte ich dann mehr mit Sun anfangen. Jonas war da schon eher mein Typ, weil ich mich ihm näher und verbundener gefühlt habe. Er ist der Ich-Erzähler des Buches und so bekam ich seine Gedanken ungefiltert mit. Dabei fand ich, dass es dem Autor sehr gut gelungen ist, die jugendliche Sprechweise in den Gedanken von Jonas aufzugreifen. Ich hatte wirklich das Gefühl im Kopf eines jungen Mannes kurz nach dem Abi zu stecken.
Fazit
„Play“ ist ein Jugendbuch, das schon von Anfang an eine einnehmende Atmosphäre aufweist und das sich Seite um Seite steigert. Es knistert erst eine unterschwellige Spannung mit, dann entwickelt sie sich weiter und wird in den Text getragen, wodurch man als Leser immer neugieriger wird. Die Handlung hat mich auch mehr als einmal überrascht, vor allem ab dem Punkt als Regeln und Gesetze gebrochen werden und es gefährlich wird… Die Gefahr prickelt in diesem Buch gerdaezu!
5 von 5 Sternen!
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