Zum Gruseln und Mitfiebern: Spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin
Jeden Tag vor einer Leiche stehen? Nichts für schwache Nerven. Für Claas Buschmann ist genau das seine tägliche Arbeit – früher als Rettungsassistent und heute als Rechtsmediziner. Wann ist die Person gestorben? Und woran? War es ein natürlicher Tod, ein Unfall oder gar Mord? Diesen Fragen spürt er jeden Tag nach und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Ermittlungsarbeit in einem Todesfall. Zu seinem Job gehört auch, dass er den Sektionssaal verlassen muss und an Fundorte fährt, um im Beisein der Polizei Leichen zu begutachten. In diesem Buch erzählt er von den spektakulärsten Fällen in seiner Laufbahn – und von denen, die ihn am meisten bewegten. Ein Muss für alle True Crime-Fans.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
30.12.2021
Buch (Taschenbuch)
Empfehlenswert
Sehr interessant und nah am Beruf verfasst. Für True Crime Fans ein absolutes Muss, da man sehr viel über den Beruf des Rechtsmediziners erfährt.
ws
aus Markdorf
5/5
28.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Nix CSI in schicken Klamotten.…
Nix CSI in schicken Klamotten... Auf eine unterhaltsame und zugleich sehr informative Weise schreibt Claas Buschmann über ein Dutzend von mehreren tausend Fällen, die ihm in seiner Praxis untergekommen sind. Mord, Totschlag, zerstückelte Leichen, verbrannte Leichen, im Müll entsorgte Leichen(-teile), so ziemlich jede Absurdität hat er in Berlin erlebt. Zwar verwendet er einige medizinische Fachbegriffe. Die aber auch gleich bildhaft verständlich erläutert werden. Und damit entweder die dargestellte schauspielerische Leistung, die in dem einen oder anderen "Tatort" (ARD) dargestellt wird, aber von der Realität deutlich abweicht, klar stellt. Oder eben genau das Gegenteil. Ich entsinne mich an einen "Tatort", in dem Professor Dr. Karl-Friedrich Börne seinem gehassliebten Kollegen Kriminalhauptkommissar Frank Thiel den Schaft eines Kugelschreibers in die Kehle stösst, damit der unter extremer Atemnot leidende KHK Thiel überleben kann. Eigentlich hielt ich das für einen guten Gag in diesem "Tatort", weil er so gut zum bornierten KF Börne passt. Claas Buschmann erläutert aber, dass es in der Tat eine bestimmte Stelle in der Kehle gibt, an der solch eine Aktion bei einem extremen Notfall auch von beherzten Laien durchgeführt werden kann. So sie, die Laien, diese Stelle an der Kehle kennen. Wer mit dem Gedanken spielt, sein Mordopfer der besseren Transportmöglichkeit wegen zu zerteilen erfährt, wie und wo am menschlichen Körper die 'Zerlegung' besonders schlecht und im Gegensatz dazu besonders gut geht.... Wie oben erwähnt also ein informatives, unterhaltsam geschriebenes Buch. Ein Beispiel, Zitat Seite 184: "Erste Möglichkeit: die Verletzung stammt von einem heftigen Schlag auf den Kopf von Marianne F., beispielsweise während eines heftigen und am Ende auch tödlichen Angriffs. Die Kopfverletzung kann aber ebenso - zweite Möglichkeit - von einem unglücklichen Sturz, Stichwort Hutkrempe, nach einem Schubsen, Anrempeln oder während einer Schlägerei stammen. Oder, dritte Möglichkeit, Marianne F. ist gänzlich ohne fremdes Zutun in ihrer rumpeligen Wohnung gestürzt und hat sich dabei den Kopf blutig gestoßen. (Diese Variante gefällt der Verdächtigen Susy später so gut, dass sie sich schließlich darauf festlegt.)"
Bewertung
aus Neukieritzsch
5/5
03.05.2021
Buch (Taschenbuch)
absolut interessant
Da ich ja zwischendurch gern mal zu True Crime Sachen greife, kam mir dieses Buch durchaus gelegen.
Das spektakulär im Titel finde ich persönlich übertrieben, denn wir haben es mit vielleicht ein paar außergewöhnlichen Fällen zu tun, aber spektakulär ist Ansichtssache.
Was es aber definitiv war, ist informativ. Buschmann selbst ist Rechtsmediziner an der Charité in Berlin und erzählt sehr sympathisch von Fällen die ihm untergekommen sind. Er verrät dabei auch Privates und gleich zu Beginn, eine, wie ich finde, sehr berührende tragische Geschichte.
In 12 Fällen schildert der Autor hier Fälle in denen er zum Einsatz kam. Es gibt eine gute Ausführung dazu und auch Fachbegriffe werden klar verständlich erklärt.
Interessant sind sowohl die Fällen, als auch die Hintergrundinfos dazu. Man erfährt von Fällen, in denen schlussendlich eine Aufklärung fehlte, weil Nichts nachgewiesen werden konnte, von Verfahren die eingestellt wurden und was vielleicht auch eine Verurteilung beim Täter bewirken kann.
Fazit
Ich find das dieses Buch einen interessanten Einblick vermittelt. Spannend ist es auch, dass hier ziemlich tiefe menschliche Abgründe aufgezeigt werden. Ich musste mehrfach mit dem Kopf schütteln. Was Tote so Alles zu erzählen haben, war überraschend, ebenso, was sich Alles daraus erkennen lässt. Trotz des ziemlich harten Inhalts gibt es von mir eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
Tine_1980
5/5
28.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Den Toten eine Stimme geben!
Das Leben von Claas Buschmann, der früher als Rettungsassistent und heute als Oberarzt in der Berliner Rechtsmedizin tätig ist, beschäftigt sich jeden Tag mit Leichen. Opfer von Morden, Verkehrsunfällen oder Suiziden. Ungeklärt ist, woran die Person gestorben ist. Genau das möchte er klären, teils im Sektionssaal, teils an Fundorten, gilt es die Leichen zu begutachten. In diesem Buch erzählt er von Fällen, die ihn bewegt haben.
Warum liest man so ein Buch? Vielleicht weil man hier teils die Abgründe der Menschheit erfährt, ohne zu nah dran zu sein. Nicht immer sind es bei ihm Mordopfern, nein auch Selbstmorde müssen abgeklärt werden oder Personen, die nach Wochen oder Monaten in ihren Wohnungen gefunden werden.
Er gibt hier einen Einblick, was in Berlin die letzten Jahre auf seinem Tisch gelandet ist und wie ihn manches, aus den verschiedensten Gründen, bewegt hat.
Opfer, die nicht hätten sein müssen, Morde, die erschreckend brutal waren oder Bergungen, die sehr spektakulär waren.
Nicht immer landen die Opfer direkt auf dem Tisch, ab und zu wird er zu den Fundorten gerufen und macht sich ein eigenes Bild, auch im Gerichtssaal muss er über die untersuchten Menschen referieren, um ein klares Bild für den Richter, die Anwälte und die restlichen Anwesenden zu erschaffen.
Nicht jeder Fall war gleich schlimm, es gab sehr bewegende Fälle, aber auch weniger spektakuläre. Man erfährt aber auch, wie manche Tode erlebt werden, was die soziale Stellung ausmacht oder wie viele Morde pro Jahr tatsächlich beim Rechtsmediziner landen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Kapitellänge angenehm, so kann man das Buch auch ohne Probleme immer wieder für ein weiteres Kapitel in die Hand nehmen. Falls man doch mal länger für einen Fall benötigt.
Für mich ist es ein interessantes Buch, welches mir zeigt, wie wertvoll das Gut „Leben“ ist und wie schnell es vorbei sein kann. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Fakten, interessante Fälle und erschreckende Momente im Leben mancher Menschen.
sleepwalker
5/5
19.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Ganze drei Mal habe ich die…
Ganze drei Mal habe ich die Vorlesung „Gerichtliche Medizin für Juristen“ besucht, man könnte also mit Fug und Recht sagen, dass mich das Thema interessiert. Daher habe ich mich auch über das Buch „Wenn die Toten sprechen“ von Claas Buschmann sehr gefreut. Und der Rechtsmediziner hat ein sehr gutes und informatives, teilweise auch spannendes Buch geschrieben, das ich in einem durchgelesen habe. Einziger Kritikpunkt: es hätte gerne länger sein dürfen. Ich fand seine Art zu schreiben so angenehm und die zwölf von ihm beschriebenen Fällen so spannend, dass ich gerne weitergelesen hätte. Aber von vorn. Claas Buschmann, leitender Oberarzt der Rechtsmedizin der Berliner Charité, beschreibt in seinem Buch anonymisiert aufbereitet über eher ungewöhnliche uns spektakuläre Fälle, die er in seiner Laufbahn erlebt hat. Er ordnet sie gekonnt ein (für ihn sind nämlich auch ungewöhnliche Fälle manchmal Alltag) und beschreibt sie sachlich, manchmal sogar mit einem Hauch Witz, aber immer mit dem nötigen professionellen Abstand und dem gebotenen Anstand. Manche Fälle setzt er in einen erweiterten Kontext, schließlich kann er nicht nur auf seine Erfahrungen Rechtsmediziner zurückgreifen, sondern auch auf die als Rettungssanitäter. So schweift er ab und zu ein bisschen ab, aber er findet den roten Faden immer wieder. Manche Fälle (be)rührten mich tief, andere ließen mich schaudern. So der Fall einer Frau, die von ihrem Lebensgefährten mit Benzin übergossen und angezündet wurde und bei lebendigem Leib im Treppenhaus vor den Augen von Nachbarn verbrannte. Oder die 12,2 Promille, die er bei einer zu Tode Gekommenen feststellte. Oder die brutalen Schlägereien und Messerstechereien, bei denen am Ende jemand tot war und die Täter die Leiche zur Vertuschung zerteilten. Die Fälle, mit denen es die Gerichtsmediziner:innen (nicht nur der Autor, sondern alle) zu tun haben, sind vielfältig und sehr oft sehr schrecklich. Ob es nun Tötungsdelikte, Suizide (er als Rechtsmediziner würde niemals „Selbstmorde“ sagen) oder Kunstfehler von Ärzten sind – jeder Tote ist in erster Linie ein Mensch mit einem Schicksal und erfahrungsgemäß kann nicht jeder Fall abschließend aufgeklärt werden und bei manchen kann der Täter trotz allem aus irgendwelchen Gründen nicht verurteilt werden. Der Autor „nimmt den Leser auch ein bisschen an die Hand“, indem er immer wieder versucht, medizinisches und ein bisschen juristisches Wissen zu vermitteln. So kann seine Leserschaft einerseits dem Buch noch besser folgen, andererseits eventuell etwas „fürs Leben“ lernen. Außerdem räumt er mit einigen Mythen auf, die man aus den einschlägigen Krimis kennt. Dort verlangen Ermittler nämlich gerne schon am Tatort detaillierte Aussagen über Todesursache oder Tatwaffe. „Das wäre auch völlig unprofessionell“ – so die Aussage des Profis. Die genauen Aussagen können erst nach der Obduktion gemacht werden, später werden Rechtsmediziner auch oft als Gutachter in Gerichtsverhandlungen gehört. Und auch dass aus Krematoriumsasche noch DNA extrahiert werden könnte, gehört ins Reich der Märchen. („Es bleibt lediglich ein Häufchen Asche zurück. Und gegebenenfalls ein bisschen Metallschrott, der auf Herzschrittmacher, Zahnarbeiten und künstliche Gelenke schließen lässt. Nicht einmal DNA lässt sich aus der Krematoriumsasche noch gewinnen.“) Claas Buschmann schreibt anschaulich und flott, vor allem im Vergleich zu seinen medizinischen Gutachten (ein paar zitiert er im Buch) sehr gut lesbar und verständlich und manchmal sogar launig, denn „Bisweilen ist es in der Rechtsmedizin sogar recht heiter“. Für mich war das Buch trotz des zum Teil wirklich harten Inhalts super zu lesen und daher eine klare Lese-Empfehlung (nicht nur für True-Crime-Fans) und 5 Sterne von mir.
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