Die Zeit heilt keine Wunden 38 Jahre lang hat Hanka Altmann aus der DDR vergeblich nach ihrem Sohn Sascha gesucht, der mit 4 Jahren während eines Ausflugs im Thüringer Wald entführt wurde. Eines Tages begegnet ihr ein Mann, der ihr Sohn sein könnte. Sie reagiert zu spät und der Mann verschwindet. Hanka engagiert den Detektiv Stefan Blume, der Sascha aufspüren soll. Der Gesuchte lebt unter dem Namen Erik Galland im Harz. Dort sammelt er als V-Mann des Verfassungsschutzes Informationen in der Neonazi-Szene. Als drei von Eriks Nazi-Kameraden ermordet werden, fürchtet auch er um sein Leben. Dann begegnet Erik seiner vermeintlichen Mutter und dem Detektiv Blume. Gemeinsam begeben sie sich auf die Spuren ihrer jeweiligen DDR-Vergangenheit und kommen dabei dem Mörder der Nazis bedrohlich nahe ...
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Malinoisbändiger
aus Deutschland
5/5
13.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Der Kriminalroman beginnt in…
Der Kriminalroman beginnt in der Zeit der DDR im Jahr 1980. Eine junge Familie, Herr und Frau Altmann sowie ihre beiden Kinder, verbringen den ersten gemeinsamen Urlaub im Thüringer Wald. Während einer Wanderung gehen sie in einem beliebten Ausflugslokal essen, bekommen aber nur einen Platz draußen im Randbereich der Terrasse. Zunächst wird die Getränkebestellung aufgegeben. Da die Lokalität sehr gut von anderen Gästen besucht wird, müssen sie auf ihre Getränke lange warten. Daher erlauben die jungen Eltern ihren Kindern, Kerstin und Sascha, am nahe gelegenen Waldrand zu spielen. Zwischenzeitlich erscheint bei den Eltern am Tisch ein Pärchen und fragt, ob sie sich zu ihnen setzen können. Die beide Plätze der Kinder sind ja nicht besetzt. In seiner Gutmütigkeit stimmt der Vater zu. Während die eben erschienene Frau angibt, mal auf die Toilette zu müssen, bleibt der Mann am Tisch sitzen. Es vergeht einige Zeit und die Frau ist immer noch nicht zurück gekehrt. Unter dem Vorwand, er mache sich so langsam Sorgen um seine Frau, geht auch er nun zur Toilette. Währenddessen bemerkt die Mutter, dass ihre Kinder, welche eben noch am Waldrand gespielt hatten, nicht mehr zu sehen sind. Die Mutter, Frau Altmann, geht hinterher und findet ihre Kinder nicht mehr. Erst nach lautem Rufen kommt ihre Tochter auf sie zu. Sie gibt an, dass die Frau, welche vorhin noch an ihrem Tisch gesessen habe, Sascha gefragt hat, ob sie sich tiefer im Wald ein paar Rehe anschauen wollen. Kerstin müsse zurück bleiben, weil sonst keine Rehe kommen würden. Nichtsahnend stimmte Kerstin zu. Frau Altmann rennt in den Wald, kann jedoch nur noch ein Auto wegfahren sehen. Auf der Rückbank saß Sascha und versuchte, dass Auto zu verlassen, was jedoch misslang. Sascha wurde entführt und nicht wieder gesehen. Trotz sofortigem Einschalten der Polizei konnte er nicht aufgefunden werden. Nach einiger Zeit legte man Frau Altmann Bilder eines toten Jungen vor. Er trug die gleiche Bekleidung wie Sascha bei seiner Entführung, jedoch war das Gesicht abgedeckt. Nach Angaben der ermittelnden Beamten wurde das Gesicht übel zugerichtet. Sascha wurde seitens der Polizei für tot erklärt, die Ermittlungen wurden eingestellt. Frau Altmann glaubt jedoch nicht, dass der tote Junge ihr Sascha sei. 38 Jahre später, Frau Altmann war inzwischen geschieden und wieder neu verheiratet, kommt es zwischen einem jungen Mann und Frau Altmann in einem Einkaufsgeschäft zu einer zufälligen Begegnung. Frau Altmann will in dem jungen Mann ihren Sascha wieder erkannt haben (auffallende blaue Augen und einen verkrüppelten Finger). Nur glaubt ihr keiner, im Gegenteil, alle halten sie für verrückt. Frau Altmann beauftragt einen Detektiv. Dieser glaubt ihr nach anfänglichem Zögern. Es beginnt eine aufregende Ermittlungsarbeit. Der Detektiv, Herr Blume, erinnert sich an „alte Verbindungen“ aus seiner Zeit als ehemaliger DDR–Bürger und Stasi-Mitarbeiter und nutzt diese für seine nicht ungefährlichen Ermittlungen. Dem Autor ist es hier toll gelungen, die alten Machenschaften in der DDR zu schildern. Für mich ist dieses so authentisch geschildert, dass man Angst bekommen muss und froh ist, nicht in der DDR zu Zeiten des Unrechts gelebt zu haben. Die Schilderung der rechten Szene im Harz und somit der Nähe zur ehemaligen DDR „setzt dem Ganzen noch die Krone auf“.
Daniela Bertram
5/5
04.06.2022
Buch (Taschenbuch)
Absolute Leseempfehlung für alle Freunde des guten Lokalkrimis
Inhalt
August 1980: Eine ganz normale 4-köpfige Familie. Vater, Mutter, Tochter und Sohn. Es soll ein schöner Familienurlaub im Harz werden. Doch am letzten Tag verschwindet der 4-jährige Sascha spurlos, nachdem er mit seiner Schwester am nahe gelegenen Wald eines Restaurants spielt. Immer in Sichtweite seiner Eltern. Nur ganz kurz waren sie abgelenkt.
August 2018: Hanka Altmann hat einige Jahre nach dem schweren Verlust ihres Sohnes wieder geheiratet. Doch glücklich ist sie nicht. Ganze 40 Jahre hat sie nach ihrem Sascha gesucht. Niemand hat ihr geglaubt. Bis sie im Supermarkt plötzlich von einem Mann mittleren Alters angerempelt wird. Sofort ist ihr klar: das ist er. Eine Suche voller Hindernisse beginnt. Wieder scheint sie völlig allein dazustehen. Jeder denkt, Sascha ist tot und Hanka verrückt. Bis sie an den Privatdetektiv Stefan Blume gerät. Endlich bekommt sie Hilfe. Und gerät dabei selbst in tödliche Gefahr.
Thema und Genre
Harzkinder ist ein Krimi, der sein Prädikat wertvoll absolut verdient. Angesiedelt in der ehemaligen DDR geht es um die dunklen Machenschaften von Stasi und Korruption im Verfassungsschutz. Die Leidtragenden: die Kinder.
Charaktere
Eine sehr übersichtliche Anzahl an Charakteren, dafür jede mit ihrem ganz eigenen Charme, bilden das Grundgerüst der Geschichte. Alle sind sehr zufriedenstellend ausgearbeitet. Von Sympathieträger bis Antagonist konnte ich mich jederzeit problemlos in die Figuren hineinversetzen und die ganze Zeit mitfiebern, mitleiden und mitfreuen.
Handlung und Schreibstil
Nicht nur die Ausarbeitung der Charaktere konnte mich überzeugen. Auch der Schreibstil und der Plot waren für mich als geübte Thrillerleserin wirklich gut gelungen. Für einen Krimi geht es mitunter schon manchmal etwas heftig zu. Aber gerade das finde ich gut. Es unterstreicht und beschreibt die Machenschaften der Behörden in der ehemaligen DDR sehr eindrücklich. Als Lokalkrimi war der Harz für mich Neuland. Nur gute 30km von mir entfernt, lauter Orte, die man kennt - das erschafft ein Gefühl, wie es schauriger nicht sein kann. Der leicht zu verstehende und äußerst flüssige Stil tun ihr Übriges.
Fazit
5 für ein absolut top recherchiertes Buch, welches spannend ist und zum Nachdenken bringt! Die Kaufempfehlung für alle Freunde des guten Lokalkrimis ist sicher!
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