»Diese ewige Anklage des Christentums will ich an alle Wände schreiben, wo es nur Wände gibt – ich habe Buchstaben, um auch Blinde sehend zu machen... Ich heiße das Christentum den einen großen Fluch, die eine große innerlichste Verdorbenheit, den einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist – ich heiße es den einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit...«. Dies ruft Nietzsche gegen Ende seines 1895 erschienenen Buches Der Antichrist aus, nachdem er den Zustand der Religion und den eines ganzen Zeitalters, der durch sie geprägt wurde, untersucht hatte. Seine polemisch vorgetragene Kritik am Christentum mündet schließlich in eine Kritik an seiner Zeit.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
aus Cinuos-chel
5/5
03.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schnell lesbar, gut verständliche Sprache, schönes Design (auch inwendig)
Der Inhalt lässt sich nur schwer objektiv bewerten, schliesslich ist das Geschmackssache. Zum allgemeinen Erscheinungsbild kann ich aber sagen, dass das Cover sehr schön gemacht ist und gut in der Hand liegt. Das Buch hat auch innwendig ein schönes und praktisches Design. Die Buchstaben sind recht gross, es lässt sich also schnell lesen. Die ca. 150 Seiten hatte ich in rund 4 Stunden gelesen. Auch generell lässt sich der Inhalt gut verstehen - die Sprache und das Vokabular sind keine Herausforderung.
Bewertung
4/5
15.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Harter Tobak
Das Buch steht wirklich sehr schön da, ist aber wirklich schwere kost. Man kann es nicht überfliegen weil keine wirkliche Handlung stattfindet. inhaltlich ist es aber sehr interessant und es lohnt sich zu lesen.
Giulia M
aus Hessen
1/5
01.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
weckt Skepsis! Negative Gefühle! Keine Empfehlung!
Mit viel Toleranz und guter, ich meine besonders guter Laune ist ein Stern drinnen. (Wahrscheinlich wegen der Buchbindung... der schönen Muster... und sonst nichts.) Applaus, an die SchreibFreiheit ? Nicht jedoch an diese Art von Kritik. Da er aber auch noch (selbst) versuchte Kritik äußerte, geht das für Mich persönlich Grad so noch in Ordnung.
Ich schäme mich jedoch trotzdem diesem Mann Geld dafür gezahlt zu haben.
Du gewinnst Nichts an Wissenswertes.
Leider Wahr. ;) Interessant ist da garnichts, vielleicht den unerkennbaren Zusammenhang, zwischen den vielen alten "hohen" Worten... Dies wegen seiner Art im Zusammenspiel leider nicht mal wert waren, sich mit einer Definition von Google beschreiben zu lassen.
Brauche Ich nie(wieder).
Mit so einer Sorte würde ich mich unter keinen Umständen unterhalten. Und sonstiges...
Da ich aber durchhaltend bin, und das für Mich tue, lese ich jetzt noch... die letzten 20 Seiten.
Kurz gefasst: unvoreingenommen und ohne Erwartungen an das Buch - und trotzdem negatives Empfinden. Dabei und vielleicht auch noch ein bisschen danach.
(Fragte mich kurz, ob das wirklich geprüft worden ist das Buch. Und es von scharf strengen Augen nicht als eine Art verschleierte Verschwörung gesehen wird.)
Viel Glück - Auch wenn sehr realistisch, dass Du's damit nicht haben wirst.
Bewertung
5/5
28.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Excellent
Höchst spannend und interessant. Stellt eine Theorie der christlichen Herkunft dar und beschreibt klar und begründet, welche Folgen dies hatte / hat. Ausserdem meiner Meinung nach unverzichtbar, wenn man die anderen Werke Nietsches verstehen möchte.
Bewertung
5/5
20.01.2016
Buch (Taschenbuch)
Polemisch aber unglaublich geistreich!
Der Antichrist von Nietzsche muss man gelesen haben. Zwar könnten einige Passagen missverstanden werden, aber seine starke Polemik und Wut in diesem Büchlein, sind für mich pure intellektuelle Bereicherung. Schlussendlich ist es nicht nur eine Kritik am Christentum, es ist eigentlich eine Kritik an der Menschheit.
Der gute alte Nietzsche spricht mir teilweise so sehr aus der Seele! Auch wenn ich mir immer wieder selber sagen muss, dass die Menschen eigentlich gut sind, überkommen mich auch manchmal ganz schwarze Tage an denen ich keine Hoffnung für die Menschheit sehe, in denen ich zum Zyniker werde. Zum Beispiel in folgendem Abschnitt spricht mir Nitzsche wirklich aus der Seele:
»Ich unterdrücke an dieser Stelle einen Seufzer nicht. Es gibt Tage, wo mich ein Gefühl heimsucht, schwärzer als die schwärzeste Melancholie - die Menschen-Verachtung.
Und damit ich keinen Zweifle darüber lasse, was ich verachte, wen ich verachte: der Mensch von heute ist es, der Mensch, mit dem ich verhängnisvoll gleichzeitig bin. Der Mensch von heute - ich ersticke an seinem unreinen Atem . . . Gegen das Vergangene bin ich, gleich allen Erkennenden, von einer grossen Toleranz, das heisst grossmütigen Selbstbezwingung: ich gehe durch die Irrenhaus-Welt ganzer Jahrtausende, heisse sie nun Christentum, christlicher Glaube, christliche Kirche, mit einer düsteren Vorsicht hindurch, - ich hüte mich, die Menschheit für ihre Geisteskrankheiten verantwortlich zu machen. Aber mein Gefühl schlägt um, bricht heraus, sobald ich in die neuere Zeit, in unsre (sic!) eintrete. Unsre (sic!) Zeit ist wissend . . . Was ehemals bloss krank war, heute ward es unanständig, - es ist unanständig, heute Christ zu sein. Und hier beginnt mein Ekel. - Ich sehe mich um: es ist kein Wort von dem mehr übrig geblieben, was ehemals Wahrheit hiess, wir halten es nicht mehr aus, wenn ein Priester das Wort Wahrheit auch nur in den Mund nimmt. Selbst bei dem bescheidensten Anspruch auf Rechtschaffenheit muss man heute wissen, dass ein Theologe, ein Priester, ein Paps mit jedem Satz, den er spricht, nicht nur irrt, sondern lügt, - dass es ihm nicht mehr freisteht, aus Unschuld, aus Unwissenheit zu lügen.«
(S. 66 & 67)
Und sogar, dass Nietzsche gegen Anarchisten schimpft, lasse ich diesem grossen Denker durchgehen - man kann ja schliesslich nicht überall der Selben Meinung sein . . .
Für jeden Menschen, der sich mit Religionen, Religionskritik, Philosophie oder der Menschheit auseinandersetzt (also eigentlich für alle Menschen), ist das eine Pflichtlektüre!
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