Im Park der prächtigen Schwestern
suhrkamp taschenbücher Allgemeine Reihe Band 5118

Im Park der prächtigen Schwestern

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Beschreibung

Hass verjagt Camila von zu Hause. Sie geht in die Stadt, auf der Suche nach einem Ort, an dem sie feiern kann, was sie ist: trans. Sie trifft ihresgleichen, wird Teil einer Wahlfamilie aus Prostituierten und Marginalisierten. Und gemeinsam feiern sie: die Liebe, den Rausch, im Widerstand gegen eine Gesellschaft, die sie verachtet. Lebensgeschichte, Roman, Märchen, Manifest - Im Park der prächtigen Schwestern erzählt von der Freude am Leben gegen alle Widerstände, von Zugehörigkeit, von Befreiung und der alles entscheidenden Macht der Fantasie.

Tief in der argentinischen Provinz ist es gefährlich, anders zu sein. Wer sich nicht einordnet, bekommt schnell Gewalt zu spüren, zuallererst vom eigenen Vater. Bei Camila war das nicht anders und es blieb nur die Flucht, nach Córdoba in die Anonymität der Stadt. Doch Camila will kein Opfer sein, sich nicht vorschreiben lassen, wo ihr Platz in der Gesellschaft ist. Im Park Sarmiento begegnet sie eines Nachts einer Schar Gleichgesinnter, schillernde Paradiesvögel, mit denen Camila fortan alles teilt: den Schnaps, die Träume, die Freier, Drogen und Demütigungen. Sie werden zu Schwestern in einem Märchen, zu Verbündeten im scheinbar aussichtslosen Kampf um Selbstbestimmung und Lebensfreude als Transsexuelle in Lateinamerika.

Camila Sosa Villada, geboren 1982 in der argentinischen Provinz Córdoba, arbeitete als Prostituierte, bevor ihrmit einem selbstproduzierten Theaterstück über ihr Leben als Transsexuelle der schauspielerische Durchbruch gelang. Seither spielt sie Rollen für Film, Fernsehen und Theater und gehört zu den prominentesten Gesichtern der Trans-Gemeinde in Lateinamerika.

Details

Format

ePUB

Kopierschutz

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Text-to-Speech

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Erscheinungsdatum

18.01.2021

Verlag

Suhrkamp Verlag AG

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Erscheinungsdatum

18.01.2021

Verlag

Suhrkamp Verlag AG

Seitenzahl

220 (Printausgabe)

Dateigröße

1997 KB

Originaltitel

Las Malas

Sprache

Deutsch

EAN

9783518766637

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Dieser Roman gibt den argentinischen trans Frauen einen Namen

Circlestones Books Blog am 14.07.2021

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Meine Freundinnen, die trans Frauen, die meine Familie bildeten, konnten nicht nachvollziehen, wie ich die Zurschaustellung aushielt, das Tageslicht, den heterosexuellen Blick auf mich, wie ich in der Lage war, Kurse zu besuchen und Prüfungen abzulegen bei Dozenten, die von meinem nächtlichen Dasein nichts ahnten.“ (Zitat Seite 126) Inhalt Zu Hause ist er Cristian, der Sohn. Mit fünfzehn Jahren näht er sich selbst Frauenkleidung, schleicht sich aus dem Haus, ist nun Camila, die tanzen geht. Früh zieht sie nach Córdoba, am Tag Student, in der Nacht schützt sie die Anonymität der Stadt, sie kann sein, wer sie wirklich ist, die trans Frau Camila. Im Park Sarmiento lernt sie eines Nachts eine bunte, fröhliche Gruppe von jungen trans Frauen kennen und die alterslose Tía Encarna, die sie alle in ihrem Haus aufnimmt und sich um sie kümmert. Sie alle sind Geschöpfe der Nacht, führen ein geheimes, gefährliches Leben, sie lachen, sie weinen, sie streiten, sie feiern und sie halten zusammen. In einer argentinischen Gesellschaft, die sie verachtet und verfolgt, träumen sie den Traum von einem freien, selbstbestimmten Leben als trans Frau. Thema und Genre Dieser moderne Roman beschreibt autobiografisch zwischen Fakten, Fiktion, Realität und märchenhaften Mythen das Leben der trans Frauen in Südamerika mit den Gewalterlebnissen, Drogen, Armut, Sehnsucht und Liebe und ihrer intensiven Lebensfreude, denn sie alle feiern das Leben. Charaktere Die Kindheitserinnerungen an den gewalttätigen Vater machen es Camila unmöglich, als Mann zu leben. Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin die prächtigen Schwestern mit ihren Eigenheiten, ihren Lebensläufen und dem gemeinsamen intensiven Wunsch, als trans Frau akzeptiert zu werden. Handlung und Schreibstil Die Handlung ist nicht immer chronologisch, es sind einzelne Episoden, Erlebnisse, Fragmente, besondere Situationen, fröhliche, ausgelassene Feiern, die Camila als Ich-Erzählerin schildert, und auch bittere Momente des totalen Zusammenbruchs. Wir erfahren Details aus den Lebensgeschichten der einzelnen trans Frauen, der Freier und exzessiv gelebten Nächte. Den Kern bildet die Geschichte der, wie sie selbst sagt, einhundertachtundsiebzig Jahre alten Tía Encarna und des Babys, das in einer kalten Winternacht im Park ausgesetzt worden war, um zu sterben. Sie nimmt den Jungen mit in ihr Haus, wo er aufwächst. Die Sprache umfasst das gesamte Spektrum zwischen der harten Realität der Prostitution, den mit einfühlsamer Wärme beschriebenen einzelnen Figuren und märchenhafter Poesie. Fazit Ein moderner, realistischer Roman, ein Bericht über die Lebensumstände der trans Frauen in Argentinien und zugleich eine eindrückliche Geschichte über Menschen, die das Leben trotz allem ausgelassen feiern und die einfach nur frei leben wollen, wie es ihnen gefällt. „Wir, die Vergessenen, wir sind schon ohne Namen. Als wären wir nie da gewesen“. (Zitat Romanende, Seite 220). Dieser Roman gibt den trans Frauen Namen.

Dieser Roman gibt den argentinischen trans Frauen einen Namen

Circlestones Books Blog am 14.07.2021
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Meine Freundinnen, die trans Frauen, die meine Familie bildeten, konnten nicht nachvollziehen, wie ich die Zurschaustellung aushielt, das Tageslicht, den heterosexuellen Blick auf mich, wie ich in der Lage war, Kurse zu besuchen und Prüfungen abzulegen bei Dozenten, die von meinem nächtlichen Dasein nichts ahnten.“ (Zitat Seite 126) Inhalt Zu Hause ist er Cristian, der Sohn. Mit fünfzehn Jahren näht er sich selbst Frauenkleidung, schleicht sich aus dem Haus, ist nun Camila, die tanzen geht. Früh zieht sie nach Córdoba, am Tag Student, in der Nacht schützt sie die Anonymität der Stadt, sie kann sein, wer sie wirklich ist, die trans Frau Camila. Im Park Sarmiento lernt sie eines Nachts eine bunte, fröhliche Gruppe von jungen trans Frauen kennen und die alterslose Tía Encarna, die sie alle in ihrem Haus aufnimmt und sich um sie kümmert. Sie alle sind Geschöpfe der Nacht, führen ein geheimes, gefährliches Leben, sie lachen, sie weinen, sie streiten, sie feiern und sie halten zusammen. In einer argentinischen Gesellschaft, die sie verachtet und verfolgt, träumen sie den Traum von einem freien, selbstbestimmten Leben als trans Frau. Thema und Genre Dieser moderne Roman beschreibt autobiografisch zwischen Fakten, Fiktion, Realität und märchenhaften Mythen das Leben der trans Frauen in Südamerika mit den Gewalterlebnissen, Drogen, Armut, Sehnsucht und Liebe und ihrer intensiven Lebensfreude, denn sie alle feiern das Leben. Charaktere Die Kindheitserinnerungen an den gewalttätigen Vater machen es Camila unmöglich, als Mann zu leben. Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin die prächtigen Schwestern mit ihren Eigenheiten, ihren Lebensläufen und dem gemeinsamen intensiven Wunsch, als trans Frau akzeptiert zu werden. Handlung und Schreibstil Die Handlung ist nicht immer chronologisch, es sind einzelne Episoden, Erlebnisse, Fragmente, besondere Situationen, fröhliche, ausgelassene Feiern, die Camila als Ich-Erzählerin schildert, und auch bittere Momente des totalen Zusammenbruchs. Wir erfahren Details aus den Lebensgeschichten der einzelnen trans Frauen, der Freier und exzessiv gelebten Nächte. Den Kern bildet die Geschichte der, wie sie selbst sagt, einhundertachtundsiebzig Jahre alten Tía Encarna und des Babys, das in einer kalten Winternacht im Park ausgesetzt worden war, um zu sterben. Sie nimmt den Jungen mit in ihr Haus, wo er aufwächst. Die Sprache umfasst das gesamte Spektrum zwischen der harten Realität der Prostitution, den mit einfühlsamer Wärme beschriebenen einzelnen Figuren und märchenhafter Poesie. Fazit Ein moderner, realistischer Roman, ein Bericht über die Lebensumstände der trans Frauen in Argentinien und zugleich eine eindrückliche Geschichte über Menschen, die das Leben trotz allem ausgelassen feiern und die einfach nur frei leben wollen, wie es ihnen gefällt. „Wir, die Vergessenen, wir sind schon ohne Namen. Als wären wir nie da gewesen“. (Zitat Romanende, Seite 220). Dieser Roman gibt den trans Frauen Namen.

Ein hoher Preis für die Liebe

BjoernAndBooks aus Hildesheim am 23.06.2021

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Das ist die Geschichte von Camila. Und von Tía Encarna, der Mutter, die ihren Töchtern eine Zuflucht in dem rosafarbenen Haus bietet. Und von María, der Vogelfrau, stumm und zurückhaltend. Es ist die Erzählung vom „Glanz in den Augen“, einem Kind, das die Hoffnung in das Leben der Encarna zurückgebracht hat. Im „Park der prächtigen Schwestern“ kommen sie alle zusammen: die Trans*Frauen lernen sich dort bei ihrer Arbeit kennen. Sie verkaufen ihre Körper, sind auf der Suche nach Erfüllung, nach einem Sinn für ihr Leben. Hier spüren sie Verbundenheit und Gemeinschaft, die sie als Randständige in der Gesellschaft und als Prostituierte vermissen und wonach sie sich sehnen. Camila, selbst als Jugendliche von zu Hause abgehauen, geflüchtet vor dem Hass des Vaters, dem Unverständnis der Mutter, erzählt ihre Geschichte und die ihrer Schwestern – eine Geschichte voll von Verachtung, eine Geschichte voll von Liebe. „Ich schminke mich und sehe in dem Kindergesicht das Gesicht der Hure, die ich einmal sein werde“. (S. 57) Camila Sosa Villadas „Im Park der prächtigen Schwestern“ ist viel mehr als ein Roman. Mit unglaublicher sprachlicher Wucht erzählt ist ihr Text Biographie und Parabel auf das Leben gleichermaßen. In kurzen Episoden springt die Autorin, Ich-Erzählerin und Protagonistin zwischen den Zeiten hin und her und zeichnet das Bild einer Gesellschaft am Rande. Sie bejubelt das Leben im einen Moment, zerbricht fast daran im nächsten und umschmeichelt es poetisch in Visionen im übernächsten. Was die Autorin hier schafft, ist wirklich bemerkenswert. Sie beschreibt in wundervollen Worten eine fremde und zunächst exotisch anmutende Welt, einem Paralleluniversum gleich, und lässt es in ihrer bildreichen Sprache ganz nah und nahbar erscheinen. Ihre Figuren – höchstwahrscheinlich alle tatsächlich existierend oder diesen nachempfunden – strahlen so viel Wärme und Detailreichtum aus, dass sie fast wie enge Freundinnen wirken. Keine Spur von Distanz ist zu bemerken. Diese lässt sie auch in den sehr expliziten Schilderungen der Sexualakte mit ihren Freiern nicht zu: Die Leser*innen bekommen den ungeschönten und direkten Blick auf das Ganze. Im Zentrum der Geschichte: der „Glanz in den Augen“, ein Baby, als Waise von der Tía Encarna angenommen. Alleine diese Bezeichnung, die die Trans*Frauen dem Kind zuschreiben und sie so zu seinem Namen werden lassen, rührt in ihrer Symbolhaftigkeit zu Tränen. Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen. Ein alle Sinne berührendes Meisterwerk an Toleranz, an Akzeptanz, an Hoffnung und Liebe!

Ein hoher Preis für die Liebe

BjoernAndBooks aus Hildesheim am 23.06.2021
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Das ist die Geschichte von Camila. Und von Tía Encarna, der Mutter, die ihren Töchtern eine Zuflucht in dem rosafarbenen Haus bietet. Und von María, der Vogelfrau, stumm und zurückhaltend. Es ist die Erzählung vom „Glanz in den Augen“, einem Kind, das die Hoffnung in das Leben der Encarna zurückgebracht hat. Im „Park der prächtigen Schwestern“ kommen sie alle zusammen: die Trans*Frauen lernen sich dort bei ihrer Arbeit kennen. Sie verkaufen ihre Körper, sind auf der Suche nach Erfüllung, nach einem Sinn für ihr Leben. Hier spüren sie Verbundenheit und Gemeinschaft, die sie als Randständige in der Gesellschaft und als Prostituierte vermissen und wonach sie sich sehnen. Camila, selbst als Jugendliche von zu Hause abgehauen, geflüchtet vor dem Hass des Vaters, dem Unverständnis der Mutter, erzählt ihre Geschichte und die ihrer Schwestern – eine Geschichte voll von Verachtung, eine Geschichte voll von Liebe. „Ich schminke mich und sehe in dem Kindergesicht das Gesicht der Hure, die ich einmal sein werde“. (S. 57) Camila Sosa Villadas „Im Park der prächtigen Schwestern“ ist viel mehr als ein Roman. Mit unglaublicher sprachlicher Wucht erzählt ist ihr Text Biographie und Parabel auf das Leben gleichermaßen. In kurzen Episoden springt die Autorin, Ich-Erzählerin und Protagonistin zwischen den Zeiten hin und her und zeichnet das Bild einer Gesellschaft am Rande. Sie bejubelt das Leben im einen Moment, zerbricht fast daran im nächsten und umschmeichelt es poetisch in Visionen im übernächsten. Was die Autorin hier schafft, ist wirklich bemerkenswert. Sie beschreibt in wundervollen Worten eine fremde und zunächst exotisch anmutende Welt, einem Paralleluniversum gleich, und lässt es in ihrer bildreichen Sprache ganz nah und nahbar erscheinen. Ihre Figuren – höchstwahrscheinlich alle tatsächlich existierend oder diesen nachempfunden – strahlen so viel Wärme und Detailreichtum aus, dass sie fast wie enge Freundinnen wirken. Keine Spur von Distanz ist zu bemerken. Diese lässt sie auch in den sehr expliziten Schilderungen der Sexualakte mit ihren Freiern nicht zu: Die Leser*innen bekommen den ungeschönten und direkten Blick auf das Ganze. Im Zentrum der Geschichte: der „Glanz in den Augen“, ein Baby, als Waise von der Tía Encarna angenommen. Alleine diese Bezeichnung, die die Trans*Frauen dem Kind zuschreiben und sie so zu seinem Namen werden lassen, rührt in ihrer Symbolhaftigkeit zu Tränen. Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen. Ein alle Sinne berührendes Meisterwerk an Toleranz, an Akzeptanz, an Hoffnung und Liebe!

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