Endlich wird der aufstrebende wissenschaftliche Assistent Fitz in Harvard auf eine der LSD-Partys seines Professors Leary eingeladen. Doch bald merkt er, dass Learys Ziele weniger medizinischer Natur sind: Es geht ihm um eine Revolution des Bewusstseins
und eine von sozialen Zwängen befreite Lebensform. Fitz wird mitgerissen von dieser Vision, mit Frau und Sohn zieht er in eine Kommune. Er experimentiert mit Rauschmitteln und sexuellen Ausschweifungen jeglicher Art. Doch ist LSD wirklich mehr als eine Droge?
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
19.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Ein Lesevergnügen zwischen Faszination und Absurdität! Zwischen Leben und Schweben!
T.C. Boyle begeistert auch mit diesem Roman, der sich als ein äußerst eigenwilliges, ja geradezu außergewöhnlich abgedrehtes Werk erweist. In 'Das Licht' begleitet wir eine der ersten Studentengruppen, die in großem Stil mit LSD experimentierten. Der Roman entführt uns auf eine psychedelische Reise durch die Höhen und Tiefen des menschlichen Bewusstseins. In einer von gesellschaftlichen Umbrüchen geprägten Welt sucht der Protagonist nach Orientierung und Freiheit. Die Erzählung verwischt die Grenzen zwischen Realität und Halluzination und wirft grundlegende Fragen nach Identität und Zugehörigkeit auf. Dieser fesselnde Roman spiegelt die Zerrissenheit des modernen Menschen wider: den Wunsch nach Veränderung und die Angst vor dem Unbekannten.
Bories vom Berg
aus München
2/5
20.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Vom richtigen Leben im falschen
Mit dem Roman «Das Licht» hat der amerikanische Autor T. C. Boyle nach seiner bewährten Methode wieder eine Figur der Zeitgeschichte in den Mittelpunkt gestellt, dessen Lebensdaten folgend er seine Geschichte erzählt. Wobei es sich in diesem Roman bei dem Promi um den Psychologie-Professor Timothy Leary von der der Harvard-Universität handelt, der durch seine Experimente mit Bewusstseins erweiternden Drogen zu trauriger Berühmtheit gekommen ist. Der Buchtitel spielt auf Licht-Phänomene an, die im Rauschzustand auftreten und von denen viele seiner Probanden berichtet haben.
In der «Vorspiel» genannten Einleitung des Romans wird berichtet, wie der Chemiker Albert Hofmann in Basel am legendären «Bicycle Day», dem 16. November 1943, auf der Suche nach einer Kreislauf-Stimulanz erstmals Lysergsäurediethylamid hergestellt hat, das später unter der Bezeichnung LSD bekannt geworden ist. Kurz vor Arbeitsende hat er damals seine Assistentin informiert, dass er nun gleich im Selbstversuch die Wirkung der neuen Substanz testen wolle. Nach einer Stunde war er in einen bedrohlichen Rauschzustand gefallen, so dass es der Assistentin geraten erschien, ihn bei seiner Heimfahrt mit dem Fahrrad zu begleiten. Da seine Frau mit den Kindern unterwegs war, bat die Assistentin die eilends herbeigerufene Nachbarin, den Arzt zu rufen. Der hat ihm dann dringend empfohlen, sofort zwei Liter Milch zu trinken, um damit die Rauschwirkung zu verringern.
Im ersten Teil des dreiteiligen, aus der Perspektive des Doktoranden Fitz Loney und seiner Frau Joanie erzählten Hippie-Romans werden die Anfänge einer sich um Harvard-Professor Timothy Leary gebildeten Clique von Gleichgesinnten geschildert. Der glaubt jedenfalls fest daran, mit Hilfe von LSD das Bewusstsein erweitern zu können mit dem Ziel, sich aus den gesellschaftlichen Zwängen zu befreien, also nach dem Motto der frühen Beatniks mit «Sex, drugs and rock ’n’ roll» dem Spießer-Leben zu entkommen. Prof. Leary lädt Fitz samt Frau erstmals zu einer seiner berühmten Drogen-Partys in seine pompöse Villa ein. Dort haben sich etwa zwanzig Leute versammelt, von denen Fitz einige aus der Uni kennt. In einer kurzen Ansprache begrüßt der Gastgeber die versammelte Runde und erklärt den Zweck des Treffens. Er wird jedem Gast eine unbedenkliche Menge der neuen, damals noch nicht verbotenen Droge in Form von Tabletten aushändigen. Alle mögen doch bitte in einem Protokoll festhalten, wie sie sich zu Beginn und im weiteren Verlauf - mit genauer Uhrzeit – jeweils gefühlt haben und welche Bilder ihnen dabei erschienen sind. Fitz und seine Frau werden mitgerissen von ihren Visionen, sie verlieren sogar die Kontrolle und müssen sich im Haus spontan ein Schlafzimmer suchen, um ihre ungeahnten sexuellen Phantasien unverzüglich auszuleben. Nach dem erwartbaren Rauswurf aus der Elite-Universität Harvard geht der charismatische LSD-Apostel mit seinen «Jüngern», zu denen jetzt auch Fitz und Joane gehören, in ein Strandhaus nach Mexiko. Ganz am Ende landet die Kommune in einer angemieteten Vierundsechzig-Zimmer-Villa in Millbrook, New York, argwöhnisch beobachtet von den Nachbarn und den Ordnungskräften, die Schlimmes befürchten.
Der Autor erzählt seine Geschichte von pharmakologisch ausgelösten Enthemmungen in einer knappen und, gemessen an ihrer unkonventionellen Thematik von Rauschzuständen und Visionen, in einer äußerst nüchternen, distanzierten Sprache. Das gleiche geschieht auch bei den Schilderungen der Drogen-Ereignisse in dieser Geschichte, die geradezu in einem Wissenschafts-Jargon geschrieben sind. Zu all dem passt denn auch das erwartbare Ende des Romans, das Spießer-Paar Fitz und Joane steht vor dem Scherbenhaufen ihrer einst hoffnungsvollen Existenz. Es ist T. C. Boyle leider nicht gelungen, die Chancen eines richtigen Lebens im falschen so darzustellen, dass der Leser letztendlich psychologisch bereichert ist!
Bewertung
5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Licht
Der junge Dorktorant Fitz gehört zu einer Gruppe Studenten, die sich um den charismatischen Professor Leary scharen. Er nimmt an Experimenten mit der neuen Wunderdroge LSD teil. Ziel ist es, den menschlichen Geist zu befreien. Ob das gelingen wird?
Bewertung
5/5
01.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gehen wir auf nen Trip!
"Das tut dieses Mittel, und zwar sofort: Es wischt all die Rollen und Spielchen weg, den ganzen Mist, den die Gesellschaft dir aufgedrückt hat, es macht Tabula rasa, und du kannst noch mal von vorn anfangen, du bist neu geboren, Fitz!"
Basel 1943.
Albert Hoffmann entdeckt bei einem Selbstversuch die psychoaktiven Eigenschaften von LSD - und liefert damit die Grundlage für Timothy Leary, der Jahre später seine Studenten um sich scharrt, mit dem Ziel, das menschliche Bewusstsein zu erweitern. Was als Experiment begann, verwandelt sich schnell in einen Rausch aus Drogen, Sex und freier Liebe, bei dem das eigentliche Ziel nach und nach in den Hintergrund rückt.
Es sind immer die harten Themen, denen sich Boyle in seinen Romanen widmet. In "Worlds End" schildert er über Jahrzehnte hinweg das Grauen der Leibeigenschaft und führt uns nebenbei mitten durch die Abgründe der amerikanischen Geschichte. In "Wenn das Schlachten vorbei ist" stellt er die Frage nach Gut und Böse und ob das Ausrotten der einen Art das Überleben der anderen legitimiert.
Und mehr als einmal widmete er sich den Biografien skurriler Persönlichkeiten. Frank Lloyd Wright und dessen zahlreichen Ehefrauen nimmt er sich in "Die Frauen" vor, in "Dr. Sex" erforscht Alfred Kinsey das sexuelle Verhalten von Menschen - rein wissenschaftlich natürlich.
Und nun folgt also Timothy Leary - und mit ihm das LSD.
"Das Licht" folgt Boyles typischem Schema: ein zu anfangs "unschuldiger" junger Mann folgt seinem Idol, seiner Bestimmung, wahlweise auch den Anweisungen seiner Ehefrau und landet mit der Zeit innerhalb eines engen Kreises, wird vom Zuschauer zum Mitwirkenden und findet schließlich keinen Ausweg mehr aus seinem selbstverschuldeten Spinnennetz.
In Boyles neuem Roman "Das Licht" ist dieser eine Fitz, der sich mehr und mehr in den Drogen verliert, ein Kampf, den der Autor weder beschönigend noch verteufelnd schildert. Stattdessen schreibt er mit einem glasklaren Blick, sowohl auf die Drogenexzesse, als auch auf das Gefühlsleben der handelnden Personen. Boyle zeigt eindrucksvoll den Größenwahn der Leary-Anhänger und des Gurus persönlich und nimmt uns als Leser mit in eine Spirale, die sich immer weiter auf den Abgrund zu bewegt.
"Hier geht’s um nicht weniger als eine Revolution, Fitz. Ich habe in sechs, sieben Stunden mehr über den menschlichen Geist gelernt als in fünfzehn Jahren als Psychologe."
Boyle reist in seinem lakonischen Schreibstil durch die 60er Jahre, durch dieses schillernd, grelle Jahrzehnt und zeigt uns alles: die Triumphe und die Niederlagen. Mal wieder hat er es auf seine ganze eigene Art und Weise geschafft, einen Meilenstein der Geschichte wiederzubeleben - ganz in boyl'scher Manier.
"Ich habe Dinge gesehen, ganze Kaleidoskope von wirbelnden Farben und Mustern. Ich habe die Welt gesehen, wie sie wirklich ist. Die immaterielle Welt, die spirituelle Welt, Kants Ding an sich in jedem Objekt. "
Und was bleibt am Ende?
Nicht viel mehr als Schuld, Verlust und Schande.
„Ich will das Zweite Licht sehen, ich will Gott sehen - du hast das erlebt, das weiß ich.“
Tim öffnete das Fläschchen, und schüttelte sechs Tabletten auf die Handfläche. Er zwinkerte. Er grinste. Er beugte sich vor und streckte die Hand aus.
„Scheiß auf Gott“, sagte er. „Gehen wir auf Trip.“
Bewertung
aus Bern
5/5
19.05.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ausgezeichnet
Wer jene Zeiten miterlebte, erhält einen erweiterten Blick in jene aufwühlenden Ereignisse. Das Buch hat mich fasziniert. Boyle schreibt flüssig und präzise, eine Wohltat. Es geht nicht um Tripbeschreibungen, sondern um Erlebnisse im inneren Kreis der ehemals wissenschaftlichen Experimentierer. Leider artete das Ganze aus, als auch "Pöbel" die Trips unbedarft schluckte und in pseudomystische Gefielde rutschte. So war das Verbot der Substanz verständlich. Das heutige Web erinnert ja auch an eine Form solcher Trips. Man kann blitzschnell in andere Welten klicken, voller Bilder, Filme, Texte usw...Es hat aber auch eine Kehrseite, man kann auf Hass, Missgunst und all das negative "Karma" stossen.
Interessant dazu Bücher von Leary selbst, besonders "Chaos & Cyber-Kultur", 1993, Nachtschatten-Verlag, Solothurn, leider sehr teuer. Wer sucht, findet es auch als ebook. Schön wärs, wenn der Titel hier erschiene
."Spirituell" wandelt sich seit einigen Jahrzehnten in "digital" (=entleerte Kirchen), Quantenphysik/Quantenpsychologie.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
4/5
12.06.2019
eBook (ePUB)
LSD-25 oder die sexuelle Obsession
Der Student Fitz trifft in Harvard auf den charismatischen Psychologen Timothy „Tim“ Leary der eine Schar bunter Vögel um sich versammelt und der Welt eine neue Sicht darbringen möchte.
Albert Hoffmann hatte Jahrzehnte zuvor in der Schweiz LSD-25 synthetisiert und Leary macht sich in den frühen 1960 Jahren daran „das Sakrament“ , wie die auserwählten es fortan nennen werden, in die klinische Therapie einzubringen.
Bald muss Leary seine Zelt am Campus abbrechen und sich ein neues Domizil suchen.
Aber seine Entourage aus Promis, Reichen und den eigenen Jüngern lässt ihm schnell etwas finden und so pilgert der Tross nach Mexiko.
Dort aber findet sich nicht das versprochene Paradies sondern erste Risse in der Gemeinschaft zeigen sich und dahinter verbergen sich Abgründe.
Mexiko bleibt nur eine Station im Leben des Tim Leary und auch Fitz der Treue Empfänger bekommt die ganze Wucht des Geist der 60‘jahre ab.
Was mit Erkenntnisse über das eigene Ich beginnt und mit freier Liebe als Zwischenstationen fortfährt erkennt am Schluss das wir alle nur das eine wollen....
Auf der Suche nach einer neuen Gesellschaft verstärken sich die Ansprüche der Alten, und die Ketten die man sich selbst schmiedet lassen sich nur schwer lösen.
T.C. Boyle schafft es für mich immer wieder aufs neue ein Lebensgefühl einzufangen.
Gerne bin ich mit ihm nach Afrika (Wassermusik) gereist, habe New York (World‘s End) besiedelt oder habe jahrelang isoliert in (Riven Rock) gelebt.
„Das Licht“ erzählt die Geschichte vieler Menschen, vieler Suchender und wir sind ganz nah dabei wenn Eifersucht herrscht nach einem Partnertausch oder wenn Kinder unter Drogen gesetzt werden um ihnen nichts vorzuenthalten.
Ich habe gestaunt und den Kopf geschüttelt, habe verwundert an die Decke geblickt über manche Naivität, war gebannt wie Menschen sich auf Grund der Droge ändern und wie gut Boyle auch diese Gefühle einfängt.
Turn in.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
4/5
30.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
LSD-Partys
Boyle beherrscht es, aus jedem Thema einen spannenden Roman zu machen. In diesem Fall über die Entdeckung der Droge LSD, aus der Sicht eines jungen wissenschaftlichen Assistenten der sich sehr darum bemüht in den inneren Kreis des Harvard-Professors Timothy Leary aufgenommen zu werden. Zwischen Schein und Wirklichkeit klafft aber eine große Lücke. Die von seinem Mentor angestrebte Lebensform ist eine von äußeren Zwängen losgelöste Existenz. Spannend fand ich auch das Eintauchen in die Gefühls- und Gedankenwelt der 1960er Jahre.
T. C. Boyles neuer und provokanter Roman „Das Licht“ entführt den Leser zurück in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts und in die Anfänge einer Droge, dessen Auswirkungen auf die gesamte westliche Kultur bis heute beeinflusst.
Boyles markanter Humor kommt hier ebenfalls zur Güte wie merkwürdige Wendungen und eine bildhafte Erzählsprache. Es ist eine Art Familienabenteuer auf LSD, mit gut gezeichneten Charakteren und nichtdestotrotz sehr unterhaltsam. Klingt außergewöhnlich und ist es auch!
Der deutsche Erscheinungstermin ist an die Lesereise des Schriftstellers gekoppelt und so findet die englische Ausgabe erst vier Monate später in Amerika statt. Mit über 25 Romanen die in über 12 verschiedenen Sprachen übersetzt wurden, ist T. C. Boyle der erfolgreichste amerikanische Autor seiner Zeit.
Das Buch ist wie ein einziger LSD-Trip. Boyle schildert hier die Lebensgeschichte des umstrittenen Harvard Professors Timothy Leary, der Anfang der 60er Jahre ein Forschungsprojekt gründete mit dem Ziel die positive Auswirkung von LSD auf das Bewusstsein ihrer Anwender zu dokumentieren.
Mit anderen Dozenten und seinen Studenten wurden Drogenorgien in seinem Haus veranstaltet. Mit zum inneren Kreis gehört auch der Hauptprotagonist Fitz, seine Frau Joanie und deren Teenagersohn Corey. Alle dürfen das "Sakrament" empfangen. Und immer wieder die Frage: "Hast du das Licht gesehen?" "Hast du Gott gesehen". Das Buch liefert tiefe Einblicke in die menschliche Seele und Abgründe. Ein Buch das lange nachwirkt.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.