Die Märchenerzählerin Lila Oelmann ist mittlerweile 76 Jahre alt und lebt seit einem Jahr in einer Männer-WG. Als Hermanns große Liebe kann sie dessen Platz in der Wohnung nach seinem Tod nutzen. In der letzten Neujahrsnacht kamen Erinnerungen aus ihrer Kindheit und Jugend hoch. Ihre Schwester Astrid war das schöne Mädchen, während sie immer das dicke Kind war. Ihre schwesterliche Verbindung wurde frühzeitig nicht nur von Gemeinsamkeiten, sondern auch von Eifersucht geprägt. Diese eskalierte, als Astrid ihr an einem Wochenende eröffnete, sie würde von Konstantin, Lilas damaliger Freund, ein Kind erwarten. In rasender Eifersucht tauchte Lila ihre Schwester bei nächster Gelegenheit in einem Wassergraben unter und ließ Astrid allein im Graben zurück. Sie kümmerte sich fieberhaft um eine Suchaktion, aber dennoch blieb Astrid verschwunden. Konstantin zog in eine andere Stadt. Lila hangelte sich von Job zu Job, wollte als Märchenerzählerin tätig sein, machte aber spät eine Ausbildung zur Krankenschwester. Die Neujahrsnacht hat Lila eines klargemacht: Sie muss am Ende ihres Lebens ihre Schwester finden. Unterstützt von einer Journalistin bei dieser Suche erhält sie nach langer Zeit einen Hinweis von einer Pflegeheimleiterin.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Michaela Weber
aus Weimar
5/5
01.09.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Es war eimal vor langer Zeit...
Lila Oelmann 76 Jahre hat viel erlebt in ihrem Leben.Nun wohnt sie in einer Männer Wohngemeinschaft -sie war mit Hermann in Liebe verbunden und darf, befristet, nach seinem Tod in seiner Wohnung unterkommen ,eine Weile.Die Ereignisse aus der Kindheit und Jugendzeit holen Lila in der letzten Neujahrsnacht ein.Sie erinnert sich an ihre Schwester Astrid-die immer die Lieblingstochter ihrer Mutter war-egal was Lila auch machte.Als dann ihre Schwester Astrid Lila erzählte das sie von ihrem Freund schwanger ist-eskaliert die Sitoation-Lila taucht bei einem Ausflug ihre Schwester in einen Wassergraben und verschwindet-ohne sich num Astrid zu kümmern.Als diese am Abend noch nicht zu Hause ist,sorgt sich Lila um ihre Schwester.Doch Astrid bleibt verschwunden.Nun sind viele Jahre vergangen und Lila hat den Wunsch zu erfahren was aus ihrer Schwester geworden ist-bevor es zu spät ist.Und so macht sich Lila auf die Suche nach ihr.....
Die Autorin Monika Detering hat einen wundervollen Roman geschrieben.Er ist voller Herzenswärme und Humor.Mann merkt die Spannung von Schuld und Wiedergutmachung.Die Schilderung der verschiedenen Charaktere war so liebevoll gestaltet.Leider war das Buch schnell gelesen und ich mußte Abschied nehmen von den Charakteren.Sehr gerne 5 Sterne für die Geschichte die mich noch eine Weile begleiten wird.
Leseigel
aus Villingen
5/5
22.08.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Reise in die Vergangenheit…
Reise in die Vergangenheit Die 80jährige Lila lebt in der Wohnung ihrer verstorbenen Liebe Hermann. Die Wohnung gehört zu einer reinen Männer - WG und Lila wurde für ein Jahr ein Wohnrecht eingeräumt. Das Jahr ist fast zu Ende und Lila muss sich entscheiden, wie es weiter gehen soll. Ein guter Zeitpunkt, um auf das Vergangene zurückzublicken. Lila erinnert sich an ihren Berufswunsch, Märchenerzählerin zu werden, die Suche nach ihrem Platz im Leben, an vergangene Lieben und an ihre vor Jahren verschwundene Schwester Astrid. Lila beschließt , ihre Schwester zu suchen. Danach wird sie wissen, wie es weiter geht. Das Buch hat mich auf meine eigene Zeitreise geschickt. Auch ich bin keine 20 mehr und so wie Lila bin ich eingetaucht in die Erinnerungen an meine Heimatstadt, meine erste große Liebe, meine Träume, Hoffnungen und auch Enttäuschungen. Manche waren Lilas ähnlich, andere waren mir fremd. Die Suche nach Lilas Schwester Astrid gestaltet sich spannend wie ein Krimi. Unterstützt wird Lila von der lauten und etwas prolligen Frau Goldmann, die aber das Herz am rechten Fleck hat. Bei Lila selbst bin ich mir nicht sicher, ob ich sie mochte. Sie weiß, was sie will und sagt das auch. Dabei kann sie verletzend sein und ist in meinen Augen schwierig im Umgang. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil es eine gelungene Mischung zwischen Erinnerungen, die zum Nachdenken anregen und den Vorgängen in der Gegenwart ist. Die Sprache ist fast poetisch, manchmal melancholisch. Der Erzählstil passt perfekt zum Inhalt und es war mir eine Freude , den Roman zu lesen.
Familie
aus Mölsheim
5/5
09.08.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vergessene Erinnerung
Was würdest du tun, wenn du plötzlich in fremde Erinnerungen sehen könntest?
Lila Oelmann ist 76 Jahre alt und lebt seit einem Jahr in einer Männer Wohngemeinschaft. Die Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugend prägen jeden Menschen und so schwelgt auch Lila viel in ihren Erinnerungen. Besonders jene an ihre Schwester Astrid. Sie war schon immer der Liebling der Mutter, während Lila immer für alles kämpfen musste. Als Astrid ihr erzählte, das sie von Konstantin, Lilas damaligen Freund, ein Kind erwartet, eskaliert die Situation. Aus lauter Eifersucht tunkt Lila ihre Schwester bei einem Ausflug unter Wasser, dreht sich um und verschwindet. Wie kann Astrid nur? Doch als Astrid auch am Abend nicht wieder kommt, sorgt sich Lila und ruft die Polizei. Seitdem sind viele Jahre vergangen und Lila hat ihre Schwester nie wieder gesehen. Jetzt im Alter hat sie nur einen Wunsch; sie möchte Astrid wiederfinden. Ob ihr die Suche gelingt?
Meine Leseeinschätzung
Der Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut. Mit den detailreichen Erinnerungen wird eine warme Atmosphäre geschaffen, in der man sich gerne zurücklehnen und beobachten möchte. In Lilas Erzählungen tauchen gute Erinnerungen und auch die Schattenseiten auf und nehmen einen mit auf die Reise in ihre Vergangenheit und einem wichtigen Thema; Demenz. Die Erzählungen erinnern mich sehr an die vielen Gespräche mit meiner Oma, die mir immer gerne von Früher erzählt hat. Momente die man wie Lila nie vergisst.
Lila ist ein sehr gut ausgearbeitet und glaubwürdiger Charakter. Berührend, warmherzig und voller Lebensfreude. Auf eine Brise Humor wurde ebenfalls nicht verzichtet. Mir hat es viel Freude gemacht Lila Stück für Stück kennen zu lernen und sie auf der Suche nach ihrer Schwester zu begleiten. Die letzten Kapitel des Buches waren voller Ereignisse, einem Gefühlswirrwarr aus Erinnerungen und Vergessenen, neuen Grenzen und einer emotionalen Reise mit unerwarteten Wendungen. Für mich fügen sich die einzelnen Puzzleteile wieder zu einem Ganzen zusammen.
Fazit:
Wenn es schwer ist von den Charakteren Abschied zu nehmen, dann weiß man, das es ein perfektes Buch war! Und genau das ist hier der Fall. Absolut lesenswert.
gaby2707
aus München
5/5
08.08.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Weißt Du noch… Aufbruch in die Vergangenheit
Elisabeth „Lila“ Oelmann, 76, lebt jetzt in Bielefeld im Haus einer Männer-WG in der Wohnung ihres verstorbenen Freundes Hermann. An Silvester holen sie die Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend ein. Etwas gibt es noch zu tun, was ihr sehr am Herzen liegt. Vor 50 Jahren ist ihre drei Jahre ältere Schwester Astrid bei einem Wochenendausflug verschwunden. Lila hatte ihre Schwester, die ihr den Freund ausgespannt hatte, in einem kleinen Gewässer immer wieder mit dem Kopf unter Wasser getaucht und dann liegengelassen. Nur Astrid tauchte nicht wieder auf.
Wird Lila es schaffen, die Vorhänge der Vergangenheit zu lüften und ihre Schwester zu finden?
Ich habe selten einen Roman gelesen, der mich emotional so mitgerissen und berührt hat. Vielleicht auch deshalb, weil ich nur 10 Jahre jünger bin als Lila und mich noch sehr gut an die späten 50er und die 60er Jahre erinnern kann. Immer wieder bin ich hier Szenen begegnet, die ich aus meiner Kindheit kenne, habe mich mit Lila und ihrer Einstellung zum Leben verglichen. Lila lässt mich an ihrem Leben teilhaben und rechnet damit ab, die schönen und die schlechten Seiten, von ihrer Kindheit und Jugend an bis heute zu ihrer „Vorsterbezeit“ wie sie es nennt. Zentrales Thema immer wieder – ihre Schwester Astrid bzw. Lilas Suche nach ihr.
Sie hat großes Glück und wird dank einer Zeitungsanzeige fündig. In einem Seniorenheim trifft sie auf ihre Schwester Astrid, die an fortschreitender Demenz leidet. Dieses Thema nimmt einen hohen Stellenwert im Buch ein. Trotzdem wirkt die Geschichte aber eher heiter, was dem wie ich finde, grandiosen Schreib- und Erzählstil von Monika Detering geschuldet ist. Sie schafft es, der Demenz einen großen Teil ihres Schreckens zu nehmen und die Geschichte zu einer ganz besonderen zu machen.
Die meisten Menschen, die ich hier kennenlerne, habe ich schnell ins Herz geschlossen. Sie sind genau wie du und ich, könnten meine Nachbarn, Manche sogar meine Freunde sein. Sogar Frau Goldmann, die ich erst etwas nervig und aufdringlich fand, hat sich mit ihrem Ruhrpottdialekt in mein Herz geschlichen.
Ein wunderbares Buch über eine starke empathische Frau, die sich in Richtung Lebensende noch eine wichtige Aufgabe gestellt hat – und diese auch, wie ich finde, grandios meistert.
Bewertung
aus München
5/5
08.08.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Weißt Du noch… Aufbruch in…
Weißt Du noch… Aufbruch in die Vergangenheit Elisabeth „Lila“ Oelmann, 76, lebt jetzt in Bielefeld im Haus einer Männer-WG in der Wohnung ihres verstorbenen Freundes Hermann. An Silvester holen sie die Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend ein. Etwas gibt es noch zu tun, was ihr sehr am Herzen liegt. Vor 50 Jahren ist ihre drei Jahre ältere Schwester Astrid bei einem Wochenendausflug verschwunden. Lila hatte ihre Schwester, die ihr den Freund ausgespannt hatte, in einem kleinen Gewässer immer wieder mit dem Kopf unter Wasser getaucht und dann liegengelassen. Nur Astrid tauchte nicht wieder auf. Wird Lila es schaffen, die Vorhänge der Vergangenheit zu lüften und ihre Schwester zu finden? Ich habe selten einen Roman gelesen, der mich emotional so mitgerissen und berührt hat. Vielleicht auch deshalb, weil ich nur 10 Jahre jünger bin als Lila und mich noch sehr gut an die späten 50er und die 60er Jahre erinnern kann. Immer wieder bin ich hier Szenen begegnet, die ich aus meiner Kindheit kenne, habe mich mit Lila und ihrer Einstellung zum Leben verglichen. Lila lässt mich an ihrem Leben teilhaben und rechnet damit ab, die schönen und die schlechten Seiten, von ihrer Kindheit und Jugend an bis heute zu ihrer „Vorsterbezeit“ wie sie es nennt. Zentrales Thema immer wieder – ihre Schwester Astrid bzw. Lilas Suche nach ihr. Sie hat großes Glück und wird dank einer Zeitungsanzeige fündig. In einem Seniorenheim trifft sie auf ihre Schwester Astrid, die an fortschreitender Demenz leidet. Dieses Thema nimmt einen hohen Stellenwert im Buch ein. Trotzdem wirkt die Geschichte aber eher heiter, was dem wie ich finde, grandiosen Schreib- und Erzählstil von Monika Detering geschuldet ist. Sie schafft es, der Demenz einen großen Teil ihres Schreckens zu nehmen und die Geschichte zu einer ganz besonderen zu machen. Die meisten Menschen, die ich hier kennenlerne, habe ich schnell ins Herz geschlossen. Sie sind genau wie du und ich, könnten meine Nachbarn, Manche sogar meine Freunde sein. Sogar Frau Goldmann, die ich erst etwas nervig fand, hat sich mit ihrem Ruhrpottdialekt in mein Herz geschlichen. Ein wunderbares Buch über eine starke empathische Frau, die sich in Richtung Lebensende noch eine wichtige Aufgabe gestellt hat – und diese auch, wie ich finde, grandios meistert.
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