»Mein Name ist Fiona Flanagan. Sie kennen mich nicht, General Zaroff… und doch haben Sie mein Leben für immer verändert, als Sie meinen Vater bei einer Ihrer Menschenjagden töteten. Ich möchte mich dafür gerne revanchieren! Meine Männer haben Ihre Schwester und deren drei Kinder gefunden. Außerdem die Insel, die Ihnen als Unterschlupf dient… und in mir ist das Jagdfieber erwacht! Wer von uns wird Ihre Schwester wohl zuerst finden? Wenn Sie diese Zeilen lesen, befindet sie sich bereits auf der Insel. Wenn ich sie fange, werde ich sie töten. Wenn Sie sie finden, müssen Sie sie verteidigen. Meine Jagd wird erst beendet sein, wenn es keinen Zaroff mehr auf dieser Welt gibt.«
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
comic-welt-news
5/5
12.09.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Horror-Action-Adventure par excellence!
Mit der vierteiligen Comic-Reihe Reconquista zeugte das Kreativteam aus Autor Sylvian Runberg und Zeichner François Miville-Deschênes von einem überragenden Sinn für Stil und beeindruckte mich zutiefst. So schwor ich mir, sollte es eine erneute Zusammenarbeit geben, muss ich auch diese sofort in Augenschein nehmen. 2019 holte dann das Duo die fast einhundert Jahre alte Kurzgeschichte Das grausamste Spiel aus der Feder von Richard Connel für eine Fortsetzung, aus der Grube vergessener Literatur und lässt uns diesen Klassiker, welcher 1932 unter dem Titel Graf Zaroff - Genie des Bösen als Kinofilm adaptiert wurde - wiederentdecken. Dieser wesentliche Umstand sollte auch uns deutschen Lesern nicht verwehrt bleiben, deshalb nahm der Bielefelder Splitter Verlag glücklicherweise auch die Graphic Novel Zaroff in sein vielfältiges Portfolio auf. Worum geht's ?
General Zaroff, eine autoritäre Persönlichkeit mit einer äußerst kranken Leidenschaft: Die Menschenjagd. Im Jahr 1917 floh Zaroff samt Gefolgsleuten unter dem Druck der sich aufkeimenden Russischen Februarsrevolution aus seinem Heimatland und okkupierte unbemerkt eine einsame, in Internationalen Gewässern liegende Insel, auf welcher er seine unmenschliche, rabenschwarze Begierde in ruhe ausleben kann. Mittels täuschenden Seebojen lockte er Schiffe zu sich, dessen Besatzung er für sein Hetzjagd-Spiel gefangen nahm. Allerdings bis zu jenem Zeitpunkt, an dem die Welt das Jahr 1932 schrieb. Ein Jahr voller Veränderungen und schmachvoller Erniedrigungen für den Adligen Zarrof. Da es eines seiner Opfer gelang, der wilden, barbarischen Jagd zu entkommen, drohte ihm, dass man sein kleines dunkles Reich finden könnte, so domizierte er ein anderes Eiland vor der Küste Venezuelas. Doch was der General nicht weiß, ist, dass es jemanden gibt der ihn ausfindig machen konnte. Eine Frau namens Fiona Flanagan. Sie will nun auf eine ebenso perfide, spielerische Art, den Tod ihres Vaters, den Zaroff bei einer seiner Menschenjagden umbrachte - rächen. Und so wurde der Jäger zum Gejagten, der nun seine üblen Taten gereuen muss, denn Teil des tödlichen Spiels ist seine Schwester und deren Kinder.
Bewertung:
Mit dem überragenden Comic Zaroff serviert das Kreativ-Gespann dem Leser ein äußerst delikaten, literarischen Hochgenuss der neunten Kunst, welcher nicht nur die logische Konsequenz aus versierter Autorenarbeit und atemberaubender visueller Umsetzung ist, sondern ebenso die ideale Inspiration für ein Film-Reebot mit Mads Mikkelsen oder gar Johnny Depp in der Hauptrolle als General Zaroff. Die gut durchdachte mit Filmreifen Anklang protzende Fortsetzung, eingebettet in einem unverbrauchten Setting, welches auf den ersten Blick dem eines Predator-Streifen zu ähneln scheint, mit dem Unterschied das auf Sci-Fi Elemente verzichtet und dafür ein realistischeres Gewand übergezogen wurde, ist in der Gesamtumsetzung ein, sich als sehr originell entpuppendes Werk, wie man es als hingebungsvoller Rezipient der Bilderbuch-Welt nur äußerst selten unter das kritische Lesernäschen bekommt. Besonders zu würdigen gilt aber auch vor allem die zeichnerische Gestaltung. Mittels der subtilen Zeichentechnik wie eines Gary Frank's, versprüht Künstler Mivelle-Deschênes mit seinem cineastischen, wunderschönen 30s-Look à la Peter Jackson's King Kong und exquisiten Komposition innerhalb einzelner Panels, eine beklemmende Stimmung, die ebenfalls als ein weiteres Argument fungiert, warum dieser Comic-Titel auf die Kinoleinwand gehört.
Sofern die Macher ihrem Stil treu bleiben, wäre ein weiterer Teil mit General Zaroff, auf welchen das offene Ende hindeutet, ein besonders begrüßenswertes Unterfangen. Kein Meisterwerk - aber fast!
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