Zum Davonlaufen findet Lennard die Besuche bei der schrulligen Frau Silberstein. Wenn die hübsche Lea nicht wäre, die er im Heim ab und zu trifft, hätte er sich schon längst verkrümelt. Doch dann erfährt er von dem Schicksal der alten Dame, die
die Hölle von Auschwitz überlebt hat.
Langsam entwickelt sich eine unerwartete Verbundenheit zwischen Frau Silberstein und Lennard. Dankbar hört sie zu, wenn er ihr aus Tschick vorliest und ihr damit die Welt der jungen Leute näherbringt. Mit der Zeit erzählt auch sie immer mehr von
ihrem Leben und ihren schrecklichen Erfahrungen im KZ. Lennard wird klar: Wenn er ihr nicht zuhört, tut es niemand mehr.
Außerdem ist da noch das geklaute Handy, durch das Frau Silbersteins Kontakt zu ihren Angehörigen abgebrochen
ist. Die Suche nach der Adresse erscheint aussichtslos, ebenso wie Lennards Bemühungen, Lea für sich zu gewinnen.
Doch dann ändert sich fast alles, und zwar um 180 Grad …
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Eine ganz besondere Lesepatenschaft
Nicole aus Nürnberg am 20.12.2020
Bewertungsnummer: 1416868
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Meine Meinung zum Jugendbuch:
Um 180 Grad
Inhalt in meinen Worten:
Hi mein Name ist Lennard, und eigentlich wäre ich jetzt nicht hier, wenn du nicht mein Buch in die Hand nehmen würdest aber ich muss dir eine Geschichte erzählen. Meine Geschichte. Aber Achtung ich bin kein Held! Im Gegenteil. Dank einer dummen Tat meiner Freunde und mir musste ich in einem Altenheim Lesepate spielen, darauf hatte ich jetzt weniger Lust, auch wenn ich das Graffiti sprüte meine Eltern verlangen das ich es zurück gebe das Geld, was sie einsetzen mussten, hab ich einfach keinen Nerv auf Altenheim und alten Menschen zu begegnen, doch irgendwie stellte ich mir das alles schwerer vor als es war, denn ich traf auf eine wirklich besondere alte Dame. Sie wurde sogar eine Freundin und nach und nach erfuhr ich ihre Geschichte. Denn sie trägt eine Nummer auf dem Arm und musste schon recht früh vieles verlieren. Warum das so ist? Na am besten lest ihr euch meine Geschichte durch, aber Achtung, es könnte sein, das ihr die alte Dame auch in euer Herz schließt.
Wie ich das Gelesene empfinde:
WOW! Dieses Buch ist ein besonderes Buch. Denn es hat mich deutlich herausgefordert dann aber auch irre beschäftigt und auch noch sehr bewegt und am Ende als ich das Buch zumachte war ich einerseits ziemlich traurig, andererseits musste ich lächeln wie Lennard sich während der Geschichte verändert hat.
Themen im Buch:
In diesem Buch steckt so vieles. Nicht nur der erhobene Zeigefinger, wobei der am Anfang deutlich sichtbar war, dann aber auch noch die Geschichte einer alten Frau, die ihr Lächeln nicht verloren hat und dabei Lennard eine gute Freundin wurde, dann geht es aber auch um Verlust, und wie hart der Holocaust zum Zweiten Weltkrieg war. Es geht aber auch um die erste Liebe, um den Tod und darum wie man aus Fehlern wieder heraus kommen kann, auch wenn man dafür aufkommen muss.
Gesamt ein tolles Paket.
Charaktere:
Für mich ist Lennard anfangs nervig, denn er lässt seinem Unmut wirklich Luft, aber nach und nach wird er mir vertrauter und ich schätze ihn wert, und freue mich schon darüber was er mit der alten Dame erleben wird, am meisten mitgeweint habe ich, als die alte Dame eine Reise tätigte, aber auch wie Sie für sich kämpfte und nicht wollte, das mit ihr etwas gemacht wird. Das hat mich wirklich berührt.
Ansonsten gibt es noch eine echt coole Schwester im Heim, die braucht einfach jedes Heim. Doch meistens sind die Altenpfleger*innen überfordert und wollen nur schnell und hektisch alles schaffen, das zeigt das Buch auch wirklich gut auf. Es gibt aber auch die kostbaren Perlen, die man auch in diesem Buch kennenlernen darf.
Dann gibt es noch ein besonderes Mädchen wo Lennard kennenlernt.
Gesamt sind es realistische und tolle Charaktere im Buch.
Spannung:
Anfangs tat ich mich etwas schwer um mich auf das Buch einzulassen, was einerseits am Schreibstil lag, aber auch weil ich mich auf das Buch einstellen musste, als mir das aber gelang war ich wirklich richtig in der Geschichte und war auch richtig begeistert davon. Die Spannung ist eher die Lebensgeschichte von der alten Dame.
Empfehlung:
Dieses Buch ist sehr realistisch dargestellt und die Geschichte berührt mich intensiv auch im Nachgang, jedoch musste ich mich ganz bewusst auf die Geschichte am Anfang einlassen aber es lohnte sich. Gut finde ich, das ein Thema das schon etwas her ist, in diesem Jugendbuch so einen Stellenwert erhalten hat. Es wird klar das der Holocaust eine Rolle spielt, aber doch auf eine sehr angenehme Art und so das es ziemlich nah an das Leserherz getragen wird.
Bewertung:
Der Geschichte von Lennard gebe ich fünf Sterne und auch wenn der Anfang etwas holperig war, so war sie intensiv und brachte mein Herz zum schlagen, jedoch das ich mich von Lennard am Ende wieder lösen musste, das war nicht ganz so leicht. Deswegen gibt es klare fünf Sterne.
Bewegende Geschichte
Bewertung aus Wien am 25.06.2020
Bewertungsnummer: 1344314
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Lennard würde sich am liebsten in Luft auflösen, weil er beim Graffiti-Sprühen erwischt wurde. So der Einstieg in die Geschichte. Am Anfang bekommt man einen "ganz normalen" Teenager präsentiert, der am Beginn seiner Pubertät steht. Ein Mitläufer, der zu seinen Freunden hält. Doch Lennard macht in "180 Grad" eine interessante Entwicklung durch.
Die Besuche bei Frau Silberstein im Altersheim machen ihm anfangs gar keine Freude - bis er dort ein Mädchen sieht, das ihm gefällt. Frau Silberstein ist Holocaust-Überlebende.
Erst in der zweiten Hälfte des Buches beginnt Frau Silberstein von ihrer Zeit in Auschwitz zu erzählen und verleiht der Handlung, das in der ersten Hälfte ein wenig vor sich hinplätschert, dann plötzlich ordentlich an Dynamik und an Tiefe. Die Geschichte und die Entwicklung, die Lennard durchmacht, sind bewegend, traurig, nachvollziehbar und tiefgreifend. Am Ende hatte ich fast Tränen in den Augen.
Alles in allem ein wunderbares Jugendbuch, das ich mit 13 genauso in 2 Tagen verschlungen hätte wie jetzt - eines mit emotionalem Tiefgang und einer herzzerreißenden Geschichte einer der letzten Zeitzeuginnen, die in einem Konzentrationslager war.
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