Produktbild: Briefwechsel mit seinen 'Kindern' I
Band 95

Briefwechsel mit seinen 'Kindern' I Briefe von und an Lu Fritsch und Adolf Droop, Marie und Ferdinad Hannes sowie Willy Einsle

1

30,50 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.03.2020

Herausgeber

Hartmut Vollmer + weitere

Verlag

Karl-May

Seitenzahl

608

Maße (L/B/H)

17,5/11,9/3,8 cm

Gewicht

450 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7802-0095-2

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.03.2020

Herausgeber

Verlag

Karl-May

Seitenzahl

608

Maße (L/B/H)

17,5/11,9/3,8 cm

Gewicht

450 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7802-0095-2

Herstelleradresse

Karl-May-Verlag
Schützenstr. 30
96047 Bamberg
DE

Email: info@karl-may.de

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Spannend, berührend, kurios

Bewertung aus Berlin am 16.07.2020

Bewertungsnummer: 1352470

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Nach sechs Jahren endlich wieder ein neuer "Karl May"! Das war an sich schon ein Grund zur Freude, die sich beim Lesen aber noch steigerte. Es ist erneut ein Band mit Briefen, leider nur wenige von Karl May, deutlich mehr von seiner Frau Klara, überwiegend aber von seinen Korrespondenzpartnern, deren Briefe sich im Nachlass Karl Mays erhalten haben. Wie die Anführungszeichen im Titel schon andeuten, sind es nicht Karl Mays wirkliche Kinder, deren Briefe der Karl-May-Verlag hier veröffentlicht (Karl May war kinderlos), sondern mehrere junge Leser, die mit ihm in intensivem persönlichen Austausch standen: Marie und Ferdinand Hannes, Willy Einsle, Lu Fritsch und später noch Adolf Droop. Spannend ist der Briefwechsel vor allem deshalb, weil sich darin die persönliche Entwicklung der Briefeschreiber , aber auch deren Beziehung zu dem berühmten Autor abbilden: Die ersten Briefe stammen meist aus Kindheitstagen und haben einen schwärmerischen Ton ("Teurer, prachtvoller Old Shatterhand!"). Vor allem bei der kränklichen Marie Hannes wandelt sich die anfängliche Schwärmerei alsbald in eine tiefe Zuneigung zu ihrem "geliebtesten Onkel Karl", und umso größer ist ihr Schock, als der dieses zunehmend merkwürdige Verhältnis schließlich abrupt beendet. Lu Fritsch hingegen zeigt sich in ihren Briefen vor allem als Bewunderin und Kennerin von Mays Spätwerk. Ihre Verehrung richtet sich nicht so sehr auf Mays Person, ist aber nicht weniger grenzenlos und erreicht manchmal fast religiöse Dimensionen: "Ich verehre Herrn Dr. Karl May, als Prophet, als Mensch, als Reformator und Dichter." Von Willy Einsle, für den Karl May eine Art väterlicher Freund war, gibt es berührende Briefe, in denen er über seine Glaubenszweifel oder seinen Liebeskummer spricht. Auch aus mentalitäts- und sittengeschichtlicher Sicht ist das interessant. Dies gilt auch für das Kuriosum, dass Klara May sich noch zwei Jahre nach ihrer Hochzeit als Mays Schwester ausgibt, um Mays Scheidung von seiner ersten Ehefrau geheim zu halten. Erst 1905 äußert Willy Einsles Mutter den "furchtbaren Verdacht": "Ist May's Schwester, Frau Plöhn, nicht doch eigentlich seine Frau?", woraufhin May dann flugs das Versteckspiel eingestehen muss und darum bittet, "doch ja nicht bös darüber zu sein". So etwas liest sich durchaus vergnüglich und bringt einem auch den Menschen May näher. Am meisten zeigt der Band aber, wie enorm Mays Wirkung auf einzelne seiner Leser war (und sicher bis heute ist). Diese fünf Jugendlichen standen zwar in engerer Beziehung zu ihm als andere Leser, waren mit ihrer Begeisterung und Verehrung für "Old Shatterhand" aber natürlich nicht allein. Der Band wird von einem ausführlichen Vorwort eingeleitet und ist mustergültig kommentiert, sodass man beim Lesen stets genug über die Hintergründe der einzelnen Briefe erfährt. Dadurch wird man auch gut über manche Lücke in der überlieferten Korrespondenz hinweggeführt. Auf Band II, der die Fortsetzung des Briefwechsels ab 1910 bringt, bin ich sehr gespannt.

Spannend, berührend, kurios

Bewertung aus Berlin am 16.07.2020
Bewertungsnummer: 1352470
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Nach sechs Jahren endlich wieder ein neuer "Karl May"! Das war an sich schon ein Grund zur Freude, die sich beim Lesen aber noch steigerte. Es ist erneut ein Band mit Briefen, leider nur wenige von Karl May, deutlich mehr von seiner Frau Klara, überwiegend aber von seinen Korrespondenzpartnern, deren Briefe sich im Nachlass Karl Mays erhalten haben. Wie die Anführungszeichen im Titel schon andeuten, sind es nicht Karl Mays wirkliche Kinder, deren Briefe der Karl-May-Verlag hier veröffentlicht (Karl May war kinderlos), sondern mehrere junge Leser, die mit ihm in intensivem persönlichen Austausch standen: Marie und Ferdinand Hannes, Willy Einsle, Lu Fritsch und später noch Adolf Droop. Spannend ist der Briefwechsel vor allem deshalb, weil sich darin die persönliche Entwicklung der Briefeschreiber , aber auch deren Beziehung zu dem berühmten Autor abbilden: Die ersten Briefe stammen meist aus Kindheitstagen und haben einen schwärmerischen Ton ("Teurer, prachtvoller Old Shatterhand!"). Vor allem bei der kränklichen Marie Hannes wandelt sich die anfängliche Schwärmerei alsbald in eine tiefe Zuneigung zu ihrem "geliebtesten Onkel Karl", und umso größer ist ihr Schock, als der dieses zunehmend merkwürdige Verhältnis schließlich abrupt beendet. Lu Fritsch hingegen zeigt sich in ihren Briefen vor allem als Bewunderin und Kennerin von Mays Spätwerk. Ihre Verehrung richtet sich nicht so sehr auf Mays Person, ist aber nicht weniger grenzenlos und erreicht manchmal fast religiöse Dimensionen: "Ich verehre Herrn Dr. Karl May, als Prophet, als Mensch, als Reformator und Dichter." Von Willy Einsle, für den Karl May eine Art väterlicher Freund war, gibt es berührende Briefe, in denen er über seine Glaubenszweifel oder seinen Liebeskummer spricht. Auch aus mentalitäts- und sittengeschichtlicher Sicht ist das interessant. Dies gilt auch für das Kuriosum, dass Klara May sich noch zwei Jahre nach ihrer Hochzeit als Mays Schwester ausgibt, um Mays Scheidung von seiner ersten Ehefrau geheim zu halten. Erst 1905 äußert Willy Einsles Mutter den "furchtbaren Verdacht": "Ist May's Schwester, Frau Plöhn, nicht doch eigentlich seine Frau?", woraufhin May dann flugs das Versteckspiel eingestehen muss und darum bittet, "doch ja nicht bös darüber zu sein". So etwas liest sich durchaus vergnüglich und bringt einem auch den Menschen May näher. Am meisten zeigt der Band aber, wie enorm Mays Wirkung auf einzelne seiner Leser war (und sicher bis heute ist). Diese fünf Jugendlichen standen zwar in engerer Beziehung zu ihm als andere Leser, waren mit ihrer Begeisterung und Verehrung für "Old Shatterhand" aber natürlich nicht allein. Der Band wird von einem ausführlichen Vorwort eingeleitet und ist mustergültig kommentiert, sodass man beim Lesen stets genug über die Hintergründe der einzelnen Briefe erfährt. Dadurch wird man auch gut über manche Lücke in der überlieferten Korrespondenz hinweggeführt. Auf Band II, der die Fortsetzung des Briefwechsels ab 1910 bringt, bin ich sehr gespannt.

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