Der 8. Mai 1945 – ein welthistorischer Augenblick. Dieses Buch lässt den Tag – seine Vorgeschichte, den Ablauf, die Stunde der Kapitulationserklärung – in einer vielstimmigen Erzählung lebendig werden. Es führt in das gleichzeitige Geschehen an verschiedenen Orten und versammelt und verarbeitet authentische Aussagen unterschiedlicher Akteure und lässt somit teilhaben am Erleben Betroffener und Beteiligter. Auf »höchster« Ebene – was machen Stalin, Churchill, Truman? Was Keitel, Schukow, Eisenhower? Die Erzählung führt aber auch zu vielen anderen, etwa zu der jungen Berlinerin, der ein sowjetischer Offizier einen Stoffballen auf den Tisch wirft und verlangt, dass sie über Nacht eine amerikanische Flagge zur Siegesfeier näht. Oder zu dem Deutschen, der als Leutnant der Roten Armee in seine zerstörte Heimatstadt Berlin einzieht. Auch zu der Rotarmistin, der ein Vorgesetzter am Morgen des 8. Mai ein Kästchen mit dem Gebiss Hitlers übergibt, das sie zur medizinischen Begutachtung bringen soll, um den Tod des Führers zu beweisen … Die Herausgeber Alexander Rahr und Wladimir Sergijenko haben historische Dokumente und kostbare, wenig bekannte Zeitzeugenberichte gesichtet und zu einer einzigartigen Erzählung verarbeitet. Ihre Schilderung vergegenwärtigt diesen historischen Tag, der uns Nachgeborenen mehr als ein symbolisches Datum sein muss, und macht Geschichte lebendig.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
j.h.
aus Berlin
5/5
25.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
DER 8. MAI: GESCHICHTE EINES TAGES – Bewegende Begebenheiten aus der Sicht von 16 Personen
Zum 75. Jahrestag des als welthistorischer Augenblick in die Geschichte eingegangenen 8. Mai 1945 veröffentlichten Alexander Rahr (*1959) und Wladimir Sergijenko (*1971) das vorliegende Lesebuch, in welchem Vorgeschichte und Ablauf der Kapitulationserklärung aus dem Erleben direkt Beteiligter ebenso wie einfacher Bürger lebendig geschildert werden. Angesichts der unwürdigen Querelen um die Begehung des 80. Jahrestages im Jahr 2025 sollte das lesens- und diskussionswerte Nachwort von Alexander Rahr (abgeschlossen im April 2020) wohl eher zum Vorwort werden: „Der 8. Mai 1945 ist zweifellos eines der bedeutendsten Daten der Weltgeschichte. Es ist ein historischer Tag, der als solcher noch in 1000 Jahren in den Geschichtsbüchern stehen wird. In den vorangegangenen Kapiteln erhob das Buch keinen Anspruch, den 8. Mai 1945 „politisch“ zu deuten. Ziel des vorliegenden Buches war es, Menschen und Zeitzeugen über den 8. Mai 1945 sprechen zu lassen. Kommentare erübrigten sich. Im Nachruf am Ende des Buches soll allerdings eindringlich davor gewarnt werden, Geschichte als Waffe zu nutzen. Das wird leider getan. Es ziemt sich nicht, den 8. Mai 1945 für die heutige globale Konfliktlage zu instrumentalisieren.“ (S. 203)
Insgesamt 16 sehr unterschiedliche Personen kommen mit Erinnerungen unterschiedlichen Umfangs zu Wort. Diese wurden den am Ende genannten Quellen direkt entnommen bzw. entsprechend nacherzählt. Neben durchschnittlichen jungen Deutschen und Russen sind der Kriegsberichterstatter und später prominente Schriftsteller Konstantin Simonow (1915-1979), der spätere Arzt Moritz Mebel (1923-2021), der legendäre Dokumentarfilmer Walter Heynowski (1927-2024) sowie der später in die USA geflohene Gregory Klimow (1918-2007) vertreten. Letzterer schildert ebenso bewegend wie lebendig die Siegesfeier auf dem Roten Platz am 9. Mai 1945. Andere Episoden beschäftigen sich mit Gedanken zwischen Angst und Hoffnung auf der Flucht, der Suche nach dem toten Hitler, Hoffnungslosigkeit in einem Gefangenenlager, Selbstfindung einer BDM-Führerin in der Umerziehung oder Episoden am Rande der Kapitulations-Unterzeichnung in Berlin-Karlshorst. So entsteht vor dem Leser ein bewegendes Panorama von Kriegsende und Neuanfang. Noch einmal Alexander Rahr: „Zur Wahrheit des 8. Mai 1945 zählt auch, dass die USA und Großbritannien sich nicht beeilten, durch die Eröffnung einer zweiten Front im Westen die Sowjetunion zu entlasten. Die Alliierten-Landung in der Normandie geschah erst acht Monate vor dem Ende des Krieges. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hitler den Krieg im Osten schon verloren. In der westlichen Geschichtsschreibung und Erinnerungskultur haben dagegen die Amerikaner Europa vom Nationalsozialismus befreit.“ (S. 216) Dem ist angesichts der jüngsten Ereignisse (Russischer und Weißrussischer Botschafter bei Gedenkveranstaltungen unerwünscht) leider nichts hinzuzufügen.
Das mit zahlreichen eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Aufnahmen versehene Buch aus dem Verlag Das Neue Berlin ist für zeitgeschichtlich interessierte Leser sowie als Ergänzung für den Geschichtsunterricht sehr empfehlenswert.
Manuela404
5/5
11.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gänsehaut
Bin ich wirklich dort oder ist es nur ein Buch? Das dachte ich mir beim Lesen, es ist, als wäre ich vor Ort, am Tag der Befreiung, der Tag, der alles verändert hat. Noch nie habe ich ein Buch gelesen, welches so viele Perspektiven auf eine so außergewöhnliche Art und Weise zum Leben bringt. Besonders ist, dass es nicht nur um Stalin, Churchill, Truman Keitel, Schukow oder Eisenhower geht, sondern auch um alltägliche Personen, die wir hätten sein können.
Bewertung
aus Hennigsdorf
5/5
27.05.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührend
Man bekommt nicht harte Fakten, sondern man kann die verschiedenen Perspektiven von Menschen, die dabei waren lesen. Der 8. Mai 1945 wird lebendig erzählt und man ist durch die Fotos hautnah dabei. Absolut empfehlenswert!
Bewertung
aus Berlin
5/5
05.05.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, das Geschichte lebendig macht
Den Herausgebern ist durch die Verarbeitung historischer Dokumente und Zeitzeugenberichte eine ganz besondere Erzählung gelungen. Dieser Tag ist mehr als symbolisch ...
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