Die Journalistin Ella lebt zufrieden mit ihren Schafen Bertha und Suttner in einem Wohnwagen hinter dem ehemaligen Haus ihres Vaters. In die ein wenig trügerische Idylle platzt die resolute Elisabeth, die das Haus für sich beansprucht und kurzerhand in Beschlag nimmt. Kurz darauf zieht auch ihr Sohn Bob, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, ein. Als dann noch die wohlstandsverwahrloste 17-jährige Eleonore mit ihrem dauerschreienden Baby aufkreuzt, ist die ungewöhnliche neue Wohngemeinschaft komplett. Während sich alle langsam näherkommen und sich zwischen Ella und Bob eine leise Liebesgeschichte entspinnt, droht Ellas Vergangenheit alles zu zerstören ...
Ein warmherziger und sonnenheller Roman über schwarze Schafe, die mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen haben und ein Zuhause suchen.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Freudenberg
5/5
06.07.2020
Buch (Taschenbuch)
sehr lesenswerter Roman
Meine Meinung:
Dies ist der Debütroman von Theresa Kirchengast.Und ich finde er ist ihr hervorragend gelungen.
Der Schreibstil ist leicht,locker und flüssig.Die Seiten flogen nur so dahin.Einmal angefangen mit lesen wollte ich das Buch kaum noch aus den Händen legen
Ich habe Ella und einige andere Personen kennen gelernt.Natürlich blieb ich eine Weile bei ihnen.
Die Protagonisten wurden sehr gut beschrieben.Es gab fassettenreiche Charaktere welche bestens ausgearbeitet wurden.Besonders sympatisch fand ich Ella und Elisabeth.Ich habe die beiden gleich in mein Herz geschlossen.Aber auch alle anderen Personen waren interessant.
Die Autorin hat eine sehr lebendige Atmosphäre geschaffen.In mir war Kopfkino.Vor meinen Augen sah ich das große Haus,den Wohnwagen,die Schafe und alle Mitbewohner.Durch die flotte und packende Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Jeder Abschnitt wird aus Sichtweise einer anderen Person in der "Ich-Perspektive" erzählt.Das hat mir sehr gut gefallen.So konnte ich mich in die einzelnen Charaktere hinein versetzen und sie verstehen.Im Laufe der Handlung erfahren wir viel über ihre Vergangenheit,über ihre Ängste,Sorgen und Nöte.Langsam beginnen sie sich anzufreunden,Immer wieder gab es Geschichten die mich sehr berührt und bewegten.Und so habe ich mitgelitten,mitgefühlt und mitgebangt.Aber auch den Humor hat die Autorin nicht vergessen.Bei so mancher Situation habe ich mich köstlich amüsiert und konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.Viel zu schnell war ich am Ende des Buches angekommen.Ich hätte noch ewig weiter lesen können.Auch der Abschluss hat mich begeistert.
Das Cover finde ich sehr gut gewählt.Es passt perfekt zu dieser Geschichte.Für mich rundet es das brillante Werk ab.
Ich hatte viele unterhaltsame und lesenswerte Stunden mit dieser Lektüre.Natürlich vergebe ich glatte 5 Sterne.Ich kann das Buch nur empfehlen.
Michaela Weber
aus Weimar
5/5
30.06.2020
Buch (Taschenbuch)
Ein Roman mit viel herz und Wärme
Ella hat sich ein paar Jahre mit Reportagen und Kolumen durchs Leben geschlagen.Ihr Vater hat ihr das Elternhaus vererbt,aber für Ella ist es viel zu groß und so stellt sie sich lieber einen Wohnwagen in den idylischen Garten. Und schafft sich zwei schwarze Schafe Bertha und Sutter an-die den Rassen mähen sollen.Völlig überraschend taucht Elisabeth auf und beansprucht das Haus für sich.Es hätte ihr schon mal gehört und sie ist endeignet worden.Überrumpelt überläßt Ella ihr das Haus.Ihr Sohn Bob ,der im Gefängnis war kommt auch bald dazu.Und etwas später steht die 16 jährige Elenore mit ihrem Baby vor der Türe,sie wollte das Baby einfach da lassen-aber bleibt nun.....
Nach und nach lernt man die Charaktere mit ihren Nöten,Sorgen und Macken kennen.Die Autorin Teresa Kirchengast hat einen gelungenen warmherzigen und sehr emotionellen Roman geschrieben.Ihre Charaktere sind mit Ecken und Kanten,aber jeder einzelne hat viel Herzlichkeit auf seine Art.Jeder für sich konnte man nur lieb haben.Wobei ich mit Ella gelitten habe und sie öfter gerne mal gedückt hätte.Von der direkten, forschen Elisabeth war ich auch sehr begeistert,Ihre forsche Art und ihre Ausdrucksweise haben den Roman rund gemacht,sehr gerne 5 Sterne.
Bewertung
5/5
25.06.2020
Buch (Taschenbuch)
Tiefgründig und spannend
Bei „ Schwarze Schafe“ von Teresa Kirchengast handelt es sich um einen Roman.
Klappentext übernommen:
Die Journalistin Ella lebt zufrieden mit ihren Schafen Bertha und Suttner in einem Wohnwagen hinter dem Haus ihres verstorbenen Vaters. Bis eines Sommermorgens plötzlich die resolute Elisabeth auftaucht und das Haus in Beschlag nimmt. Als sich dann auch noch deren frisch aus dem Gefängnis entlassener Sohn Bob in die wohlstandsverwahrloste Eleonore mit ihrem dauerschreienden Baby dazugesellen, fängt der Trubel in der ungewöhnlichen neuen WG erst so richtig an..
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Dieser Roman lässt sich sehr flüssig lesen und einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
Dieser Roman wird abwechselnd aus der Sicht der Protagonisten erzählt. Dies bringt sehr viel Spannung in den Roman, da man so als Leser immer nur Bruchstücke aus deren Leben erfährt und gespannt darauf ist, wie es weitergeht.
Die facettenreichen Protagonisten werden tief und authentisch beschrieben. Jeder hat mit etwas anderem im Leben zu kämpfen oder ihnen ist in der Vergangenheit schlimmes widerfahren. Dies alles wird sehr realistisch beschrieben - super.
Das Aufeinandertreffen der Protagonisten ist plausibel und hat mir gut gefallen. Sie lernen sich langsam kennen und haben ein offenes Ohr für die Probleme ihrer neuen Freunde.
Ich empfehle dieses Buch weiter.
Elke Seifried
aus Gundelfingen
5/5
13.06.2020
Buch (Taschenbuch)
Gestrandete auf der Suche nach einem Zuhause
Nachdem sich Ella einige Jahre mit diversen Gelegenheitsjobs durchs Leben geschmuggelt und viele Eckchen Österreichs kennengelernt hat, kann sie nun von ihren Reportagen und Kolumnen, die sehr beliebt sind, leben. Da ihr das Häuschen, in dem sie aufgewachsen und das ihr der Vater vererbt hat, zu groß ist, hat sie sich dort im Garten gemeinsam mit ihren beiden schwarzen Schafen Bertha und Suttner in einem Wohnwagen recht gemütlich eingerichtet. Diese einsame, scheinbare Idylle wird jäh zerstört, als eines Tage Elisabeth mit den Worten, >>Kommen wir zur Sache: Das ist mein Haus, mein Grund und ich werde beides nun für mich beanspruchen.<<, vor ihr steht. Unfähig etwas entgegen zu setzten, „Die Absurdität dieser Behauptung über den Ort, an dem ich aufgewachsen bin, aus dem Mund einer vollkommen Fremden fegt mein Gehirn für einen Moment von jeder möglichen Antwort leer.“, nistet sich Elisabeth im Haus ein und schon wenig später gilt für Ella. „Ich stelle fest, dass mir ihre >>Hausbesetzung>> sogar ganz gut gefällt. Ich will das Haus ohnehin nicht, und ein bisschen Leben da drinnen ist vielleicht gar nicht so schlecht. Der Gedanke, dass irgendwann ihr Sohn aus dem Gefängnis auftauchen wird, beunruhigt mich schon eher.“ Dieser lässt nicht lange auf sich warten und kurz nach Bob schlägt auch noch Eleonore auf, die eigentlich geplant hat, „Ich wolle das Baby bei ihnen lassen. Ich dachte, das wäre eine gute Idee.“. Den schreienden Kevin alleine dalassen ist keine Option, deshalb werden beide kurzerhand auch noch einquartiert.
Als Leser lernt man nach und nach die einzelnen Mitspieler mitsamt ihren Sorgen, ihren Nöten und auch ihrer Vergangenheit kennen. Man darf rätseln, was sie zu dem gemacht hat, was sie sind und man fiebert mit, welche Beziehungen unter den Gestrandeten entstehen. Mehr will und darf man eigentlich gar nicht verraten.
Der warmherzige, flüssige Schreibstil der Autorin hat mir auf Anhieb gut gefallen und schnell hatte sie sich mit ihrer bewegend, lustigen und auch fesselnden Geschichte völlig im Bann. Sie lässt alle Mitspieler reihum immer aus der Ich-Perspektive erzählen, was einen allen toll nahe sein lässt. Sicher die richtige Wahl, bei einem Roman der so von Emotionen lebt, allerdings führt das auch dazu, dass man ab und an eine Szene in einer zweiten Variation berichtet bekommt, aber ich habe so gut wie nie Längen verspürt. Sehr gut hat mir gefallen, dass der Roman Humor viel Platz einräumt. Es gibt unzählige witzige Szenen, oft z.B. bei Jakobs Sozialberaterkurs, bei dem „grundsätzlich alles totdiskutiert und nach gruppendynamischen Problematiken gesucht“, wird. „Ich möchte der Welt etwas von der Liebe und Geborgenheit, die mich immer gewärmt haben, zurückgeben und …“ wird da schon mal in Gedanken mit „Guter Beitrag zur Klimaerwärmung, denke ich mir. Und kein Wunder, dass der mit den schwarzen Klamotten bei dreißig Grad warm ist – das ist keine Liebe, sondern falsche Kleiderwahl.“, kommentiert. Auch Elisabeths forsches Auftreten und ihren bitterbösen und direkten Ansagen, wie „Du kleiner Rotzlöffel, du! Seit wann wohnst du überhaupt da?“ oder „Du hast dich schon fortgepflanzt. Geh´s langsam an.“, haben mich oft schmunzeln lassen. Auch wenn mir ihr Sohn Bob deswegen oft leid getan hat, für den gilt nämlich, „Innerlich versinke ich im Boden. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie oft ich mich wegen Mama schon bis auch die Knochen blamiert habe. Eine erwachsene Frau Rotzlöffel zu nennen, reiht sich aber definitiv ganz oben in die peinlichsten gemeinsamen Augenblicke ein.“, konnte ich mir ein Grinsen da einfach nicht verkneifen. Auch emotional konnte mich die Autorin völlig einfangen. Empfinden, die mit den Worten „Dennoch mache ich mich mit einem altbekannten, vertrauten Gefühl auf den Heimweg. Das Gefühl, getäuscht und ausgenutzt worden zu sein. Ein Gefühl von unendlicher Einsamkeit, das entsteht, wenn man sich auf niemanden als sich selbst verlassen kann.“, beschrieben haben mich tief mitfühlen und mitleiden lassen. Sätze wie ein >>Er…. Er ist doch nur ein Mechaniker, was … und er … stottert. Er stottert und hat kein Geld. Soll ich das unserem Sohn antun?<<, haben mir z.B. auch einen Stich im Herzen versetzt.
Die Autorin zeichnet ihre Charaktere gelungen, authentisch und stattet alle mit ganz viel Ecken und Kanten, aber auch großen Stärken und vor allem ganz viel Profil aus. Ich mochte die gestrandeten Bewohner alle, sie sind mir in der Geschichte so richtig ans Herz gewachsen. Die größte Rolle nimmt sicher Ella ein, mit der ich gelitten, für dich ich so gehofft habe und die ich so oft gerne tröstend in die Arme genommen hätte. Bob, den die Polizei im Knast abgeliefert hat, >> Habe ich schon vermutet, dass du dich nicht zufällig mit dem Bus verfahren hast.<<, mit seinem großen Herz hat mich ganz schnell für sich eingenommen und ich habe so gehofft, dass aus den beiden ein Paar werden kann. Deshalb konnte ich zwar über Ellas Jugendliebe Jakob, der sich auf die Suche nach ihr machen will, viel schmunzeln, aber irgendwie hat er mir die Harmonie der beiden gestört, hätte im Gesamt aber sicher nicht fehlen dürfen. Richtig begeistert war ich dafür wieder von der direkten, forschen Elisabeth, die man einfach ins Herz schließen muss, und für die gilt, „Erstaunlich, wie Elisabeth es schafft, jeden einzelnen Satz so zu formulieren, dass man sich persönlich angegriffen fühlt und gleichzeitig weiß, dass sie gar nicht erst mit einem sprechen würde, wenn sie ihn nicht mögen würde. Insofern sind ihre Ausfälligkeiten womöglich gut versteckte Komplimente und Liebesbekundungen.“ „Manche Kinder passen wirklich nicht zu ihren Eltern. Blöd nur, wenn man von irgendeiner Himmelsmacht so ungünstig zugeteilt wird.“, das trifft es bei der wohlstandsverwahrlosten siebzehnjährigen Eleonore wohl ganz genau, aber vielleicht bekommt sie ja ihre ganz eigene Familie, wenn Justin nicht mehr so viel schreit und sie erkennt, was sie an dem gutmütigen Kevin hat, das darf man zumindest als Leser hoffen.
Alles in allem konnte mich die Autorin mit ihren schwarzen Schafen völlig einholen und deshalb sind 5 Sterne für den warmherzig, witzigen und berührenden Roman redlich verdient.
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