Seine Firma Bridgewater Associates ist der größte Hedgefonds der Welt, er selbst gehört zu den Top 50 der reichsten Menschen auf dem Planeten: Ray Dalio. Seit 40 Jahren führt er sein Unternehmen so erfolgreich, dass ihn Generationen von Nachwuchsbankern wie einen Halbgott verehren. Mit "Die Prinzipien des Erfolgs" erlaubt er erstmals einen Blick in seine sonst so hermetisch abgeriegelte Welt.
Seine Beobachtungen aus dem Geschäftsleben hielt Ray Dalio schon als junger Unternehmer in einem Notizbuch fest. Das war die Geburtsstunde seiner gut 200 "Prinzipien", die mit diesem Buch erstmals gebündelt vorliegen und kaum weniger als die Essenz des geradezu unheimlichen Erfolgs von Ray Dalio und seiner Firma darstellen. Kern dieser Prinzipien ist eine stetige Verbesserung durch radikale Transparenz und Wahrhaftigkeit, eine Art "Ideen-Meritokratie ", also eine Atmosphäre, in der sich die besten Ideen durchsetzen.
Die einzigartigen Prinzipien, mithilfe derer jeder den Weg des Erfolgs einschlagen kann, und die mitunter harten Lektionen, die ihn sein einzigartiges System errichten ließen, hat Ray Dalio auf eine bisher noch nie dagewesene, unkonventionelle Weise zusammengetragen
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Tolle Lebensgeschichte, viel Input, aber auch etwas lang
Patrick aus Aarau am 26.01.2021
Bewertungsnummer: 1284600
Bewertet: Hörbuch-Download
1a) Was soll man gross dazu sagen. 1b) Ein umfassendes Werk welches sehr viel Input liefert. 1c) Es zeigt aber auch die Person "Ray Dalio" etwas näher und seine Lebensgeschichte. 1d) Anhand der Schreibweise scheint er ziemlich auf dem Boden geblieben zu sein und im Herzen ein "guter" Mensch.
2a) Allerdings vorallem für Leute in einer führenden Position geeignet. 2b) Oder eben solche, welche sich im grossen Stil selbstständig machen möchten.
3a) Als Hörbuch fast etwas zu lang nach meinem Geschmack, aber ist nunmal auch ein riesen grosses Thema.
Die Ausmerzung menschlicher Fehler: ein vernünftiger oder ein hoffnungsloser Versuch
Dr_ M aus Sachsen am 26.01.2021
Bewertungsnummer: 1365076
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ray Dalio hat Außergewöhnliches geleistet. Mit seiner Hedgefond-Gesellschaft Bridgewater gelang es ihm in über 40 Jahren mit einem geringen Anfangskapital zu einem der reichsten Männer der Welt aufzusteigen. Bridgewater gehört zu den wertvollsten Unternehmen der USA. Wegen seiner Innovationskraft nennen Journalisten Dalio gerne den Steve Jobs der Finanzwelt. Dalio selbst lehnt solche Vergleiche ab und fliegt – wie er schreibt – gerne unterm öffentlichen Radar. Dass er dennoch dieses umfangreiche Buch über seine Prinzipien veröffentlicht, hat einen einfachen Grund: Bridgewater wurde von Journalisten als Sekte dargestellt, was nach Dalios Meinung dazu führte, dass er Schwierigkeiten bekam, hervorragende Leute zu rekrutieren. Seine Prinzipien kannten die Mitarbeiter von Bridgewater bereits seit langem, denn für sie waren sie ursprünglich bestimmt, nicht jedoch für die Öffentlichkeit.
Wer sich intensiv mit dem Handel von Wertpapieren befasst hat, weiß, dass man nur mit klaren und profitablen Prinzipien sein Kapital vermehren kann. Und genau das hat Bridgewater so erfolgreich gemacht. Der Kapitaleinsatz läuft hier fast ausschließlich nach ausgeklügelten automatisierten Algorithmen, die Dalio nur sehr allgemein umschreibt. Die Innovationskraft von Bridgewater liegt also vor allem in der Produktentwicklung und der algorithmischen Umsetzung dieser Ansätze.
Dalios Prinzipien sind nichts weiter als der Versuch, diese Herangehensweise auf Menschen und ihre Beziehungen zu übertragen. Naive Zeitgenossen glauben gerne, dass man die Herangehensweise besonders erfolgreicher Menschen einfach kopieren kann und dann ebenso erfolgreich wird. In der Regel funktioniert das nicht. Sehr oft hingegen werden die fleißigsten Nachahmungskünstler dann Motivationstrainer und versuchen andere zu dem Versuch zu verleiten, bei dem sie gerade gescheitert sind. Komischerweise funktioniert das oft für sie, denn die Verführung anderer beschert ihnen den Reichtum, den sie anders nicht erreichen konnten.
Bei Dalio liegen die Dinge aber ganz anders, er ist ein Selfmade-Milliardär und kein Dummschätzer ohne nachweisbaren Erfolg. Und genau das macht seine Prinzipien so attraktiv.
Nach der Lektüre dieses Buches könnte man vermuten, dass Dalio ein Asperger-Gehirn im leichten Spektrum besitzt. Das ist keine Krankheit, sein Gehirn arbeitet nur etwas anders als das anderer Menschen. Aus seinen Schilderungen kann man viele dafür typische Eigenschaften entnehmen: Dalio macht nur Sachen, von denen er überzeugt ist. Er kann sich keine Fakten merken, von denen er nicht weiß, ob er sie je brauchen wird. Insbesondere fällt ihm Auswendiglernen schwer. Jedweder Drill ist ihm zuwider. Er ist ein freier Denker. Entscheidend sind aber zwei Grundeigenschaften, die Asperger-Gehirne im leichten Spektrum definieren: unbedingte Ehrlichkeit und unbedingte Logik, insbesondere im menschlichen Verhalten. Und da haben wir sie, die beiden Prinzipien von Bridgewater: radikale Wahrhaftigkeit und radikale Transparenz. Dalio will Leute um sich haben, die so funktionieren wie er. Das übliche menschliche Verhalten geht ihm auf die Nerven, weil es sich vor allem daran orientiert, einen guten Platz in der Gruppe zu erringen und nicht an der zu lösenden Aufgabe. Es dominiert das Ego und die Unkenntnis eigener blinder Flecken, wie er es ausdrückt. In seinen Prinzipien geht es darum, diese und andere Makel auszumerzen. Radikal heißt übrigens nicht total.
Bis auf wenige Ausnahmen wird bei Bridgewater alles aufgezeichnet. Und jeder kann jedem auf der Suche nach einer guten Lösung alles sagen, was er möchte, solange er dabei nicht verletzend wird. Und weiter: Dalio versucht psychologische Profile von allem Mitarbeitern zu erarbeiten, damit diese für Aufgaben eingesetzt werden können, die ihnen besonders liegen. Das ist ihm nicht eingefallen, weil er anders funktioniert, sondern weil man bei Bridgewater an einer Problemlösung scheiterte und er hinterher analysierte, woran das gelegen hatte. Dalio stellte fest, dass die falschen Leute zusammen gesessen hatten und dass man hinterher nicht mehr feststellen konnte, wer eigentlich wie argumentiert hatte und warum. In seinen Prinzipien findet man deshalb nicht zufällig starke Bezüge zur Psychologie und zu den Neurowissenschaften.
Die in meinen Augen zentrale Frage, die sich mit diesem Buch verbindet, lautet: Können Menschen, die anders verschaltet sind als Dalio, lernen, sich so zu verhalten wie er? Dalios Prinzipien klingen logisch und einfach. Jedenfalls kommt mir das so vor, was sicher an meiner Verschaltung liegt. Menschen verhalten sich jedoch selten logisch und neigen dazu, Dinge zu verkomplizieren, weil sie eben genau das nicht machen, was Dalio vorschlägt.
Dalio vergleicht Menschen und Unternehmen gerne mit Maschinen. Natürlich kann man das auf einer abstrakteren Ebene so sehen und muss nicht gleich in Ohnmacht fallen, wenn solche Vergleiche gezogen werden. Die Crux liegt ganz woanders. Nicht jeder Unternehmer kann sich aussuchen, mit wem er zusammenarbeitet. Und das führt dann dazu, dass sich nicht alle den Prinzipien Dalios unterordnen werden, sollten sie eingeführt werden. Dalio löste dieses Problem ganz einfach. Er feuerte alle, die nicht ins System passten. So schuf er seine sogenannte Ideen-Meritokratie, bestehend aus radikaler Wahrhaftigkeit, radikaler Transparenz und glaubwürdigkeitsgewichteter Entscheidungsfindung. Für ihn ging es darum "kluge und unabhängige Denker" zusammenzubringen, die so funktionieren wie er. Dieses Modell wäre in Deutschland allein schon aus rechtlichen Gründen überhaupt nicht machbar. Bei Dalio steht es in den Verträgen.
Seine Prinzipien für die Arbeit machen den größten Teil dieses Buches aus. Seine Ideen Meritokratie erklärt er so: "Bringen Sie Ihre ehrlichen Gedanken auf den Tisch, arbeiten Sie mit überlegter Uneinigkeit und halten Sie sich an vereinbarte Methoden zum Überwinden von Uneinigkeit."
Auch wenn man aus welchen Gründen auch immer, nicht alles davon umsetzen kann, so bietet Dalio insbesondere mit seinen Prinzipien für die Arbeit ein in sich geschlossenes logisches System, um ein Unternehmen oder eine Organisation erfolgreich zu machen. Er selbst beharrt nicht auf seinem System, wohl wissend, dass seine Situation nicht immer auf andere Fälle übertragbar ist. Man solle aus seinen Erfahrungen lernen und für sich (und andere) eigene Prinzipien niederschreiben.
Dalio ist erfolgreich, und seine Prinzipien folgen dem gesunden Menschenverstand, weshalb sie nicht überraschend sind, wenn man ähnlich gestrickt ist. Allerdings ist sein Unternehmen auch recht speziell. Ebenso ist es das amerikanische Arbeitsrecht. Auch wenn man nicht alles auf deutsche Verhältnisse übertragen können wird und auch wenn man sich die Frage stellen kann, ob Dalios Prinzipien in seinem Unternehmen noch lange nach seinem Ausscheiden gelten werden, so sind sie doch eine inspirierende Anregung.
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