Die Kunst war ihre Leidenschaft. Die Liebe ihr Schicksal.
Paris 1937: Die rebellische Erbin Peggy Guggenheim genießt ihr Leben in der schillernden Künstlerbohème, eine glamouröse Abendgesellschaft folgt auf die nächste. Doch Peggy hat einen Traum. Sie will ihre eigene Galerie eröffnen und endlich unabhängig sein. Da verliebt sie sich in einen hochgewachsenen Schriftsteller mit strahlenden Augen: Samuel Beckett. Aber ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Peggys Traum lässt sich nur im fernen London verwirklichen, weit weg von Beckett. Und auch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf: Der Krieg zwingt zahlreiche Künstler zur Flucht aus Europa. Peggy hilft vielen von ihnen dabei – und begibt sich und ihre Liebe in große Gefahr ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
aus Ahrensburg
5/5
03.09.2020
Buch (Taschenbuch)
Eine Frau und ihre Liebe zur Kunst
Peggy Guggenheim war Kunstsammlerin und Galeristin, doch ihr Name ist uns heute vor allem dank der großartigen Guggenheim-Museen weltweit bekannt. Doch wer war Peggy Guggenheim wirklich? Was trieb sie an? Und wie kam es zu ihrer Liebe zur Kunst? Der historische Roman von Sophie Villard hat mir einen tiefen und ungeschönten Einblick in das Leben dieser beeindruckenden Frau gegeben. Vom Paris des Jahre 1936 bis in die USA des Jahres 1942 schildert die Autorin den Lebensweg dieser mutigen Frau, ihre Hochs und Tiefs. Geschichtlich befindet man sich zur Zeiten des Zweiten Weltkriegs und natürlich hatte auch diese Zeit ihre Schatten auf Peggy Guggenheim und ihre Liebe zur Kunst geworfen. Die Autorin, die selbst eine sehr gute Recherche für ihren Roman hinter sich gebracht hat, hat mir Peggy Guggenheim, ihre Zeit und ihr Wirken sehr nahe gebracht. Ich konnte in eine Welt voller Künstler, Träume aber auch Schrecken und Düsternis abtauchen. Für mich ein ganz besonderes Buch, da ich mich selbst sehr für Kunst und den Kunstbetrieb (z.B: in Galerien und Museen) interessiere.
"I look back on my life with great joy. I think it was a very successful life. I always did what I wanted and never cared what anyone thought. Women's lib? I was a liberated woman long before there was a name for it."
(Peggy Guggenheim)
Wenn man so will, spiegelt dieses Zitat die Haltung von Peggy Guggenheim, einer berühmten amerikanischen Kunstmäzenin, Sammlerin und Galeristin der Kunst des 20. Jahrhunderts. In ihrem biographischen Roman "Peggy Guggenheim" zeichnet Sophie Villard das aufregende, wechselvolle Leben einer außergewöhnlichen Frau nach, deren Leidenschaft die Kunst, deren Schicksal die Liebe gewesen ist.
Paris 1937: Die rebellische Erbin Peggy Guggenheim genießt ihr Leben in der schillernden Künstlerbohème, eine glamouröse Abendgesellschaft folgt auf die nächste. Doch Peggy hat einen Traum. Sie will ihre eigene Galerie eröffnen und endlich unabhängig sein. Da verliebt sie sich in einen hochgewachsenen Schriftsteller mit strahlenden Augen: Samuel Beckett. Aber ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Peggys Traum lässt sich nur im fernen London verwirklichen, weit weg von Beckett. Und auch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf: Der Krieg zwingt zahlreiche Künstler zur Flucht aus Europa. Peggy hilft vielen von ihnen dabei – und begibt sich und ihre Liebe in große Gefahr ...
Das in Sepia-Tönen gehaltene stilvolle Cover strahlt eine zurückhaltende Eleganz aus. Im Mttelpunkt steht eine dunkelhaarige Frau, die dem Betrachter den Rücken zuwendet. Sie trägt ein rotes Kleid, hält sich gerade und aufrecht, lässt sich nicht beirren und verliert ihr Ziel nicht aus dem Augen. Gewisse Assoziationen mit Peggy Guggenheim sind durchaus erlaubt.
Wie der Titel "Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück" verrät, ist der Lebensweg der Protagonistin nicht geradlinig verlaufen. Sie war nicht glücklich, sondern blieb zeitlebens eine Suchende. Dieser historische Roman konzentriert sich auf drei wichtige Phasen im Leben dieser kreativen Frau. Die literarische Reise beginnt in den späten 1930er Jahren in Paris, führt durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs und endet 1949, als Peggy Guggenheim den Palazzo Venier dei Leoni am Canal Grande, einen unvollendeten Palast aus dem 18. Jahrhundert in Venedig, erwirbt.
Sophie Villard ist ein einfühlsames Portrait einer außergewöhnlichen Frau gelungen, die in einem engen Austausch mit wichtigen zeitgenössischen Künstlern wie Wassiliy Kandinsky, Yves Tanguy und Max Ernst gestanden und sich selbst durch ihren Einsatz für die moderne Kunst ein bleibendes Denkmal gesetzt hat. Selten hat mich ein historischer Roman so sehr in seinen Bann gezogen. Er ist ein absolutes Muss für alle Menschen, die sich für Kunstgeschichte interessieren!
Bewertung
aus Magdeburg
5/5
19.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Fünf prägende Jahre im Leben der Peggy Guggenheim
„>>Was meinen Sie, was eine Frau glücklich macht, Peggy?<< Fragt auf einmal James mitten in ihre Gedanken hinein, als ob er sie gelesen hätte. >>Sind es Kinder, Kleider, Autos oder Männer?<< Er lachte schon über seinen eigenen Scherz. Aber ganz so unernst hatte er es wohl gar nicht gemeint. >>Es sind die Zeiten im Leben, in denen sie mit sich und ihren Entscheidungen vollkommen im Einklang ist.<<, sage Peggy prompt und stellte das leere Champagnerglas wieder auf das Tischtuch. (S.14)
Thema
Marguerite (genannt Peggy) Guggenheim – der Name steht für Eleganz, Glamour und Kunstliebe. Die 1898 in New York geborene Erbin einer Großindustriellenfamilie zog im Alter von 23 Jahren nach Paris, verliebte sich in die Stadt, in die Bohème Lebensart und in den französischen Maler und Bildhauer Laurence Vail. Doch die letztere Liebe hielt nicht lang und so begann Peggy sich mehr in das schillernde Pariser Nachtleben zu stürzen, Künstler kennenzulernen, Affären zu führen und Freundschaften zu schließen. Sie beschäftigte sich mit zeitgenössischer moderner Kunst: Dadaismus, Surrealismus, Expressionismus. Ein Traum wurde geboren, der Traum von einer eigenen Galerie.
Inhalt
Hier, an dieser Stelle in Peggys Leben, im Jahre 1937, setzt der Roman PEGGY GUGGENHEIM UND DER TRAUM VOM GLÜCK von Sophie Villard (das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Autorin) ein. Peggy verliebt sich in den Schriftsteller Samuel Beckett, der sie dazu ermutigt, ihren großen Traum umzusetzen. Doch dazu muss Sie nach London, fort von Beckett, der sie immer wieder magisch anzieht. Sie ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nichts von dem schrecklichen Krieg, der Europa bald darauf in einen Ort der Trümmer, der Angst und der Verfolgung stürzen wird. Zeitgenössische Maler, Bildhauer und Literaten wie Max Ernst, Marc Chagall und André Breton werden von den Nationalsozialisten verfolgt. Peggy kauft die, von den Nazis als „entartete Kunst“ betitelte, Werke auf und unterstützt die Künstler bei ihrer Flucht finanziell. Bei ihrer Hilfe gerät sie selbst in Gefahr.
Schreibstil
Die beeindruckende Persönlichkeit Peggy Guggenheim und ihre inspirierende Geschichte werden dem Leser in der Romanbiografie informativ, kurzweilig und mit einem Auge fürs Detail präsentiert. Im auktorialen Erzählstil erscheinen die Gedanken– und Gefühlswelt der Protagonistin sowie die Handlungen der Nebenfiguren, berühmte Künstler wie Djuna Barens, Marcel Duchamp, Yves Tanguy oder Max Ernst lebendig. Liebevoll atmosphärisch schafft die Autorin es, den Leser nach Paris, London und New York zu versetzen. Der Roman ist in drei Teile untergliedert und markiert so prägnante Lebensabschnitte von Peggy Guggenheim in den fünf aufregenden Jahren 1937 – 1942. Mit durchschnittlich 26 Kapiteln pro Abschnitt werden Ortswechsel und Zeitsprünge markiert. Zum Abschluss gibt es ein informatives Nachwort zu den einzelnen Schicksälen der, im Roman vorkommenden, Personen.
Autorin
Sophie Villard ist gelernte Journalistin und Politologin aus Dresden. Ihr ist es wichtig, über vergangene Zeiten zu schreiben und zu lesen. „Wir müssen uns an sie erinnern und dafür sorgen, dass sie sich nicht wiederholen, besonders die Zeit des Nationalsozialismus.“, heißt es dazu auf ihrer Internetseite. Von starken Frauen der Geschichte fasziniert und inspiriert, schreibt sie nun über diese herausragenden Persönlichkeiten, allen voran Peggy Guggenheim. Seit Villard in Venedig die berühmte Peggy Guggenheim Collection besuchte, lässt sie die ereignisreiche Biografie der Kunstsammlerin nicht mehr los – ein Glück für uns kunstinteressierte Leser!
Fazit
PEGGY GUGGENHEIM UND DER TRAUM VOM GLÜCK von Sophie Villard ist ein gelungenes Portrait der berühmten Kunstsammlerin, Erbin und Mäzenin Peggy Guggenheim. In Romanform beschreibt die Autorin fünf aufregende und prägende Jahre im Leben der starken und leidenschaftlichen Frau. Zwischen Liebe, Kunst & Krieg findet Peggy ihren Traum vom Glück. Ich habe den Roman sehr gern gelesen, zwischendrin nach den Künstler gegoogelt und mich von der Geschichte packen lassen. C’est bon, kann ich da nur sagen! Gerne mehr von der Autorin und von berühmten Frauen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts!
Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück| Sophie Villard| Penguin Verlag| 443 Seiten| 2020
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