Produktbild: Die Kartographie der Hölle

Die Kartographie der Hölle Roman

9

12,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

10.03.2020

Verlag

Insel Verlag

Seitenzahl

556 (Printausgabe)

Dateigröße

3811 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Kort over Paradis

Übersetzt von

Ulrich Sonnenberg

Sprache

Deutsch

EAN

9783458765769

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt
  • alle Texte können angepasst werden

Erscheinungsdatum

10.03.2020

Verlag

Insel Verlag

Seitenzahl

556 (Printausgabe)

Dateigröße

3811 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Kort over Paradis

Übersetzt von

Ulrich Sonnenberg

Sprache

Deutsch

EAN

9783458765769

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  • Bewertung

    aus St.Margarethen a.d.Sierning

    4/5

    29.03.2020

    eBook (ePUB)

    Sprachkünstlers Werk

    Knud durchlebt seine einsame Kindheit ohne nennenswerte Verwandtschaft und entschließt sich für das "brotlose" Studium der Literaturwissenschaften. Er kämpft gegen sich und seine Ideen und versumpft immer tiefer in Alkohol- und psychischen Problemen. Sein neuer "Freund" M verschafft im Gehör und Hilfe. Dieser stark autobiografische Roman besticht vor allem durch die vielschichtigen Sprachebenen mit ausgefeilten Sprachbildern. Der Leser muss sich völlig fallen lassen, um der Geschichte, die nicht chronisch dargestellt wird, folgen zu können. Der Autor mischt Szenen aus seiner Kindheit mit aktuellen Geschehnissen und Erlebnissen aus seiner Jugend- und Studentenzeit. Seine reale Welt mischt sich stark mit seinen Wünschen, Sehnsüchten, Träumen und Ängsten. Wer sich eine lineare Geschichte mit Unterhaltungswert erwartet, wird enttäuscht. Alle jene, die sich gerne auf ausgefeilte Sprachbilder einlassen, willkommen. Sie werden auf keinen Fall enttäuscht.

  • Bewertung

    aus Freiburg

    5/5

    28.04.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unvergleichlich

    Mit "Die Kartographie der Hölle" hat Knud Romer nun seinen zweiten, unabhängig vom ersten lesbaren, Roman geschrieben, in welchem er seine Familiengeschichte nach "Wer blinzelt, hat Angst vor dem Tod" weitererzählt. Er berichtet hier von seiner einsamen und doch behüteten und glücklichen Kindheit, nach der er sich für ein Studium der Literaturwissenschaften entscheidet. Doch das Studentenleben wirft ihn in einen tiefen Abgrund, er wird zum ziellosen Langzeitstudenten und versinkt immer mehr in einem Sumpf aus Alkohol und Drogen. Da erschafft er sich einen "Freund", genannt M, dessen sehr spannende Lebensgeschichte nun ebenfalls erzählt wird. Während Knud immer depressiver wird, und auch nachdem er das Studium hinschmeißt und als Werbefachmann arbeitet nicht die Finger von Alkohol und Drogen lassen kann, zieht M mit seinen Eltern quer durch die Welt. Doch diese Geschehnisse bilden nur den Rahmen für den wahren Star dieser Romanbiografie: Knud Romers unvergleichlich poetische Sprache. Denn wie der Autor hier mit Worten jongliert, welch beeindruckende Sprachbilder er hier erschafft um sowohl Glück als auch Elend zu beschreiben, das habe ich so bisher nur selten lesen dürfen. Knud Romers Sprache berauscht und mit jeder Seite verlor ich mich mehr in seiner Erzählung. Die eigentliche Handlung trat - obwohl stets sowohl emotional (bei Knud) als auch spannend (bei M) - mehr und mehr in den Hintergrund und ich hätte noch ewig weiterlesen können, egal was Knud Romer nun erzählt. Denn WIE er es erzählt muss man einfach gelesen haben. Ein Buch, dass ich mit Sicherheit nicht so schnell vergessen und sicher noch ein zweites (und drittes, und viertes...) Mal lesen werde.

  • Bewertung

    aus Kirchberg

    5/5

    27.04.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sprachgewaltige Kartographie des eigenen Lebensweges

    Knud Romer kartographiert in herausfordernder und einmaliger Sprachgestalt sein eigenes Leben. Aufgewachsen in Nykobing mit einer Landkarte vom Paradies über dem Bett, entwickelt Knud bei Besuchen seiner Oma in Deutschland die Liebe zur Literatur und den Traum, im Inselverlag ein Buch zu veröffentlichen. Einer einsamem Kindheit, ohne wirkliche Beziehung zu Vater und Mutter, folgt das Literaturstudium in Kopenhagen. Knud verliert währenddessen sein Gefühl für Raum und Zeit, versinkt in Alkohol und Drogen, während die Semester vergehen und seine Gedanken immer verwirrender werden. Seinen literarischen Kenntnissen und seiner Liebe zur Literatur tun die Drogen keinen Abbruch, denn immer wieder fließen Zitate aus Büchern, Verweise auf sie ein, auch wenn seine studiumstechnischen Aufsätze immer kurioser werden. Parallel zu Knuds Geschichte verfolgen wir das Leben von M, Knuds (halluziniertem Freund) durch den Nahen Osten. Mit M tauchen die Leser ein in die Kultur des Nahen Ostens, in die Zeit des kalten Krieges, eine farbige und spannende, einfühlsame Darstellung des Sohnes eines CIA-Agenten. Sprachgewaltig, herausfordernd, kritisch, originell, sarkastisch und spannend geschrieben berührt dieses Buch seine Leser. Der Sprachstil und die verworrene Geschichte, die Zeit und Raum durcheinander wirft, fordern heraus, schnelle Abfolge von Bildern, Geschichten, Metaphern lassen den Leser nicht abschweifen und fordern seine volle Aufmerksamkeit. Eine Empfehlung für jeden und jede, der/die, sprachliche hohe Literatur sucht und gleichzeitig über Politik und Geschichte, über Lebenswege und Irrwege lesen möchte.

  • Bewertung

    aus Namborn

    5/5

    30.03.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Sprachstil vom Feinsten

    Knud Romer hat mit diesem Roman den zweiten Teil einer Familiengeschichte geliefert, die es in sich hat. Aus einer absolut glücklichen Kindheit wird der Erzähler in ein Studentenleben katapultiert, das ihm den Boden unter den Füssen wegreißt.. Die Zeit der Studentenrevolte hinterlässt ihre Spuren auch in der Literaturwissenschaft. Poesie kommt hier nicht mehr vor. Knud ist dem nicht gewachsen und driftet ab in eine Welt voll Alkohol und Drogen. Als Begleiter und Freund schafft er sich die Figur von M., dessen Kindheit als Sohn eines Agenten von Heimatlosigkeit gezeichnet ist. Knud gelangt durch Zufall in die Werbebranche, wo er durch sein Talent große Erfolge feiert, macht einen Abstecher als Schauspieler und findet doch nicht aus seiner Depression heraus. Richtig schlimm wird es, als nach der Mutter auch noch der Vater verstirbt. Aber genau da, als alles zu Ende zu sein scheint, begegnet ihm die Liebe und verändert alles. Nicht nur diese Geschichte an sich zieht den Leser in seinen Bann. Die verwendete Sprache macht das Buch zu einem Juwel. Knud Romer kann mit Worten spielen wie kein anderer. Man taucht in die Beschreibungen und hört Musik, auch wenn er von den schlimmsten Zeiten seines Lebens spricht. So soll Sprache sein, schade, dass man das als Leser so selten erlebt.

  • Xirxe

    aus Hannover

    4/5

    07.04.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Knud Romers selbstgewählte Hölle

    Knud Romer wächst behütet auf, verwöhnt und geliebt von seinen Eltern, doch ohne Freunde. So schafft er sich einen Fantasiefreund, M., der ein völlig anderes Leben als Knud lebt. Während dieser mit zunehmenden Jahren von einer Karriere im Literaturbetrieb träumt, zieht M. mit seiner Familie von einem Land ins nächste. Von diesen beiden Lebensläufen erzählt 'Die Kartographie der Hölle' abwechselnd. Während Knud sein Literaturstudium aufnimmt und daran verzweifelt, verharrt die Geschichte M.s bei dessen Kindheit und Jugend, in der er mit seiner Familie von den USA nach Istanbul übersiedelt und dann weiter nach Teheran zieht. Während der fiktive Teil chronologisch dargestellt wird, ist Knuds Leben voller Sprünge, im übertragenen wie auch realen Sinn. Es geht von Dänemark nach Frankfurt nach Wien nach Island nach sonstwohin und man sollte sich nicht daran stören, hin und wieder den roten Faden zu verlieren. Knuds Dasein ist das eines Verlierers, der irgendwann zufällig auf die Gewinnerbahn kommt, die er zwar (eher unbewusst) zu nutzen weiss, die ihn aber gleichzeitig in den tiefsten Abgrund stürzt. Wirklich interessant habe ich diese Geschichte nicht gefunden, ganz im Gegensatz zu der von M. Fast schon sachbuchmäßig, aber durchaus unterhaltsam werden die Verhältnisse in den 70er Jahren in Istanbul und Teheran geschildert, wobei mir aber unklar blieb, wie hoch der Wahrheitsgehalt ist. Beispielsweise fand ich über die Aussage, dass die Zwillingsschwester des Schahs die eigentliche Macht im Staate und größte Drogenhändlerin des Landes war, nichts offiziell Bestätigtes. Allenfalls Gerüchte. Das wirklich Bemerkenswerte an diesem Buch sind eh nicht die Geschichten, sondern die Sprache, die der Autor ausgesprochen kunstvoll zu nutzen weiß. Beispielsweise wie es ist, keinen Großvater zu haben: "Streckt man die Hand in Richtung Vergangenheit aus, ist dort niemand, der sie ergreift. Man ist ohne Familie und ohne Geschichte, ohne Vergangenheit, man hängt mit nichts und niemandem zusammen. Als sei man vom Himmel gefallen. Man kommt nirgendwoher, man ist für immer ein Zugezogener und muss schauen. wo man bleibt." Oder "Jede Person war eine Tür, durch die man eintrat - und möglicherweise endete man an einem unbekannten Ort. Das konnte überall passieren und den Rest des eigenen Lebens bestimmen." Knud Romer hat einen Blick für das Wesentliche, das er dann scharfzüngig in Worte umsetzt: "Das Postterminal war die Endstation für viele, die ihr Studium hinschmissen. Die Literaturwissenschaft produzierte Verlierer am Fließband - und Invaliden. Das war die beste Zukunftsaussicht: eine Invalidenrente. Es ließ sich auf niedrigster Flamme vegetieren, man hatte Ruhe vor der Gesellschaft und konnte sie von einem höheren, idealistischen Standpunkt kritisieren, ohne gezwungen zu sein, sich für das Kapital zu prostituieren oder selbst zur Ware zu werden, wie es der Arbeitsmarkt verhieß." Es ist keine Biographie im üblichen Sinn, sondern eher ein kunstvolles Geflecht von Realität und Fantasie mit vielen essayartigen Einschüben zu etwas eigenwilligen, aber durchaus interessanten Themen, wie beispielsweise dem Tourette-Syndrom oder das Leben des Dr. Reinhold Aman, der Welt einzigem Maledictologen (Schimpfwortforscher).

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