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Schiefern Gedichte

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.03.2020

Abbildungen

mit Abbildungen

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

103

Maße (L/B/H)

21,8/14,2/1,5 cm

Gewicht

282 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-42921-1

Beschreibung

Rezension

»Die Landschaft zu beschreiben verlangt ein enormes Vokabular, rhythmisch virtuos und dem Gegenstand entsprechend schroff eingesetzt.« ("Frankfurter Rundschau")
»Indem Kinskys Gedichte das Schichtwerk der Zeit durchdringen, schaffen sie einen neuen, ungewohnten Blick auf die Gegenwart.« ("Der Sonntag")
»Bravourös legt Esther Kinsky mit Schiefern eine mit allen sprachlichen Wassern gewaschene Naturlyrik vor, die beweist, daß sie durchaus auch biographische Momente aufnehmen kann, formal komplex und vielfältig, phonetisch geschliffen und ausgeklügelt, gespickt mit Neologismen und Fachvokabular, dabei jedoch nicht abgehoben, sondern sehr tellurisch, ›mit beiden Füßen auf dem Boden‹, gefühlvoll und doch stets mit nüchternem Beobachterblick. Das ist Dichtung vom Allerfeinsten und ein rarer Hochmoment von intellektuellem Genuß.« ("Fixpoetry")
»Wir haben es mit einem Arkanum zu tun, verlockend und expressiv in jeder Silbe!« ("Bücher Magazin")
»[Es] fasziniert einen der große Wortreichtum der Autorin ...« ("Buchprofile (Michaelsbund) / Medienprofile (Borromäusverein)")
»Dichtung ist Schichtung; sie wird kenntlich als Sedimentierung der Sprache ... Eine Wiederverzauberung.« ("perlentaucher.de")

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.03.2020

Abbildungen

mit Abbildungen

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

103

Maße (L/B/H)

21,8/14,2/1,5 cm

Gewicht

282 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-42921-1

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

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  • Bewertung

    5/5

    04.04.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Preisverdächtiger Gedichtband

    Nan Shepherd staunt in “Der lebende Berg” an einer Stelle darüber, “dass Verzauberung aus einem so geringen Ding erwachsen kann.” Wobei wir uns bei dem vorliegenden “Schiefern” zwar in Schottland befinden, aber natürlich nicht wie Shepherd im schottischen Gebirge, sondern auf kargen Inseln der Hebriden./// Entgegen der gängigen Einstellung ist Gestein mitnichten ein geringes Ding. Hier wird seine immense Bedeutung, seine Struktur und Kantigkeit, mit allen Sinnen - mit rauhen Fingerkuppen - tastend erforscht. Geschmack findet sich in dem schwarzen Brot, in das ein Steinchen geraten ist, aber auch in süßem Bernstein (in Bezug auf eine Pflanze). Der Sehsinn erfährt eine fantastische Flut an Farben und Formen, in puncto Geruch heißt es da einmal “fährtenwittern”, und auch die Ohren bekommen einiges zu hören: “wie gestammelt hier/sintern die laute durch/zahnige schlitze...”/// Mit einer Fülle an “Sch”-Lauten schiebt sich Schiefer über Schiefer: es schleift, schimmert und schwitzt. Mal ist das Gestein schwarz, mal schuppig, mal schmutzig. Schichtung, Schotter, Schwefel, Scharten: ein Steinschlag an Reichtümern aus einem nicht versiegen wollenden Wortschatz. Auch vom Schreiben ist die Rede, und vom Scheitern daran, die verschütteten Erinnerungen wieder gänzlich zutage zu bringen und offenzulegen, “unstetes lautfeld/mit dürftiger fruchtfolge”. Lebendigkeit trotzt der Kargheit: Adern ziehen sich durch die menschlichen Körper, die Pflanzen, das Gestein. Wörter und Zeichnungen werden zu "Kritzelwesen". /// In der wahrhaft goldenen Mitte des Bandes befindet sich die “Beschreibung” der Fotografie einer Schulklasse mit 36 Kindern, die in Vierzeilern zu Wort kommen. Dort entsteht, unterstützt von einer besonderen Typologie, eine kleine Kakophonie von Stimmen, ein Ausschnitt aus der Alltagsgeschichte, ein so schlichtes wie erstaunliches Porträt des einfachen, oft harten Lebens aus kindlicher Sicht, eine Art schiefersoziologische Momentaufnahme, jeweils mit Stein. Die 37. Stimme ist die des Fotografen, der von Kind Nummer 16 seinerseits porträtiert wird: “Ich sehe den mann unter dem schwarzen/ tuch sieht er aus wie ein tier mit fünf/ beinen drei dünnen und zwei dicken/ die stehen wacklig auf den steinen.”/// Esther Kinskys außerordentliche Sprachkunst zeigt sich in gewohnt starken Bildern: “die brotzeit sitzt fein im geschirr/ die reisenden tragen gischt an der wimper.” Die Beschreibungen der Landschaft und Pflanzenwelt sind erschütternd schön: “von den blüten bleiben kahle dunkelrote beeren, länglich wie tropfen, spiegelnd bei lichteinfall, die im winter schwarz werden…” Ich bin schwer begeistert. /// Der Band weckt Sehnsucht: ach könnte man das Gesehene, Erfahrene, Erinnerte nur auch in solche, wenigstens annähernd bedeutsame Worte und Bilder fassen. /// Der neue Gedichtband von Esther Kinsky ist brilliant und unbedingt preisverdächtig.

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