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Was wir voneinander wissen Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

07.05.2020

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

2,2/13,3/20,9 cm

Gewicht

327 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Sight

Übersetzt von

Andrea O'Brien

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-05172-8

Beschreibung

Rezension

»Ein Roman von einer solchen Schwere und Schönheit, dass es einem teilweise den Atem verschlägt.« ("Bücher Magazin")
»Greengrass’ Stil ist beharrlich und kunstvoll. [...] Greengrass’ Roman fasziniert gerade durch die unterschiedlichsten Bestandteile.« ("Der Freitag")
»Der Roman [bietet] überraschende Einblicke in die Conditio Humana.« ("WDR 3")
»Ihre [Jessie Greengrass] Sprache und die Gedanken der Ich-Erzählerin sind so fesselnd, dass man sich ihr weder entziehen kann noch will.« ("Galore")
»Jessie Greengrass schickt ihre Leser*innen auf eine Reise. Eine Reise des Zweifelns, des Blinzelns, des mutigen Blickens. [...] Und das in wunderschönster Sprache.« ("rbb Kultur")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

07.05.2020

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

2,2/13,3/20,9 cm

Gewicht

327 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Sight

Übersetzt von

Andrea O'Brien

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-05172-8

Herstelleradresse

Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE
produktsicherheit@kiwi-verlag.de

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  • https://lieslos.blog/

    5/5

    15.09.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Tiefgründig, sprachlich herausragend und anspruchsvoll.

    Eine intensive Beschäftigung mit tiefgründigen Fragen und die Angst vor Fehlentscheidungen. Orientierung an Anderen und Anderem, um zu sich selbst zu finden. Poetisch, philosophisch, psychologisch, wissenschaftlich, brisant und kurzweilig. Ausgehend von der Frage, ob sie, schließlich zum zweiten Mal schwanger, noch ein zweites Kind haben möchte, beschäftigt sich eine Frau, die namenlose Ich-Erzählerin, mit dem Leben ihrer Mutter und ihrer Großmutter. So wie ein ins Wasser geworfener Stein konzentrische Kreise verursacht, kommt die Autorin von der zentralen Fragestellung hin zu anderen Menschen und anderen Themen. Sie überdenkt einschneidende Entscheidungen und ihre eigene Rollle. Sie reflektiert ihre Beziehungen zu wichtigen Bezugspersonen und ihren Umgang mit Schicksalsschlägen. Es ist originell (aber nachvollziehbar), dass sie mit ihren Überlegungen bei der großen Verbundenheit und innigen Beziehung des Psychoanalytikers Sigmund Freud und seiner Tochter Anna, ebenfalls Psychoanalytikerin, ankommt und es ist interessant, dass ihre Gedanken zum ersten Kaiserschnitt wandern, wobei Mutter und Kind wegen mangelnder Hygiene keine Chance hatten, zu überleben. Sie streut immer wieder biographische Details berühmter Wissenschaftler wie Wilhelm Conrad Röntgen und John Hunter ein. Warum zieht sie all diese Berühmtheiten zu Rate? Auf den ersten Blick erscheint es willkürlich. Aber inzwischen glaube ich, dass sie sich genau mit diesen Persönlichkeiten beschäftigt, weil sie sich alle in irgendeiner Weise mit den Themen Schwangerschaft, Geburt, Kinder, Durchblick, Weitblick, Blick ins Innere und Erkenntnis auseinandergesetzt haben. Immerhin sucht die ich Erzählerin ja auch nach einer Erkenntnis. Sie sucht Antworten auf existentielle Fragen und letztlich, meine ich, den Sinn des Lebens. Im Verlauf des Romans erfahren wir von erniedrigenden und traumatisierenden Erfahrungen und so einiges über ihre Biografie, die einerseits von zu großer Distanz und andererseits von zu großer Nähe geprägt ist, und das wiederum erklärt den Grund für ihre Auseinandersetzung mit der Mutterrolle im Speziellen und mit ihrer Sinnsuche im Allgemeinen. Die Mutter der Erzählerin war kühl und distanziert und es ist davon auszugehen, dass sie ihrer Tochter, der namenlosen Ich-Erzählerin, nicht genug emotionale Zuwendung geben konnte. Sie, also die gerade erwähnte Mutter, wurde von der eigenen Mutter, einer Psychoanalytikerin, in deren Ausbildung als Probandin, „missbraucht“. Keine Wunder, dass sie auf die übergriffige und bedrohliche Nähe mit schützender emotionaler Distanziertheit reagierte, was ihrer eigenen Tochter, der Ich-Erzählerin, wiederum schadete und eine Art innerer Leere bescherte. Die Autorin erzählt überwiegend in sachlich-nüchterner Sprache, benutzt brillante Formulierungen, wortgewaltige Metaphern und bildet zum Teil ellenlange Sätze. Unterm Strich schreibt sie davon, dass man erst dann eine liebevolle und herzliche Mutter werden kann, wenn man selbst genügend Aufmerksamkeit und emotionale Zuwendung erhalten hat. Ich empfehle das anspruchsvolle, sprachlich herausragende und gelungene Werk gerne weiter, möchte es jedoch ungern als typischen Roman bezeichnen.

  • Daniela Heinen

    aus Sankt Augustin

    5/5

    01.06.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schwierige Lektüre

    Sprachlich finde ich dieses Buch ganz toll. Die Autorin versteht es, sich auszudrücken, benutzt herrlich lange Sätze und viele Metaphern, aber leider konnte mich die Geschichte mich nicht überzeugen. Das Buch fängt an mit den Gedanken einer Ich Erzählerin zum Thema Mutterschaft. Sie will eine Entscheidung treffen, entweder dafür, Mutter zu werden oder dagegen. Dabei ist das bereits in der Vergangenheit geschehen, denn sie erwartet ihr zweites Kind. Ich habe verstanden, dass die Ich Erzählerin sich mit ihrer eigenen Mutter und Großmutter beschäftigt. Mit deren Mutterrollen, ihren Beziehungen zueinander. Doch immer wieder kommen dazwischen auch Textpassagen über Wissenschaftler wie Röntgen oder Freud... Diese Passagen sind nicht uninteressant, aber ich kann da nicht wirklich eine Verknüpfung herstellen zur Ich Erzählerin. Also für mich ein schwieriges Buch, das mich nach dem Lesen ein wenig unbefriedigt und ratlos zurück lässt.

  • yellowdog

    4/5

    07.05.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gratwanderung zwischen sachlich und emotional

    Die britische Autorin Jessie Greengrass schaffte es, den emotionalen Zustand ihrer Protagonistin sachlich und nachvollziehbar zu verdeutlichen und die wissenschaftlichen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts, z.B. durch Roentgen oder Freud, zu spiegeln. Die Icherzählerin erzählt von ihren inneren Zwiespalt vor der Geburt des ersten Kindes und Krankheit, Pflege und Tod der Mutter. Obwohl es aufwühlend ist und sie auch in einem Zustand der Trauer führte, erscheint mir der gewählte Stil dafür der richtig ausgewählte. Andererseits ist es manchmal mit der Zeit doch zu sachlich und kühl. Es bleibt halt eine Gratwanderung. Es gibt viele Beobachtungen, die die Autorin gut in Worte fasst. Das hilft, auch die manchmal langweiligeren Passagen zu überwinden. Insgesamt war ich zufrieden mit dem Buch, obwohl ich es auch nicht überbewerten würde.

  • Bewertung

    5/5

    04.08.2020

    eBook (ePUB 3)

    woher komme ich

    Schon das Cover läßt Vermutungen über einen außergewöhnlichen Roman zu.Jessie Greengrass legt ihrer Protagonistin vielfältige Gedanken und Vermutungen in den Mund, als sie zum zweiten mal schwanger ist. Eigentlich will die Frau nur alles richtig machen. Dazu versucht sie rückblickend im Leben der Mutter und Großmutter, einer Psychoanalytikerin, nach Antworten. Das ist sicher ein guter Weg, um mehr über sich und die eigene Prägung zu erfahren. Doch damit nicht genug erweitert die Frau ihrer Gedankengänge auf das Lebenswendepunkte berühmter Persönlichkeiten. Sie sucht Muster und Ideen, die sich auf ihr Leben übertragen lassen. Dabei schaut sie auf Conrad Röntgen und die Entdeckung der X – Strahlen, sowie auf Sigmund und Anna Freud und ihre Form der Psychoanalyse. John Hunter und seine Verdienste beim Erforschen der Anatomie schaut die Frau auch an. Mich persönlich überraschte die Unterschiedlichkeit der Personen, die sie anschaut. Gemeinsam ihnen der Verdienst um die Entwicklung der Medizin. Die Frau trägt sich mit schwerwiegenden Fragen und sucht nach Antworten, die sie ggf. in ihrem Leben anwenden kann. Sie möchte unbedingt alles richtig machen und ihrem Kind das Beste mitgeben. Jessie Greengrass hat hier keinen Familienroman vorgelegt. Sie ist die Beobachterin einer Frau, die sich mit den elementaren Fragen ihres Lebens auseinandersetzt. Dabei versteht sie es die Gedankengänge der Frau wortgewaltig und in geschickten Metaphern zu präsentieren. Es sind die elementaren Fragen, die sich Menschen gerne an den Wendepunkten in ihrem Leben stellen. Eigentlich steht die Protagonistin exemplarisch für alle Menschen. Sprachlich ist das Buch ein Hochgenuss. Mich beeindruckte auch die Auswahl der Mediziner, die alle auf ihre Art in den Menschen hineinschauen. Ich sehe in dem Buch einen besonderen Roman, der sich den Fragen stellt, die Menschen an wichtigen Wendepunkten ihres Lebens bewegen.

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