„Der Kanzleibeamte Goljadkin steht eines Nachts seinem Doppelgänger gegenüber und schnell weicht Verblüffung der Panik: Der Doppelgänger bedroht Goljadkins Identität und so beginnt ein Kampf, an dessen Ende einer der Beiden in der Psychiatrie landet während dem anderen beruflicher und privater Aufstieg gelingt.“ Redaktion Gröls-Verlag (Edition Werke der Weltliteratur)
Kundinnen und Kunden meinen
3.7/5.0
Bewertung
5/5
12.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tiefgründiger Dostojewski
Laut Nabokov soll der Doppelgänger das beste Buch von Dostojewski sein. Die Sprache, die Handlung und die psychologische Tiefe ist einfach nur beeindruckend. Ich fand es sehr angenehm, dass der Handlungsstrang deutlich direkter ist als z.B. bei Schuld und Sühne.
Ich empfehle es allen, die bereits ein Buch von Dostojewski gelesen haben und sich vielleicht auch für Thematiken wie Schizophrenie interessieren.
the hopeless romantic
3/5
05.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tolles Buch
Ich bin baff…
Zunächst muss ich sagen, dass es sehr schwer ist als Leser:in die Handlung nachzuvollziehen, besonders in den ersten vier Kapiteln. Erst später konnte sich für mich rauskristalisieren worum es geht, darum die Abzüge. Auch finde ich die Sprache umständlich, auch wenn ich verstehen kann, dass es für die Figuren der Handlung charakteristisch sein könnte.
Abgesehen davon halte ich ,,Die Doppelgänger“ von Dostojewski für ein klasse Buch! Die Spaltung des ,,Ichs“ von Goljadkin wird auf jeder Dimension beleuchtet, besonders die inneren Monologe gefallen mir sehr, da sie das Innenleben einer in sich gespaltenen Person wiedergeben. Nach dem Lesen gibt es vieles zu reflektieren und interpretieren, auf psychologischer Ebene unglaublich interessant und nervenaufreibend!
Raumzeitreisender
aus Ahaus
3/5
05.06.2016
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Realität und Wahn…
Zwischen Realität und Wahn Die Novelle erschien erstmals 1846 und gehört zu den Frühwerken von Fjodor Dostojewski. Seine Vorliebe für menschliche Abgründe, wie er sie in „Schuld und Sühne“ perfektioniert hat, zeichnet sich in diesem Werk bereits ab. Dennoch ist „Der Doppelgänger“ weit entfernt von seinen genialen Hauptwerken. Das Buch handelt von Jakow Petrowitsch Goljadkin, einem Titularrat an einer Petersburger Behörde und seiner psychischen Erkrankung. Bereits zu Beginn des ersten Kapitels deutet sich sein Realitätsverlust an, der sich durch das gesamte Buch zieht. „... ob er aufgewacht ist oder noch schläft, ob alles, was jetzt um ihn herum vorgeht, Wahrheit und Wirklichkeit ist oder eine Fortsetzung seiner wirren Träume.“ (7) Es geht um verschmähte Liebe, um Verleumdung und um Probleme mit der Identität, alles drei Themen, die Stoff für große Romane liefern. Mit Identitätsproblemen haben sich in der Vergangenheit verschiedene Autoren beschäftigt, z.B. Leo Perutz in „Der schwedische Reiter“ und José Saramago in "Der Doppelgänger". Während es bei Perutz um real vertauschte Identitäten geht, ist es bei Saramago die psychische Zerrissenheit seines Protagonisten Afonso, die im Fokus steht. Psychisch zerrissen ist auch Protagonist Goljadkin. Schwer verständlich aber vielleicht auch genial ist, dass dieser nicht wechselhaft mit unterschiedlicher Identität agiert, sondern „real“ als zwei Personen in Erscheinung tritt. Phasenweise ist für den Leser die Situation klar („Aber wie groß war das Erstaunen, als [um 8:00 Uhr morgens] nicht nur der Gast [Jakow Petrowitsch Goljadkin], sondern sogar auch das Bett, auf dem der Gast geschlafen hatte, aus dem Zimmer verschwunden war!“ (99)) und phasenweise ist das Thema einfach schwer verständlich umgesetzt worden. Wer Dostojewski kennen lernen möchte, sollte „Die Brüder Karamasow“ oder „Schuld und Sühne“ lesen. „Der Doppelgänger“ ist m.E. eher was für diejenigen Leser, die sich im Rahmen literarischer Studien mit dem Lebenswerk Dostojewskis beschäftigen. Es ist ein Entwicklungsroman, der deutlich macht, dass die Beschreibung der menschliche Psyche zu Dostojewskis Stärken gehört.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.