Kurz nach der Wiedervereinigung treiben in den Dörfern an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze rechtsradikale Banden ihr Unwesen. Sie schrecken auch vor extremer Gewalt nicht zurück.
Die Studenten Daniel und Bernd geraten auf ihrer Reise von Bonn nach Berlin zwischen die Fronten. Skinheads überfallen das türkische Lokal, in dem sie essen wollen. Es gibt acht Tote. Daniel und Bernd gelingt zwar die Flucht, aber sie haben sich viele neue Feinde gemacht.
Für Kriminalkommissar Helmut Jordan von der Kripo Wolfenbüttel entwickelt sich ein brisanter Fall. Die Täter, die er sucht, sind zugleich Opfer.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
bolie
aus Langscheid
5/5
07.12.2019
eBook (ePUB)
Zwei Studenten aus Bonn…
Zwei Studenten aus Bonn möchten einen Auftrag erledigen. Sie jobben hin und wieder als Kuriere und das heißt, dass sie Waffen von ihrem Auftraggeber zu dessen Kunden bringen. In dem Buch führt sie der Weg von Bonn nach Wolfenbüttel. Während der Fahrt bekommen sie Hunger und halten in einem kleinen Ort. Sie finden schnell ein türkisches Lokal und bestellen dort ihr Mittagessen. Leider begegnen sie dabei auch einer Gruppe von auf Krawall gebürsteten Skinheads. Die vergreifen sich am türkischen Wirt und töten ihn. Die beiden Studenten erinnern sich an die Waffen, holen sie und rächen den Ermordeten. Dabei töten sie alle sieben Nazis und fliehen danach in Richtung Wolfenbüttel. Eine abenteuerliche Flucht vor den Kameraden der Skins, der Polizei und ihrem Auftraggeber beginnt. Tödlicher Halt ist ein Buch, welches zum Nachdenken anregt. Wie weit darf/muss Zivilcourage gehen und wie sieht es aus, wenn man sich selbst gefährdet? Ist es vielleicht sogar besser, wenn man wegschaut? Es ist actionreich aber in keiner Weise utopisch geschrieben. Leider ist es ja noch immer Realität, dass Rechte nach dem Leben von Flüchtlingen und Migranten trachten. Bis zum Schluss war ich gefesselt von der Story und dem angenehmen Schreibstil des Autors. Die verschiedenen Erzählstränge ergeben am Ende ein stimmiges Gesamtbild. Gut fand ich auch, dass sachlich geschrieben und ohne erhobenem Zeigefinger berichtet wird. Ich gebe gute vier Sterne und empfehle das Buch ausdrücklich.
KerMeliest
aus Berlin
4/5
16.12.2019
eBook (ePUB)
Aktueller pageturner
Die Geschichte von Daniel und Bernd lässt den Leser nicht kalt. Beim lesen werden sie einem sympathisch und in der Situation in der sie plötzlich stecken möchte man sich nicht ausmalen wie man selbst reagiert. Es ist spannend zu lesen wie man selbst zwischen Recht und Mord, zwischen Zivilcourage und Selbstjustiz schwankt. Der rechte Mop wird leider in Wirklichkeit nicht weniger und die Probleme sind nicht aus der Luft gegriffen. Ein aktueller pageturner der nicht nur das Genre Krimi bedient sonder noch nachhaltig im Kopf bleibt. Von mir tolle vier Sterne- und der Wunsch nach mehr. Leseempfehlung
isabellepf
aus Gaggenau
4/5
24.10.2019
eBook (ePUB)
"Tödlicher Halt" von Arne…
"Tödlicher Halt" von Arne Dessaul ist ein etwas anderer Krimi über Rassismus, rechte Gewalt und zeigt wie schmal der Grad zwischen Zivilcourage und Mord ist. Die beiden Studenten Daniel und Bernd bessern ihren Lebensstandard mit Kurierfahrten für einen Bonner Hehler auf. Bei ihrer Durchreise Richtung Berlin kehren sie in ein nahegelegenes Lokal ein und lernen dort den türkischen Besitzer Ali kennen. Doch schon kurze Zeit später, wird die Kneipe durch eine Gruppe hasserfüllter Skinheads aufgesucht, die den Wirt fremdenfeindlich und auf brutale Art und Weise attackieren. Um das Leben des Wirtes und ihr eigenes zu retten nutzen sie die mitgeführte Kurierware die aus zwei P1 Waffen besteht - die Folge daraus ist ein Blutbad aus acht Toten. Kommissar Helmut Jordan von der Kripo Wolfenbüttel beginnt zu ermitteln, das sich zu einem brisant und gefährlich komplizierten Fall entwickelt. Arne Dessaul hat mit "Tödlicher Halt" einen etwas anderen Krimi geschrieben, indem er sich mit der Thematik Fremdenfeindlichkeit, rechte Gewalt und Rassismus befasst. Doch wie weit darf das eigene Einschreiten und Zivilcourage gehen, wann ist es Mord? Ein schmaler Grad bei dem die Gerechtigkeit schnell in blutigem Hass endet. Gerade durch die jüngsten Ereignisse in Halle, gewinnt Arne Dessauls Werk ebenfalls an Brisanz, indem er gleich zu Beginn ein hochaktuell und explosives Szenario schildert. Angestachelt von den Ereignissen in Hoyerswerda, nach der Wiedervereinigung im Jahr 1992, zieht ein rechte Mob Skinheads durch die Dörfer, die den dort lebenden Ausländern mit Hass, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit begegnen. Die Charaktere Daniel und Bernd handelt in Selbstjustiz, nutzen Waffen und töten. Obwohl der Autor durch einen gut geschildert und erschreckend aktuellen Fall schnell in die rechte Szene entführt, stand ich beim lesen teilweise vor einem moralischen Dilemma. Denn einerseits sollte man unter keinen Umständen wegschauen, doch wann endet das mutige und furchtlose Eingreifen wie es Daniel und Bernd in diesem Fall getan haben, das mit einer Vielzahl an Toten endet? Der Schreibstil war für mich anfangs etwas kompliziert und unstrukturiert, der sich jedoch mit der Zeit ganz fliessend liest und ein zügiges Vorankommen durch die kurzen Kapitel bereitet. Aufgebaut ist die Handlung in zwei Erzählstränge, die durch konstanten Perspektivenwechsel, zeitweise für Spannung sorgen. Denn in einem Strang ermittelt Helmut anfänglich undercover in einer Disco um einen Drogenring aufzudecken und im weiteren Strang, begleitet man die beiden Studenten auf ihrer Kurierfahrt nach Berlin. Im weiteren Verlauf fügen sie die Stränge durch eine Reihe an Zufällen zusammen, die Studenten lernen zwei nette Mädchen kennen und befinden sich seit diesem Moment auf der Flucht vor den Rassisten und der Polizei. Verworren und brutale Albträume suchen Helmut und Daniel auf, das dem ganzen für mich einen ungewöhnlichen Touch verliehen hat. Auch das sehr offen gehaltene Ende war nicht ganz nach meinem Geschmack, für mich blieben einfach zu viele Fragen unbeantwortet, das zwar genügend Raum für unzählige Möglichkeiten bietet aber für mich insgesamt ein unbefriedigendes Ende war. Obwohl gute Ansätze und Gedankengänge sich durch die Handlung ziehen, empfand ich die Handlungsstränge insgesamt auch als zu schnell abgearbeitet, hier hätte ein ausführlichere Darstellung der Handlung gut getan. Auch wenn mich das Ende nicht wie erwartet begeistern konnte, ist es ein Krimi dem man sich nicht verschliessen sollte. Er öffnet die Augen und zeigt den schmalen Grad der Zivilcourage und den immer noch grossen Hass und Fremdenfeindlichkeit gegenüber Ausländern.
Isabellepf
aus Gaggenau
4/5
24.10.2019
eBook (ePUB)
Wenn Zivilcourage zur tödlichen gewalt wird
"Tödlicher Halt" von Arne Dessaul ist ein etwas anderer Krimi über Rassismus, rechte Gewalt und zeigt wie schmal der Grad zwischen Zivilcourage und Mord ist.
Die beiden Studenten Daniel und Bernd bessern ihren Lebensstandard mit Kurierfahrten für einen Bonner Hehler auf. Bei ihrer Durchreise Richtung Berlin kehren sie in ein nahegelegenes Lokal ein und lernen dort den türkischen Besitzer Ali kennen. Doch schon kurze Zeit später, wird die Kneipe durch eine Gruppe hasserfüllter Skinheads aufgesucht, die den Wirt fremdenfeindlich und auf brutale Art und Weise attackieren. Um das Leben des Wirtes und ihr eigenes zu retten nutzen sie die mitgeführte Kurierware die aus zwei P1 Waffen besteht - die Folge daraus ist ein Blutbad aus acht Toten. Kommissar Helmut Jordan von der Kripo Wolfenbüttel beginnt zu ermitteln, das sich zu einem brisant und gefährlich komplizierten Fall entwickelt.
Arne Dessaul hat mit "Tödlicher Halt" einen etwas anderen Krimi geschrieben, indem er sich mit der Thematik Fremdenfeindlichkeit, rechte Gewalt und Rassismus befasst. Doch wie weit darf das eigene Einschreiten und Zivilcourage gehen, wann ist es Mord? Ein schmaler Grad bei dem die Gerechtigkeit schnell in blutigem Hass endet. Gerade durch die jüngsten Ereignisse in Halle, gewinnt Arne Dessauls Werk ebenfalls an Brisanz, indem er gleich zu Beginn ein hochaktuell und explosives Szenario schildert.
Angestachelt von den Ereignissen in Hoyerswerda, nach der Wiedervereinigung im Jahr 1992, zieht ein rechte Mob Skinheads durch die Dörfer, die den dort lebenden Ausländern mit Hass, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit begegnen. Die Charaktere Daniel und Bernd handelt in Selbstjustiz, nutzen Waffen und töten. Obwohl der Autor durch einen gut geschildert und erschreckend aktuellen Fall schnell in die rechte Szene entführt, stand ich beim lesen teilweise vor einem moralischen Dilemma. Denn einerseits sollte man unter keinen Umständen wegschauen, doch wann endet das mutige und furchtlose Eingreifen wie es Daniel und Bernd in diesem Fall getan haben, das mit einer Vielzahl an Toten endet?
Der Schreibstil war für mich anfangs etwas kompliziert und unstrukturiert, der sich jedoch mit der Zeit ganz fliessend liest und ein zügiges Vorankommen durch die kurzen Kapitel bereitet.
Aufgebaut ist die Handlung in zwei Erzählstränge, die durch konstanten Perspektivenwechsel, zeitweise für Spannung sorgen. Denn in einem Strang ermittelt Helmut anfänglich undercover in einer Disco um einen Drogenring aufzudecken und im weiteren Strang, begleitet man die beiden Studenten auf ihrer Kurierfahrt nach Berlin. Im weiteren Verlauf fügen sie die Stränge durch eine Reihe an Zufällen zusammen, die Studenten lernen zwei nette Mädchen kennen und befinden sich seit diesem Moment auf der Flucht vor den Rassisten und der Polizei. Verworren und brutale Albträume suchen Helmut und Daniel auf, das dem ganzen für mich einen ungewöhnlichen Touch verliehen hat. Auch das sehr offen gehaltene Ende war nicht ganz nach meinem Geschmack, für mich blieben einfach zu viele Fragen unbeantwortet, das zwar genügend Raum für unzählige Möglichkeiten bietet aber für mich insgesamt ein unbefriedigendes Ende war.
Obwohl gute Ansätze und Gedankengänge sich durch die Handlung ziehen, empfand ich die Handlungsstränge insgesamt auch als zu schnell abgearbeitet, hier hätte ein ausführlichere Darstellung der Handlung gut getan.
Auch wenn mich das Ende nicht wie erwartet begeistern konnte, ist es ein Krimi dem man sich nicht verschliessen sollte. Er öffnet die Augen und zeigt den schmalen Grad der Zivilcourage und den immer noch grossen Hass und Fremdenfeindlichkeit gegenüber Ausländern.
Susanne Meyer
aus Brockhöfe
5/5
15.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Zivilcourage
„Tödlicher Halt“ ist der vierte Teil rund um Helmut Jordan und spielt diesmal im Jahr 1993.
Ich lese sehr gerne Bücher, die in dieser Zeit angesiedelt sind, und deshalb hatte mich der Autor schon nach wenigen Seiten komplett in die Geschichte gezogen. Seine spannende Schreibweise sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Der junge Helmut Jordan ist noch relativ neu bei der Kripo in Wolfenbüttel und muss sich erst beweisen. Aktuell arbeitet er verdeckt gegen die „Driving Disco 2000“, deren Betreiber Abdullah unter Verdacht steht, mit Drogen zu handeln.
Doch der Einsatz läuft völlig aus dem Ruder: Helmut fliegt auf und einiges geht schief.
Zunächst wird er krankgeschrieben, doch dann erschüttert ein schreckliches Verbrechen ein Dorf bei Wolfenbüttel. Skinheads überfallen ein türkisches Lokal – acht Menschen sterben, zwei Gäste des Lokale sind auf der Flucht.
Während seine Kollegen eher von einem Bandenkrieg oder anderen kriminellen Hintergründen ausgehen, verfolgt Helmut eine ganz andere Spur. Doch wird er sich mit seiner Theorie durchsetzen können?
Dieses Buch war unglaublich spannend und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und musste unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Besonders das offene Ende macht sofort neugierig auf den nächsten Band – den ich jetzt natürlich direkt lesen muss.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.
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