In Wissenschaft und Öffentlichkeit ist der Mythos fest verankert, daß schwierige Bedingungen in der Kindheit unweigerlich zu einem unglücklichen, gefährdeten Erwachsenenleben führen. Dies kann so sein, ist aber in den meisten Fällen nicht zwangsläufig so. Furman läßt eine große Zahl von Betroffenen selbst zu Wort kommen, die einen schwierigen Start ins Leben hatten und trotzdem oder gerade deshalb ein gelungenes Leben führen konnten. Hier geht es nicht darum, die Wahrheit zu schönen oder zu verbiegen und uns selbst zu belügen, damit wir die traurige Vergangenheit in rosarotem Licht sehen! Wir sollen auch nicht so tun, als hätten wir eine glückliche Kindheit gehabt, wenn es nicht so war. Aber tief in ihrem Herzen wissen die Menschen oft, was ihnen helfen könnte, und schaffen es trotz widriger Umstände glücklich zu werden. Das Buch will Mut machen, auf die innere Stimme zu hören.Das Buch wurde in die Liste der “Einhundert Meisterweke der Psychotherapie” aufgenommen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Anika F./Nikas Lesewahnsinn
aus Kronshagen
5/5
20.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben
Ist es wirklich nie zu spät eine glückliche Kindheit zu haben? Diese Frage hat sich mir gestellt und ich war sehr neugierig, wie Ben Furman an dieses Thema heran geht.
Selbst kann ich auf eine nicht so einfache und schöne Kindheit zurück schauen. Dennoch ist man selbst dafür verantwortlich, in wie weit man Dinge aus der Vergangenheit mit sich nimmt.
Manchmal ist es an der Zeit mit Dingen abzuschließen. Meinen Frieden werde ich wohl nie mit allen Gegebenheiten finden und verzeihen oder vergeben, stehen auf einem anderen Blatt Papier. Dafür wurde ich zu sehr verletzt. Ich bewundere jeden, der das kann. Dennoch möchte ich jetzt ein glückliches Leben führen und für mein Kind eine glückliche Kindheit schaffen. Ein Zuhause, wo man gern hin kommt und wo immer jemand ist mit Liebe und Geborgenheit.
Ben Furman hat die Variante gewählt Betroffene zu Wort kommen zu lassen. Sie erzählen ihre Geschichte und man als Leser bekommt Auszüge dessen gezeigt. Ich denke hier kann sich jeder, der ähnliches erlebt hat, absolut hinein fühlen. Ich konnte es gut nachfühlen und verstehen.
Definitiv sind wir allein und selbst dafür verantwortlich zu heilen. Natürlich mit Hilfe oder auch ohne. Dies entscheidet natürlich jeder selbst für sich.
Was ich sehr gut finde, das hier nicht trocken und sachlich die Gegebenheiten geschildert werden. Ich habe wenig Fachbegriffe gefunden, was sich definitiv positiv auf den Lesefluss ausübt.
Es ist kein Buch, was mich runter gezogen hat, sondern welches ich mit Freude gelesen habe. Die 112 Seiten sind genau die richtige Länge. Mehr hat es für mich nicht gebraucht, alles andere wäre mir persönlich zu viel gewesen. Auch die Einteilung, Absätze und Schriftgröße waren sehr angenehm und gut lesbar.
Den Ansatz, mit diesem Buch keine rosarote Brille zu zeigen oder Sachen zu beschönigen, sondern die Realität sprechen zu lesen, hat mir persönlich am besten gefallen. Wie gesagt, egal wie die Vergangenheit war, wir sind selbst dafür verantwortlich ob unsere Zukunft besser wird. Nur weil meine Mutter ein Alkoholproblem hat, muss ich ja kein haben. Nur weil ich nie in den Arm genommen oder gelobt wurde, muss mein Kind darauf jetzt nicht verzichten. Ich habe mir eins geschworen, ich will und werde es besser machen.
Von mir bekommt das Buch 5 von 5 Sterne
lese_inge
3/5
20.04.2022
Buch (Taschenbuch)
Eine Sammlung von Erfahrungsberichten
Der Ratgeber wurde nach eigenen Angaben auf die Liste der "Einhundert Meisterwerke der Psychotherapie" gesetzt.
Für mich ehrlich gesagt nicht nachvollziehbar, da mir das Buch keine großen neuen Ansätze gegeben hat.
Neuartige ist tatsächlich auch gar nicht möglich, denn es handelt sich um ein 1997 geschriebenes Buch.
Bis auf die letzten 20 Seiten geht es um Erfahrungsberichte von Menschen die aus einer unglücklichen oder gar traumatischen Kindheit, als Erwachsener gestärkt hervor gehen und jetzt ein glückliches Leben führen.
Das war für meinen Geschmack zu kurz gedacht. Es werden beispielhaft Schicksale aneinander gereiht und aufgezählt wie diejenigen jetzt damit umgehen. Der Weg dahin fehlt mir jedoch.
Grundsätzlich hat das Buch einen positiven Ansatz. Es macht kar, dass eine schlechte Kindheit nicht zwangsläufig dazu führen muss, dass man auch als Erwachsener in der Opferrolle festhängt. Im Gegenteil man kann durchaus ein glücklicher Mensch werden.
Für jemanden der jedoch aktuell betroffen ist, bietet das Buch, nach meiner Meinung, keine Hilfe.
20 der insgesamt 112 Seiten widmen sich Fragen und Antworten zum Thema Kindheit, Bewältigung und Gesundheit der Seele.
Diese 20 Seiten waren dann ohne Frage informativ und haben dem Buch stark geholfen.
Wer eine Anleitung und akute Hilfe benötigt, wird hier nicht fündig.
Wird jedoch nach einer positiven Sichtweise und Erfahrungsberichten anderer Menschen gesucht, erhält man hier ganau das.
Bewertung
3/5
11.04.2022
Buch (Taschenbuch)
Leider nicht so wie erwartet
Ein Buch von dem ich mir viel versprochen habe. Ein Buch dessen Einband viel verspricht.
Der Autor stellt den Mythos in Frage nach dem unser ganzes Leben entscheidend davon abhängt wie unsere Kindheit verlaufen ist
Unsere Vergangenheit als eine Quelle der Kraft begreifen und nicht als Ursprung aller Probleme
niemand ist ein Gefangener seiner Vergangenheit
Letztendlich war ich sehr enttäuscht, da ich in sehr Vielem einfach nicht mit dem Autor übereinstimme und ich oft einen ganz anderen Ansatz verfolge.
Ja, es stimmt deine Kindheit muss nicht deine ganze Zukunft negativ beeinflussen. Du entscheidest was du aus deiner Kindheit lernst, wie du einen positiven Blickwinkel dazu einnehmen kannst.
Denn deine Vergangenheit dafür verantwortlich zu machen wie dein Leben heute verläuft, ruft ganz laut nach Opfer. Und wir wollen ja keine Opfer, sondern Gestalter unseres Lebens sein.
Meine Kindheit hat mich zu der Frau gemacht, die ich heute bin. Und ich bin auch der Meinung, dass man aus dem allergrößten Mist immer etwas Wertvolles für sich kreieren kann. Das macht die Verletzungen nicht ungeschehen aber sie verlieren an Macht wenn du vergibst und loslässt.
Bewertung
3/5
02.04.2022
Buch (Taschenbuch)
Wichtiges Thema, aber die Umsetzung hat Ressourcen
Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben
von Ben Furmann
erschienen im Verlag Modernes Lernen
Zur Zeit lesen wir hier und da auch mal andere Genres, so auch bei diesem Buch! Da ich mich auch für Pädagogik interessiere, war ich gespannt auf dieses Buch.
Es ist einerseits wissenschaftlich aufgebaut mit Auswertungen von Studien und aus Gesprächen, andererseits kommt die Meinung des Autors zur Sprache.
Das Ganze in einem leicht zu lesenden Sprachstil, der keiner speziellen Fachsprache bedarf.
Der Titel wurde über 60.000 Mal verkauft und in die „100 Meisterwerke der
Psychotherapie“ aufgenommen, wobei die finnische Originalausgabe 1997 erschien.
Allerdings ist bei unserer gezeigten Ausgabe wohl die Übersetzung manches Mal einfach zu frei, um tatsächlich so real zu sein, denn die Aussagen sind so manches Mal irgendwie nicht passend ("zu streng") zum Kontext (trauriges Ereignis).
Auf nur knapp 100 Seiten wird die Frage aufgeworfen, ob man mit einer schlechten Kindheit auch ein schlechter Erwachsener wird, und dann analysiert.
Wir lernen (und wissen), dass dem zum Glück nicht so ist, und woran das liegt.
Wer ein tiefgehendes Buch erwartet, dem sei gesagt, dass hier eindeutig Statistiken und Diagramme z.B. fehlen, Gründe nur angesprochen, aber dann nicht umfassend genug behandelt werden.
Fazit für uns:
Wichtig ist es natürlich, dass jeder eine schöne und wunderbare Kindheit hat, aber es eben auch wichtig ist, was wir daraus machen!
Alles in Allem gibt es somit 3 von 5 Sternen.
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