Die Rolle der Medien für eine europäische Öffentlichkeit
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Erscheinungsdatum
01.10.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
106 (Printausgabe)
Dateigröße
1079 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783638222983
die Europäer bereit sind, füreinander und für Europa einzustehen, kann das Staatengebilde als
Ganzes sprechen. Ohne Identität hat die Europäische Union auf lange Sicht weder politische
Handlungsfähigkeit, noch Legitimität, noch die Fähigkeit zur demokratischen Konfliktlösung.
Eine Identität bedeutet jedoch nicht den nuancenlosen Europäer; vielmehr sollen kulturelle
Unterschiede explizit bestehen bleiben. Dennoch können die Bürger Europas lernen, sich als
ein Ganzes zu fühlen, indem sie sich mit der Politik auf einen gemeinsamen Weg zu einem
ebenso gemeinsamen Ziel verständigen, das nicht die "Vereinigten Staaten von Europa"
heißen muss, sondern ein bisher gänzlich unbekanntes Format aufweisen kann.
Eine solche Kommunikation sowohl zwischen Politik und Bürgern, als auch unter den
Bürgern der verschiedenen Mitgliedstaaten ist nur mit einer funktionierende europäische
Öffentlichkeit möglich. Eine Öffentlichkeit, die bisher nicht existiert. Im Dezember 2000
diagnostizierten die Regierungschefs im Vertrag von Nizza zum wiederholten Mal ein
Öffentlichkeitsdefizit der Union, das sie in der Zukunft therapieren wollen.1 Nach einem näheren Blick auf Europa und seine besonderen Merkmale, sowie einer
Erläuterung der Frage, wo uns die Europäische Union letztendlich hinführen soll, beschäftigt
sich die vorliegende Arbeit mit dem Problem der Identität und Integration. Hier wird sowohl
auf die rein theoretischen Grundlagen, als auch auf die europäischen
Spezifika einer Vereinigung verschiedener Identitäten eingegangen. Eine Klärung des
Begriffes der Öffentlichkeit und ihrer Aufgaben für eine Demokratie soll Klarheit darüber
schaffen, welche Rolle ein öffentlicher - und nicht nur medialer - Diskurs in Europa spielen
kann. Um letztendlich die Ausgangsfrage zu beantworten, welchen Beitrag die Medien zu
einer solchen Öffentlichkeit und damit auch zu einer Vereinigung Europas leisten können,
wird die europäische Medienpolitik näher untersucht. Den Abschluss der Arbeit bildet ein
Ausblick auf die Rahmenbedingungen, die geschaffen werden müssen, um die Utopie einer
europäischen Öffentlichkeit als legitimierende Arena für den europäischen Diskurs und
Dialog wahr werden zu lassen.
1 vgl. Gerhards, 2002, S.136
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