Es ist eine glückliche Kindheit, gefolgt von erfüllten Jugendjahren. Sein Vater ist ein wohl situierter Kaufmann, Glaube und Tradition bestimmen das Leben der Familie. Als einziger der Geschwister darf Ludwig das Gymnasium besuchen. Er trainiert die Fußballmannschaft und singt im Synagogenchor. Es sind die letzten goldenen Jahre des deutsch-jüdischen Miteinanders, die 1930 mit dem Aufstieg der Nazis ein grausames Ende finden. "Lauft weg, so weit ihr könnt!", mahnt der Ortspfarrer die beiden Brüder Ludwig und Heinrich Seligmann. Kurz darauf, im März 1933, fliehen die jungen Männer aus Nazi-Deutschland nach Frankreich.
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06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Rafael Seligman schreibt in diesem biografischen Roman die Erinnerungen und Tagebuchaufzeichnungen seines Vaters Ludwig nieder. Der Leser bekommt einen Eindruck über das Leben der alteingesessenen jüdischen Bevölkerung in dem beschaulichen Städtlein Ichenhausen, die erschütternden Auswirkungen des Ersten Weltkrieges, die daraus resultierende Wirtschaftskrise und den wachsenden Unmut gegen die Juden. Mich hat beim Lesen der Fleiß und der Mut von Ludwig und seinem Umfeld bewegt, das Festhalten am Glauben zu Gott, aber auch das Unfassbare, aus dem eigenen Land vertrieben oder gar misshandelt und getötet zu werden. Sehr lesenswert.
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