Der frühere Martial-Arts-Kämpfer Daniel hat den Sport aufgrund von Verletzungen und Sorgen um seine Frau Sarah und seine junge Tochter Madelyn aufgegeben. Er lebt als Gelegenheitsarbeiter und Schweißer in Simcoe, einem kleinen Ort in Ontario. Weder sein Lohn noch das Gehalt seiner Frau als Krankenschwester reichen zum Leben aus. Deswegen willigt er ein, für einen alten Freund seines Vaters, einem Mohawk-Gangster, zu arbeiten. Indem Daniel dem schnell verdienten Geld nachgibt, kehrt er in eine Welt voller Gewalt zurück, in der seine Fähigkeiten sehr gefragt sind.
Er trainiert wieder im Fitnessstudio und chon bald stellt sich die Frage, ob er überhaupt noch fit genug für den Ring ist.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Elke
aus Vaihingen an der Enz
5/5
23.10.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nachdrückliche Leseempfehlung!
Bei einem Kampf gibt es Gewinner und Verlierer. Und kämpfen ist das einzige, was Daniel, nicht auf der Sonnenseite des Lebens aufgewachsen, gelernt hat. Martial Arts im Käfig, und darin ist er gut. Bis ihm sein Gegner einen heftigen Schlag gegen den Kopf versetzt und ihm damit eine Netzhautablösung beschert. Das war es dann mit der Karriere, die den Geldregen versprach. Nix mehr mit Gewinner.
Zwölf Jahre später fährt er mit seinem Truck und einem Schweißgerät durch die kanadische Provinz, klappert die Baustellen ab und nimmt dort jeden Job an, den er bekommen kann. Nicht für sich, sondern für seine Frau Sarah und seine Tochter Madelyn. Die finanzielle Situation der Familie ist katastrophal, kein Kredit mehr von der Bank, sie leben von der Hand in den Mund. Als dann auch noch sein Schweißgerät gestohlen wird, sieht Daniel keine andere Möglichkeit mehr, als bei dem lokalen Verbrechersyndikat anzuheuern. Obwohl er Bedenken hat, macht er, was man ihm aufträgt. Bis er eines Tages eine blutige Schießerei miterleben muss. Aber er hat ja noch eine Option, und da er sich als Sparringspartner in diversen Boxhallen fit gehalten hat, überlegt er, wieder in den Käfig zu steigen. Er setzt alles auf eine Karte, aber ob das so eine gute Idee ist?
Vier Jahre hat Kevin Hardcastle hat an diesem Roman geschrieben, und das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. Er beschreibt Daniels Schicksal völlig unaufgeregt, reduziert, in einer klaren Sprache, nie voyeuristisch oder Mitleid für den Protagonisten und dessen Familie einfordernd. Es ist wie es ist, und genau das macht es umso eindringlicher und erzeugt Empathie bei dem Leser, der ziemlich schnell erkennt, dass es für Daniel kein Entkommen geben wird. Hoffen und Bangen, Anstrengungen, Gewalt und ein Meer von Blut, all das führt auf direktem Weg zum finalen Gefecht. Ein Verlierer, zeitlebens eingesperrt in einem Käfig, dem Schicksal ausgeliefert. Und man ahnt es schon, es wird nicht gut ausgehen. Nachdrückliche Leseempfehlung für diesen kanadischen Noir aus dem Polar Verlag!
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