Erinnerungsstrukturen in W. G. Sebalds Prosa
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
23.02.2007
Verlag
GRINSeitenzahl
90 (Printausgabe)
Dateigröße
1614 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638601191
dokumentarischen Tradition. Um sich der vergangenen Wahrheit wieder anzunähern und ein Andenken an sie zu stiften, bedarf es jedoch einer weiteren literarischen Technik, von Sebald auch "Korsakowsches Syndrom" genannt. Mithilfe dieser erweitert der Erinnerungskünstler die realen Fakten (und den Erinnerungsverlust) um eine phantastische Konstruktion aus
Halluzinationen und Träumen, aus Erfindung und fingierter Wirklichkeit, so dass sich die Fantasie als Gefährtin des Gedächtnisses erweist. Seine Texte könnte man also auch als dokumentarisch-fiktional bezeichnen, als Kombination von Rekonstruktion und Konstruktion. Die poetische Konstruktion beinhaltet intertextuelle Referenzen, gelungene Koinzidenzen, unwillkürliche Erinnerungsschübe oder das Wiederauferstehen der Vergangenheit an
durchlässigen Stätten im Sinne der Proustschen ,mémoire involontaire'.Doch wie erinnert sich Sebald und funktioniert Erinnerung in seinem Werk? Welche
Erinnerungsstrukturen benutzt er, um die Vergangenheit heraufzubeschwören und beinahe greifbar zu machen, so dass die Zeitebenen ineinander übergehen und scheinbar parallel existieren? Wie nimmt er die "Buchstaben und Zeichen aus dem Setzkasten der vergessenen Dinge", die durch verschiedene Impulse heraufbeschworenen Erinnerungsfetzen wahr und wie setzt er sie wieder zusammen? Bevor exemplarisch auf die einzelnen Erinnerungsstrukturen eingegangen wird, ist die Funktion des Sebaldschen Schreibens näher zu beleuchten: Der Erzähler ist während seiner ersten Begegnung mit Austerlitz erstaunt darüber, wie er "seine Gedanken beim Reden verfertigte, wie er sozusagen aus der Zerstreutheit heraus die ausgewogensten Sätze
entwickeln konnte, und wie für ihn die erzählerische Vermittlung seiner Sachkenntnisse die schrittweise Annäherung an eine Art Metaphysik der Geschichte gewesen ist, in der das Erinnerte noch einmal lebendig wurde." [...]
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