Wenn ein Patient vor der Operation das dazugehörige Informationsblatt unterschreiben muss, fragt er sich, ob der Arzt tatsächlich für alle Eventualitäten gerüstet ist. Ängste, dass ein unerfahrener Arzt einen Fehler machen könnte, bringen manche dazu, das Spital wieder unverrichteter Dinge zu verlassen.
Da schafft die beeindruckende Simulationsmedizin Abhilfe, sowohl für den ängstlichen Patienten, als auch für den Jungmediziner. Diagnostik, Behandlung und Operation müssen trainiert werden, bevor der Ernstfall eintritt und da schaffen moderne Apparate jede Menge Möglichkeiten, die in diesem Buch exakt beschrieben werden.
Patientensimulatoren sind fast vollständige Nachbildungen eines Operationssaals, einer Intensivstation oder einer anderen medizinischen Einrichtung. Ab den 1980er Jahren führt die Verfügbarkeit von PCs zur Verbreitung diverser Simulationstechniken, wobei auf die Erfahrung in der Luftfahrt zurückgegriffen wurde (Flugsimulatoren). 1958 erfand Peter Safar die Mund-zu-Mund-Beatmung und der Norweger Laerdal entwickelte die Rettungs-Puppe Resusci-Anne nach der Totenmaske eines verstorbenen Mädchens.
Die Zukunft liegt in eigenen Simulationszentren. Räumlichkeiten können monodisziplinär oder als Kursräume eingerichtet sein, bestehen aus einem Simulations- eine Kontroll- und einem Debriefing-Raum. Es gilt das Prinzip, aus Fehlern zu lernen. Patientensimulation ist die beste Möglichkeit, erlernte Fähigkeiten zu überprüfen. Neben Prüfungen am Krankenbett ist Training von Skills wichtiger als theoretische Prüfungen und erfolgt in 4 Schritten: Demonstration-Dekonstruktion-Debriefing-Training. Schauspielpatienten lernen genau ihre jeweilige Patientenrolle. Die Wirkung von Simulationstrainings ist wissenschaftlich nachgewiesen. Simulation dient auch zur Überprüfung komplexer Ablaufstrukturen.
Debriefing dient dem reflektierten Lernen und der Langzeitspeicherung von Erfahrungen im Simulationstraining.
Simulationstrainings werden in der Anästhesie, der Kardiologie, der inneren Medizin, der Intensivmedizin, der Notfallmedizin und der Kinderakutmedizin verwendet. In der Kathedermedizin bietet die Simulation eine Zeitersparnis gegenüber dem Schritt-für Schritt- Lernen durch Zusehen und übernehmen einzelner Handlungsschritte.
Gutes Buch, macht die Welt der modernen Medizin anschaulicher als jede Arzt-Serie. Wichtig für Lehrende und Auszubildende.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Die Kinder des Tantalus“
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