In einem alternativen Paris des Jahres 1828 ist die Französische Revolution fehlgeschlagen. Skrupellose Aristokraten teilen sich die Stadt mit neun kriminellen Gilden, die die Unterwelt regieren. Zwischen den Gilden herrscht ein brüchiger Frieden. Nina, Angehörige der Diebesgilde, versucht, das junge Mädchen Ettie zu retten. Denn ausgerechnet Kaplan, der Oberste der »Gilde des Fleisches«, spezialisiert auf Menschenhandel und Prostitution, hat es auf die schutzlose Ettie abgesehen. Doch die verbündeten Diebe wollen sich nicht mit Kaplan anlegen. Nina und Ettie bleibt nichts anderes übrig, als sich den verfeindeten Gilden anzudienen und bis zur großen Zusammenkunft der Gilden, dem legendären Hof der Wunder, zu überleben. Aber als Kaplan auf die Spur der beiden kommt, droht in ganz Paris ein Krieg auszubrechen ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
aus Bad Schmiedeberg
5/5
18.01.2021
eBook (ePUB)
Leseempfehlung
5/5 Sterne
Der Hof der Wunder
Roman
von Kester Grant
Piper Verlag
„In einem alternativen Paris des Jahres 1823 ist die Französische Revolution fehlgeschlagen. Skrupellose Aristokraten teilen sich die Stadt mit neun kriminellen Gilden, die die Unterwelt regieren. Zwischen den Gilden herrscht ein brüchiger Frieden. Nina, Angehörige der Diebesgilde, will ihre Schwester Azelma retten. Kaplan, der Oberste der »Gilde des Fleisches«, spezialisiert auf Menschenhandel und Prostitution, hat sie an sich gerissen. Aber die Diebe wollen sich nicht mit Kaplan anlegen. Die junge Waise Ettie soll Nina bei einem verzweifelten Befreiungsplan helfen. Doch unvorhersehbare Ereignisse wie eine Hungersnot und neue Revolutionäre zwingen die ungleichen Verbündeten dazu, sich den verfeindeten Gilden anzudienen und bis zur großen Zusammenkunft der Gilden, dem legendären Hof der Wunder, zu überleben. Aber als Kaplan auf die Spur der beiden kommt, droht in ganz Paris ein Krieg auszubrechen ...“
Ich bedanke mich bei Netgalley und dem Piper Verlag für das kostenlose Rezensionsexemplar des Buches. Ich gebe hier meine unabhängige und unbezahlte Meinung zu dem Buch ab.
Ich bin wirklich froh, durch Netgalley auf dieses Buch aufmerksam geworden zu sein, denn sonst hätte es mir durchaus entgangen sein können und das wäre gelinde gesagt ein schwerer Verlust gewesen. Dieses Buch ist einfach wundervoll, ein wahres Kleinod, ein Schatz.
Ich brauchte ein wenig Zeit bis ich die Rezension für dieses Buch schreiben konnte, denn ich musste erst einmal wieder auf den Boden zurückfinden nachdem mich dieses Buch in andere Sphären entführt hatte.
Es war so anders als ich es erwartet hatte und dabei noch um so vieles besser.
Es gibt bestimmte Geschichten, von denen ich jede Nacherzählung lesen werde. Les Miserables ist eine dieser Geschichten. Als ich von diesem Buch las, in dem Eponine als Heldin im Mittelpunkt steht, wusste ich, dass ich es lesen musste.
Die obige offizielle Zusammenfassung weist darauf hin, dass dies eine Mischung von Les Miserables mit dem Dschungelbuch ist und man sollten diese Worte vielleicht besser wählen, da der Stil und die Wortbildung definitiv aus Kiplings Klassiker und nicht aus Les Mis hervorgehen. Es ist eine fantastische Lektüre, aber ich habe ein bisschen gebraucht, um ins Buch zu kommen, weil es so unerwartet anders war. Seid also darauf vorbereitet, und Ihr werdet eine Schatztruhe mit einer Vielzahl von Charakteren vorfinden, in einer fantastischen Welt voller Dunkelheit in der die Charaktere und insbesondere Nina, unsere Heldin, das Licht am Leben erhalten und in Flammen aufgehen lassen.
Die Schwesternschaft, eine Verbindung zwischen Schwestern, die sie zum gegenseitigen Schutz verwenden, stehen im Mittelpunkt des Buches. Wir sehen diese Welt mit den Augen von Nina (Eponine), einer der wahrscheinlich tragischsten Figuren in der Literaturgeschichte. In dieser Geschichte ist sie ein starkes, intelligentes und trotz allem freundliches junges Mädchen. Sie tut was sie tun muss um am Leben zu bleiben. Sie tut was sie kann, um die, die sie liebt, ihre Schwester Azelma und die junge Ettie (eindeutig eine jüngere und naivere Version von Cosette) in Sicherheit zu bringen.
Was folgt, ist eine interessante Geschichte mit interessanten Charakteren (Valjean, Javert, Enjolras, Feuilly, Montparnasse, Gavroche, die alle in einer ähnlichen Version auftreten) und einer faszinierenden Handlung, die mich ein wenig an die wunderbare Diologie von Six of Crows erinnerte. Während Nina für die Freiheit ihrer Schwester, Etties Sicherheit und Gerechtigkeit kämpft, zeigt sie uns jede Gesellschaftsschicht von Paris, vom Adel bis zu den Ärmsten.
Um Kipling und das Dschungelbuch zu zitieren: "Denn die Stärke des Rudels ist der Wolf, und die Stärke des Wolfes ist das Rudel."
Allianzen, Familiengründungen, Freundschaften bilden den Kern dieses Buches, das schlagende Herz. Daher ist Romantik nicht wirklich wichtig, aber es gibt sie. Wie diese Geschichte mit Romantik umgeht ist ein bisschen frech, und süß zugleich.
Ich bin wirklich froh, eine bestimmte Beziehung in dem Buch zu sehen, denn wie gesagt, ich hätte nie gedacht, diese Zusammensetzung außerhalb der Fanfiction zu sehen.
Und obwohl die Geschichte Zeit braucht, um Dinge zum laufen zu bringen, Dinge zu fühlen und Dinge auszusprechen, wird es nie langweilig. Von der ersten bis zur letzten Seite ist es interessant, faszinierend und macht süchtig. Ich habe versucht, dieses Buch "nebenbei" zu lesen, aber das funktioniert absolut nicht. Man muss es in einem Rutsch lesen und wird von der ersten Seite an süchtig danach.
Lesemieze
aus Duisburg
5/5
18.01.2021
eBook (ePUB)
Die schwarze Katze
Der Hof der Wunder hat mich von der ersten Seite an gefesselt.
Das Schicksal von Nina, dir zu schwarzen Katze wurde, hat mich geradezu in einen Bann gezogen.
Nina, die ihre Schwester an die Gilde des Fleisches verloren hat. Und jetzt versucht die Unschuldige Ettie zu beschützen. Ihr ist kein Risiko zu hoch Ettie vor den Tiger zu bewahren, der schon ihre Schwester in seine Fänge bekommen hat.
Die Geschichte ist düster und brutal und verschönt nichts. Ich finde jede Gilde für sich schon sehr interessant. Ihr Zusammenhalt in der Gilde selber so wie ihre Zusammenarbeit mit den anderen Gilden, wobei die Gilde des Fleisches wohl jeder ein Dorn im Auge ist, wobei sich keiner traut gegen aufzulehnen.
Hungersnot, Auflehnung, Revolution.
Man merkt gegen Ende wie komplex alles ist und wieviel zusammenhängt.
Ich fand den Lebensweg von Nina interessant. Wie sie mit ihrer Art, die eigentlich mehr als direkt ist, Verbündete findet und das außerhalb ihrer Gilde.
Glücklicherweise gibt es hier keine Liebesbeziehung im eigentlichen Sinne, auch wenn 3 sehr unterschiedliche Männer in ihren Leben sind.
Ich bin sehr gespannt wie der zweite Band sein wird. Und ob Nina irgendwann die Gilde der Diebe anführen wird.
Bewertung
5/5
25.03.2020
eBook (ePUB)
Einfach WOW. Der Hof der Wunder ist ein Buch, welches mich absolut positiv überrascht hat!
Da ich ein großer Fan von Leigh Bardugo bin, suche ich immer nach vergleichbarer Literatur. Eine Kollegin von mir empfohl mir dann "Der Hof der Wunder". Als ich das erste Kapitel las, war mir sofort klar, dass dieses Buch mich absolut mitreißen wird. Die 416 Seiten flogen nur so dahin. Hätte ich mich nicht unterbrochen und mir das Buch bewusst eingeteilt, hätte ich es spätestens in 2 Tagen durchgelesen gehabt.
Nina, die Protagonistin, ist mir absolut symphatisch. Im Gegensatz zu manch anderen weiblichen Protagonisten, jammert sie weder rum, noch verhält sie sich naiv. Sie ist sich stets der Gefahr bewusst und ist auch ziemlich gerissen. Interessanterweise erfährt der Leser auch nicht immer, was Nina plant. Wir haben also nicht immer an allen Gedanken oder Handlungen teil, was dazu führt, dass ich doch das ein oder andere Mal absolut hinters Licht geführt wurde. Diese Erzählweise hat mir wirklich gut gefallen, da die Handlung dann wirklich überraschend war und ich absolut nicht voraussagen konnte, was Nina nun plant und wie viel sie wirklich weiß.
Neben Nina spielt auch Ettie eine zentrale Rolle. Die beiden verbindet eine tiefe schwesterliche Liebe und diese spürt man in jeder Entscheidung, die Nina trifft. Gerade dieser Fokus auf die Familie fand ich sehr gut. Neben Ettie empfindet Nina nämlich auch eine tiefe familäre Liebe zu vielen Mitgliedern ihrer Gilde. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern, in denen Rache und romantische Liebe eine zentrale Rolle spielen, haben wir hier eben auch diesen absolut wichtigen familären Aspekt, der ein treibender Faktor der Story ist. Natürlich spielt auch Rache eine Rolle, aber meiner Meinung nach überwiegt Ninas Wunsch ihre Schwestern (+ihre Gilde) zu beschützen und endlich ohne Angst leben zu können.
Neben Nina und Ettie kommen auch drei wichtige männliche Charaktere vor, die alle auf ihre eigene Art interessant waren. Natürlich sind alle drei absolut gut aussehend und alle drei bedienen bestimmte Klischees, aber das hat mich in diesem Buch tatsächlich nicht gestört. Alle drei sind mir irgendwie ans Herz gewachsen und ich konnte nachvollziehen, warum Nina sich zu allen drei hingezogen fühlt.
(Endlich mal eine Frau, die mehrere Kerle haben kann, wenn sie denn will! Kannte ich so tatsächlich auch nur aus Fantasybüchern mit männlichen Protagonisten.)
Wer jetzt allerdings auf eine total komplizierte Liebesgeschichte mit drei Kerlen hofft, der wird enttäuscht sein. In der Hinsicht ist das Ende recht offen und ich bin gespannt wie sich dieser Storystrang weiterentwickelt.
Der Weltenaufbau war wirklich interessant und gut durchdacht. Der Fantasyanteil beschränkte sich auf diese alternative Realität in der die französische Revolution missglückt ist. Ansonsten kam weder Magie noch irgendwelche Fabelwesen in diesem Buch vor. Ich bin also gespannt ob der Fantasyanteil in der kommenden Fortsetzung weiter ausgebaut wird.
Ich für meinen Teil mag dieses Buch unglaublich gerne und kann es kaum abwarten, bis Band zwei erscheint!
Katharina2405
4/5
18.01.2021
eBook (ePUB)
Spannend aber mit zu perfekter Protagonistin
Der Roman „Der Hof der Wunder“ von Kester Grant spielt in einem Paris, in dem die Französische Revolution gescheitert ist. Paris ist in zwei Teile geteilt. Der eine Teil besteht aus dem Adel, in dem die Menschen alles im Überfluss haben. Der andere Teil wird vom „Hof der Wunder“ regiert, der aus Verbrecherorganisationen besteht, die in sogenannten „Gilden“ agieren. Jede Gilde hat ein anderes Spezialgebiet, von Schmuggel über Diebstahl bis hin zur Prostitution.
In dieser Welt lebt unsere Hauptprotagonistin Nina, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Sie ist die beste Diebin der Diebesgilde.
Ihr Vater hat ihre Schwester Azelma an den Tiger verkauft, er ist der Herr des Fleisches (Prostitution). Um Azelma frei zu bekommen, will sie ihm das junge Mädchen Ettie im Tausch anbieten. Doch gerade als der Tiger Interesse an Ettie zeigt, kann Nina es nicht übers Herz bringen und setzt nun alles daran Ettie vor dem Tiger zu beschützen.
Mich konnte die Geschichte gut unterhalten. Der Schreibstil war angenehm und es war flüssig zu lesen. Ich habe auch schnell in die Geschichte hineingefunden. Die Aufteilung der Gilden und ihre Organitation fand ich spannend zu lesen.
Viele Namen werden aus Les Misérables übernommen, das hätte es aus meiner Sicht nicht gebraucht. Allerdings tauchen auch reale historische Figuren auf, was mir sehr gefallen hat.
Kommen wir nun zu meinem Kritikpunkt: Unsere Protagonistin Nina. Nina war mir nicht unsympathisch, aber so wirklich ans Herz gewachsen ist sie mir auch nicht. Und das lag vor allem daran, dass Nina viel zu perfekt dargestellt wird.
Sie ist die begabteste Diebin von allen, kann überall einbrechen. Natürlich auch dort, wo es angeblich unmöglich ist. Nina macht keine Fehler und alles gelingt ihr auf Anhieb und ohne große Schwierigkeiten. Fast alle Gildeherren haben einen Narren an ihr gefressen und finden sie ganz toll. Und zu allem Überfluss tauchen im Buch auch noch mehrere Verehrer auf – das war einfach zu viel des Guten.
Ettie dagegen mochte ich sehr. Sie war auf eine unschuldige Art naiv und total verträumt. Trotz allem hat sie immer an das Gute geglaubt. Auch einige Nebencharaktere, wie Orso, Gavroche oder Saint-Just habe ich sehr lieb gewonnen.
Zum Ende hin bleiben einige Fragen offen, es könnte durchaus sein, dass eine Fortsetzung folgen wird.
Fazit: Das Buch konnte mich gut unterhalten. Es war spannend, mit immer mal wieder kleinen Höhepunkten, so tauchten nie Längen auf. Nur mit Nina konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Da ich 3,5 Sterne nicht vergeben kann, wird aufgerundet.
Tamara
aus Datteln
4/5
16.07.2020
eBook (ePUB)
Düster und Böse - I love it!
Das Erste, was mit beim Hören des Hofs der Wunder auffiel, war, dass mich das Buch an Ketterdamm erinnert. (Wer die Reihe nicht kennt: Six of Crowns bzw. Das Lied der Krähen).
Der Hof der Wunder ist eine Gemeinschaft von Kriminellen der Pariser Unterwelt: Schmuggler, Diebe, Sklavenhändler, Opium-Händler, Meuchemörder, usw.
Mit Beginn der Geschichte werden wir beinahe direkt in diese Unterwelt hineingeworfen, denn ein Vater verkauft seine Tochter an ein Bordell und die andere Tochter flieht zur Gilde der Diebe um deren Schutz zu erbitten. Da hatte ich mich noch gefragt: "Was ist das für eine Welt, in der Kriminelle dir Schutz vor anderen Kriminellen bieten?"
Aber schnell wird klar, das Paris dieser Parallelwelt ist finster und grausam zu allen, die dort Leben.
Auch die Protaginistin Nina, alias die "schwarze Katze der Diebesginde" erinnert an einen Charakter aus "Das Lied der Krähen", nämlich an Kaz Brekker. Genauso wie er schmiedet sie Pläne hinter dem Rücken der anderen und überrascht den Leser mit immer neuen Ideen und Wendungen in der Geschichte. Es ist beeindruckend.
Und noch etwas fand ich äußerst interessant, nämlich, dass diesem Buch die Lovestory fehlt. Obwohl es 3 Männer gibt und obwohl man eine Liebesgeschichte ganz einfach hätte einbringen können, fehlt sie. Das kommt selten vor in einem Jugendbuch und hier finde ich es wirklich gut, denn dann wäre der Kampf ums Überleben nicht annähernd so ernst gewesen, wie er im Hof der Wunder dargestellt ist.
Der Abzug des Sterns ist dadurch entstanden, dass mir die Sprünge in dem Buch nicht gefallen haben. Ich hatte immer wieder das Gefühl etwas verpasst zu haben, denn während des Lesens ist es häufiger passiert, dass eine Situation abrupt abbricht um ganz woanders neu zu starten.
Kurz gesagt: Das Buch ist düster, grausam und gefährlich. Trotz der Finsternis erhellen es immer wieder kleine Lichtblicke, ein Kerzenschein oder ein entzündetes Streichholz, keine Sonnenstrahlen.
Es ist genial!
Lest es!
Vor allem auch wenn ihr Fans von Kaz seid!
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