Zwei ungleiche Frauen, eine alles für immer verändernde Entscheidung und die große Weite der Natur. Ein besonderes Leseerlebnis von Bestsellerautorin Hiltrud Baier
Die Kirschbäume blühen, als Anna Albinger in ihrem Haus am Fuß der Schwäbischen Alb einen Entschluss fasst: Sie möchte die größte Lüge ihres Lebens nicht länger verheimlichen. Schweren Herzens schreibt sie einen langen Brief, den ihre Nichte Frederike für sie nach Lappland bringen soll.
Doch als Frederike im menschenleeren Norden ankommt, scheint der Mann, an den Annas Brief adressiert ist, verschwunden zu sein. Allein auf sich gestellt in der stillen Bergwelt Lapplands merkt Frederike, dass man manchmal auch am falschen Ort das Richtige finden kann.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
5/5
26.02.2020
Buch (Taschenbuch)
Mittsommer in Lappland
Zu meinem und hoffentlich auch Ihrem Glück hat der Verlag mir dieses Buch sehr ans Herz gelegt. Die Autorin, die selbst aus Süddeutschland stammt und jetzt in Lappland lebt, kannte ich bisher noch nicht. Beim Krüger Verlag ist es ihr erster Roman. Und den gibt es jetzt nach fast 2 Jahren auch als Taschenbuch. Ich habe schon fast nicht mehr darauf zu hoffen gewagt!
Hiltrud Baier erzählt immer wechselseitig die Geschichte von Anna und Frederike. Anna, eine über siebzigjährige Frau, die in Beuren in der schwäbischen Alb lebt, ist an Lungenkrebs erkrankt. Jetzt, wo ihr der nahende Tod vor Augen steht, möchte sie endlich ein lang gehütetes Familiengeheimnis aufklären, damit sie beruhigt sterben kann. Sie schreibt einen Brief an einen gewissen Petter Svakko, einem Samen, der im schwedischen Lappland lebt. Den Brief soll ihre Nichte Frederike überbringen. Warum dieser Brief durch Frederike persönlich überbracht werden soll, erzählt Anna nicht. Das wird sich dann klären, ist ihre vage Antwort auf die Frage Frederikes. Frederike, Anfang fünfzig, relativ frisch geschieden, übernimmt diese Aufgabe eher zähneknirschend. Da sie nach der Scheidung gerade in einer Findungsphase ist, hat sie auf jeden Fall die Zeit dafür. Sie bricht mit ihrem VW-Bus auf und beginnt eine Reise, die ihr Leben komplett verändern wird.
Mich hat die Geschichte dieser zwei Frauen und wie die Autorin sie erzählt, sehr fasziniert. Sie erzählt immer wechselseitig die Geschichte der beiden Frauen, so dass wir sie nach und nach immer besser kennenlernen. Anna, die Zeit ihres Lebens für andere da war, erinnert sich zurück. An ihre Kindheit mit ihrer schwedischen Mutter und ihrem deutschen Vater, an ihre etwas jüngere Schwester Marie, die immer so viel offener und fröhlicher war, als sie selbst. An die Zeit, als sowohl ihre Mutter als auch ihre Schwester gestorben waren und sie sich um ihren Vater und um ihre Nichte gekümmert hat. Es ist eine Geschichte, die mich ein wenig traurig gestimmt hat. Doch dann erfahren wir so ganz langsam, was es mit dem Brief auf sich haben könnte. Zeitgleich erfahren wir auch Frederikes Geschichte. Frederike, die enttäuscht von ihrem Ehemann ist. Und die noch nicht wirklich weiß, was sie jetzt machen möchte. Am Anfang ist sie vollkommen genervt davon, dass ihre Tante sie auf diese Reise geschickt hat. Doch dann entdeckt sie in der Einsamkeit Lapplands etwas, womit sie nicht mehr gerechnet hat. Und das ist nicht die Liebe!
Ich bin leider jemand, der grundsätzlich schlecht einschätzen kann, ob ein Buch eher literarisch ist oder nicht. Für mich gehört dieses Geschichte eindeutig auf Grund der Art der Geschichte und wie die Autorin schreibt zu den eher literarischen Büchern. Ich fand es toll zu lesen, obwohl die Autorin sehr sachlich und fast telegrammartig schreibt. Und mich hat diese Geschichte und wie die Autorin sie erzählt sehr gefesselt. Es ist für mich keine banale Liebesgeschichte, sondern eine psychologisch dichte Geschichte über zwei Frauen, die lange brauchen, bis sie erkennen, dass sie selbst bestimmen können, was Glück für sie sein kann.
Man merkt dem Buch eindeutig an, dass die Autorin den schwedischen Teil Lapplands kennt. Er ist mit so viel Liebe und Sachverstand geschildert, dass man einfach neugierig auf dieses Land und seine Bewohner wird. Sie beschreibt die Atmosphäre so, dass man wirklich meint, dieses einzigartige Licht zu sehen, eins mit der Natur zu werden und die Ruhe zu genießen.
Bewertung
4/5
11.06.2019
Buch (Taschenbuch)
Geheimnisse eines Lebens
Als Anna denkt, dass es mit ihrem Leben zu Ende geht, schickt sie ihre Nichte Frederike mit einem Brief nach Lappland. Diese Reise fördert Wahrheiten zu Tage, die Anna lange Zeit ihres Lebens geheim gehalten hat, und die das Leben beider Frauen völlig verändern...
Der schöne Schreibstil, die eindrucksvolle Kulisse Lapplands und die vielen sympathischen Charaktere lassen einen in der Geschichte versinken!
Tolle Unterhaltung.
Eine berührende Geschichte über eine unerfüllte Liebe, eine Lebenslüge und der Entschluss dies alles zu erzählen. Aus der Sicht der beiden Hauptpersonen, Anna und ihrer Nichte Frederike, ist dieses Buch geschrieben.
Sehr einfühlsam und auch mit einer gewissen Prise Humor versehen ist es eine schöne und trotzdem nicht langweilige Lektüre.
Bewertung
aus Bern
5/5
29.09.2019
eBook (ePUB 3)
Roman wurde als Überraschungsbuch im Orell Fülli Bern verkauft.
Ja, diese Buch habe ich verpackt und nur mit einer kurzen "Inhaltsrichtung" versehen, gekauft. Eine tolle Idee von Orell Füsslis Buchhändlerinnen.
Ich habe den Roman mit grossem Genuss gelesen. Spannend fand ich, dass die Geschichte immer wieder aus
unterschiedlicher Sicht (Anna/Frederike) geschrieben worden ist.
Ich gebe jedoch nur 4 Sterne: der Ausgang der Geschichte war doch recht schnell voraussehbar.
Und dennoch: in der heutigen Zeit ist das ein Buch, das sehr wohltuend ist!
Bewertung
5/5
15.01.2019
eBook (ePUB 3)
Was zählt im Leben
Die Geschichte einer großen Lebenslüge und das Erschließen neuer Perspektiven in der wundervollen Landschaft Lapplands.
Dieses Buch lädt zum Besinnen auf das wesentliche im Leben ein.
In Helle Tage, Helle Nächte entführt uns die Autorin Hiltrud Baier nach Lappland. Die Landschaftsbeschreibungen und die spannende Geschichte rund um den Brief, den die Hauptprotagonisten für ihre schwerkranke Tante persönlich abgeben soll, runden die Geschichte ab. Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Frederike und Anna erzählt. Als Leser bekommt man selber Lust die nordischen Länder, und hier vor allem Lappland zu besuchen.
Hiltrud Baier, die unter dem Pseudonym Klara Nordin zwei Lapplandkrimis veröffentlicht hat (Totenleuchten und Septemberschuld) hat mit Helle Tage, Helle Nächte einen wunderbaren und leicht zu lesenden Roman geschrieben. Wer – Der Geschmack von Apfelkernen – und Was man von hier aus sehen kann – mochte, wird dieses Buch auch mögen.
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