Detective Harry McCoys erster Tag zurück im Dienst könnte schlimmer nicht sein. Ein Spieler von Celtic Glasgow wird tot im 14. Stock eines im Bau befindlichen Bürogebäudes aufgefunden. Sein Mörder hat eine blutige Nachricht hinterlassen, eingeritzt in die Brust des Opfers. Doch das ist erst der Anfang einer neuen Welle der Gewalt, die Glasgow in diesem Februar 1973 heimsucht. Wird es McCoy gelingen, seinen Kopf über Wasser zu halten?
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
j.h.
aus Berlin
5/5
28.01.2020
Buch (Taschenbuch)
FEBRUARY'S SON - Düster-authentischer Noir-Krimi vor der Kulisse Glasgows in den 1970-er Jahren
Februar 1973 in der schottischen Hafenstadt Glasgow. Nach einer verletzungsbedingten Auszeit ist Detective Harry McCoy gerade erst in den Dienst zurückgekehrt und wird an den Schauplatz eines blutigen Verbrechens gerufen: Ein hoffnungsvoller junger Fußballspieler wurde auf einem Dach regelrecht hingerichtet und verstümmelt. Er war seit einiger Zeit mit der attraktiven Tochter eines örtlichen Mafia-Bosses liiert. Sollte ein Zusammenhang mit dessen Geschäften bestehen? Schon bald wird ein nächstes Opfer gefunden ...
Alan Parks, der in Schottland geboren wurde und in Glasgow Philosophie studierte, legte mit BLOODY JANUARY 2017 ein beeindruckendes Roman-Debüt vor, an das er mit FEBRUARY'S SON direkt anknüpft. Die Neo-Noir-Thriller entwerfen ein fast filmisches Bild der 1973 nahezu hoffnungslos darniederliegenden schottischen Hafenstadt Glasgow. Die treffende Milieuschilderung und die marginalen Unterschiede zwischen Polizei und Unterwelt (sowie deren immer offensichtlichere Symbiose) erinnern an die Werke des amerikanischen Autors James Ellroy. Steigende Arbeitslosigkeit und Deindustrialisierung haben zu einem Klima von Depression und Gesetzlosigkeit geführt. Legale und illegale Drogen scheinen der einzige Weg, der bedrückenden Realität zu entfliehen. Zwischen Polizei und Gangstern besteht ein fragiles Gleichgewicht, das die Unterschiede zu marginalisieren scheint. Polizei-Detective Harry McCoy, gerade 30, hat nach einer schweren Jugend bei einem alkoholabhängigen Vater und in Kinderheimen im Polizeidienst einen bemerkenswerten Aufstieg geschafft. Dennoch betäubt er sich täglich mit Alkohol und Drogen. Sein bester Freund aus der Jugend steht als schlagwütiger psychopathischer Gangster auf der anderen Seite. Auch Harry hätte wohl auf jener Seite landen können. Nur schwer kann der gebrochene Held Harry McCoy (aus dessen Perspektive erzählt wird) den Dämonen seiner Vergangenheit entrinnen. Mit seinem unerfahrenen Partner Watson (genannt Wattie) beginnt Harry Ermittlungen, die einen Sumpf von Korruption sichtbar machen … Die Handlung von FEBRUARY'S SON spielt an 10 Tagen. Doch Harry McCoy kommt zurück: "Bobby March Will Live Forever" ist im englischen Original für März 2020 angekündigt.
Das unter dem Titel TOD IM FEBRUAR in der HARDCORE-Reihe bei HEYNE in hervorragender Übersetzung von Conny Lösch erschienene Buch ist Fans des klassischen harten Kriminalromans vorbehaltlos zu empfehlen - auch in Unkenntnis des ersten Romans.
Bewertung
5/5
22.12.2019
Buch (Taschenbuch)
Spannender Noir-Krimi angesiedelt...
Spannender Noir-Krimi angesiedelt in den rauen Straßen Glasgows der 70er Jahre! Harry McCoys zweiter Fall bietet skrupellose Gangster, knallharte Polizisten & einen psychopatischen Serienkiller! Alan Parks gelingt erneut ein Volltreffer mit dieser äußert gelungenen Fortsetzung!
Elke
aus Vaihingen an der Enz
5/5
04.11.2019
Buch (Taschenbuch)
Schottische Hochspannung
Februar 1973, willkommen zurück in Glasgow, der dunklen, heruntergekommenen, gewalttätigen Schwester von Edinburgh. Die Wirtschaft liegt am Boden, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Nicht nur die Armut wächst sondern auch die Kriminalitätsrate. Das organisierte Verbrechen hat die Stadt fest in seiner Hand. „Crime Capital of Europe“, weit und breit noch nichts zu sehen von der Auszeichnung als „European Capital of Culture“.
Harry McCoy ist nach seinem dreiwöchigen Genesungsurlaub und drei Terminen beim Therapeuten zurück im Dienst (wir erinnern uns an die Schlussszene auf dem Dach in „Blutiger Januar“). Und wieder gilt es einen neuen Mordfall zu lösen. Auf dem Dach eines Rohbaus liegt ein entsetzlich zugerichteter Toter, Fussballer bei den Celtics und zukünftiger Schwiegersohn einer der großen Gangsterbosse, die nicht nur die Unterwelt der Stadt fest im Griff haben. Und er wird nicht der einzige Tote bleiben.
Wie bereits im ersten Band der Reihe begleiten wir McCoy, Wattie und Murray, Chief Inspector und väterlicher Freund Harrys, an zehn Tagen während ihrer Ermittlungen. Ermittlungen, die McCoy alles abverlangen. Den Spagat zwischen Pflichtbewusstsein im Job und Verbundenheit zu alten Freunden. Es ist weniger die Brutalität der Morde, die ihm zu schaffen machen, es sind vielmehr die Gespenster seiner Vergangenheit. Erinnerungen an die Heime, in denen er seine Kindheit verbrachte, die Einsamkeit, die Hilflosigkeit, das Leiden. Beschützt von Stevie Cooper, der mittlerweile auch eine feste Größe in der Glasgower Unterwelt ist und seinen Teil vom Kuchen beansprucht. Cooper, der seinen Freund noch immer schützt und sich, im wahrsten Sinn des Wortes, deshalb für ihn auch in das sprichwörtliche Schwert stürzt (siehe Band 1).
Der Protagonist ist kein Vorzeigepolizist, er trinkt mehr als für ihn gut ist, nimmt Drogen und schlägt schonmal härter als nötig zu. Aber er ist loyal, hat einen moralischen Kompass und Mitgefühl für diejenigen, die ganz unten angekommen sind. Klingt ein bisschen nach Klischee, aber passt für mich absolut.
Schottische Hochspannung vom Feinsten, die den Vergleich nicht scheuen muss. Alan Parks geht es nicht in erster Linie nicht um das Wer, es ist das Warum, das ihn interessiert. Für mich liegt die Qualität dieses Kriminalromans in der besonderen Dynamik, die sich aus der Freundschaft zwischen McCoy und Cooper ergibt. Und in der atmosphärischen Beschreibung der schottischen Metropole in den Siebzigern. Den Gegensätzen zwischen Oben und Unten, zwischen Katholiken und Protestanten, zwischen Celtic und Rangers Fans.
Band 3 der Glasgow-Chronik ist im Original für März 2020 angekündigt. Ein Titel steht bereits fest: „ Bobby March will live forever“ und wird natürlich gelesen.
Manfred Fürst
aus Kirchbichl
4/5
11.06.2020
Buch (Taschenbuch)
Packend und knallhart, düster und blutig. Noir.
Nach »Blutiger Januar« ist »Tod im Februar« Alan Parks zweiter Roman um den jungen Detective Harry McCoy.
10 Tage im Februar 1973 in Glasgow, eine Orgie aus Blut und Gewalt, aber nicht nur.
Bereits nach zwei Seiten wird klar, warum »Tod im Februar« bei HEYNE HARDCORE erschienen ist – HARDCORE KRIMINALROMAN.
Der junge 22jährige Charlie Jackson, Linksfuß bei Celtic Glasgow wird getötet und in seine Brust wird „BYE BYE“ geritzt, dass das Blut in hohem Bogen in die Pfütze klatscht; und als das noch nicht genug wäre, hat ihm der Täter sein bestes Stück abgeschnitten und in den Mund gesteckt, abgesehen vom Schuss ins Auge, der den Hinterteil seines Schädels wegsprengte. Prost und Mahlzeit. McCoy übergibt sich, hat gerade zwei Dosen Pale Ale intus und einen halben Joint. Der Umgangston zwischen den Polizisten untereinander und ihren Klienten ist obszön und vulgär, zwischen Anwalt und seinen Klienten um es vornehm auszudrücken „ungesittet“. Hardboiled Roman. Kalt und nass im winterlichen Glasow, pervers die Akteure, schroff die Dialoge und ungeschönt die Realität.
Murray, McCoy und Wattie auf der einen Seite, die Unterwelt von Glasgow auf der anderen mit Hauptdarsteller Stevie Cooper. Bei McCoy weiß man das nicht so genau.
Wer die Morde begangen hat steht fest, nur finden muss ihn die Polizei. Dabei werden Stevie und Harry von ihrer Vergangenheit im Kinderheim gejagt. Zu guter Letzt dreht sich der Plot in eine unerwartete Richtung. Nicht unbedingt befriedigend, aber das ist ein Wesensmerkmal von HARDCORE KRIMINALROMANen.
Grenzen von Gut und Böse verschwimmen, geradlinig und spannend erzählt, mit einem Schuss Noir, das dem Leser die Überlegung abringt, ob das wirklich das Genre ist, das er bevorzugen soll oder will.
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