Wir schreiben das frühe 20. Jahrhundert. Hoch im Norden Japans, in der Wildnis von Hokkaido, versucht der Kriegsveteran Saichi Sugimoto erfolglos, seinen mageren Lebensunterhalt durch Goldschürferei aufzubessern. Als er von einem riesigen Goldschatz erfährt, der den Ainu gestohlen und von den Dieben versteckt wurde, bricht er mit Hilfe der jungen Ainu Asirpa auf die gefährlichste Schatzsuche der Geschichte auf. Denn zahlreiche tödliche Gegner sind ebenfalls hinter dem Schatz her! Doch Sugimoto wird ja nicht umsonst "der Unsterbliche" genannt …
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Ausversehen was gelernt
Bewertung aus Haselünne am 19.06.2021
Bewertungsnummer: 1508983
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Saichi Sugimoto ist ein Kriegsveteran. Von 1904 bis 1905 tobte ein Krieg zwischen Japan und Russland. Saichi hat diesen Krieg zwar überlebt und sich auch noch den Spitznamen “Der unsterbliche Sugimoto” verdient, jedoch hat ihm das nicht wirklich viel gebracht. Mittellos versucht er sich als Goldsucher um über die Runden zu kommen und einem alten Freund ein Versprechen erfüllen zu können. Da erfährt er von einem alten Mann eine Geschichte. Einst soll jemand eine große Menge Gold gestohlen haben. Um das Gold zu bekommen, hat er allerdings so viele Menschen getötet, dass er festgenommen und zum Tode verurteilt wurde. Sein Gold hat er irgendwo auf der japanischen Insel Hokkaido versteckt. Damit jemand das Gold finden kann, hat er anderen Insassen eine Karte auf die Haut tätowiert. Angestachelt von der Aussicht auf Reichtum macht Saichi sich auf die Suche nach den Insassen und nach dem Schatz.
Ausversehen was gelernt
Ich war wirklich überrascht, dass ich von diesem Krieg noch nie etwas gehört habe. Ich habe sogar als ersten recherchiert, ob es den wirklich gab, weil ich ernsthaft überlegt hatte, ob der für diesen Manga erfunden wurde. Es ist natürlich möglich, dass das Setting schon in diversen Manga aufgegriffen wurde, allerdings habe ich das Gefühl, dass es in der Regel vor allem um das japanische Mittelalter mit Samurai und Ninja etc. geht, wenn Mangas einen geschichtlichen Kontext wählen.
Doch man lernt in Golden Kamuy tatsächlich noch eine ganze Menge mehr. Neben japanischer Geschichte, lernt man noch die japanischen Ureinwohner, die Ainu kennen, von denen ich auch noch nie etwas gehört hatte. Und weil das noch nicht genug ist, gibt es immer wieder Tipps zum Überleben in der Wildnis, dem Stellen von Fallen und vielem mehr.
Fazit:
Neben der Tatsache, dass man hier tatsächlich eine ganze Menge über Japan und Survival lernt, hat Golden Kamuy aber auch noch eine sehr dichte und spannende Story zu bieten. Dazu kommt, das Saichi ein verdammt spannender Hauptcharakter ist. Im Krieg ist er durch die Hölle gegangen und sein Körper ist übersäht von Narben. Um zu überleben und seine Ziele zu erreichen ist er bereit moralische Grenzen zu überschreiten und das zu tun, was für ihn nötig ist.
Die Optik des Mangas ist sehr ansprechend, und die Action ist, wie so oft bei Manga, hervorragend inszeniert. Man kann es sich bei einem Protagnisten wie Saichi sicher schon denken, aber dieser Manga ist auch definitiv nichts für Kinder. Hier wird geschlitzt, zerteilt, gehäutet, verstümmelt, gefressen, ausgenommen und mehr.
Golden Kamuy bietet alles, was ich mir erhofft habe und dazu gibt es die lehrreiche Ebene. Ich hoffe sehr, dass der Manga dieses Niveau auch über die folgenden Bände halten kann.
Eine wahrliche Goldmine
Bewertung am 26.01.2021
Bewertungsnummer: 495867
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Goldrush in Japan!
Golden Kamuy ist einfach wunderbar - wenn man sich mit dem Humor und der Brutalität vereinbaren kann.
Es ist Survival Guide, historischer und kultureller Reiseführer, und spannendes Entertainment in Einem. Durch die hervorragend recherchierten Details wirkt die Geschichte so, als könnte sie tatsächlich geschehen sein. Da ich allerdings sehr zimperlicher sein kann bin ich bei Szenen, wo Tiere gehäutet und ausgenommen wurden, etwas zusammengezuckt und musste mich erst wieder sammeln, bevor ich das nächste Panel weiterlesen konnte. Selbiges mit fürterlichen körperlichen Verletzungen, beispielsweise wo ein Bär einem Soldaten das Gesicht weggefetzt hat und die Gesichtshaut seitlich am Kopf hängt... es schaudert mich immernoch.
Der Name "unsterblicher Sugimoto" wird anfangs zu oft erwähnt, was ich dem Mangaka jedoch verzeihe, da es sich in den Kopf prägen soll (und es gibt Mangaka die dabei um einiges mehr übertreiben). Asirpa mag ein junges Mädchen sein, ihre Persönlichkeit ist jedoch so erwachsen dass sie nicht nervig vernommen wird.
Shirashi mag einem nur als Comic relief vorkommen, aber sein Wert steigt im Laufe der Bände.
Trotz einzelner Mankos (oder fehlender omankos...hehe) ist Golden Kamuy für mich ein herrausragendes Werk.
Die Geschichte wird einfach so gut erzählt dass ich weiterlesen wollte und sehnsüchtig jeden neuen Band erwarte!
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