Ein neuer Fall für Mike Köstner um Rache und Vergeltung von Bestsellerautor Mark Franley.
In der Gerichtsmedizin Nürnberg liegt ein furchtbar zugerichteter Verkehrstoter ohne Ausweispapiere. Alles deutet auf Mord, denn die Untersuchungen ergeben, dass man den Mann gefoltert und ihm fast das Augenlicht genommen hat, bevor er von einem Transporter überfahren wurde. Mike Köstner und Peter Groß von der Mordkommission haben kaum verwertbare Spuren, die Hinweise auf die Identität des Täters oder des Toten geben könnten – bis im Internet ein Trailer zu einem neuen Reality-Game auftaucht. Entsetzt müssen die Polizisten zusehen, wie das Opfer in den Tod getrieben wird. Und das ist erst der Anfang. Kurz darauf verschwinden drei junge Frauen und es beginnt ein tödliches Spiel, das nicht nur die Polizei, sondern auch eine stündlich wachsende Zahl von Followern gebannt am Bildschirm verfolgt …
Neue Ausgabe: Die lieferbare Ausgabe von »Benutzt« wurde überarbeitet und neu gestaltet.
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Großartige Fortsetzung
Bewertung am 12.09.2025
Bewertungsnummer: 2594149
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Toller Schreibstil, spannende Story - ein echter Pageturner.
Die gesamte Mike Köster Reihe hatte mich in ihrem Bann und wurde von mir regelrecht verschlungen.
Auch "Benutzt" ist da keine Ausnahme und ist zusammen mit "Heuchler" einer meiner Favoriten der Reihe.
Story begeistert; Schriftbild Dank nach wie vor vorhandener Fehler ärgerlich
Spiegelblicke aus Krefeld am 11.06.2023
Bewertungsnummer: 1958670
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das sich immer wieder ein paar wenige Tippfehler in Publikationen einschleichen, ist bekanntlich nichts Neues noch sonderlich über-dramatisch.Peinlich wird’s erst, wenn sich ganze Reihen über die immense Anzahl der Rechtschreib- wie Interpunktionsfehler beschweren, woraufhin die Macher zwar immerhin ein entschuldigendes Einsehen vorbringen, sodann jedoch „nach professioneller Überarbeitung“ voller Stolz die 2. Auflage präsentiert wird.... und der Leser nach wie vor zwei Hände bräuchte, um sämtliche „Huppalas“ abzuzählen. Mir persönlich raubt es ab einem gewissen Zeitpunkt schlicht und ergreifend die Lesefreude, schmälert zumindest die vorherrschende Stimmung und reißt sich immer wieder aus der Atmosphäre der Geschichte hinaus, wenn mir ein Fehler nach dem anderen ins Auge springt. Da kann Mark Franley seinen 326seitigen Psychothriller “Benutzt“ noch so raffiniert, spannend, verschlungen und nicht zu Letzt verstörend gestalten, wie es ihm nun einmal durchaus gelungen ist.
Zu erwähnen bleibt unbedingt, dass die Kernthematik in „Benutzt“ rigoros an den ebenfalls gesellschaftskritischen und anti-medienpopulistischen Film „Untraceable“ erinnert ~ dessen ungeachtet gelang es dem Verfasser, der nicht zuletzt eine Vorliebe für den häufigen Gebrauch von Ausrufezeichen hegt, mich durchgehend an seine Lektüre zu fesseln. Im metaphorischen Sinne, versteht sich.
So unausgereift der Schreibstil hier und dort vereinzelt wirken mag, so rasch liest man sich in die Geschehnisse ein und ist von Anfang an in der bedrohlichen Atmosphäre gefangen.
„Benutzt“ beginnt undurchsichtig, rätselhaft und vermittelt dem Leser ad hoc, dass mit dem jungen Mann, der scheinbar blind und geschunden über die Straße torkelt, erst der Beginn einer längeren Leidensgeschichte in Gang gesetzt wird.
Es fällt schwer, die Story zu beschreiben, ohne hier allzu viel vorwegzunehmen, zumal die Geschichte durchaus von den diversen Überraschungseffekten lebt und immer fort mit kleinen Wendungen wie zusammenlaufenden Handlungssträngen besticht.
Fakt ist, dass der Täter recht früh als solcher zu erkennen ist und man Kassandra allzu gerne warnende Worte mit auf den Weg geben würde, als diese ohne mit der Wimper zu zucken zu ihrer Zufallsbekanntschaft Wodan ins Auto steigt.
Mark Franley's Thriller kommt durchaus der Aspekt zu Gute, dass das von ihm aufgegriffene Thema einerseits schon zigfach da war, andererseits jedoch nichts am Reiz verlor. Ganz im Gegenteil: je ausgiebiger der Mensch sich mit dem technischen Fortschritt beschäftigt, desto abgestumpfter wie sensationsgieriger und nicht zuletzt voyeuristischer scheint er zu werden verdammt zu sein. Tiefgründig wie -sinnig gestaltet sich „Benutzt“ somit durchaus, geht oftmals spürbar unter die Haut und regt nicht zuletzt zum selbst-reflektierenden Nachdenken an.
Die Spannungskurve bleibt konstant auf hoher Ebene erhalten, so dass ich für meinen Teil keine nennenswerte Unterbrechung während des Leseprozesses einlegte. Zu neugierig war ich, was weiterhin geschehen sollen würde, was sich hinter dem Motiv verbirgt... und ging mit einem nur leicht unzufriedenen Gefühl aus der Lektüre hinaus.
Nichts gegen mannigfaltige Blicke in diverse Abgründe der zwischenmenschlichen Gleichgültigkeit ~ Mark Franley jedoch trägt insgesamt betrachtet ein wenig zu dick auf, indem er beinahe jeden der auftretenden Persönlichkeiten als dubios darstellte. So authentisch es fürwahr ist, dass niemand wirklich ausschließlich „gut“ bzw. ausschließlich „böse“ ist, so überbordend empfand ich persönlich die gesammelte Masse an Verschwörungen, Betrügereien, Gewaltbereitschaft wie profane Gleichgültigkeit dem anderen gegenüber. Insbesondere die Figur, um die sich quasi alles entscheidende dreht, verhält sich absonderlich kaltschnäuzig und gewissenlos, so dass man ihr ihren späteren Entscheid, sich dem Ganzen auf höchstpersönliche Art zu entziehen, nur bedingt abnimmt.
Am wenigsten glaubhaft indes, dass es Personen geben soll, die sich trotz des doch recht außergewöhnlichen Namen „Wodan“ nicht daran erinnern können, diesen bereits schon einmal gehört zu haben.
Dieser Kritik zum Trotze überzeugt „Besticht“ dennoch zum Großteil, wenngleich zwei Details, auf die ich hier nicht näher eingehen will und werde, in die Kategorie „abgedroschen“ fallen. Nichtsdestominder gelang es dem Autoren, eine durchweg spannende Handlungsabfolge zu Papier zu bringen, bei der man durchaus mitfiebern, miträtseln sowie mitleiden kann und wird.
Gratis obendrein erhält ein jeder die Einsicht, dass er selbst nicht dagegen immun ist, seine Sympathien hinsichtlich der Entführungsopfer zu verteilen und es somit der einen etwas mehr, der anderen hingegen etwas weniger zu „gönnen“, entsprechend bestraft zu werden. Dass die Art und Weise der Bestrafung durchweg ausgeklügelt wie brutal daherkommt, sei der guten Ordnung halber und am äußersten Rande erwähnt.
Soll heißen: für sehr schwache Nerven ist „Benutzt“ meines Erachtens nach nichts.
Wie bereits erwähnt bremst sich die innewohnende Hochspannung wie beängstigende Atmosphäre tragischerweise aufgrund unleidiger Umstände immerfort aufs Neue aus.
Neben der offenkundigen Schwäche, Kommas an den richtigen Stellen zu setzen wie der bereits genanten Affinität, Ausrufezeichen zu platzieren, vergätzen etliche Tippfehler den durchaus vorhandenen Lesegenuss. Als kleines Beispiel bzw. Untermauerung meiner Behauptung seien folgende Patzer aufgeführt:
„Augen, die es nicht geschaffte hatten“ (S. 78)
„wird es für Keine ein gutes Ende nehmen“ (S. 104)
„klarmachen“ statt die korrekte Tempus-Verwendung „klarmachten“ (S. 109)
„Hotelgeäste“ (S. 255)
„wurde die Zahlen nicht“ (S. 297)
Nicht minder erstaunlich, dass Mark Franley hin und wieder filigranste Formulierungen zu benutzen verstand, in den direkten Zeilen darauf deren Wirkung jedoch mit einem deutlichen Abfall des Sprachgebrauchs förmlich niederzuplätten.
Nicht minder befremdlich der Usus, weitestgehend auf Absätze wie vollumfassend auf Silbentrennungen zu verzichten, so dass viele Zeilen lediglich hälftig ausgenutzt wurden. Es ist, wie es ist: solcherlei wirkt auf mich immer ein wenig lieblos (und ähnlich unprofessionell wie eine Speisekarte im Schnellhefter).
Eine abschließende Beurteilung fällt mir somit schwer, zeugt die wendungsreiche wie stetig überraschende Story durchaus von Potential, alldieweil der Verfasser selbst noch den letzten Feinschliff (oder zumindest einen Lektor, der seine Aufgabe ernster nimmt) benötigt. Punktabzug somit für die kleinen Schwächen in der Story selbst; weiterer Punktabzug bzgl. das zu einem Preis in Höhe von 10,99€ angebotene fehlerhafte und somit irgendwie dahingeklatscht wirkende (!) Schriftwerk an sich.
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