Ein großer Nachkriegsroman über die Aufbruchsstimmung in den 50er Jahren, aber auch über die Schatten der Nazizeit, die noch prägend waren. Ein berührender Roman von der Bestseller-Autorin Heidi Rehn über eine junge Frau mit jüdischen Wurzeln, die im München der Nachkriegszeit als Architektin Karriere machen will. München in den frühen fünfziger Jahren: Mit der Rückkehr in ihre geliebte Heimatstadt erfüllt sich für die junge Architektin Vera Cohn ein Traum. Sie will den Wiederaufbau mitgestalten und ihre Sehnsucht nach einer friedlicheren Zukunft verwirklichen, auch wenn dies das Land ist, in dem ihr und ihrer Familie so viel Leid widerfahren ist. Außerdem will sie beweisen, dass Frauen als Architektinnen genauso viel leisten können wie Männer. Als sie und ihr Kollege Arthur sich ineinander verlieben, scheint ihr Glück perfekt. Voller Elan schmieden die beiden Zukunftspläne. Doch Vera, die gerade aus dem Exil zurückgekehrt ist, kann nicht vergessen. Die Vergangenheit steht zwischen ihnen - und die Frage nach der Schuld, die Arthur und seine Familie auf sich geladen haben ... Heidi Rehn wurde 1966 in Koblenz/ Rhein geboren und wuchs in einer Kleinstadt am Mittelrhein auf. Zum Studium der Germanistik, Geschichte, BWL und Kommunikationswissenschaften kam sie nach München. Nach dem Magisterexamen war sie zunächst als Dozentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig, anschließend war sie PR-Beraterin in einer Agentur. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie mitten in München.
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Nachkriegszeit
begine aus Lemwerder am 25.04.2021
Bewertungsnummer: 1079793
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Heidi Rehn hat mit Der Himmel über den Träumen wieder einen spannenden informativen Roman geschrieben. Gerade die Zeit ab 1954 zeigt Deutschland im Aufschwung. Der Schauplatz ist München.
1938 feiert Vera ihren 8. Geburtstag. Gleich darauf verlassen ihre Eltern mit ihr Deutschland, denn ihr Vater ist Jude. Nach dem Krieg kommen sie wieder und Vera kommt nach ihrem Architekturstudium zurück nach München. Eine Frau wird zu der Zeit nicht immer Ernst genommen, aber Vera boxt sich durch. Ihr Kollege Arthur und sie verlieben sich und es beginnt eine schwierige Liebesgeschichte mit Zweifeln und Hoffnungen.
Heidi Rehn hat die Atmosphäre dieser Jahre genau erfasst. Die Arbeit als Architekt war interessant, wie es in den Büros zuging ist authentisch. Die Welt der meisten Frauen war Mann, Kinder und Küche, so ging es tatsächlich einige Jahre zu.
Der Roman konnte mich fesseln, die Geschichte könnte sich wirklich so zugetragen haben. Er ist teilweise ernst und dann auch fröhlich geschrieben. Ab und zu musste ich schmunzeln.
Eine unterhaltsame Lektüre die ich gerne empfehlen kann.
Vergangenheitsbewältigung in den 50ern
Bewertung aus Hamburg am 25.04.2021
Bewertungsnummer: 1097593
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Vera Cohn hat sich sehr danach gesehnt - nun kehrt die junge Architektin aus dem Exil in ihre Heimatstadt München zurück. Wenige Jahre nach der Befreiung möchte sie sich am Wiederaufbau aktiv beteiligen, auch wenn ihrer Familie während des Nationalsozialismus' sehr viel Leid erfahren musste. Doch Vera glaubt nicht nur, dass trotz allem ein friedvolles Zusammenleben wieder möglich ist, sondern möchte sich zudem als Frau in einer absoluten Männerdomäne beweisen.
Als ihr Kollege Arthur und sie sich ineinander verlieben, scheint das Leben endlich wieder Glück bereitzuhalten. Doch dann steht die Vergangenheit im Wege, denn während Vera verständlicherweise ihre eigene nicht einfach hinter sich lassen kann, möchte sie unbedingt von der Vergangenheit Arthurs und seiner Familie vor 1945 erfahren. Sie wird das Gefühl nicht los, dass Arthur ein Geheimnis hat, dass eine gemeinsame Zukunft zerschlagen könnte...
Heidi Rehn erzählt mit ihrem neuesten Roman von einer eher ungewöhnlichen Zeit, da die Nachkriegsjahre in der Regel nicht so viel Aufmerksamkeit erhalten. In meinen Augen ist "Der Himmel über unseren Träumen" ein Roman, der sich sehr gekonnt mit unserer Vergangenheit auseinandersetzt. Vera hat zwar stets davon geträumt, wieder nach München zu ziehen, aber das bedeutet eben zwangsläufig auch eine intensive Auseinandersetzung mit den Erlebnissen ihrer Familie. Vera hat jüdische Wurzeln und im Exil in den Vereinigten Staaten überlebt. Zurück in ihrer Heimatstadt entspricht Vera allerdings nicht dem typischen Frauenbild ihrer Zeit - sie möchte auf eigenen Beinen stehen und ihren Traumberuf ausüben, nicht einfach nur eine Ehefrau, die für den Haushalt verantwortlich ist, sein. Die Tatsache, dass Vera durchaus selbstbewusst ihre Ziele verfolgen und sich durchsetzen kann, hilft ihr, sich bei der Arbeit zu beweisen. Wobei es ein immerwährender Kampf zu sein scheint! Und dann kommt auch noch ein Geheimnis hinzu, das Arthur offensichtlich schwer belastet...
Die Autorin erfüllt hier sämtliche Erwartungen, deren Messlatte sie meiner Meinung nach mit ihren vorherigen Romanen schon ziemlich hoch gelegt hat. Gewohnt süffig liest sich der Roman, die Charaktere sind sehr gut und glaubhaft gezeichnet und die Atmosphäre hat mich von Anfang an überzeugt. Ganz nebenbei erfährt man übrigens auch ein wenig aus dem Metier Veras zur damaligen Zeit - etwas, das Heidi Rehn gerne einbaut, denn sie reißt ganz offensichtlich kein Thema nur halbherzig an. Wirklich spannend ist allerdings die Geschichte rund um Arthurs Vergangenheit und die Zusammenhänge, die sich daraus ergeben könnten.
Im Mittelpunkt stand für mich jedoch Vera und ihr Schicksal, das mich sehr berührt hat. Für mich ist sie nicht nur im Bezug auf ihr Selbstbewusstsein im damaligen Alltag bewundernswert, sondern auch aufgrund ihres Mutes, sich ihrer Geschichte zu stellen und nach all dem Erlebten nach Deutschland zurückzukehren.
Fazit: Wirklich gute Unterhaltung, da die Autorin eine interessante, atmosphärisch gelungene Geschichte mit glaubhaften Figuren verbindet.
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