Produktbild: Die Gewitterschwimmerin

Die Gewitterschwimmerin Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.12.2019

Abbildungen

SW-Abb.

Verlag

btb

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

18,8/11,8/3,2 cm

Gewicht

349 g

Farbe

Hellblau / Anthrazit

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-71915-0

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.12.2019

Abbildungen

SW-Abb.

Verlag

btb

Seitenzahl

432

Maße (L/B/H)

18,8/11,8/3,2 cm

Gewicht

349 g

Farbe

Hellblau / Anthrazit

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-71915-0

Herstelleradresse

btb Taschenbuch
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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  • Kaffeeelse

    5/5

    13.08.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Eine Familie vor einem Jahrhundert deutscher Geschichte

    Ein wunderbares Buch! Für den Deutschen Buchpreis war es nominiert, stand 2018 auf der Longlist, vollkommen nachvollziehbar, wie ich finde. Mich hat es begeistert! Rückwärtserzählt, springt es mäandernd durch die verschiedenen Zeiten der Familie Hirsch und ihren verschiedenen Personen. Dabei steht die Familie Hirsch für die Familie Hauser selbst. Interessant dazu sind Recherchen im Netz und auch die Widmung der Autorin am Anfang des Buches. Applaus für diesen Mut! Denn das Erzählte hat es in sich, 2Die Gewitterschwimmerin" ist eine Familiengeschichte vor einem interessanten historischen Hintergrund und eine Familiengeschichte, die auch einige dunkle Geheimnisse der Familie preisgibt. Missbrauch und seine Folgen anhand von Beispielen in einer realen Familie, der eigenen Familie, das ist definitiv harter Tobak. Und auch die Charaktere der Familie Hirsch sind keine rosaroten und durchweg liebenswürdigen Wesen, sondern haben Kanten, scharfe Kanten, an denen sich so mancher Leser tief schneiden wird. Auch dazu gehört viel Mut, denn so etwas hat meist Folgen. Besonders auch die historische Thematik ist hier recht gehaltvoll, sind doch die älteren Generationen der Familie Hirsch/Hauser politisch aktiv und darüber werden Verbindungen zwischen der Zeit der Nationalsozialisten und der folgenden der Sozialisten sichtbar, denn vielleicht ist gerade das Erlebte der alten Kommunisten in der Zeit des Nationalsozialismus der Grund für ihr rigoroses Vorgehen gegen eventuelle Gegner. Zumindest könnte man nach der Lektüre auf diese Idee kommen. Tamara Hirsch erzählt hier, aber über ihre Kinder erfährt man fast gar nichts. Wenn ich als Autorin aber soweit aushole und in meiner Familiengeschichte sehr tief grabe, sollten auch Informationen zu mir selbst kommen. Denke ich zumindest und das könnte der einzige Schwachpunkt des Buches in meinen Augen sein. Genauso wie der Stoff des Romans historisch interessant ist, hat mich das Geschilderte auch tief berührt. Deswegen satte 5 Sterne und eine Leseempfehlung von mir.

  • Bewertung

    4/5

    13.08.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Ein nicht einfacher und aber lohnender...

    Ein nicht einfacher und aber lohnender Roman, unbedingt mal reinschauen.

  • Bories vom Berg

    aus München

    1/5

    03.02.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Ein bezeichnendes Ende Im…

    Ein bezeichnendes Ende Im zweiten Roman von Franziska Hauser lässt der Titel «Die Gewitterschwimmerin» vorausahnen, dass Todessehnsucht im Spiel sein muss in dieser Geschichte. Denn bei Gewitter verlässt man tunlichst das Wasser, wenn man nicht lebensmüde ist. Tamara, Heldin und über weite Strecken Ich-Erzählerin dieses Familienromans, reizt aber genau das, denn dann hat sie den See schicksalsergeben ganz für sich allein. Über vier Generationen hinweg schildert die Autorin die abenteuerliche Geschichte ihrer eigenen Familie. Im Vorwort betont sie: «Nicht alle Personen sind mit meiner Ausführung einverstanden», alle hätten aber der Veröffentlichung letztendlich doch zugestimmt. Der 1883 geborene Urgroßvater Friedrich Hirsch ist ein begnadeter Mathematiklehrer, er muss als Jude 1938 nach England flüchten. Sein Sohn Alfred geht nach Südfrankreich und kämpft zusammen mit seiner späteren Frau in der Résistance gegen die Nazi-Besatzer. Nach Kriegsende gelangt Friedrich in der DDR in höchste Ämter, verkehrt privat mit Manfred von Ardenne und Margot Honecker, der ewigen Bildungsministerin. Sein Sohn Alfred wird zu einem bedeutenden Schriftsteller, er betätigt sich als überzeugter Sozialist geradezu agitativ am Aufbau der neuen Gesellschaft. Mit seiner zweiten Frau Adele hat er zwei Töchter, die 1951 geborene Tamara und die drei Jahre jüngere Dascha. Die äußerst eigenwillige Tamara wird gegen den Willen der Eltern zur diplomierten Puppenspielerin. Sie hat zwei Töchter von verschiedenen Männern, die älteste ist die 1975 geborene Henriette, nicht nur vom Geburtsjahr her das Alter Ego der Autorin. Es ist ein buntes Gemisch verschiedenster Charaktere, die da von der Kaiserzeit bis in die Jetztzeit mit den Fährnissen des Lebens kämpfen und sich selbst zu verwirklichen suchen. Ruhender Pol dieser Familie und als Figur besonders sympathisch dargestellt ist Uropa Friedrich, den alle mögen. Sein Sohn Alfred handelt beruflich als Opportunist zuweilen gegen seine Überzeugungen, genießt aber die ihm gewährte Reisefreiheit. Als Privilegierter ist er mit seiner Frau Adele ständig auch im westlichen Ausland unterwegs und lebt auf großem Fuß. In seiner freizügigen Familie wird FKK praktiziert, und sinnenfroh wie er ist vergreift er sich bedenkenlos an seinen Töchtern. Obendrein wird auch noch die kaltherzige Adele sexuell übergriffig gegen die eigenen Töchter, was dann besonders bei Dascha traumatische Folgen hat. Tamara verkörpert als Hauptfigur glaubhaft eine selbstbewusste, moderne Frau, die sich nicht unterkriegen lässt, egal was da kommt, und wenn es ganz schlimm wird, springt sie mal eben bei Gewitter in ihren geliebten See. Stilistisch reiht dieser Roman in dutzenden oft nur halbseitigen Kapiteln verschiedene Biografien ohne ein irgendwie plausibles System aneinander. Ständige Zeitsprünge und Perspektivwechsel erschweren die Lektüre, weil das vielschichtige Geschehen immer nur stroboskopartig beleuchtet wird. Wie beim Puzzle muss der Leser folglich versuchen, diese Erzählschnipsel im Kopf zu einem Ganzen zu fügen, also das Historische mit dem Privaten zu verknüpfen, um mögliche Zusammenhänge zu erkennen. Als Genese einer exzentrischen Familie scheitert der Roman genau an diesem unkoordinierten Nebeneinander. Offensichtlich wollte oder konnte Franziska Hauser ihrer in vielen Details fragwürdigen Geschichte keinen tieferen Sinn geben. Und so bleibt das Gelesene, bis auf die Abgründe von sexuellem Missbrauch, der sogar zum Suizid führt, ziemlich banal, sowohl als DDR-Roman wie auch als Familien-Epos. Nur noch peinlich ist dann die Szene am Schluss, in der eine frühere Freundin überraschend bei Tamara auftaucht, die das Elternhaus geerbt hat. Sie habe, erklärt die Besucherin, kaum noch Erinnerungen an dieses Haus am See, nur drei Bilder seien es: «Und das dritte Bild, oben, im Schlafzimmer. Adele hockt über mir, und ich muss an ihren Schamlippen spielen». Ein fürwahr bezeichnendes Ende dieses in jeder Hinsicht misslungenen Romans!

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