Produktbild: Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Eine allgemeine Theorie des Vergessens Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.12.2019

Abbildungen

schwarz-weiss Illustrationen

Verlag

btb

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

18,8/11,6/2,2 cm

Gewicht

218 g

Farbe

Terracotta

Übersetzt von

Michael Kegler

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-71797-2

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.12.2019

Abbildungen

schwarz-weiss Illustrationen

Verlag

btb

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

18,8/11,6/2,2 cm

Gewicht

218 g

Farbe

Terracotta

Übersetzt von

Michael Kegler

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-71797-2

Herstelleradresse

btb Taschenbuch
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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  • umgeBUCHt Blog

    aus Weeze

    3/5

    06.01.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Ein fiktiver Roman, in dem immer auch ein wenig fürchterliche Wahrheit mitschwingt

    Aufmerksam wurde ich auf diesen Roman, weil er in einem Land spielt, über das ich bislang im Rahmen meiner BUCHweltreise noch nichts gelesen habe. Klingt auf den ersten Blick simpel und unspektakulär, bedeutet aber bei genauem Hinsehen so viel mehr. Denn dieses Projekt erweitert die Auswahl der zu lesenden Bücher auf eine für mich ungewöhnliche Weise und hat mich bereits ein ums andere Mal aus meiner Lesekomfortzone herausgeholt, indem es mir Geschichten von Menschen aus anderen Kulturen präsentiert und Einblicke in Politik und Geschichte von Ländern gewährt, von denen ich oft nicht viel mehr weiß, als dass es sie gibt. Dieses Mal stieß ich dabei auf einen Roman, der sich für mich ein wenig sperrig las, der jedoch ungewöhnlich daher kam und bei dem sich die einzelnen zum Teil kuriosen Informationen nach und nach wie Puzzle-Teile zu einem großen Gesamtbild zusammenfügten. José Eduardo Agualusa erzählt in seinem Roman „Eine allgemeine Theorie des Vergessens“ vom Wandel und von den Wunden seiner Heimat Angola, indem er eine fantastische und doch ganz und gar wahre Geschichte rund um die junge Ludovica webt, die sich für dreißig Jahre in ihrer Wohnung einmauert, nachdem sie am Vorabend der angolanischen Revolution einen Einbrecher in Notwehr erschossen hat. Bereits im Vorwort erfährt man, dass der Autor hierfür die Kopien von den zehn Heften, in denen Ludo Tagebuch geführt hatte mitsamt den zahlreichen Fotografien von Ludos Texten und Kohlezeichnungen an den Wänden ihrer Wohnung als Grundlage dafür nahm, ihr Drama nachzuempfinden und einen fiktiven Roman daraus zu machen. Nach und nach erfährt man in dem Buch die Geschichte der zurückhaltenden und sehr ängstlichen Ludo und was sie so handeln lässt, wie sie letztlich tut. Man erlebt ihre Zeit der Selbstisolation und wie sie diese übersteht. Allmählich offenbart sich so das ganze Ausmaß ihrer Lebensgeschichte mitsamt seiner von gesellschaftlichen Konventionen geprägten Tragik. Aber auch das Leben außerhalb ihrer Mauern geht weiter und obwohl Ludo isoliert lebt, hat ihr spartanisches Leben dennoch Auswirkungen auf ihre Umgebung und somit auf andere Menschen. Auch davon erzählt der Autor und fügt der Geschichte immer wieder neue Teile hinzu, indem er Personen und Geschehnisse näher beleuchtet. So ergibt sich am Ende ein großes Gesamtbild, in dem sämtliche Beziehungen untereinander klar und Erzählstränge geschlossen werden, bis keine Fragen mehr übrig bleiben. Tatsächlich waren es für mich manchmal zu viele Personen, die sich den Platz in diesem knapp 208 Seiten starken Buch teilen müssen und manchmal doch eher blass bleiben. Das sorgte neben den fremdklingenden Bezeichnungen dafür, dass ich manchmal den Überblick zu verlieren drohte. Die im Anhang aufgelisteten Ortsnamen und das Verzeichnis mit den Begriffen und Personen konnten hier ein wenig Abhilfe schaffen. Auch war es für mich hilfreich, da ich von Angola nicht viel mehr wusste, als dass es ein Land in Afrika ist, mich gleich zu Anfang des Buches zunächst ein wenig mit der Geschichte Angolas zu beschäftigen, um das Gelesene besser einordnen zu können. „In den Monaten nach der Unabhängigkeit sah er die Tragödien, die er vorausgesagt hatte, eine nach der anderen eintreten: die Flucht der Kolonisten und eines Großteils der einheimischen Bourgeoisie, die Schließung der Fabriken und kleiner Geschäfte, den Zusammenbruch der Wasserversorgung, der Stromversorgung, der Müllabfuhr, die Massenfestnahmen, Erschießungen.“ (S. 171) Der Autor nimmt einen mit in diese Zeit voller Ungerechtigkeit und Brutalität, die man sich als Fiktion wünscht, in der jedoch immer auch ein wenig fürchterliche Wahrheit mitschwingt. „Schüsse auf der Straße, ganz nah. Schüsse ziehen Schüsse an. Ein Schuss in die Luft, und schon folgen Dutzende nach. In einem Land, in dem Krieg herrscht, genügt ein Knall. Der kaputte Auspuff eines Autos. Eine Feuerwerksrakete. Irgendwas.“ (S. 23) „Eine allgemeine Theorie des Vergessens“ stand auf der Shortlist des Man Booker International Prize 2016 und wurde 2017 mit dem Internationale Dublin Literary Award ausgezeichnet.

  • Bewertung

    aus Köln

    2/5

    20.12.2019

    Buch (Taschenbuch)

    Spannende Ausgangslage, aber wenig gelungene Umsetzung und ohne Hintergrundwissen zu komplex

    Die Portugiesin Ludovica Fernandes Mando, genannt Ludo, lebt mit ihrer Schwester Odete und ihrem Schwager Orlando in dem von Portugiesen bewohnten "Haus der Beneideten" in Luanda, der Hauptstadt Angolas. Als die Revolution 1975 ausbricht, verschwinden ihrer Schwester und deren Mann spurlos und Ludo bleibt allein zurück. Mit der Waffe ihres Schwagers erschießt sie einen Einbrecher und mauert sich daraufhin in der Wohnung im Dachgeschoss ein. Strom und Wasser sind nur sporadisch vorhanden und fallen irgendwann komplett aus. Ludo baut auf der Dachterrasse Mais und Bohnen an, fängt das Regenwasser auf und ernährt sich von den übrigen Konserven sowie Granatäpfeln und Bananen der benachbarten Bäume. Nach und nach verbrennt sie die Möbel und das Parkett, um Feuer zu machen. Aus Einsamkeit führt sie Tagebuch und beschreibt, als ihr das Papier ausgeht, die Wände. Dreißig Jahre wird Ludo in eigener Gefangenschaft leben, bis ein Junge über das Baugerüst des benachbarten Wohnhauses zu ihr klettert und die verletzte, inzwischen merklich gealterte Frau, vor dem Verdursten rettet. Auf der Grundlage der Notizen von Ludovica Fernandes Mando hat der Autor einen Roman geschaffen, der jedoch noch viele weitere Personen umfasst, die in Luanda wohnen und von der Revolution und dem Bürgerkrieg in Angola unmittelbar betroffen sind. Die Ausgangslage des Romans fand ich sehr spannend, habe mich mit der Umsetzung der Geschichte aber sehr schwer getan. Der Autor verzichtet auf Anführungszeichen in der direkten Rede, so dass der Schreibstil zunächst gewöhnungsbedürftig ist. Das Buch schildert nicht nur das freiwillige Gefängnis und die Einsamkeit der Protagonistin Ludo, sondern beschreibt in den weiteren sehr kurz gehaltenen Kapiteln die Situation vieler weiterer Personen, von Portugiesen, Angolanern, Gegnern und Befürwortern der Revolution. Die Hintergründe der Revolution in Angola werden dabei nicht erläutert, sind meiner Meinung nach aber Voraussetzung um den Plot abseits von Ludo verstehen zu können. Mir waren es zu viele Nebenschauplätze, die zwar am Ende mit einander verbunden worden sind, über weite Teile aber unverständlich blieben. Ich konnte mir keinen Überblick über die handelnden Personen verschaffen, weshalb ich viele Kapitel gelesen habe, ohne wirklich zu begreifen, was darin steht.

  • Bewertung

    aus Solingen

    5/5

    02.02.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Buch "Eine allgemeine…

    Das Buch "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo Agualusa hat einen Umfang von 197 Seiten und ist bei C.H. Beck erschienen. In der Ebookausgabe ist das Werk übersichtlich gegliedert und gut zu lesen. Auch als Hardcoverausgabe erhältlich. Eine Geschichte die halb Wahrheit und halb Fiktion entspricht. Ludovica mauert sich am Abend der angolanischen Revolution für dreißig Jahre in ihrer Wohnung eines Hochhauses ein, nachdem sie einen Einbrecher erschossen hat. Die Sprache des Autors ist sehr nüchtern, dennoch schafft er es mit seinem Schreibstil den Leser in einen Bann zu ziehen. Das Werk ist erschütternd, einfach unglaublich, teilweise grotesk. Eine Revolution nachempfinden zu können, ist schier unmöglich, wenn man so etwas nicht selbst bereits erlebt hat, aber das ein Mensch sich aus Angst tatsächlich dreißig Jahre lang isoliert und einmauert sprengt den Menschenverstand. Wie mag sich Ludovica in all der Zeit gefühlt haben, was ging ihr durch den Kopf, wie war ihr Leben in der Einsamkeit? Sie hat die Entwicklung und das Ende der Revolution nicht mitbekommen. In ihrer Wohnung ist die Zeit stehen geblieben. Durch ein Trauma und durch die Verkettung von mehreren Ereignissen ist das Unfassbare geschehen, was jedem tief traumatisierten Menschen genauso wiederfahren könnte in einer solchen Ausnahmesituation. Die sich selbst eingemauerte Ludovica gab es tatsächlich. Die Geschichte im Buch ist jedoch halbe Fiktion, da der Autor aus den Fakten für sich ein stimmiges Werk mit Worten zauberte. Dies ist ihm sehr gut gelungen. Er hat authentisch Ludovicas Geschichte mit der Revolution, sowie den Beteiligten verknüpft und aus vielen Puzzleteilen ein Bild gezeichnet, welches tatsächlich der Wahrheit nahe kommen könnte. Großartig! Fazit: Ein unglaublich tiefgehendes, berührendes Buch, welches noch lange in Erinnerung bleibt. Die nüchterne Sprache des Autors, schafft es den Leser zu fesseln. Er verknüpft authentisch Ludovicas Geschichte mit der angolanischen Revolution und den Beteiligten. Wie nah er der Realität mit seinem Werk kommt, vermag ich nicht zu sagen, aber es fühlt sich alles sehr stimmig an. Großartiges Werk!

  • C. Welser

    aus Salzburg

    5/5

    06.09.2017

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein weißer Schäferhund, eine Hühnerzucht auf der Terrasse und ein Land auf dem Weg in die Unabhängigkeit

    Ein wunderbares Stück anspruchsvollerer Belletristik, das alle Erwartungen erfüllt. Das Leben der außergewöhnlichen Figuren wird geschickt und keineswegs absehbar miteinander verwoben. Die jeweiligen Zusammenhänge zu entdecken war immer wieder eine Freude. Auf wenigen Seiten wird in Summe eine faszinierende Geschichte entworfen, die auch besonders sprachlich zu glänzen versteht.

  • Sikal

    5/5

    20.08.2017

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wenn Vergessen das einzige ist, das hilft

    Der Roman spielt zur Zeit des Befreiungskampfes Angolas vom Kolonialherren Portugal. Die Protagonistin Ludovica lebt völlig zurück gezogen bei ihrer Schwester und deren Mann. Als die beiden plötzlich verschwinden, ist Ludovica auf sich allein gestellt. Doch als sie einen Einbrecher erschießt und auf der Terrasse vergräbt, setzt Ludo einen gewagten Schritt und mauert sich in der Wohnung ein, um komplett von der Außenwelt, von den Unruhen und anderen Menschen abgeschnitten zu sein. Um zu überleben wird sie immer einfallsreicher, bis es nach 30 Jahren zu einer ungewöhnlichen Auflösung ihres Exils kommt. José Eduardo Agualusa hat einen vielschichtigen Roman geschrieben, der verschiedene Handlungsstränge dermaßen gekonnt vernetzt, dass man am Ende das große Ganze sieht und die Bruchstücke als wichtige Teile dafür erkennt. Neben Ludo als Protagonistin findet man zahlreiche Nebencharaktere, die jedoch alle irgendwie mit Ludos Leben in Verbindung stehen und deren Weg sie trotz ihrer Isolation beeinflusst. Durch die vielen Handlungsstränge, unterschiedlichen Perspektiven und diversen Zeitebenen wirkt der Roman vielleicht etwas bruchstückhaft, was er ganz und gar nicht ist. Schreibstil und Sprache des Autors tun ihr Übriges, um fasziniert am Ball zu bleiben. Diverse Tagebucheinträge geben immer wieder Einblick in Hintergründe, ergänzen somit großartig das Bild auf die Verknüpfung der Handlung. Was in Bezug auf den Roman immer wieder zum Thema gemacht wird, ist die Frage – Wahre Begebenheit oder doch nicht? – und hier klärt der Autor in Interviews auf, dass es sich definitiv um eine fiktive Geschichte handelt. Ebenfalls interessant ist, dass der Roman ursprünglich ein Film werden sollte, dieses Projekt jedoch verworfen wurde. Und das ist auch gut so, Feinheiten wären in einem Film verloren gegangen. Für mich ein wunderbares Buch, das einen Leser fordert. Kein Buch für nebenbei, sondern es will Aufmerksamkeit und ich finde, das hat es sich auch verdient.

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