1956 - Ex-Kommissar Andreas Eckart wird von einem früheren
Mitstreiter kontaktiert, der für den MI6 ein explosives
Dossier erwerben will: ein ungarischer Geheimpolizist
möchte sich in den Westen absetzen und bietet eine Liste mit
den Namen von KGB-Agenten und Doppelagenten. Eckart
lehnt zunächst ab. Doch dann erfährt er, dass er einen Sohn
hat, von dem er bislang nichts wusste, und dass dieser unter
dem Decknamen Sojus ebenfalls auf der Liste steht. Er
lässt sich umstimmen und begibt sich auf eine heikle Mission
nach Budapest, wo gerade die sowjetische Invasion in vollem
Gange ist und die Stadt in Chaos und Gewalt versinkt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
ech
aus Bochum
5/5
30.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Packender Polit-Thriller vor der Kulisse des ungarischen Volksaufstandes von 1956
Mit diesem Buch legt der Autor Martin von Arndt seinen bereits dritten Roman mit dem ehemaligen Polizisten Andreas Eckart vor und liefert dabei wieder eine gelungene Mischung aus Thriller und historischen Roman ab, der diesmal vor dem Hintergrund des Ungarischen Volksaufstandes von 1956 spielt.
Man kann das Buch aber auch ohne Kenntnisse aus den ersten beiden Büchern mit Andreas Eckart problemlos lesen und nachvollziehen, da die erforderlichen Informationen zur Vergangeheit der Akteure gut in die laufende Handlung eingeflochten werden, ohne dabei den Lesefluß zu stören.
Sein letzter Einsatz an der Seite von Daniele "Dan" Vanuzzi hat Andreas Eckardt einige Jahre der Gefangenschaft in einer psychiatrischen Anstalt in Amerika eingebracht, von der er sich nur schwer erholt hat. Und so ist er zunächst wenig begeistert, als ihm Vanuzzi Jahre später erneut einen gemeinsamen Einsatz schmackhaft machen will. Doch sein ehemaliger Mitstreiter hat diesmal ein As im Ärmel, das es Eckart unmöglich macht, das Angebot abzulehnen. Und so steckt er schnell wieder in einer undurchsichtigen Geheimdienstoperation mitten im brodelnden Hexenkessel von Budapest.
Auch in diesem Buch gelingt es dem Autoren nicht nur, eine spannende und gut aufgebaute Geschichte zu erzählen, mit seinem packenden Schreibstil fängt er zudem die Atmosphäre der damaligen Zeit auch sehr gut ein. Mit einer bildhaften Sprache, die das Kopfkino beim Lesen mächtig ankurbelt, und der äußerst gelungenen Charakterisierung der Protagonisten, die durchgehend ausgesprochen vielschichtig angelegt sind, entwickelt sich eine komplexe Geschichte, die mit jeder Seite eine immer größere Sogwirkung entwickelt.
Definitiv kein Buch für zwischendurch, hier muss man schon aufmerksam lesen, um den Überblick über das Geschehen mit seinen zahlreichen politischen Verwicklungen und Ränkelspielen im Hintergrund nicht zu verlieren.
Der Ungarische Volksaufstand von 1956 war mir vor der Lektüre nur wenig bekannt, so das mir das Buch neben spannender Unterhaltung auch noch einige interessante Informationen und Einblicke in dieses eher dunkle Kapitel der europäischen Geschichte bieten konnte, dessen Auswirkungen bis in die heutige Zeit spürbar sind.
Bewertung
aus Bargteheide
5/5
23.03.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannender Thriller über die Zeit des Volksaufstandes in Ungarn.
In dem dritten Teil der Serie um Ex-Kommissar Andreas Eckart schickt der Autor Martin von Arndt den Protagonisten nach Ungarn zur Zeit des Volksaufstandes von 1956.
Ex-Kommissar Andreas Eckart wird von seinem früheren Mitstreiter Dan Vanuzzi reaktiviert. Ziel der Mission ist es sich nach Ungarn einzuschleusen und ein wichtiges Dossier zu erwerben, das dem MI6 von einem ungarischen Geheimpolizisten angeboten wurde. Das Dossier enthält eine Liste von KGB-Agenten. Als Andreas Eckart den Namen eines der KGB-Agenten erfährt, muss er sich aufgrund der familiären Verbindung auf die Mission einlassen. So geraten Andreas Eckart und Dan Vanuzzi mitten in den Aufstand hinein und die Lage wird immer undurchsichtiger. Wem können sie noch trauen? Eine Mission auf Leben und Tod nimmt ihren Lauf.
Auch wenn es sicher für den Leser/die Leserin stimmiger wäre, die ersten beiden Bände zu kennen, ist es möglich, nur diesen Band zu lesen. Der Schreibstil des Autors fesselt einen von der ersten bis zur letzten Seite. Der Spannungsbogen reißt während der gesamten Geschichte nicht einmal ab, im Gegenteil man muss das Buch einfach zu Ende lesen. Historisch gesehen sind der Handlungsort und die Handlungszeit genauso spannend wie interessant und der Autor schildert die Gegebenheiten des Aufstandes wert neutral. Wenn er auch Fragen aufwirft, die vielleicht nie beantwortet werden können. Mich hat bei dem Buch vor allem der geschichtliche Aspekt interessiert, aber ich kann das Buch auch jedem Thriller Liebhaber empfehlen. Keiner wird hier enttäuscht werden.
TochterAlice
aus Köln
4/5
24.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
nen historischen Krimi, in…
nen historischen Krimi, in dem der Ungarnaufstand von 1956 im Fokus steht, kannte ich bisher noch nicht. Die historische Reihe von Martin von Arnim mit den Figuren des Kommissars Eckart und des italienischstämmigen Amerikaners und Tausendsassas Vanuzzi im Mittelpunkt auch nicht, so dass dies für mich eine doppelte Premiere war. Der ehemalige deutsche Kommissar Andreas Eckart steht altersmäßig in den 1950er Jahren definitiv eher am Ende als am Beginn einer möglichen beruflichen Karriere, die aber sowieso bereits vor Jahren gewaltsam endete, nämlich durch den Nationalsozialismus. Zu Beginn dieses Bandes wird er aus einer psychiatrischen Klinik in den Vereinigten Staaten befreit, unter anderem durch den bereits erwähnten Vanuzzi. Der spürt ihn dann einige Jahre später in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland auf, wo er im beschaulichen Würzburg ein ruhiges Leben führt. Zu führen hoffte, muss man nun sagen, denn Vanuzzi, der als mehr oder weniger freiberuflicher Geheimagent mehreren Herren dient, ködert ihn zur Beteiligung an einem Auftrag in Budapest: ein Dossier mit brisanten Informationen soll geholt werden. Eckart will ablehnen, wird aber ge- und verlockt mit dem Versprechen, seinen Sohn, den er bisher nicht kannte und der im gerade stattfindenden Ungarn-Aufstand eine Rolle spielt, kennenzulernen. In Budapest angekommen, erleben Eckart und Vanuzzi im Kreise von Widerstandskämpfern die Niederschlagung des Aufstands durch sowjetische Streitkräfte. Deutllich wird, dass man niemandem trauen kann - wie Eckart schmerzlich erfährt, nicht mal seinem eigenen Sohn, der unter dem Namen "Sojus" eine ganz spezielle Rolle innerhalb der Ereignisse spielt. Ein mitreißender und kraftvoller, aktionsgeladener Krimi oder gar Thriller - aber nur für Leser, die bereit sind, tief in nicht ganz so bekannte historische Zusammenhänge einzutauchen. Ich kannte die Reihe bisher nicht und muss sagen, dass man auch in den dritten Band ohne Vorkenntnisse ganz gut hineinkommt. Damit meine ich aber spezifische Vorkenntnisse zu dieser Reihe - ein wenig Ahnung von den Ereignissen der Weltgeschichte und speziell der Vorgeschichte des Ungarnaufstands sollte man schon haben, sonst versteht man diesbezüglich nur "Bahnhof". So aber ist es eine eindringliche, dramatische Story, die neben dem Kriminalfall den Ungarnaufstand von 1956 beleuchtet, ein Ereignis, das wie viele andere Aufstände gegen die sowjetische Vormacht im 20. Jahrhundert bisher viel zu wenig bekannt ist als Teil der Europäischen Geschichte und auch beim Verständnis der gegenwärtigen Position Ungarns innerhalb der EU weiterhelfen kann. Der Autor Martin von Arndt kann nicht nur spannende Geschichten erzählen, sondern beleuchtet auch detailreich historische Gegebenheiten. Ein eindrucksvolles Werk, dessen Vorgänger ich mir zu Gemüte führen werde und auf dessen Nachfolger ich mich freue!
Bewertung
aus Glauchau
4/5
16.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fesselnder Politthriller
„...Budapest ist geteilt, der Fluss bildet für viele immer noch die Grenze. Sie sagen: Wenn er gewollt hätte, dass aus Buda und Pest eine Stadt wird, hätte Gott nicht die Donau erschaffen...“
Das Buch beginnt im Jahre 1948 mit der Gründung des Staates Israel.In Tel Aviv wird Ephraim Rosenberg von Dan Vanuzzi in seiner Wohnung erwartet. Sie unterhalten sich über Ex - Kommissar Eckart, der seit ihrer Flucht nach Israel verschwunden ist. Es gelingt ihnen, Eckarts Aufenthaltsort in Amerika zu ermitteln und ihn dort rauszuholen.
Im Jahre 1956 lebt Eckart in Würzburg. Wieder erscheint Vanuzzi auf der Bildfläche. Der arbeitet mittlerweile für den englischen Geheimdienst. Eckart soll ihm helfen, ein Dossier aus Ungarn zu holen, das die Namen von KGB – Agenten enthält. Eckart ist nicht begeistert. Doch Vanuzzi hat ein gutes Argument. Einer der Agenten hat ist Eckarts unbekannter Sohn. In Ungarn aber ist gerade ein Volksaufstand ausgebrochen.
Der Autor hat einen fesselnden und vielschichtigen Thriller geschrieben. Das Buch hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Das liegt schon allein an der unterschiedlichen Darstellung der beiden Hauptprotagonisten. Während Eckart klar charakterisiert ist, wirkt Vanuzzi undurchsichtig. Er benutzt Eckart, ohne ihm in allen Dingen die Wahrheit zu sagen. Von Eckart stammt der folgende Satz:
„...Ich habe immer Sympathien für soziale Gerechtigkeit, aber keine für totalitäres Denken...“
Eingebettet in die Geschichte ist ein Rückblick in die Vergangenheit von Eckart und Vanuzzi. Dadurch werden auch historischen Themen berührt, so der Völkermord am armenischen Volkes.
Die Vorgänge in Budapest betrachten Vanuzzi und sein Team als Außenstehende. Es werden zwar die internationalen Verquickungen umfassend dargestellt, doch die Ansichten verschiedener ungarischer Strömungen bleiben außen vor. Dazu gibt es bestenfalls kurze Zusammenfassungen.
Deutlich allerdings wird, dass die Ungarn auf Hilfe aus Europa und Amerika setzen. Die aber haben momentan ganz andere Probleme und Interessen. Vanuzzi fasst das so zusammen:
„...Es geht also um Strategien und Machtoptionen. Man braucht das Dossier, lässt hochgehen, wen man möchte, die anderen werden warmgehalten...“
Später klingt es noch krasser, als Vanuzzi seinen ungarischen Begleitern die Augen für die Realität öffnen will:
„...Wollt ihr wissen, was mir der MI6 noch gesagt hat? Dass es ein Geheimtreffen von amerikanischen und sowjetischen Vertretern gegeben hat. Und was ist rausgekommen? Wenn ihr euch nicht bei unserem Dreck einmischt, mischen wir uns nicht bei eurem ein...“
Spannend ist die Jagd durch die belagerte und umkämpfte Stadt nach dem Dossier. Schwierig wird es auch deshalb, weil Vanuzzi und Eckart zum Teil unterschiedliche Interessen verfolgen. Zu den stilistischen Höhepunkten gehören für mich die Gespräche zwischen Eckart und Sojus. Bei politischen Themen gehen logischerweise die Meinungen völlig auseinander, wobei auch Sojus geschickt die Finger in manche Wunde legt. Doch wenn sich der Dialog persönlichen Fragen zuwendet, schwingen eine Menge an unterschiedlichen und unterschwelligen Emotionen mit.
In die rasante Handlung werden häufig kurze Ruhepunkte durch vielfältige Informationen gesetzt. Dazu gehört auch ein Einblick in ungarische Geschichte.
Ein Überblick über die weitere Entwicklung in Ungarn nach dem Volksaufstand und ein aussagekräftiges Nachwort des Autors runden das Buch ab. Dort spannt er den Bogen vom Volksaufstand zum heutigen Verhalten der ungarischen Regierung.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.
Martin Schult
aus Borken
4/5
15.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Operation Achilles
Der ehemalige Kommissar Andreas Eckart wird in einer Heilklinik mit Hilfe von Psychopharmaka unter Kontrolle gehalten. Seinen ehemaligen Mitstreitern gelingt es mit viel Mut und List Eckart zu befreien. Er soll ihnen helfen, ein Dossier eines ungarischen Geheim-Polizisten zu ergattern, welches die Identität einiger Doppel- und KGB-Agenten enthält. Eckart sträubt sich zunächst einen solchen Auftrag zu unterstützen, kann aber letztendlich überzeugt werden, da sein verschollener Sohn eine tragende Rolle in den revolutionären Bewegungen des Landes innehat. Wird es ihm gelingen, seinem Sohn gegenüberzutreten?
"Sojus" ist bereits der dritte Band um den engagierten und pflicht-bewussten Polizisten Andreas Eckert. Schon die ersten beiden Teile konnten mir mit einer spannenden Inszenierung gut recherchierte historische Hintergründe lebendig vor Augen führen. In seinem neuen Politthriller setzt sich der Autor Martin von Arndt mit den Aufständen in der ungarischen Bevölkerung von 1956 auseinander. Ein, wie er im Anhang erläutert, auch für seine Familie wichtiges Ereignis, welches ihm am Herzen lag. Mir persönlich waren die historischen Hintergründe nahezu unbekannt, was das Buch für mich zusätzlich interessant machte. Martin von Arndt erzählt die Vater-Sohn-Geschichte in einem bildreichen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in die damalige Zeit entführte. Der Spannungsbogen wird mit der Befreiungsaktion direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und mit den Geschehnissen um die Revolutionäre auf einem guten Niveau gehalten. Gerade die spezielle familiäre Situation des Hauptprotagonisten Andreas Eckart in Verbindung zum Anführer der Gegenbewegung verleiht dem Buch einen speziellen Charme. Abgesehen von einigen kleineren Längen konnte mich das Buch gut unterhalten.
Aus meiner Sicht veröffentlicht Martin von Arndt mit "Sojus" eine gute Fortsetzung der Reihe um Andreas Eckert. Auch in diesem Band gelingt es ihm die gut recherchierten historischen Fakten einer bisher selten thematisierten Begebenheit in eine spannende Geschichte einzubetten. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.
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