39 Sekunden, die ein Ende bedeuten, das Ende eines Lebens. Zwei Brüder, Robert und Christian Rauch, die zu verstehen beginnen, was früher geschehen ist. Vor der Terrasse der Familie stand plötzlich ein Mann: "Appell, Herr Doktor, Appell!" - sein Ruf weckt die Vergangenheit des Vaters als Arzt in Dachau und lässt einen Prozess beginnen, der erst viele Jahre später endet. Thomas Lehr analysiert in atemberaubender Sprache und unerhörter Dichte "die großen, epochalen Themen des abgelaufenen Jahrhunderts, die in dieser Novelle eine neue, ungeahnte Form annehmen" (Helmut Böttiger, Die Zeit). Nach dem großen Erfolg seines Romans "Schlafende Sonne" liegt nun auch "Frühling" wieder in Neuausgabe vor.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
01.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Tod in 39 Sekunden
Bereits nach wenigen Seiten, naja, nach wenigen Sätzen besser gesagt, ist jedem/r Leser*In klar, dass es sich hierbei um keine entspannte Urlaubslektüre handelt. Denn Thomas Lehr versteht es wie kein Zweiter den Lesefluss seiner Leser*Innen zu manipulieren. Die Regeln der Syntax, Morphologie und Orthographie scheinen komplett außer Kraft gesetzt worden zu sein bis dem/ der Leser*In klar wird, dass es sich bei dieser Novelle um einen inneren Monolog in Bildern handelt, der die Vergangenheit einer ganzen Familie aufdeckt, vom dritten Reich bis in die Gegenwart und das in 39 Sekunden.
Die Neuausgabe ist eine absolute Kaufempfehlung für Leute, die sich gerne mit schwierigen Texten und Themen auseinander setzen. Denn obwohl die Novelle unter 150 Seiten hat, werden diese einen lange beschäftigen.
Alena
aus Heilbronn
3/5
10.02.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Roman ist eine schwere…
Der Roman ist eine schwere Lektüre. Es handelt von den letzten 39 Lebenssekunden des Protagonisten Christian Rauch. In diesen 39 Sekunden versucht er zum Einen sein Leben zu analysieren, zum Anderen aber auch sich der Wahrheit zu stellen und endlich die Antworten auf die ihn quälenden Fragen zu finden. Wer ist der Mann, der vor Jahren das Familienidyll gestört hat? Was hat der Bruder erfahren, dass er sich mit 17 Jahren vor den Zug wirft? Sind die Andeutungen auf Vaters Nazi-Vergangenheit wahr? Die eigenartige Punktierung des Textes erschwert die Lektüre immens. Stellenweise werden die Sätze in kleine Satzfetzen gerissen. An anderen Stellen fehlen die Satzzeichen komplett. Dies spiegelt aber die Rast und die Unruhe der Gedanken des Protagonisten. Die Schreibweise und die packende Darstellung des Sujets lassen den Leser bis zur letzten Sekunde nicht los. Erst im dritten Kapitel bekommt man eine gewisse Struktur der Geschehnisse sowie auch die Antworten auf die Fragen. Auch wenn die Grausamkeiten des Nazi-Regimes relativ oberflächlich angedeutet sind, bewegt der Roman einen aufmerksamen Leser zum Nachdenken. Vielleicht sollte man das Buch zwei mal lesen, um die ganze Tiefe des Werks zu verstehen.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.