Produktbild: Unrast

Unrast

Aus der Reihe Kampa Pocket
6

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.02.2019

Verlag

Kampa Verlag

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

21,1/13,1/4,3 cm

Gewicht

610 g

Farbe

Elfenbein / Terracotta

Auflage

1

Originaltitel

Bieguni

Übersetzt von

Esther Kinsky

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-311-10012-6

Beschreibung

Rezension

»Ein Buch aus Fragmenten, Tagebucheinträgen, Notizen, Erzählungen und Splittern … geht das? Geht! Sogar nobelpreiswürdig« DIE ZEIT»Ein grenzüberschreitender, temperamentvoller, reicher Roman, den man immer wieder lesen kann. Ein Buch wie ein wirklich guter Reisegefährte - geistreich, charmant, herausfordernd und immer ein Gewinn.« Los Angeles Review of Books

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.02.2019

Verlag

Kampa Verlag

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

21,1/13,1/4,3 cm

Gewicht

610 g

Farbe

Elfenbein / Terracotta

Auflage

1

Originaltitel

Bieguni

Übersetzt von

Esther Kinsky

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-311-10012-6

Herstelleradresse

Verlegerdienst München
Gutenbergstraße 1
82205 Gilching
DE

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  • Bewertung

    5/5

    10.02.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das ganze Leben ist eine Reise

    Poetisch und teils biografisch beschreibt Olga Tokarczuk wie wir Menschen durchs Leben pilgern. Jeder für sich, auf verschiedenen Kontineneten, zur verschiedenen Zeiten, mit verschiedenen Zielen und mit Unrast als gemeinsamen Nenner. Ein sehr schönes Buch das noch lange nachwirkt.

  • C. Welser

    aus Salzburg

    5/5

    13.01.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine besondere Lesereise

    Olga Tokarczuk nimmt ihre Leser in diesem Roman auf eine Reise der besonderen Art mit. Mit den mosaikhaften Textbausteinen entsteht eine ganz spezielle Geschichte, der man schrittweise nachspüren darf. Ungewöhnlich, packend und mit einer sehr schönen Sprache!

  • Bewertung

    5/5

    01.06.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Regt zum Nachdenken an!

    Was sich früher nur die gut betuchten Menschen leisten konnten, ist heute dank der Dumping-Preise der Billigairlines und der global ausgebauten Infrastruktur für nahezu jeden erschwinglich geworden: Reisen. Das Reisen ist zu einer weltweiten Bewegung geworden, die ihrer eigenen Philosophie folgt. Manche nutzen es um aus dem Alltag auszubrechen, andere wiederum unternehmen Reisen um zu sich selbst zu finden. Mit ,,Unrast‘‘ ist Olga Tokarczuk ein Buch gelungen, das es schafft mithilfe mehrerer kurzer Geschichten genau dieses Gefühl zu vermitteln. Unterschiedlichste Charaktere, verschiedene Zeiten sowie Epochen, wechselnde Breitengrade – Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und die Gedanken des Lesers ,,rastlos‘‘ hinterlässt.

  • Sandra Falke

    aus Berlin

    3/5

    15.04.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Märchenhaft, scharfsinnig, ungewöhnlich

    Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk reflektiert in ihrem Roman „Unrast“ über diverse Formen der Bewegung, des Nomadentums und der Reiseliebe. Die Autorin schreibt scharfsinnige Grübeleien über Leben und Tod, Körper und Seele, Zeit und Raum. Der Roman besteht aus mehreren nicht aneinander gebundenen Geschichten, zu denen die Handlung ab und an wiederkehrt. Übergreifend werden diverse spannende Reflexionsstränge aufgegriffen: die ideologische Philosophie des Reisens, die existenzialistische Rolle des menschlichen Körpers in religiösen und spirituellen Kontexten, die Beschäftigung mit der anatomischen Beschaffenheit des menschlichen Körpers im Leben sowie im Tod. Und einiges mehr. „Unrast“ ist mit Sicherheit ein ungewöhnliches Buch voller wertvoller Geheimnisse zum menschlichen Verhalten. Obwohl ich die einzelnen Figuren ungerne verlor und ihr unvollendetes Schicksal mir zeitweilen zu schaffen machte, konnte ich „Unrast“ in seiner Einzigartigkeit schätzen, den langsam dahinfließenden Schreibstil genießen und beim Innehalten zwischen den einzelnen Passagen über einiges nachdenken.

  • Bories vom Berg

    aus München

    5/5

    23.08.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Glückliches Polen Die…

    Glückliches Polen Die polnische Literatur-Nobelpreisträgerin Olga Tokarzuk hat 2007 ein Buch veröffentlicht, das in ihrer Heimat hoch gelobt wurde und zwei Jahre später dann unter dem Titel «Unrast» in deutscher Übersetzung erschien. Im Jahre 2018 wurde ihm schließlich der britische International Booker Prize verliehen. Die Resonanz in Deutschland war eher verhalten, und das Feuilleton war völlig uneins. Denn das als Roman veröffentlichte Buch entspricht kaum den Erwartungen an dieses literarische Genre, viele sehen darin eher eine Kurzgeschichten-Sammlung. Die Autorin selbst hat ihr Buch als «Konstellationsroman» bezeichnet, «eine genre-übergreifende Sammlung von Fiktion, Historie, Memoir und Essay». Und weiter: «Als ich es erstmals meinem Verlag geschickt habe, riefen sie mich zurück und fragten, ob ich vielleicht die Dateien in meinem Computer durcheinander gebracht hätte, denn das sei kein Roman». Wie auch immer! «Ein Roman wie dieser könnte niemals den Deutschen Buchpreis gewinnen», schrieb Ina Hartwig 2009 in der Frankfurter Rundschau. Und sie fügte hinzu: «Glückliches Polen, wo Bücher wie dieses mit dem wichtigsten Literaturpreis des Landes ausgezeichnet werden!» Wo sie recht hat, hat sie recht! Im polnischen Original heißt das Buch «Bieguni», die Bezeichnung für eine orthodoxe jüdische Sekte, deren Mitglieder daran glaubten, in der ständigen Bewegung Gott näher zu sein. Neben vielen, manchmal nur eine halbe Seite umfassenden Notizen, Porträts, Glossen und Gedankensplittern der Ich-Erzählerin, neben zufälligen Beobachtungen, historischen oder mythologischen Randbemerkungen gibt es auch umfangreichere Geschichten. Da verschwindet zum Beispiel während eines Spaziergangs eine Frau spurlos mit ihrem Kleinkind. Die Suche der Polizei auf der kleinen, kroatischen Insel ist vergebens. Als sie drei Tage später wieder auftaucht, bleibt sie ihrem Mann jede Antwort schuldig, wo sie gewesen ist, - ihre Ehe zerbricht daraufhin. Ein ehemaliger Walfänger, der als Kapitän auf einer Fähre frustriert täglich mehrmals immer die gleiche Strecke fahren muss, nimmt plötzlich Kurs aufs offene Meer. Was die Passagiere zunächst ziemlich irritiert, aber ihr Protest schlägt schnell in Zufriedenheit um, alle finden den neuen Kurs prima. Auch die Mutter eines behinderten Kindes verlässt ohne ein Wort die Familie, streift ziellos durch Moskau, kampiert in der Metro und teilt das Leben der Obdachlosen. Wie lange, bleibt offen! Erzählt wird auch von einem Altertums-Wissenschaftler, der auf einem Kreuzfahrtschiff Vorträge für die Passagiere hält. Berichtet wird zudem von Reise-Psychologen, die einem zufälligen, ständig wechselnden Publikum im Wartebereich eines Flughafens Vorträge halten über ihr Fachgebiet. Ein längerer Erzählstrang beschäftigt sich mit dem Thema Plastination und der Konservierung von Leichen. Dazu gehören dann auch mehrere ausführliche Briefe der Tochter des Kammer-Mohren am Hofe des Kaisers Franz III, die hartnäckig darum bittet, ihr die im Museum ausgestellte, mumifizierte Leiche ihres Vaters für eine christliche Bestattung zu überlassen. Und die Schwester von Frédéric Chopin schließlich, die ihren berühmten Bruder innig geliebt hat, begleitet sein Herz auf eine letzte Reise in die Heimat. Sogar ein Loblied auf die überaus wichtige Funktion von Wikipedia fehlt nicht in den lose verknüpften, literarischen Miniaturen, die dieses geradezu nomadisierende Buch prägen. In seiner Intention ist «Unrast» eine kritische Auseinandersetzung mit der globalisierten, spätkapitalistischen Welt. Das Unstete, die Reisesucht und Entfremdung kennzeichnen die zunehmende Entwurzelung des Menschen. Immer wieder weicht die zentrale Perspektive einer dezentralen, fragmentierten, auf Emphase seiner zumeist sympathischen Figuren setzenden Erzählweise. Stilistisch brillant und wortmächtig erzählt, ist dieses Buch eine kontemplativ außergewöhnlich anregende Lektüre.

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