Eine »Seilschaft« bürgerlicher Kleriker aus Hannover, die mit Verbindungen zum Vatikan Karriere in Norddeutschland machen.Die römische Kurie, der größte Hof Europas im Spätmittelalter, war der Sehnsuchtsort aller Kleriker. Wer an der Kurie ein Verwaltungsamt erlangte, hatte Zugang zu Informationen und konnte Protektoren gewinnen - unschätzbare Vorteile im Wettbewerb um Kirchenstellen in den Fürstentümern.Eine außergewöhnliche Karriere gelang dabei einer »Seilschaft« aus Hannover in einer besonderen Konstellation: Das Große Schisma 1378-1417 begünstigte erstmals deutsche Kleriker, die dann andere nachzogen. Obgleich Bürgersöhne, gelangten Mitglieder dieser Gruppe auf Bischofsthrone und erreichten Prälaturen an Dom- und Stiftskirchen. Dies verdankten sie dem Studium in Italien, der Protektion hoher Kurialer sowie Verbindungen nach Norddeutschland, zu Freunden oder Verwandten.In zehn eng verflochtenen Aufsätzen werden die Lebenswege der einzelnen Mitglieder dieser Gruppe nachgezeichnet und die Bedingungen ihrer Karriere untersucht. Die Quellengrundlage hierfür stammt aus dem Vatikanischen Archiv, regionalen Archiven und den gedruckten Quellen des Nordostens Europas. Dabei geht es vor allem um die Regeln der sozialen Mobilität und um das Beziehungsgeflecht, das unsere Helden stützte.
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11.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Warum Hannover?
Hannover war Provinz im Mittelalter. Gab es dort zeitweise so viele tüchtige Kleriker, wie die Autorin fragt? Denn warum konnten sie in dieser Phase in Norddeutschland und Livland mit „päpstlichen Autorisationen in die lokalen Pfründenkartelle einbrechen“? Es war eine Zeit, in der Bürgerliche als „´gelehrte Räte´“ reüssieren konnten, wenn diese Kleriker denn einen Abschluß einer italienischen Eliteuniversität besaßen und gute Kontakte zur Kurie aufgebaut hatten. Konkret hatten sie sogar „nahe Verwandte von Bankiers in ihren Reihen“. Und so schafften es Freunde, andere nachzuziehen. Voraussetzung dafür war eingangs die „Zugehörigkeit zur familia eines Großen“.
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