Die Wiener PR-Lady Walli Winzer schwebt auf Wolke sieben, denn ihr Urlaubsflirt will sie im Waldviertel besuchen! Schnell soll noch ein Bauerngarten angelegt werden. Aber Walli fehlt dazu der grüne Daumen. Sie engagiert eine junge Gärtnerin, doch die ist einem Familiengeheimnis auf der Spur. Als sich dann auch noch ein Karpfenteichbesitzer als Rüpel herausstellt, beim Dorfpolizisten Grubinger der Haussegen schief hängt und ein Toter als Vogelscheuche in ihrem Gemüsebeet auftaucht, muss Walli ermitteln.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
4/5
24.02.2019
eBook (ePUB)
Powerfrau im Waldviertel
Man muss sich auf viel Lokalkolorit einlassen, das Dorf und die Bewohner werden genau beschrieben.
Es ist ein Krimi, der sich gemütlich und unterhaltsam liest.
Er heißt ja auch nicht von ungefähr "Waldviertel-Krimi".
Walli Winzer hat sich bei ihrem zweiten Fall schon gut in ihrem neuen Haus eingelebt, außerdem ist sie frisch verliebt.
Sie will gerade ihren Garten verschönern lassen, als dort der Stöger Franz tot aufgefunden wird.
Ihm wurde der Kopf eingeschlagen, und dann wurde er an die Vogelscheuche gebunden.
Kurz zuvor war er noch unangenehm aufgefallen, weil er betrunken und aufdringlich war.
Er bleibt aber nicht der einzige Tote: bei einer Autofahrt findet Walli noch die Leiche der Umweltaktivistin Alice Mittner.
Diese setzte sich sehr für die Natur und Tiere ein, und sie geriet sehr schnell mit Leuten in Streit.
Auch ihr wurde der Kopf eingeschlagen, dann wurde sie im Wald aufgehängt.
Es wird noch weiter gemordet, und die PR-Lady Walli Winzer muss ihren ganzen Spürsinn einsetzen.
Mir gefällt diese aufgeweckte Walli Winzer sehr gut.
Sie trägt prinzipiell nur Designerkleidung, sogar ihre Katze hat ein Swarovski Halsband.
Außerdem ist sie erfrischend locker, interessiert sich für alles, und sie hat das Herz am rechten Fleck.
Mit ihrer Kombinationsgabe und Hartnäckigkeit löst sie jeden Kriminalfall.
Manche tratschen zwar ein wenig schadenfroh, dass es früher im Dorf ruhig und beschaulich war, und erst seit sie hier ist, gibt es Tote.
Auch finden einige, dass durch sie und andere Zugereiste das alte Gefüge durcheinander gebracht wird.
Der Dorfpolizist Grubinger, dem sie mit ihrer dynamischen Art auch nicht immer so ganz geheuer ist, ist trotzdem erleichtert und heilfroh, dass sie ihm bei der Aufklärung der Morde hilft.
Ich freue mich auf weitere Fälle.
lima
aus Horn
5/5
22.02.2022
Buch (Taschenbuch)
Krasse Achterbahn der Gefühle…
Krasse Achterbahn der Gefühle Geeignete Themen für Landkrimis zu finden, scheint fast unerschöpflich zu sein. Die Bandbreite erstreckt sich von cosy bis zu harten Themen. Eine nachvollziehbare Gratwanderung allerdings von Humor bis thrillerhaft-zerreißender psychologischer Spannung, aufgebaut auf einer atemberaubenden Achterbahnfahrt der Gefühle, das kenne ich bisher aus Österreich noch nicht. Schon die schräge Einstiegsfrequenz überrascht mit dem direkten Einblick in die unvollkommene ländliche Idylle der Wiener PR-Lady Walli Winzer. In einer skurrilen Szene auf einer Leiter schwankt sie zwischen Hieben und Drüben. Im heiteren Grundduktus ahnt man von Anfang an, dass sie noch nicht wirklich in ihrer neuen Wohnumgebung angekommen ist. Mit allen nur erdenklichen Mitteln versucht sie, sich ihre kleine Welt zurecht zu machen. Eine Welt, in der sie nach Ruhe und Geborgenheit sucht, die ihr in Wien abhandengekommen war. Eine Welt mit neuen Freunden, wenn da nicht plötzlich eines Morgens eine Leiche in ihrem Gemüse auftauchen würde. Da hört sich allerdings die Freundschaft mit so manchem auf. Als dann auch noch eine junge Gärtnerin einem Familiengeheimnis auf der Spur ist und dabei alte Bekannte wieder trifft, sind Konflikte vorprogrammiert. Walli Winzer wird unsanft hineingestoßen und hat alle Mühe, sich nicht mit fadenscheiniger Ablenkung und Intrige in die Irre führen zu lassen. Von Anfang an gelingt es Maria Publig den Leser in ihren Bann zu ziehen. Die emotionale Dichte, die sie geschickt und eindringlich aufzubauen versteht, versieht sie mit überraschenden Wendungen. In „Killerkarpfen“ entsteht eine Gedanken- und Gefühlswelt, die ich bisher aus keinem Regionalkrimi kenne. Vielmehr ist es das überzeichnete Sittenbild einer Gesellschaft. Publig nimmt auf unterhaltsame Weise Begebenheiten, die über Generationen hindurch nicht in Frage gestellt wurden, unter die Lupe. Sie legt österreichischen Eigensinn frei, den sie zwar im Waldviertel verortet, allerdings als Mentalität einer ganzen Nation charakterisiert: das kleine Schwarze unter dem Teppich hervorzuholen, um es dabei angeekelt und amüsiert zugleich von allen Seiten her seziert zu betrachten. Auch sprachlich ist das Werk wie aus einem Guss. Immer wieder wechseln einander umgangssprachliche Wendungen mit expressiver Eindringlichkeit zum Prosatext ab. Vielmehr Nahezu übergangslos findet vielmehr eine musikalische Expressivität statt, der den gesamten Roman durchströmt und dadurch in Atem hält. Von Anfang ahnt man, dass alles unausweichlich zur Katastrophe führt. Eine Katastrophe, die ungewöhnlich aufgelöst wird. Ein großartiger Kriminalroman von bewegender Eindringlichkeit.
Bewertung
5/5
19.02.2022
Buch (Taschenbuch)
Großartiger Kriminalroman
In „Killerkarpfen“ entsteht eine Gedanken- und Gefühlswelt, die ich bisher aus keinem Regionalkrimi kenne. Vielmehr ist es das überzeichnete Sittenbild einer Gesellschaft. Publig nimmt auf unterhaltsame Weise Begebenheiten, die über Generationen hindurch nicht in Frage gestellt wurden, unter die Lupe. Sie legt österreichischen Eigensinn frei, den sie zwar im Waldviertel verortet, allerdings als Mentalität einer ganzen Nation charakterisiert: das kleine Schwarze unter dem Teppich hervor holt, um es dabei angeekelt und amüsiert zugleich von allen Seiten her seziert zu betrachten.
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