Auf abenteuerlichen Wegen flieht die Kroatin Ana Sadak 1945 vor der heranrückenden jugoslawischen Armee nach Altaussee. Im Umfeld eines abgeschiedenen Jagdhauses wartet sie ab, bis sich die Wirren der Nachkriegszeit legen, versucht, ihre Vergangenheit abzustreifen. Schicht für Schicht wird in Rückblenden aufgedeckt, was diesen Vorgang so überlebensnotwendig macht, kommt die Rolle der faschistischen Ustascha zur Sprache, die eigens für Kinder Konzentrationslager errichten ließ. In einem dieser Lager verrichtete Sadak bis Kriegsende ihre Arbeit als Schwesternhelferin, kümmerte sich selbstlos um das Überleben der kleinen Gefangenen. Wegen einer List des Lagerkommandanten gerät sie fälschlicherweise ins Visier des jugoslawischen Geheimdienstes, der die Spur zu ihr aufnimmt. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, der sie von Salzburg über den Krimmler Tauern bis nach Genua führt, in Erwartung der rettenden Überfahrt nach Südamerika.
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5.0/5.0
Bewertung
5/5
09.03.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zeit der Häutung / Ein Buch, das jede/r (der kann) lesen soll!
Warum?
Dieser Roman zeigt eine der leidvollen Gewaltherrschaften (mit all ihren heimtückischen Befehlen, selbst Kinderherzen in ausweglose todbringende Situationen zu pferchen,..) auf. Und hinter diesen hohen Mauern und Stacheldrahtverhauen taucht plötzlich eine "Lichtgestalt" namens Ana auf, um solchen leidgeprüften Kindern unter eigener Todesgefahr, eine Hilfe, ein Rettungsanker oder wenigstens ein Lichtblick zu sein, und die dadurch selbst zur Verfolgten wird. Die beeindruckenden, in der Wortwahl einzigartigen Schilderungen, liefern ein Zeugnis, die unserer Gesellschaft stets eine Mahnung sein soll, menschenfeindlichen Machtentwicklungen entschieden entgegenzutreten und das Schützende sowie Lebensfreundliche (beginnend bei den Kindern) wachsam zu sichern. Damit ist dieser wichtige Roman, der an die schreckliichen Kriegskinder-Konzentrations-Lager (die mir erst jetzt beim Lesen bewusst wurden) erinnert, ein Garant gegen das Vergessen solcher Verbrechen und verliert, was die seelische Aushungerung und das bewußte im Stichlassen Schutzbedürftiger betrifft, nicht an Aktualität. Es wäre daher gut, die Geschichte der "fast" vergessenen Kriegskinderlager mit den zig tausend unschuldigen Opfern im 2. WK in Jugoslawien , aber eben auch das selbstlose Wirken (geprägt durch Kardinaltugenden, wie z.B. der Tapferkeit) dieser Ana und anderer helfender "Engel" verstärkt medial zugänglich zu machen.
Eine Erzählung mit viel Dramatik, die intensiv unter die Haut geht und doch auch den Ausblick in eine
schönere Welt im Tagesgeschehen von Ana erahnen lässt, jedoch immer von der Sehnsucht getrieben, die unzähligen hilflosen Kinder , denen sie begegnete, in den Arm zu nehmen, um ihnen Hoffnung für ein Leben in Geborgenheit zu schenken.
Mag. Wendelin Schmiderer
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