Jeder braucht eine Geschichte - auch wenn es schmerzhaft ist.
Emmett Farmer arbeitet auf dem Hof seiner Eltern, als ein Brief ihn erreicht. Er soll bei einer Buchbinderin in die Lehre gehen. Seine Eltern, die wie alle anderen Menschen Bücher aus ihrer Welt verbannt haben, lassen ihn ziehen - auch weil sie glauben, dass er nach einer schweren Krankheit die Arbeit auf dem Hof nicht leisten kann. Die Begegnung mit der alten Buchbinderin beeindruckt den Jungen, dabei lässt Seredith ihn nicht in das Gewölbe mit den kostbaren Büchern. Menschen von nah und fern suchen sie heimlich auf. Emmett kommt ein dunkler Verdacht: Liegt ihre Gabe darin, den Menschen ihre Seele zu nehmen? Nach dem plötzlichen Tod der Buchbinderin erkennt der Junge, welch Wohltäterin sie war - und in welche Gefahr er selbst geraten ist ...
Ein unvergleichliches Buch über die Macht der Erinnerung, verbotene Liebe und darüber, was das Menschsein bedeutet: Geschichten zu erzählen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Dreamworx
aus Berlin
5/5
20.04.2021
eBook (ePUB)
Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste - Heinrich Heine
Der junge Emmett Farmer soll einmal den elterlichen Bauernhof übernehmen, doch nach einer schweren Erkrankung ist er noch nicht wieder in der Lage, die Arbeit dort wieder aufzunehmen. Da erreicht ihn ein Brief mit der Nachricht, dass er bei der bekannten Buchbinderin Seredith, die in den Sümpfen lebt, in die Lehre gehen soll, obwohl Bücher seit einiger Zeit aus dem Leben der Menschen verbannt wurde. Mit dem Einverständnis seiner Eltern macht sich Emmett auf den Weg zu Seredith, wo er ihr mit einfachen Arbeiten zur Hand geht. Dabei erfährt er, dass er unter dem Buchbinderfieber gelitten hat und lernt nebenbei das Veredeln von Büchern. Doch Emmet ist misstrauisch, denn nirgendwo sieht er Bücher. Langsam dämmert ihm, dass es sich um ein Geheimnis handeln muss, dass Seredith umgibt. Warum tauchen Menschen bei Seredith auf, die völlig verändert wieder verschwinden. Welche Gabe besitzt sie und warum ist ausgerechnet Emmett als ihr Lehrling auserkoren?
Bridget Collins hat mit ihrem Roman „Die verborgenen Stimmen der Bücher“ einen sehr unterhaltsamen, spannenden und fantastisch angehauchten Debütroman vorgelegt, der durch einen wunderschön bildhaften, fesselnden und atmosphärischen Schreibstil besticht und den Leser in eine völlig fremde faszinierende vergangene Welt im alten England entführt, in der Bücher verpönt waren und das Leben der Menschen durch Magie verändert werden konnte. Die Autorin versteht es hervorragend, eine düstere und bedrohliche Welt vor dem inneren Auge des Lesers zu erschaffen, indem sie sich innerhalb der Geschichte einiger ernster Themen bedient, die von Missbrauch, Suizit, Alkoholmissbrauch und sogar Inzest handeln. Doch Collins zeichnet auch ein schönes und berührendes Bild, das dann wieder entschädigt. Die Handlung ist in drei Abschnitte unterteilt, wobei einer die Gegenwart von Emmett behandelt, ein zweiter seine verlorenen Erinnerungen preisgibt. Der dritte lässt den Leser in Lucians Kopf hineinsehen und die Zusammenhänge langsam erkennen, die vorher noch wie offene Fäden herumhingen. Der Spannungsbogen ist während der gesamten Handlung gleichmäßig hoch, so dass der Leser das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Die Charaktere sind sehr liebevoll mit Leben versehen worden und setzen sich sofort ins Leserherz, so dass Mitfiebern und Miträtseln leicht fällt. Emmett ist ein toller Protagonist. Macht er zuerst den Eindruck einer simplen Seele, wird man schnell eines Besseren belehrt, denn er ist nicht nur liebenswert, sondern neugierig auf die Dinge, die ihm begegnen und stellt nach und nach die richtigen Zusammenhänge fest. Lucian Darnay ist ein Adelsspross, der sehr unter seinem Vater zu leiden hat. Er wirkt nach außen selbstbewusst, selbstgerecht und gefährlich, aber insgeheim ist er eine geschundene Seele. Seredith ist eine geheimnisvolle Frau, die über Gaben verfügt, die den Menschen nicht nur helfen, sondern sie auch in eine Abhängigkeit treiben, die nicht absehbar ist. Ebenso faszinieren weitere Protagonisten wie Alta oder Emmetts Schwestern und geben der Geschichte zusätzliche Impulse.
„Die verborgenen Stimmen der Bücher“ ist ein sehr gelungenes Debüt, das den Leser in eine fantastische Welt katapultiert und berührend und eindrucksvoll unterhält. Für alle, die sich gern in Fantasiewelten bewegen oder aber dieses Genre mal ausprobieren wollen. Verdiente Leseempfehlung!
Stefanie W.
aus Berlin
5/5
20.04.2021
eBook (ePUB)
Die Geschichte der Bücher und Ihre Geheimnisse hat mich völlig begeistert
Zum Inhalt
Immer ist mit seiner Schwester Alta auf einer Farm aufgewachsen. Eines Tages jedoch wird er schwer krank und verfällt in einen Wahn. Nach einiger Zeit schicken ihn die Eltern fort zu einer Buchbinderin. Denn nur Sie kann ihn heilen und lehren.
Doch was Emmet dort alles erfährt, widerspricht der Natur. Doch er tritt das Erbe der Buchbinder an.
Meine Meinung
Die verborgenen Stimmen der Bücher wurde von Bridget Collins geschrieben. Erschienen ist das Buch im Februar 2019 im Aufbau Verlag GmbH & Co. KG. Der Originaltitel des Buches lautet: The Binding.
Das Cover des Buches ist in weiß gehalten. Den Rand des Cover zieren rote Blumen und ein blauer Rahmen. Auch Emmet scheint auf dem Cover abgebildet zu sein.
Aufgeteilt ist das Buch in mehrere Teile. Den Anfang bestreitet das jetzige Leben von Emmet und wie er zur Buchbinderin kam. Im zweiten Teil wird das Familienleben vor Emmets Krankheit erzählt. Auch Lucian selbst bekommt aus seiner Sichtweise einen ganzen Teil zugestanden.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und leicht. Auch die Protagonisten sind sehr lebhaft dargestellt worden.
Besonders gut hat mir das Ende des Buches gefallen. Als Lucian endlich wieder seine Erinnerungen erkennt. Weniger gut fand ich den Buchbinder de Haviland. Er ist ein ekliger Zeitgenosse. Diese Textpassagen möchte ich kaum lesen, was eher mit dem Protagonisten selbst zu tun hat.
Emmet ist ein sehr sympathischer junger Mann. Auch Lucian wird einem im Verlauf des Buches mal mehr mal weniger sympathisch. Warum das so ist möchte ich hier nicht erläutern. Auch Alta, Emmets Schwester zählt zu den netten Figuren, wobei sie viel Leid ertragen muss. Sie meist dennoch etwas Naiv. Aber durch das Alter der Figuren durchaus zu entschuldigen.
Fazit
Ein jeder der Bücher liebt kommt nicht drum rum dieses Buch zu lesen. Allein die Vorstellung was ein Buch selbst ist und ob es nicht auch so sein kann wie im Buch beschrieben fand ich super.
Ein tolles Buch für viele tolle Lesestunden.
Bewertung
aus Koblenz
5/5
20.04.2021
eBook (ePUB)
Vom Binden und Gebunden werden
Lange, wirklich sehr sehr lange hat mich kein Buch mehr so berührt, fasziniert oder in seinen Bann gezogen wie dieses.
Man könnte meinen, bei diesem Buch handelt es sich um gebundene Erinnerungen, so fesselnd, so real und glaubhaft ist die Handlung.
Ich habe das Buch ohne jedes Vorwissen, ohne den Einband zu lesen, einfach begonnen und konnte es nicht mehr weglegen. Mit den Figuren konnte ich lachen, weinen und lieben. Ich konnte mich freuen und musste zuweilen weinen. Dieses Buch ist genau das, was ich von Büchern erwarte: Fesselnd, Kurzweilig und „Bindend“ - im wahrsten Sinne des Wortes.
Es hat mich fasziniert, wie die Figuren um Ihre Erinnerungen rangen, wie Handlungen einen völlig neuen Sinn bekamen und wie gut die Gefühle transportiert wurden.
Definitiv eins meiner neuen Lieblingsbücher. Definitiv ein Buch, dass mich und meine Art, auf die Welt zu schauen verändert hat.
Und ich hoffe auf eine Fortsetzung.
Svea Moisig
aus Hamburg
5/5
20.04.2021
eBook (ePUB)
Unerwartet anders und schön...
Bridget Collins hat mit "die verborgenen Stimmen der Bücher" einen ruhigen, dennoch sehr emotionalen Roman um die Erinnerungen der Menschen, aber auch die damit verbundene Macht, die einige wenige, die Kenntnis über diese Erinnerungen "der Gebundenen" haben und zum Teil für ihre ganz eigenen Zwecke nutzen, erschaffen.
Erinnerungen machen den Großteil unseres Lebens, der eigenen Vergangenheit/Zukunft und auch unserer Persönlichkeit aus, mancher nutzt sie, um mit seinem Leben weitermachen zu können, manchen Zeitgenossen haben sie gebrochen. Gerade auf emotionaler Ebene bewirken Erinnerungen vieles und lenken das Leben oftmals in neue Bahnen, die vielleicht nicht immer gewollt sind. Und genau dafür gibt es sie - die Buchbinder...! Von fast allen als Hexenwerk abgetan und verstanden, bindet diese besondere Gilde eines geächteten Handwerks, die erlebten und oftmals traumatischen Erlebnisse, in kunstvoll angelegte Bücher, die nicht für die Öffentlichkeit oder den Verkauf bestimmt sind, an.
Einer dieser angehenden Buchbinder ist Emmett Farmer, der als ältester Sohn eines bäuerlichen Paares in die Lehre bei der Einsiedlerin und Buchbinderin Seredith geht. Seine Eltern, die wie fast alle in dieser (nicht näher genannten) Zeit, Bücher strikt aus ihrem Leben verbannt haben, wollen ihren Sohn nach einer längeren Krankheitsphase, die ihn körperlich und emotional sehr geschwächt hat, quasi aus dem Haus haben. Emmett hat kaum Erinnerungen an seine Krankheit oder warum er überhaupt so krank geworden ist, umso weniger versteht er, weshalb er nun ausgerechnet Buchbinder werden soll. Überhaupt hat er kaum eine Ahnung, was diese Personen machen - nehmen sie den Menschen ihre Erinnerungen oder sogar schlimmeres? Seredith bringt dem schüchternen jungen Mann viel Verständnis entgegen, sie gibt ihm Zeit und Raum - vielleicht, um wieder zu sich selbst zu finden und es kommt Emmett fast so vor, als wenn Seredith wüsste, was genau seine Krankheit ausgelöst hat, aber woher kann sie das wissen? War sie doch nie mit seiner Familie oder seinem Umfeld bekannt. Dem jungen Lehrling entgeht nicht, dass viele Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten die Binderin aufsuchen und danach verändert wirken - was ist, wenn sie doch Hexenwerk vollbringt und er letztlich ihr Gehilfe ist? Als Seredith verstirbt, nimmt sich ein anderer Binder - de Havilland - dem Lehrling an. Emmett muss schmerzlich erkennen, dass er die Einsiedlerin völlig falsch eingeschätzt hat, als dann noch der junge Lucien Darney in sein und das Leben seiner Familie tritt, verändert das den Lauf des Schicksals auf dramatische Weise....
Eine Wertung dieses Buches fällt mir irgendwie gar nicht so leicht, weil es manchmal Bücher zu geben scheint, die nicht unbedingt "bewertet" werden wollen. Ich bin mit keiner genauen Vorstellung an dieses Buch heran gegangen, denn, über Bücher schreibt man doch nicht, man liest und liebt sie! ;-) Als Leser bekommt man eine ziemlich stille und teilweise sehr aufwühlende Geschichte, die verschiedene, teils ganz üble Themen anpackt, präsentiert. Sprachlich gefällt mir der Roman sehr gut, ich mag dieses "leicht angestaubte" und aus einer anderen Zeit kommende sehr, die Autorin erzählt und beschreibt manches sehr detailverliebt, was den Lesefluss in keiner Weise stört und die Geschichte einfach rund macht. Die verschiedenen Figuren der Handlung sind alle klasse dargestellt, ob nun sympathisch oder nicht - vorallem de Havilland und Luciens Vater sind einfach nur ...widerlich... Während man Emmett manches mal einfach nur in den Arm nehmen möchte, ist Lucien für mich wie ein zweischneidiges Schwert, dass ich bis zum Schluss nicht richtig einschätzen konnte. Dieser Roman kommt nicht wirklich als ein solcher daher, wirkt die Geschichte doch wie eine Mischung aus Fantasy und Liebesroman, die micht total positiv überrascht und sehr gepackt hat, wenn man offen für die Dinge ist, die da kommen. Die Gliederung der Geschichte in drei Teile wird aus verschiedenen Ich-Positionen erzählt und geben dem Ganzen einen zusätzlichen Kniff, lassen sie doch den Leser die jeweilige Gemütswelt des Erzählenden nachempfinden, im Guten wie im Bösen. Auch das Ambiente und die Umgebung(en) kommen klar und sehr bildlich rüber, das Kopfkino läuft, auch oder gerade wenn die Atmosphäre oftmals einen düsteren Touch hat, gefällt mir das erlebt-gelesene sehr! Für mich ist "die verborgenen Stimmen der Bücher" ein weiteres Lese-Highlight des Jahres 2019, dass ich sehr gerne weiterempfehle!
Bewertung
aus Bad Münstereifel
4/5
20.04.2021
eBook (ePUB)
Sprachlich ein Genuss
Nein, es war nicht das, was ich unter einem Roman verstehe. Viele Elemente aus dem Bereich der Fantasie wurden hier von der Autorin Bridget Collins eingebunden. Bridget studierte in London an der Academy of Music and Dramatic Art und diese Grundlage wird beim Lesen des Buches #Die verborgenen Stimmen der Bücher deutlich.
Der junge Emmett Farmer ist fleißig und hilft seinen Eltern bei der Bewirtschaftung eines Bauernhofes. Mit seiner Schwester versteht er sich sehr gut. Bis, ja bis er sehr schwer erkrankt und wochenlang ans Bett gefesselt ist. Danach ist er nicht mehr derselbe und nicht nur ihm kommt sein Verhalten seltsam vor. Eines Tages kommt ein Brief ins Haus geflattert. Er stammt von Seredith, einer alten Buchbinderin, die Emmett als Lehrling bei sich haben möchte. Sie weiß, dass er an der Buchbinderkrankheit litt und aus dem Grund prädestiniert zum Erlernen dieses Berufes ist. Nur widerwillig lässt er zu, dass sein Vater ihn zum Haus der Dame fährt und dann ohne ein Wort des Abschieds wieder verschwindet.
Die Buchbinder, welche in dem Roman #Die verborgenen Stimmen der Bücher beschrieben werden, sind keine gewöhnlichen Vertreter ihres Standes. Sie binden Bücher, die aus den traumatischen Erinnerungen ihrer Kunden entstehen. Diese sind sehr emotional und verlangen beiden Parteien, also Kunden und Fachleuten, alles ab.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Im ersten erfährt der Leser, wie Emmett zu seiner Lehrmeisterin kam und wie es ihm dort ging. Der zweite Teil beschreibt, welches die Gründe für den Zusammenbruch des Jungen sind und der dritte zeigt, wie die Story beendet wird.
Der Klappentext gibt nicht das wieder, was der interessierte Leser von dem Buch erwarten darf. Das Element der Fantasie wird hier nicht erwähnt, dabei ist es meiner Meinung nach äußerst wichtig. Von der Sprache war ich beeindruckt. Sie ist präzise und sehr bildhaft. Der Roman schildert besonders eindrücklich, was Homosexualität und übertriebene Strenge eines Vaters bewirken können. Wer sich auf #Die verborgenen Stimmen der Bücher einlässt, muss Zeit haben, da er sich beim Lesen vollkommen darauf einlassen und konzentrieren muss.
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