Ein Leben für die Kunst - ein Leben für die Liebe.
Norwegen 1922: Signe ist talentiert, ambitioniert und vor allem eins: frei! Endlich hat sie sich aus ihrer unglücklichen Ehe gelöst, und damit von einem Mann, der für ihre große Leidenschaft, die Malerei kein Verständnis hat. In ihrer Jugend lernte sie, an der Seite ihres Onkels, dem Genie Edvard Munch, die schillernde Osloer Bohème kennen. Nun nimmt Signe Unterricht beim Sohn von Paul Gauguin, sie hat sich geschworen, ihr Leben ausschließlich der Kunst zu widmen. Sie will ein Werk hinterlassen, das - ebenso wie die Bilder ihres Onkels - die Menschen bewegt und aufrüttelt. Dann lernt sie Einar kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Als er sich dem Widerstand anschließt, begreift Signe, dass man manchmal alles wagen muss - in der Liebe und in der Kunst ...
'Kaum eine Lebensgeschichte hat mich so fasziniert wie die von Signe Munch - von ihr will ich erzählen!' Lena Johannson.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Streiflicht
5/5
07.10.2019
eBook (ePUB 3)
So schön wie ein Gemälde
Dieses Buch hat mich neugierig gemacht, da ich erstens selbst mal und zweitens natürlich den berühmten Edvard Munch kenne. Da war ich interessiert und wollte mehr erfahren. Normalerweise bin ich kein ganz großer Fan von Hörbüchern, aber dieses hat mich eines besseren belehrt. Es ist einfach zauberhaft und so schön wie ein Gemälde.
Das Buch besticht durch wunderbare Beschreibungen der norwegischen Landschaften, der Stadt Oslo, die damals noch Christiania hieß, der Menschen und ihrer Begegnungen. Die Autorin Lena Johannson hat hier gleichsam ein Buch gemalt. Ich war immer wieder wie verzaubert durch die bildhafte, so unglaublich reiche und anschauliche Sprache – sicherlich hat hier auch die gute Übersetzung ihr Übriges getan. Einfach ein wunderbares Buch, das nicht nur die Hauptfigur Signe und deren weltberühmten Onkel zeichnet, sondern auch die Landschaft und die Menschen im damaligen Norwegen. Es gelingt quasi von selbst, dass im Kopf Bilder entstehen, dass die Worte Gestalt annehmen und zu einem Gemälde werden.
Die Autorin wird zitiert mit den Worten: „Kaum eine Lebensgeschichte hat mich so fasziniert wie die von Signe Munch – von ihr will ich erzählen!“ Und genau diese Faszination spürt man auf jeder Seite. Liebevoll und mit immer wieder unglaublich treffenden Beschreibungen schreibt Lena Johannson. Man mag das Buch gar nicht mehr zur Seite legen, ich habe mir gewünscht, jede Autofahrt würde mindestens doppelt so lange dauern. Einfach toll! Selten habe ich so einen bewegenden und berührenden Roman gelesen, der so lange nachgehallt hat.
Lesefee23.05
5/5
05.10.2019
eBook (ePUB 3)
Eine Künstlerin, die sich erst selbst finden musste
„Die Malerin des Nordlichts“ ist ein Roman aus der Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ des Aufbau Verlages. Er erschien im Juli 2019 und wurde von Lena Johannson geschrieben.
„Die Malerin des Nordlichts“ ist für mich der vierte Band aus dieser Buchreihe. Obwohl ich also wusste, was in etwa auf mich zukommt, hatte ich zunächst Schwierigkeiten in den Roman hineinzufinden. Ich fand die Handlung zäh und Signe Munch als Person uninteressant – zurückhaltend, schüchtern, langweilig. Doch genau dies ist es, was sie am Ende dann so interessant macht. In drei Abschnitten lernen wir Signe, die die Nichte des bekannten Edvard Munchs, kennen. Wir steigen dabei nicht in ihrer Jugend ein, sondern begegnen Signe, als sie bereits 38 Jahre alt und das erste Mal geschieden ist und springen dann in größeren Zeitabständen bis zum Jahr 1945, Signes Todesjahr. Die Zeitsprünge sind dabei gut gewählt und wirken nicht zu groß. Sie werden gut überbrückt und fehlende Erlebnisse werden jeweils kurz aufgegriffen und beschrieben.
Zu Beginn schreiben wir das Jahr 1922 in Norwegen und eine Scheidung ist noch mehr als ungewöhnlich. Alleine durch diese scheint Signe eine moderne Frau zu sein. Sie weiß was sie vom Leben will und dies ist nicht „Ehefrau“, sondern „Malerin“ sein. Ohne die Malerei kann sie nicht leben, doch ihr erster Mann lies ihr hierzu keinerlei Raum. Dabei möchte sie mit ihren Kunstwerken keineswegs entsetzen oder aufrütteln, wie ihr Onkel dies jederzeit tut. Nein, sie malt in der Regel gefällige und bodenständige Werke, die allgemeinen Anklang finden, dabei aber nur wenig Einzigartigkeit präsentieren. Mit dieser Art der Kunst bewegt sie sich auf sicherem Terrain und ist dennoch immer wieder mit sich selbst unzufrieden. Nicht selten beschäftigt sie die Frage, ob Kunst nicht genau das tun soll, was sie verhindert: aufrütteln und entsetzen? Dabei steht sie stets im Schatten ihres berühmten Onkels, zu dem sie eine besondere Verbindung hat, obwohl nur wenig Kontakt besteht. Jeder vergleicht sie mit ihrem Verwandten und belächelt Signes Fleiß und Ehrgeiz. „Solide und bodenständig“ wird ihre Kunst von Kritikern genannt, doch gerade Fachleute erkennen, welches Talent in Signe steckt. Trotzdem muss sie sich natürlich immer wieder dem Vergleich mit ihrem eigenen Onkel stellen und vergleicht sich auch selber immer wieder mit ihm und seinen Werken. Die Fußstapfen, die sie hier ausfüllen muss oder möchte, sind nicht gerade klein und gerade, weil Signe selbst eine sehr bescheidene und eher zurückhaltende junge Frau mit schwieriger Kindheit ist, fällt es ihr schwer zu ihrem Talent und ihrer Kunst zu stehen.
Mit dem Alter verändert sich dann aber nach und nach nicht nur Signe selbst, sondern mit ihr auch ihre Kunstwerke. Sie beginnt mutiger zu werden und Emotionen auf die Leinwand zu bannen, mit neueren Werken kann sie dann auch der Kunstwelt zeigen, was in ihr steckt und dass ihre Malereien auch eine eigene Sprache sprechen und nicht nur „solide“ sind. Diese Entwicklung der Künstlerin ist sehr schön beschrieben und wirkt authentisch. Signe wird mit den Jahren reifer und weiser und beginnt, anders an bestimmte Dinge heranzugehen. Sie erkennt, dass Kunst und Liebe sich nicht vollständig ausschließen müssen und aus der zunächst nur „modern wirkendenden jungen Frau“ wird tatsächlich eine moderne Frau, die sich nicht immer den Erwartungen der Gesellschaft beugt. Dies schafft sie dabei nicht alleine, sondern auch oder gerade durch die Unterstützung ihres zweiten Ehemanns, der durchaus ein moderner Mann ist und die Rolle der Frau nicht mehr hinter dem Herd sieht.
Lena Johannson stellt Signes Gefühle und innere Zerrissenheit sehr greifbar und realistisch dar, wodurch das Lesen viel Spaß gemacht und die Handlungen Signes gut nachvollziehbar waren. Die Erzählperspektive wurde hierzu als personale Erzählung gewählt, teilweise gemischt mit einem auktorialen Erzähler, der allerdings nichts vorwegnimmt, sondern nur berichtet, was um Signe herum geschieht. Schreibstil und Erzählperspektive haben für mich sehr gut miteinander harmoniert, das Lesen des Romans fiel mir dadurch sehr leicht. An den richtigen Stellen war die Schreibweise mitreißend und fließend, an anderen, ebenfalls passenden Stellen eher träge und abwartend.
Das Ende des Romans war dann für mich sehr dramatisch und irgendwie überraschend. Ich hatte bisher von Signe Munch nichts gehört, sondern kannte nur ihren Onkel Edvard Munch, und hätte sie aus dem Roman heraus anders eingeschätzt. Trotzdem ist die Wendung am Ende gelungen und für mich sehr passend für eine große Künstlerin. Es tut mir trotzdem unglaublich leid, dass Signe ein solches Schicksal erleiden musste und ihr trotz überstandenem Arbeitslager kein ruhiger Lebensabend mit ihrem Ehemann vergönnt war.
Gefallen haben mir zudem die historischen Aspekte die leichtbekömmlich aber trotzdem stimmig und mit einem gewissen Gewicht in die Handlung eingeflochten wurden. So lernen wir als Leser zum einen etwas über die Rolle der Frau zum Anfang des 20. Jahrhunderts in Norwegen und zum anderen einiger über die Zeit des Nationalsozialismus in Norwegen. Diese historischen Aspekte gefallen mir immer sehr gut, denn häufig sind es Details, die mir insgesamt doch eher unbekannt oder zumindest nur wenig bewusst sind. Durch das Aufgreifen im Roman bekommen sie eine andere Wertigkeit und sind für mich greifbarer, das finde ich toll!
Wie bereits in den anderen Romanen dieser Buchreihe werden Realität und Fiktion insgesamt unglaublich gut miteinander verknüpft. Zu den bekannten Details aus dem Leben der Signe Munch webt sie eine realistisch und authentisch wirkende Handlung herum und ergänzt fehlende Bausteine durch eine gesunde Portion Fantasie, die sich einfach gut in die damalige Zeit einfügt.
Außerdem knüpft die Autorin einige Informationen über Edvard Munch ein, die ich ebenfalls sehr interessant fand.
Mein Fazit: Obwohl ich zunächst Schwierigkeiten hatte mich in die Handlung hineinzufinden, bin ich mehr und mehr in die Geschichte von Signe Munch eingetaucht und war letztendlich ganz vom Roman überzeugt! Zwischendurch habe ich glatt vergessen, dass es sich um keine Biografie, sondern um einen Roman handelt. Lena Johannson schreibt Signes Geschichte mit einer so großen Realitätsnähe, dass man sich hieran immer wieder erinnern muss und verknüpft dabei ebenso geschickt Liebesroman mit historischem Roman. Ich vergebe 5 von 5 Sternen und bin wieder einmal begeistert von der tollen Reihe über starke Frauen, die ihrer Zeit voraus sind!
Bewertung
aus Bad Kreuznach
5/5
29.07.2019
eBook (ePUB 3)
Ein guter Einblick
Schon einige Bücher habe ich aus der Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ gelesen und auch von diesem „Die Malerin des Nordlichts“ wurde ich nicht enttäuscht.
Das Buch spielt im Oslo von 1922. Signe Munch, die Nichte des bekannteren Edvard Munch, gelingt es endlich sich scheiden zu lassen, denn ihre und die Ansichten ihre Mannes sind doch zu unterschiedlich. Unterstützt von ihrem Onkel geht Signe ihrer Passion, dem Malen, nach, erhält Unterricht beim Sohn von Paul Gauguin. Auch wenn sie das Malen liebt, findet sie sich in der verrückten Kunstwelt nur schwer zurecht.
Bücher, die zum Teil auf wahren Begebenheiten beruhen, lese ich immer dann besonders gern, wenn sie mir neue, mir unbekannte Personen eröffnen. So ist dies auch in dem vorliegenden Buch, denn von Signe Munch hatte ich bis dato noch gar nichts gehört. Über ihr Leben ist nur wenig bekannt, sodass auch die Darstellungen im Buch meist fiktiv verbleiben. Nichtsdestotrotz gibt es einen Einblick in die damalige Zeit, die auch in der Kunst in erster Linie von Männern „beherrscht“ wurde. Signe Munch selbst bleibt in dieser illustren „Gesellschaft“ leider etwas blass und der Autorin gelingt es nicht, mich so sehr für Signe einzunehmen.
Insgesamt gesehen ist es allerdings ein guter und unterhaltsamer historischer Roman, der mich wenigstens dazu ermuntert hat, mich mit den Munchs tiefer auseinanderzusetzen.
Hortensia13
5/5
18.07.2019
eBook (ePUB 3)
Selbstbestimmung
Frisch geschieden möchte die 38jährige Signe nur eins: malen. Während ihrer Ehe hat sie diesen Drang unterdrückt, jetzt will und braucht sie die Freiheit. Durch ihren Onkel, dem berühmten Edvard Munch, lernte sie schon in ihrer Kindheit, wie man die Seele auf die Leinwand bringt. Doch ist sie wirklich gut genug? Fürs Malen und für die Liebe?
Ich habe vorher noch nie etwas über Signe Munch gehört. Aber nach dem Lesen bin ich von ihr beeindruckt. Für ihre Zeit, in der Zwischenkriegszeit, geht sie einen sehr emanzipierten Weg, aber spürt dabei Hemmungen. Auch fand ich es schön, dass sie dabei schon fast vierzig Jahre alt ist und wagemutig in ein neues Leben startet. Selbstbestimmend zu sein und zu bleiben. Auch wenn die grosse Liebe vor der Tür steht. Sie vermittelt mit ihrer Lebensgeschichte Mut. Daneben lernt man Norwegen und den Maler Edvard Munch näher. Ein wundervoller Roman, der seine 5 Sterne verdient.
schafswolke
aus Kiel
4/5
12.09.2019
eBook (ePUB 3)
Das Leben der Signe Munch
Norwegen, 1922:
Signe ist geschieden und einfach nur glücklich, denn nun kann sie sich dem widmen, was sie wirklich liebt: der Malerei. Doch ganz so leicht ist das Leben denn doch nicht, als alleinstehender Frau stehen ihr nicht alle Türen offen, aber sie ist entschlossen für ihren Traum zu leben. Als sie Einar kennenlernt, ahnt sie nicht, was für neue Welten sie noch kennenlernen wird.
Ich habe noch nie etwas von Signe Munch gehört, während mir Onkel Edvard Munch schon etwas sagte. Und so war ich wieder mal gespannt, welche Frau in diesem Buch im Vordergrund steht.
Ich muss gestehen, am Anfang habe ich mich mit der Geschichte etwas schwer getan, obwohl sie sich leicht liest, fand ich Signe ein wenig unnahbar und still, aber irgendwie scheint das zu ihrer Person zu passen. Doch im Laufe der Zeit hat sich das geändert und es hat sich ein bildhafter Roman entwickelt, der mir Signe hat ans Herz wachsen lassen.
Leider ist von Signe Munch wenig bekannt, aber hier wurde sie noch einmal zum Leben erweckt.
Mittlerweile ist das Buch der 10. Teil aus der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe". Ich finde es immer wieder faszinierend, wie verknüpft doch die Welt der Künstler sein muss, denn immer wieder kreuzen "alte Bekannte" mal die Wege, auch wenn sie vielleicht nur erwähnt werden.
Zum Glück habe ich diese Reihe früh für mich entdeckt, ich freue mich regelmäßig auf neue Bücher, denn enttäuscht wurde ich hier selten. Und so gibt es von mir für "Die Malerin des Nordlichts" 4 Sterne.
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4/5
10.12.2019
Buch (Taschenbuch)
Einblicke in das bewegende und...
Einblicke in das bewegende und interessante Leben der Signe Munch, NIchte des bekannten Malers Edvard Munch. Signe Munch, war ebenfalls Malerin, leider sind von ihr keine Bilder erhalten und somit ist ihr Name in Vergessenheit geraten. In diesem Roman erwacht sie wieder zum Leben
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